Wie du deine innere Unruhe in den Griff bekommst

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Ich fühle mich gerade ganz hibbelig. Ich habe den Eindruck, meine Möglichkeiten jetzt in diesem Augenblick nicht voll auszuschöpfen. Mein Geist rast hin und her und kann sich nicht längere Zeit auf eine Sache konzentrieren. Ich habe so viele Gedanken, die alle gedacht werden wollen, aber ich schaffe es nicht, sie zu Ende zu denken. Ich fühle eine innere Unruhe. Das Gefühl kennst du auch?

Was ist das eigentlich für ein komisches Gefühl?

Es fühlt sich ein wenig an, wie Langeweile, nur dass du die ganze Zeit was tust, ohne es richtig zu tun. Ohne Begeisterung und Leidenschaft, sondern nur, um etwas getan zu haben, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Es ist wie ein Nagen, das dich daran hindert, sich auf das zu konzentrieren, das wichtig ist. Gerade wenn du Ansprüche an dich hast, deine Zeit optimal nutzen zu wollen, ist es manchmal frustrierend, wenn du das nicht schaffst.

Vielleicht kennst auch du das Gefühl, kreativ sein zu wollen, deiner Leidenschaft folgen zu wollen, bringst aber nichts Wirkliches zustande, weil du von einer Sache zur nächsten springst und nicht weiß, welche du zu Ende bringen sollst? Obwohl du vielleicht die Zeit hättest, deiner Leidenschaft nachzugehen, fällt es dir schwer, dich darauf zu konzentrieren und sich die nächsten Schritte vor Augen zu führen.

Puhhh… Das kann ganz schön frustrierend sein!

Woher kommt die innere Unruhe?

Ich merke immer wieder, dass sie aus zu viel „Kopf“ und „Denken“ resultiert und ich zu wenig „Fühlen“ und „Körper“ in meine derzeitige Situation lasse. Fasse dir mal während einer unruhigen Phase an die Stirn – oftmals ist sie richtig heiß! Dein Kopf ist in der Tat heißgelaufen, deine Gedanken überschlagen sich und alles, was zu noch mehr Denken führt, wirkt sich kontraproduktiv aus und versetzt uns noch weiter in diesen Zustand hinein. Es wird also Zeit, eine Pause einzulegen und etwas ganz anderes anzugehen!

Raus aus diesem unschönen Zustand!

Hier ist eine Liste von Strategien, die mir immer wieder dabei helfen, wieder ruhig und fokussiert zu werden. Ich bin mir sicher, dass auch das ein oder andere für dich dabei ist!

1. Treibe Sport!

Der Unruhe-Killer Nr. 1! Ich habe selbst schon mehrfach erlebt, dass die Unruhe nur auf mangelnder körperlicher Bewegung beruht und gar nichts mit meiner Psyche zu tun hat. Beim Sport wechselst du deine Umgebung und umgibst dich mit neuen Reizen. Dein Kopf kann entspannen, während dein Körper arbeitet. Sport setzt Glückshormone frei und führt anschließend zu einer tiefen Entspannung und Ruhe.

2. Gehe in die Natur!

Wenn dir nicht nach Sport ist oder du aus diversen Gründen keinen Sport machen kannst, ist die Natur das Hilfmittel Nr. 2 bei innerer Unruhe. Die Natur hat etwas, das unser tiefstes Inneres berührt und uns meist schlagartig beruhig. Auch hier kommst du vom Kopf direkt ins Fühlen hinein. Du fühlst dich geborgen und als Teil eines großen Ganzen. Mir hilft es in der Natur sehr, ein fließendes Gewässer wie einen Fluss oder einen Bach zu beobachten. Unsere Gedanken und unser Leben können auch fließen.

3. Gehe unter Leute!

Ablenkung ist bei mir ein ziemlich sicherer Garant dafür, dass das nagende Gefühl verschwindet. Das funktioniert am besten, wenn du unter Leute gehst, die dich auf andere Gedanken bringen. Rufe jemanden an und frage, ob ihr etwas gemeinsam unternehmt. Wenn niemand Zeit hat, kannst du auch einfach alleine an einen Ort mit vielen Menschen gehen und sie beobachten. Oft hilft auch das schon, um aus dem unruhigen Zustand auszubrechen.

4. Erledige eine Runde Hausarbeit!

Klingt seltsam, aber wenn du keine Möglichkeit hast, dich draußen sportlich zu betätigen, jedoch merkst, dass dein Körper Bewegung braucht, hilft Hausarbeit meist hervorragend. Am besten eignen sich: Staub saugen (du bewegst dich ordentlich) und Fenster putzen (du bekommst frische Luft und Licht ab) Du wirst zudem mit dem Gefühl belohnt, etwas Sinnvolles geleistet zu haben, was im Anschluss sehr beruhigend wirkt.

5. Beginne etwas wirklich Produktives und bleibe dran!

Wenn du weder nach draußen gehen, noch dich bewegen magst oder kannst, dann probiere es mit etwas Produktivem. Hast du ein Projekt, mit dem du dich eigentlich gerne beschäftigst, das aber nun schon länger in der Schublade liegt? Kram es heraus und setz dir ein zeitliches Limit, wie lange du dranbleiben willst. Meiner Erfahrung nach haben sich 25 Minuten bewährt. Wenn es gut läuft, kannst du die Zeit natürlich auch verdoppeln. Es ist mit der inneren Unruhe nicht ganz einfach, dranzubleiben. Das merke ich gerade selbst. Versuche es trotzdem, denn sobald du ins Tun kommst und dich für das Tun verpflichtest, lässt die Unruhe nach. Wenn du erfolgreich vorangekommen bist, verschwindet sie meist vollkommen und an ihre Stelle tritt tiefe Zufriedenheit.

6. Öffne dein Fenster!

Die SOS-Möglichkeit bei wenig Zeit oder der Kompromiss für Faule ist es, einfach ein wenig frische Luft in dein Zimmer zu lassen. Durch die vermehrte Sauerstoffaufnahme wird unser Gehirn aktiviert und wir können klarer denken. Dabei kannst du ganz tief ein- und ausamten und genau spüren, die deine Lungen sich mit Luft und dein Kopf sich mit frischer Energie füllt. Oft reicht diese einfache Handlung auch schon aus, um sich wieder fokussiert und gelassen zu fühlen!

So, jetzt hast du ein paar Werkzeuge an der Hand, um beim nächsten Mal aus dem Zustand der inneren Unruhe auszubrechen und voller Energie neu zu starten. Wichtig ist es, dass du dir klar machst, dass du – sobald du das nagende Gefühl verspürst – deine Tätigkeit, sofern möglich, unterbrechen solltest. Es ist ein deutliches Zeichen unseres Körpers, dass er übersättigt ist und Abwechslung braucht. Gib sie ihm! Es ist keine Zeitverschwendung, sondern wird dich mit noch mehr Energie füllen, die du dann sinnvoll nutzen kannst!

Kennst du diese Unruhe? Hast du auch Strategien, wie du mit ihr umgehst?

Vielleicht helfen dir auch diese Beiträge von mir weiter:
Der Wurm und wie ich mit ihm umgehe
Eine Sommerwanderung
Eine Gratwanderung – Finde die Balance zwischen Entspannung und Anregung

 

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4 Kommentare

  1. Ich kenne diese Unruhe auch sehr gut! Vor allem nach einem ereignisreichen Tag habe ich oft ähnliche Gefühle. Deine Tipps sind super, wobei ich noch was hinzufügen will:

    Meine Unruhe rührt oft daher, dass ich in mir gerade etwas verarbeite. Was mir dabei hilft ist darüber zu schreiben, was gerade in meinem Kopf passiert. Aber nur für mich! Ich lass dann einfach alles rausfließen und kann so auch viel besser reflektieren. Was mir auch hilft ist mich mit Freunden zu treffen. Denn in Gesprächen kommt es oft zu Wendungen, die diese Unruhe triggern und ein interessantes Thema hervorbringen.

    Ich denke immer, dass diese Unruhe dafür da ist, mir etwas mitzuteilen. Doch wenn schreiben nix bringt und ich weiterhin hibbelig bin, hilft tatsächlich körperliche Bewegung und das Ablenken durch qualitativ hochwertige Erlebnisse wie ein Treffen mit Freunden 🙂

  2. Echt, bei dir kommt das nach einem ereignisreichen Tag? Bei mir ist es eher andersrum, an Tagen, an denen ich nicht so viel zu tun hab, aber aufgrund der Unruhe auch zu nichts komme.
    Eine gute Idee, sich zu überlegen, woher das kommen könnte. Ich habe für mich dabei schon festgestellt, dass es etwas mit „Ich will nichts verpassen und tue es gerade doch“ zu tun hat. Dazu wird auch sicher bald ein Artikel folgen!

    Aber gut zu wissen, dass es nicht nur mir so geht! 😉

  3. Hallo Anna,
    Das Gefühl der Unruhe kenne ich nur zu gut.
    In letzter Zeit ist sie bei mir wieder häufiger vorhanden als sonst üblich.
    Diese Unruhe habe ich, wenn ich wichtige Entscheidungen treffen muss und noch im Entscheidungsprozess bin und für mich noch keine klare Entscheidung getroffen habe. In diesem fall versuche ich auf meine Intuition zu hören, denn mein bauchgefühl hat mich bisher nie getäuscht.
    Oder ich wichtige Dinge nicht beeinflussen kann und ich auf Gutwill von anderen abhängig bin. In diesem fall übe ich mich in Gelassenheit und wenn ich bis zu einem bestimmten Tag noch keine Antwort habe, erkundige ich mich bei dem jeweiligen Ansprechpartner.
    Auch in diesem Moment gibt es auf Arbeit am PC eine technische Störung, schon den ganzen Vormittag. Die Arbeit bleibt liegen und es ist nicht absehbar wann der PC wieder läuft. Eigentlich sollte ich die zeit genießen, ich versuche es :-). Das gute ist, aufgrund der technischen Störung auf Arbeit, konnte ich hier einen Kommentar schreiben :-).
    Übrigens fand ich deinen Beitrag wieder toll Anna!

  4. Freut mich sehr, dass dir der Beitrag gefällt, Swedengirl!
    Auf die Intuition zu hören ist eigentlich immer richtig – ich wüsste selbst auch kein einziges Beispiel, in dem meine mich getrügt hätte. 😉
    Finde ich sehr schön, dass dir Gelassenheit und auch die positive Sichtweise immer leichter fallen, denn wenn man seinen Blickwinkel nur ein wenig erweitert, ist es tatsächlich häufig so, dass einem plötzlich Dinge in negativen Ereignissen bewusst werden, die eigentlich ganz gut sind: Wie eben, dass du diesen Kommentar hier schreiben kannst. 🙂
    Ich bin mir sicher, dass du es schaffen wirst, bald wieder ruhiger zu werden -für mich klingt es so, als seist du auf einem sehr guten Weg! Und ab und zu ist dieses Gefühl sicherlich normal und will uns – wie Micha sagte – oftmals etwas aufzeigen. So, wie Schmerzen uns zeigen, einen bestimmten Körperteil zu schonen.
    Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg in ein gelasseneres und freudvolleres Leben! 🙂

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