Bringt deine Vergangenheit dich aus dem Flow?

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Seit ich mein Leben umgekrempelt habe und es mir so viel besser geht, war ich eigentlich der Meinung, dass das gerade daran liegt, dass ich mich nicht mit meiner Vergangenheit befasse. Psychoanalyse und Co. waren mir schon immer suspekt. Wieso ewig herumgraben und einen Schuldigen suchen, wenn man diese Energie dafür nutzen kann, nach vorne zu sehen und sein Leben direkt zu verändern? Wieso sollte mich die Vergangenheit daran hindern, hier und jetzt ein fantastisches Leben zu führen? Schließlich ist sie vorbei und ich kann ohnehin nichts mehr daran ändern.  Doch um sich selbst wirklich kennenzulernen und zu verstehen, ist sie doch nicht unwichtig. Genau das durfte ich in den letzten Wochen lernen.

Bring dich zuerst ins Lot

Ich glaube, die Wahrscheinlichkeit, dass du in irgendeiner Weise Probleme mit deiner Vergangenheit hast, ist recht hoch, wenn du das hier liest. Wir suchen nach einer Wandlung, nach neuen Impulsen, wenn wir unser Leben verändern, wenn wir es wieder in den Flow bringen wollen. Der Ursprung dessen, dass du entweder irgendwann aus dem Flow-Zustand herauskamst oder aber ihn nicht einmal kennst, liegt immer in der Vergangenheit. Meist schon im Kindheits- und Jugendalter. Deswegen möchte ich hier auch im Speziellen auf die Familie als Ursprung für verletzende Erlebnisse eingehen. Aber bevor wir das tun, gibt es noch etwas Wichtiges zu klären.

Grundsätzlich finde ich es nach wie vor einen tollen Anfang, sich nicht von dem, was einmal geschehen ist, definieren zu lassen. Ich glaube, dass vielen Menschen nicht bewusst ist, dass sie trotz traumatischer Erlebnisse und alter Wunden ein erfülltes und zufriedenes Leben führen können. Wir können jederzeit beschließen, dass all diese Dinge keine Macht mehr über uns haben. Theoretisch. Ich denke, diese Abgrenzung ist gerade am Anfang einer Persönlichkeitsveränderung sehr wichtig: „Da ist die Vergangenheit. Und da bin ich.“ Und auch das Denken: „Ich bin nicht mehr die Person, die ich einmal war.“

Wenn man beginnt, sein Leben zu verändern, beginnt man auch, nach vorne zu sehen. Man lässt Schuldzuweisungen an andere und an sich selbst nach und nach los und blickt anstatt auf die Hindernisse auf die Möglichkeiten. „Was kann ich tun?“ wird zur zentralen Frage. „Wieso kann ich das nicht tun?“ rückt immer mehr in den Hintergrund.

Ganz ehrlich… Ich hätte vermutlich nicht zu meinem „neuen Leben“ gefunden, wenn ich mich sofort intensiv mit meiner Vergangenheit auseinandergesetzt hätte. Natürlich, manche Zusammenhänge werden einem im Laufe dieser Entwicklung klar, aber wenn ich wirklich in die Tiefe gegangen wäre, wäre ich in diesem „frisch verwandelten“ Zustand vermutlich dort steckengeblieben. Ich glaube, zu Beginn ist es wichtig, erst einmal möglichst viel Abstand zu dem zu gewinnen, was einen verletzt hat und wo die Traumata liegen. Unsere Körper machen das ja auch so. Sie verdrängen.

Nun sagt man ja immer, Verdrängung sei so schädlich und alles käme ohnehin wieder hoch. Ich glaube, der Verdrängungsmechanismus ist viel sinnvoller als sein schlechter Ruf. Manche Dinge sind einfach so störend, dass sie einen am Leben hindern würden, wenn man sich ständig mit ihnen beschäftigte. Hier greift dieser großartige Mechanismus und schiebt sie einfach beiseite, um Neuem Platz zu machen. Ich finde das völlig in Ordnung und legitim und wenn du dich beim Verdrängen erwischst, brauchst du auch keinerlei schlechtes Gewissen zu haben. Zu diesem Zeitpunkt in deinem Leben ist das einfach das Beste, was du tun kannst!

Aber du ahnst es schon: Für immer geht das mit der Verdrängung nicht wirklich gut. Es wird immer wieder Situationen in deinem Leben geben, die sich aus der Vergangenheit speisen und die Verhaltens- oder Gedankenmuster von früher in dir auslösen, die du so von dir inzwischen gar nicht mehr  kennst. Deswegen ist es durchaus wichtig, einen Blick zurück zu werfen. Diese Situationen müssen verstanden, akzeptiert und auf diese Art aufgelöst werden. Allerdings glaube ich, dass es gerade zu Beginn wichtig ist, das zur Seite zu schieben und uns von innen aufzubauen, bis wir stark genug sind, die Vergangenheit und mit ihr vielleicht unsere dunklen Seiten anzuschauen.

Es gibt einen Punkt, an dem wir dazu bereit sind. Bei mir hat das nun fast drei Jahre gedauert. Aber erst jetzt fühlt es sich richtig an, Dinge „aufzuarbeiten“. Es ist keine Belastung mehr, sondern ein wohltuendes Loslassen, das mit sehr viel Leichtigkeit einhergeht. Deswegen: Bringe dich zuerst im Großen und Ganzen ins Lot, bevor du dich intensiv mit alten Mustern, Schattenseiten und Verletzungen auseinandersetzt.

Was unsere Familie mit uns macht

Ich bin keine Systemische Beraterin oder Familientherapeutin, aber ich habe Pädagogik mit einem sehr großen Teil (Entwicklungs-)Psychologie studiert. Mein Wissen ist also nicht gänzlich aus der Luft geholt. Doch theoretisches Wissen bringt uns an dieser Stelle nicht weiter, und es macht erst Spaß, sich damit zu beschäftigen, wenn wir es mit unserer persönlichen Geschichte verknüpfen können. Da gerade die Familie als sogenannte Primärgruppe so unglaublich wichtig für unsere Entwicklung ist und unsere gesamte Persönlichkeit prägt, wird es hier erstmal um sie gehen. Schließlich haben oder hatten wir alle eine Familie. So ein kleines Baby ist alleine nämlich nicht überlebensfähig.

Vielleicht bist du nicht bei deinen leiblichen Eltern aufgewachsen, dann haben andere Menschen die Rolle dieser Primärgruppe für sie übernommen. Ich bezeichne hier auch solche Personen als Familie. Wenn du in einem Pflegeheim groß geworden bist, wirst du sicherlich auch ein nicht gerade einfaches Verhältnis zu deinen leiblichen Eltern haben – gerade wenn oder weil du sie nicht kennst.

In der Familie lernen wir Normen und Werte kennen. Sie bestimmt als allererste Instanz, was okay ist und was nicht. Und das ist auch wichtig so! Dass es nicht okay ist, auf die heiße Herdplatte zu fassen, ist eine sehr sinnvolle Regel. Ohne solche Regeln könnten wir uns im Leben überhaupt nicht zurechtfinden, denn im Gegensatz zu vielen Tierarten sind wir Menschen mit eher mageren Instinkten ausgestattet, dafür aber mit einer umso größeren Lernfähigkeit. Genau das macht uns so einzigartig – Menschen sind kleine „Lernmaschinen“. Aber es macht uns auch anfällig, denn was wir einmal gelernt haben, ist nur schwer wieder zu verlernen. In der Familie lernen wir neben all den nützlichen Dingen nämlich auch Verhaltensweisen, die uns später im Leben eher behindern als nützen. Ich z.B. habe gelernt: „Es ist nicht okay, laut/auffällig zu lachen.“

Um Dinge, die wir in der Familie gelernt haben, zu hinterfragen, müssen wir schon einen ziemlich guten Grund dazu haben. Deswegen sind wir als Teenager auch so aufmüpfig. Wir schließen uns anderen Gruppen an, sehen, wie es in anderen Familien läuft und stellen fest, dass das, was wir beigebracht bekommen haben, nicht das Maß aller Dinge sein muss. Es gibt da draußen noch so viele andere Sichtweisen! Wir probieren vieles aus, entfernen uns von unserer Familie, nähern uns manchmal wieder an – manchmal bleibt die Entfernung aber. Häufig ist das so, wenn wir feststellen, dass unsere Familie uns die Geborgenheit nicht geben kann, die wir vielleicht bei anderen Gleichaltrigen beobachten können. Dann spüren wir, dass es für uns gesünder ist, auf Abstand zu gehen, auch wenn das sehr weh tut.

Da ich annehme, dass du erwachsen bist, wenn du das hier liest, wirst du mit Sicherheit im Zusammenhang mit deiner Persönlichkeitsentwicklung auch an deine Familie gedacht haben. Dabei sind die Geschichten hier unglaublich unterschiedlich. Ich kenne deine persönliche Geschichte vielleicht nicht, aber dass sie nicht einfach war, das kann ich hier am anderen Ende des Computers sagen. Es mag sein, dass dir etwas unglaublich Schlimmes und Traumatisches passiert ist, das dich zu dem Menschen gemacht hast, der du nun bist. Aber das muss es nicht. Vielleicht hattest du sehr liebevolle – zu liebevolle Eltern -, die dich behütet haben und immer das Beste für dich wollten, ohne zu sehen, dass sie dich damit unabsichtlich unselbstständig hielten.

Wie auch immer deine persönliche Geschichte auch aussehen mag – es gibt da etwas, worüber du unbedingt nachdenken musst, wenn du konstruktiv mit deiner Vergangenheit arbeiten willst:

Es gibt keinen Schuldigen.

Dass Familien ihren Schmerz und bestimmte Verhaltensweisen über viele Generationen hinweg weitertragen können, liegt schlicht und einfach daran, dass alle Personen an einer enorm langen „Schuldkette“ hängen. „Er hat mir das angetan“, „Sie hat mich verletzt“, „Ohne ihn wäre ich normal geworden“. Wir alle kennen solche Gedanken. Ich hatte sie eigentlich ständig, meine komplette Jugend war ausschließlich von ihnen geprägt. Ich suchte nach einem Grund, warum es mir so mies ging. Vielleicht fand ich ihn auch teilweise, nur gebracht hat mir das leider nichts, denn aus diesem Denkmuster kam ich nicht raus.

Manche Verletzungen sind so traumatisch und sitzen so tief, dass es uns unmöglich ist zu verstehen, wie uns jemand das antun konnte. Als Kinder haben wir keine Wahl, als unserer Familie zu vertrauen. Und wenn dieses Vertrauen gebrochen wird, bricht die Welt in uns in Stücke. Wir haben das Gefühl, dass wir uns an niemanden wenden können, dass es kein Entrinnen aus der Situation gibt und dass uns keiner helfen kann. Wir lernen völlige Hilflosigkeit, die zu verlernen später unglaublich schwer ist.

Wir versuchen nach einem Grund zu suchen, warum es gerade uns so schlecht geht, und nicht selten enden wir dann bei uns selbst. Wir selbst müssen der Grund dafür sein. So beginnt eine Negativspirale aus destruktiven Gedanken – und das kann schon in frühester Kindheit passieren! Denk mal nach: Ist etwas in deiner Familie vorgefallen, an dem du dir die Schuld gegeben hast? War es vielleicht die Scheidung deiner Eltern, ein Todesfall oder fühltest du dich sogar an der Aggression schuldig, die du erleben musstest?

Oft ist es eine Mischung aus beidem, die wir mit in das Erwachsenenleben nehmen: Wir machen jemanden für unsere schreckliche Erfahrung verantwortlich und wir geben uns selbst ständig die Schuld an allem. Und bei alldem spüren wir deutlich: Das kann es doch nicht sein! Es muss doch einen Ausweg geben! Wir suchen verzweifelt, doch wir sind nicht in der Lage, ihn zu finden. Also lenken wir uns von diesem Schmerz ab, indem wir zu viel essen, zu viel konsumieren, zu viel trinken, zu viel fernsehen, zu viel arbeiten,… Alles nur, damit dieser Schmerz, der seinen Ursprung in der Vergangenheit hat, weggeht. Das mag auch eine Weile funktionieren, aber tief in uns wissen wir, dass wir unser Augenmerk darauf richten zu müssen, um uns selbst zu heilen. Um echten Frieden zu schließen.

Das geht nur, wenn wir erkennen, dass es keinen Schuldigen gibt. Weder die Person, die dir etwas angetan hat noch du selbst tragt irgendeine Form von Schuld. Ich weiß, das mag grausam klingen, wenn du für jemanden puren Hass empfindest. Aber lass mich das erklären:

In meiner Familie ist es mein Opa, der alle terrorisiert hat und es immer noch tut. Er ist ein Mensch, der sich über andere stellt, sie beleidigt, sich als wichtig ansieht und andere wirklich unterbuttert. Er hat immer recht, macht sich über alle anderen lustig und ist unfassbar geizig. Also einfach nur eine schreckliche Person. Meine Oma hingegen ist ein unglaublich herzensguter Mensch, die unter meinem Opa schrecklich leidet. Meine Mutter musste diesen Zwiespalt als Kind miterleben und trug ihn an mich in ähnlicher Weise weiter. Weil sie es einfach nicht anders kannte. Auch mein Vater hatte eine sehr strenge Kindheit mit wenig Liebe.

Wenn ich mir das ansehe, empfinde ich Mitgefühl mit meinen Eltern und meiner Oma. Ich weiß, warum sie es mit mir nicht besser konnten, warum sie mir manchmal widersprüchliche Signale gaben und warum sie mich nicht verstanden. Mein Opa hatte seine Aggression weitergegeben, die bei uns in der Familie in wortgewaltiger Form gelebt wurde. Ich versetzte mich in meine Eltern hinein und begann sie zu verstehen. Nach und nach besserte sich das Verhältnis zu meiner Mutter enorm, doch die sehr schwierige Beziehung zu meinem Opa blieb.

Doch eines Tages, als ich meine Oma besuchte, bat er mich zu sich. Er sagte, ich sollte die Familiengeschichte kennen. Ich war skeptisch, setzte mich aber neben ihn und er begann zu erzählen: darüber, wie er aus einer angesehenen Familie stammte, die sich in Russland etwas Großes aufgebaut hatte, nachdem sie aus Deutschland dorthin gekommen waren und nichts hatten. Seine Familie verkaufte die modernsten Traktoren und züchtete eine besondere Art von Weizen. Sein Vater war ein bekannter Mann. Und Stalin mochte solche Männer nicht. Mein Opa musste als Kind mit ansehen, wie sein Vater im eigenen Haus ermordet wurde. Seine Familie stand vor dem Nichts. Er musste sich mühsam wieder hocharbeiten, indem er neben der Arbeit auf die Abendschule ging, studierte und schließlich ein erfolgreicher Ingenieur wurde.

Als ich das hörte, wurde mir plötzlich vieles klar. Ich wusste, warum er so war, wie er war. Ich glaube, es ist kaum vorstellbar, was in einer Kinderseele zerbricht, wenn sie so etwas miterleben muss. Und ich bin mir sicher, dass auch deine Großeltern oder Eltern – je nachdem, wie lange du zurückgehst – ein ähnliches traumatisches Erlebnis zu bewältigen hatten. Sie sahen Hass, versuchten auf ihre Weise damit umzugehen, um sich selbst zu erhalten, und gaben genau das an ihre Kinder weiter.

Und genauso entsteht ein unendlicher Kreis aus Gewalt, Unverständnis, Aggression und Verdrängung, der Generation für Generation quasi vererbt wird. Und schließlich kommt er bei uns an und wir fühlen uns aus dem Gleichgewicht gebracht. Nein, es liegt nicht an uns. Es liegt auch nicht an der Person, die dir etwas angetan hat – denn auch ihr wurde etwas angetan! Es liegt an der gesamten Menschheitsgeschichte – an einer unendlichen Spirale aus Hass und Rache, die stets weitergetragen wird.

Wenn wir den Schuldigen suchen und uns an diesem Gedanken festbeißen, können wir diesen Kreis nicht aufbrechen. Wir bleiben in ihm verhaftet und geben ihn nicht nur an unsere Kinder, sondern auch an die Menschen um uns herum weiter. Und dann fragen wir uns, wie Krieg entstehen kann.

Aber ich glaube, es gibt einen Ausweg. Dieser Ausweg nennt sich Mitgefühl.

Mitgefühl als Ausweg

Wenn wir lernen, zuerst uns selbst gegenüber echtes Mitgefühl zu empfinden, kann wahre Heilung entstehen. Daraus kannst du dann Schritt für Schritt Mitgefühl für die Menschen empfinden, die dich verletzt haben, und somit echten Frieden schaffen. Das mag für die anderen vielleicht nicht funktionieren, aber für dich kann es das.

Mitgefühl für sich selbst zu empfinden bedeutet, dass wir dabei auch unsere „dunklen“ Seiten anschauen, ohne uns für sie zu verurteilen. Wir schauen uns Ereignisse aus der Vergangenheit an, für die wir uns schämen, wo wir „nicht wir selbst“ waren. Es hilft mir immer sehr, wenn ich an ein kleines Kind denke, das es einfach nicht besser wusste. Auch, wenn ich zu dem Zeitpunkt vielleicht nicht mehr so klein war.

Wofür schämst du dich so sehr, dass du noch niemals jemandem davon erzählt hast? Gibt es ein Ereignis in deinem Leben, an das du manchmal denkst, es aber sofort wieder wegschiebst? Vielleicht ist es an der Zeit für dich, es anzuschauen. Dabei musst du gar nichts damit „machen“. Führe es dir einfach wieder vor Augen, versetze dich in die Situation hinein und gehe anschließend in den Abstand und versuche, Mitgefühl für dein vergangenges Ich zu empfinden.

Wenn du wirklich aus dem Mitgefühl und der Liebe heraus handelst, wirst du auch merken, dass du dich mit dieser Praxis nicht überfordern darfst. Sieh dir eins nach dem anderen an. Mache eine Pause. Ein andermal wird vielleicht das nächste Erlebnis von ganz alleine hochkommen. Nimm alles hin, nimm alle Gefühle an, die dabei in dir aufsteigen. Es wird Zeit, sich auszusöhnen. Alles darf da sein, wo es ist. Wenn dir Tränen kommen, lass sie kommen, wenn du Wut oder Angst spürst, lass sie zu.

Wichtig ist, dass du diese Erinnerungen immer mit Liebe und Mitgefühl abschließt. Wenn dir das nicht gelingt, hast du dir vielleicht für dieses Mal zu viel vorgenommen. Kehre wieder hierhin zurück, wenn du dich bereit dafür fühlst.

Überhaupt hat das alles sehr viel mit Intuition zu tun. Wir sind sehr bewusst, achten genau auf unsere Gefühle, Gedanken, auf unseren Körper. Verkrampft er sich? Hast du vielleicht sogar körperliche Schmerzen? Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf? Lass sie zu, du hast lange genug verdrängt – jetzt muss all das endlich gelebt werden. Und wenn es gelebt und angesehen wird, kann es gehen. Diesmal für immer.

Sei zu dir so liebevoll wie du kannst, und du wirst feststellen, dass du dieselbe Liebe nach und nach für die Menschen und die Welt um dich herum empfinden können wirst. Sie alle haben dasselbe innere Kind in sich, das verletzt wurde. Vielleicht reagieren sie aus diesem Grund so pampig oder aggressiv? Es wird dir immer besser gelingen, von dem Gedanken der Schuld abzulassen und in das Mitgefühl zu kommen. Und wenn das passiert, ist das wirklich ein kleines Wunder.

Natürlich kannst du das Ganze auch in dem geschützten Rahmen einer Therapie oder eines für dich  geeigneten Workshops machen, wenn du dich bei diesem Gedanken besser fühlst. Aber ich bin ein kleiner Fan davon, das alles zu Hause zu machen. Für mich ist mein Zuhause ein sicheres Umfeld, an dem ich mich wohlfühle und an dem ich mich entwickeln kann. Wenn du wirklich liebevoll zu dir bist und nichts forcierst, kannst du deine Vergangenheit ganz für dich Schritt für Schritt bearbeiten und spüren, wie du mit jedem Erlebnis, das in dir hochkommt, immer weiter in den Flow kommst. Dann kannst du fühlen, wie all die Blockaden, die den Fluss des Lebens in dir bisher aufgehalten haben, sich auflösen und wie du dich freier und leichter fühlst.

Verliere dich nicht in deiner Geschichte

Schau dir deine Geschichte genau an, aber verliere dich nicht in ihr. Komme wieder heraus, wenn du spürst, dass es genug war. Das kann für heute genug gewesen sein, aber auch für den Rest des Jahres. Tue etwas Alltägliches, am besten mit deinem ganzen Körper, um wieder im Hier und Jetzt anzukommen. Vielleicht magst du auch zu einer Tüte Chips greifen? 😉

Was auch immer in deiner Vergangenheit geschehen ist: Du bist kein Opfer von ihr. Du bist ein aktiver Gestalter deines Lebens und du kannst das Leben lieben! Das, was du einst gelernt hast – Verhaltensmuster, die dich vom Flow abhalten – kannst du wieder verlernen. Ja, das mag seine Zeit dauern, aber es lohnt sich! Es macht so viel Spaß zu sehen, wie sich diese Muster mehr und mehr auflösen, auch wenn sie manchmal noch mit voller Macht zurückschlagen. Wenn die alten Muster kommen, lass sie einfach da sein und betrachte sie als eben solche. Es ist ein Teil deiner Vergangenheit und muss nicht mehr die Person definieren, die du nun bist. Identifiziere dich nicht mehr damit.

Und dann, Schritt für Schritt, wirst du dich immer leichter und freier fühlen. Du wirst spüren, wie du vom Flow des Lebens getragen wirst, wie du dein Leben immer leidenschaftlicher lebst und wie Freude aus dir emporsteigt, wie eine nie versiegende Quelle.

Das alles wünsche ich dir von Herzen!

Wo spürst du, dass deine Vergangenheit dich vom Flow abhält? Was in deinem Leben darf von dir noch angesehen werden? Welche Erfahrungen hast du bereits damit gemacht? Teile sie mit mir!

Wenn dir noch ein wenig nach Stöbern ist, kannst du dich hier umsehen:
Meine Geschichte
Wieso uns immer wieder dasselbe begegnet
Wie viel brauchen wir wirklich?
Podcast: Hast du Lust, dein Leben zu verwandeln?

 

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2 Kommentare

    • Hallo lieber Roger,
      vielen Dank dir für die lieben Worte, es freut mich sehr, dass dir mein Beitrag gefällt! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

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