Die 8-Schritte-Anleitung für ein leidenschaftsloses Leben

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Achtung – hier kommt die ultimative Anleitung dafür, wie du garantiert ein vollkommen leidenschaftsfreies und langweiliges Leben führst. Ein Leben, das dich endlich zu einer gesellschaftlich hoch anerkannten Person macht und deine Herzenswünsche im Keim erstickt. Du willst das abenteuerliche Leben eines Holzklotzes, der nur darauf wartet, auszutrocknen und im nächsten Winter zu Rauch zu werden? Dann solltest du dringend Folgendes umsetzen:

1. Mache immer das, was von dir erwartet wird.

Tanze niemals aus der Reihe. Tanze am besten gar nicht. Und tue all die Dinge, die Mama, Papa, Opa, Chef, Frau, Mann, Kinder oder sonst wer von dir erwarten. Und mache alles auf einmal. Das ist ganz wichtig, damit du auch wirklich schön gestresst bist. Stress ist ein hoch angesehenes Statussymbol, mit dem du immer gut ankommst. „Ich bin im Stress“ ist ein Satz, den du dir schon mal gut einprägen solltest. Er wird dir den Weg in ein leidenschaftsloses Leben ebnen.

2. Bleibe starr.

Beweg dich bloß nicht vom Fleck! Verharre in deiner Situation und schau niemals nach links und rechts. Da gibt’s sowieso nur Ablenkungen, die dich von deinem Ziel Richtung Frust und Langweile abbringen wollen. Egal, was geschieht – blocke es ab und bleibe vollkommen starr und fixiert auf deinem Standpunkt stehen. Du hast recht, egal, was passiert. Verbohre dich so richtig in deine eigene Meinung!

3. Gib den anderen die Schuld.

Wenn irgendetwas nicht so läuft, wie du es dir vorstellst, gibt es einen ganz einfachen Trick: Gib einfach den anderen die Schuld. Schimpfe über sie, rege dich auf, sei wütend und enttäuscht. Egal, was dir auch Blödes wiederfährt – komme bloß nicht auf den Gedanken, dass die Lösung eine Veränderung in dir sein könnte. Wenn es dir mies geht, liegt das an der Gesellschaft, der Politik und überhaupt den anderen. An dir jedenfalls liegt das nicht.

4. Hinterfrage nie etwas.

Alles, was dir gesagt wird, ist richtig und wichtig. Strenge niemals auch nur eine einzige Zelle deines Gehirns an, um über irgendetwas nachzudenken. Meine Uroma sagte immer: „So steht es geschrieben!“, wenn ich ihre biblischen Zitate hinterfragt habe. Mache diesen Satz zu deinem neuen Credo.

5. Mache die anderen zu den wichtigsten Menschen in deinem Leben.

Egoismus ist Satan höchstpersönlich. Du musst dich für andere vollkommen aufopfern, bis du selbst keine Energie mehr übrig hast. Denn nur, wenn du so richtig schön leergesaugt bist, wirst du ein angesehener Mensch bei den anderen. Erst, wenn sie nichts mehr von dir übrig gelassen haben, kannst du endlich die passive Rolle einnehmen, nach der du dich schon so lange sehnst.

6. Erzähle allen, wie schlecht es dir geht.

Um all deinen Optimismus zu vertreiben, ist es sehr wichtig, dass du zunächst einmal eine Liste mit allen negativen Dingen führst, die dir passieren. Für die du so richtig undankbar bist und bei denen du ordentlich abkotzen könntest. Und dann gehst du hinaus in die Welt und erzählst es allen Menschen, die dir über den Weg laufen. Wichtig ist auch noch, dass du den entsprechenden Gesichtsausdruck aufsetzt. Du weißt schon: Augenbrauen zusammenziehen und leidend gucken.

7. Sei wie alle anderen.

Falls du jetzt immer noch ein winziges bisschen Begeisterung in dir verspürst, kannst du ihn garantiert abtöten, indem du einfach bist wie alle anderen. Mache bloß nichts, bei dem auch nur ein Funken der Möglichkeit besteht, dass jemand anderes komisch schauen könnte. Etwas Besondere oder Ausgefallenes zu tun könnte dich nämlich ganz schnell zu deinen Leidenschaften führen. Nicht auszudenken, was dann geschehen könnte!

8. Nimm einen Job an, den du nicht leiden kannst.

Um auch wirklich sicherzugehen, dass auch der letzte Funken Begeisterung in dir vollkommen erlischt, solltest du deinen Job kündigen, wenn du ihn gerne machst. Wenn du bereits einen ätzenden Job hast, solltest du ihn behalten. Er ist deine Garantie dafür, dass du am Abend und an den Wochenenden so am Ende bist, dass du nur noch Kraft dafür hast, den Knopf auf der Fernbedienung zu drücken und dein Gehirn auszuschalten. Und dann bist du endlich am Ziel angekommen!

Ich bin mir sicher, wenn du meine 8 Tipps umgesetzt hast, wirst du nie wieder auch nur so etwas wie Leidenschaft oder Begeisterung in dir spüren. Dann wirst du endlich das normale Leben bekommen, nach dem du dich so sehr sehnst. Sei nicht verzweifelt, falls du mal einen Rückfall erleidest und plötzlich dieses doofe Kribbeln in deinem Bauch wiederkommt. Besinne dich einfach auf die Tipps und gehe sie immer wieder durch. Am besten, du druckst sie dir groß aus und hängst sie so auf, dass du sie täglich siehst.

Der Weg zu einem leidenschaftslosen Leben ist manchmal steinig und schwer, doch er ist möglich. Viele vor dir sind ihn schon gegangen und haben erfolgreich den Ruf ihres Herzens für immer verdrängt. Jetzt sind sie endlich wie alle anderen. Jetzt können sie endlich selbstbewusst sagen, dass Blogs wie dieser hier ihnen sonstwo vorbeigehen.

Du wirst es schaffen! Tschakaaa!!!

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7 Kommentare

  1. Hallo liebe Anna,
    sehr schön,deine 8 tips,ich musste auch schmunzeln..denn in meinem umfeld gibt es eine freundin,die es genau soooooooooo macht,in den meisten fällen..hm,ich leite es mal zu ihr,in bester absicht..klar,auch ich kenne das ein oder andere natürlich..zeit es zu verändern,prima gemacht.

    wow,das hast du super geschrieben..

    es gafällt mir eh ganz dolle,was und worüber du berichtest,dickes kompliment.

    derzeit bin ich nicht ganz so häufig am pc..doch wenn,dann schaue ich stets was es neues bei dir gibt

    weiter so und vielen dank für all deine inspirationen

    liebe grüße

    Angelika

    • Hallo liebe Angelika,
      oh ja. Ich kenne auch Leute, die das genauso machen. Und falls das jemand lieber so als anders machen will, für den hab ich hier die Anleitung erstellt. 😀
      Freut mich riesig, dass dir mein Blog gefällt und dass du regelmäßig hier vorbeischaust! Zu viel Zeit am PC ist tatsächlich nix – das machst du richtig und ich könnte auch noch ordentlich zurückschrauben. Krieg schon ganz viereckige Augen an manchen Tagen…
      Ich wünsch dir was!
      Anna

  2. Yeah. 😀
    Mit diesem Rezept kann ja nichts mehr schiefgehen auf dem Weg ins Spießerparadies. Woop-Woop.

    Da kriegt man gleich fünfhundertachtzigtausenddreihundertundzweiundvierzig Mal mehr Bock aus der ganzen Kacke auszubrechen 😉

  3. Schöne Auflistung Anna!

    Vor allem der Punkt „Gib den anderen die Schuld“ ist glaube ich sehr wichtig, weil er sicher stellt, dass wir garantiert in unserer Passivität verharren. So können wir weiter darauf warten, dass die anderen endlich mal die Dinge richtig machen damit wir glücklich werden können. Und solange das nicht passiert, können wir weiterhin allen erzählen, wie schlecht es uns geht 😉

    • Ich bin auch der Meinung, dass Punkt 3 im Besonderen dazu beträgt, dass wir endlich diese blöden Leidenschaften loswerden und uns gänzlich der Passivität hingeben können. So bewahren wir uns auch praktischerweise gleich vor jeglichen Schuldgefühlen. Zwei Fliegen mit einer Klappe also! Ich kenne bereits etliche Menschen, die Punkt 3 erfolgreich in ihr Leben integriert haben und somit sicherstellen, dass sie immer Gesprächsstoff haben – meist sehr egozentrierten, aber sicher besser als gar keinen.

  4. Hallo Anna,

    ein super amüsanter Artikel und ich musste doch sehr schmunzeln. Auch ich war in einer dieser Situationen. 3 Jahre Ausbildung und im Anschluss 2 Jahre beim gleichen Arbeitgeber geblieben, weil meine Eltern/Oma/Opa/Freunde doch gesagt haben was es für ein toller Job sei und ich bloß dort bleiben sollte (auch wenn ich unzufrieden war). Doch nach den 2 Jahren habe ich die Reißleine gezogen, meinen Rucksack gepackt und mich auf nach Australien gemacht für 1 Jahr. Nun habe ich meine Leidenschaft mit dem Bloggen gefunden und es macht mir jede Menge Spaß anderen Leuten dadurch zu helfen.

    Klasse Artikel, toller Blog, weiter so!

    Gruß
    Patrick

    • Lieber Patrick,
      vielen Dank für deinen Kommentar und dein Lob! Habe mich sehr darüber gefreut! Was du gemacht hast, klingt wirklich toll! Das schaffen wirklich nur ganz wenige. Manchmal muss man auch eine räumliche Distanz zu den vielen Stimmen um einen herum und in sich selbst herstellen. Es freut mich riesig, dass auch du deine Leidenschaft im Bloggen gefunden hast – darf ich erfahren, wo du bloggst? 😉
      Liebe Grüße
      Anna

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