Der Morgen, nach dem nichts mehr so war wie zuvor

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Stille. Dunkelheit. Kälte.

In eine dicke Decke gehüllt sitze ich auf dem Boden und starre vor mich hin. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen – eine Tageszeit, um die ich normalerweise nicht wach bin. Doch in dieser Nacht habe ich kaum ein Auge zubekommen, zu schmerzvoll war das, was ich am Abend zuvor erlebt habe.

Wenn Freundschaften auseinanderbrechen, ist das immer traurig. Wenn man das Verhalten des anderen jedoch überhaupt nicht verstehen kann, auch wenn man sich alle Mühe gibt, ist das ein noch verwirrenderes Gefühl. Ein Gefühl, an dessen Boden die Klarheit liegt. Die Klarheit darüber, dass wir uns trennen mussten wie Öl und Wasser.

Doch das ändert nichts daran, dass es wehtut.

Mein Leben liegt wie ein Scherbenhaufen um mich herum. Zurück kann ich nicht mehr, dort gibt es nichts als Verderben. 26 Jahre lange habe ich mit dem Leben gehadert, habe es gehasst und geliebt, wollte es haben und doch wieder nicht. 26 Jahre lang war ich Gefangene meiner endlos kreisenden Gedanken, meiner mich überflutenden Emotionen.

Ich weiß: Wenn ich diesen Weg weitergehe, wird es eines Tages kein Morgen für mich geben. Also habe ich nur eine Möglichkeit: Ich muss den Scherbenhaufen hinter mir lassen. Jetzt.

Die Flamme der Kerze vor mir ist völlig ruhig. So wie ich. „Mein Leben ist vorbei“, beschließe ich. So, wie es war, wird es nicht mehr werden. Etwas in mir ahnte schon seit Wochen, dass dieser Tag kommen würde. Ich habe kein Auge zugemacht in dieser Nacht. Also kann ich auch genauso gut aufstehen und zum ersten Mal im Leben meditieren.

Ich hole tief Luft und drücke auf „Play“. Es ist eine Art geführte Meditation, die ich mir ausgesucht habe. Mit 16 oder so habe ich es mal probiert mit dem Meditieren, meinte aber, es sei mir nie richtig gelungen. Also dann heute nochmal. Die Bloggerin, auf deren Seite ich den Link zu dieser Meditation gefunden habe, war davon begeistert. Warum also nicht ausprobieren? Alles in mir ist bereit.

„Wer bist du?“, fragt die sanfte Stimme. Ich fange an zu weinen, ohne zu wissen warum. „Wer bist du?“, heißt es erneut. Es ist, also ob alles in mir auf diese eine Frage gewartet hätte. 26 Jahre lang. „Du bist jenseits deiner Vorstellung von dir selbst.“ Ich weiß, dass das die Wahrheit ist. Alles in mir spürt das. „Du warst niemals kaputt.“ Ich weine erneut und tauche ein in die Stille, die zwar von einer angenehmen Meditationsmusik begleitet wird, doch in mir ist es zum ersten Mal seit unglaublich vielen Jahren still. Und völlig klar.

Ich bin jenseits meiner Vorstellung von mir selbst.

Es ist nur meine Fassade, die gerade zerstört wird. Ich kann nicht kaputtgehen.

Ich bin nicht meine Lebenssituation.

Ich atme.

Ich bin.

Und ich weiß: Das hier ist die Wahrheit, nach der ich all die Jahre gesucht habe. In diesen Zustand kann ich jederzeit zurückkehren.

Ab jetzt wird nichts mehr so sein wie zuvor.

Übrigens ist hier der Link zur deutschsprachigen Version des Meditationsprogramms, das ab dem 26.9. kostenlos startet, für 5 Tage verfügbar ist und anschließend käuflich zu erwerben ist: http://www.deepakchoprameditation.de/

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10 Kommentare

  1. Vielen Dank , für deinen tiefgründigen Beitrag ! Er hat mich sehr inspiriert ! Wie heißt die Meditations cd ? Lg

    • Liebe Anna (schön, dass du auch so heißt! ;-))!
      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Die Meditation „Desire and Destiny“ ist auf Englisch und du kannst sie hier kaufen: http://www.chopracentermeditation.com. Dort gibt es auch immer wieder kostenlose Meditation Experiences, die alle sehr zu empfehlen sind!
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  2. Ein schöner inspirierender Artikel. Vielen Dank dafür!

    Dieser Ort der Stille, gibt mir auch immer wieder Kraft. Der Scherbenhaufen ist eine Idee. Generiert von unserem Verstand. Wir sind mehr als das. Danke für diese Erinnerung!

    Alles Gute Dir!
    Du bist nicht allein!

    • Lieber Sandro,
      wie wunderschön, dass auch du diesen Ort kennst. Da bin ich wohl tatsächlich nicht allein, das ist toll! 🙂 Du hast vollkommen recht damit, dass der Scherbenhaufen nichts als eine Idee ist.
      Ganz liebe Grüße dir!
      Anna

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