Ein Plädoyer für eine neue Vorstellung vom Altern

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Erst als ich vorletzte Woche dreißig geworden bin, wurde ich mir der magischen Grenze bewusst, die dieses Alter für viele Personen um mich herum darstellt. Dass man überhaupt so viele Reaktionen bezogen auf diese Zahl bekommt, hätte ich nicht gedacht. Ich fühle mich nicht über Nacht anders, habe mich auf den Geburtstag gefreut. Andere scheinen die blanke Panik davor zu haben. Was ich gehört habe, hat mich erschreckt: „30 ist die Hälfte von 60, dann ist alles vorbei“ oder „Da setzt der Verfall ein“ oder „Da macht der Körper nicht mehr mit“. Also ich fühle mich weder als sei alles vorbei noch als setze der Verfall ein. Ich fühle mich fitter und gesünder als je zuvor. Und genau deswegen wird das hier ein Plädoyer für Schönheit (weit) jenseits der 30 – weil es für mich keinen Grund (mehr) gibt, sich vor dem Altern zu fürchten.

Altern – ein Tabuthema

„Alles Gute zum Geburtstag!“, wünschte mir ein Bekannter. „Wie alt wirst du denn?“ Ich wollte eben meinen Mund öffnen, da fuhr er schnell dazwischen: „Ach, eine Frau fragt man ja nicht nach dem Alter.“ Ich musste lachen und antwortete wahrheitsgemäß: „Dreißig.“ Er sah mich an und sagte nichts. Ob er mich auf 30 geschätzt hat oder nicht, war mir völlig egal. Mich hat es eher verwundert, wieso er es unhöflich fand, mich zu fragen. Eine häufige Antwort von Frauen auf diese Frage ist: „Was glaubst du denn?“ Und dann müssen Männer schätzen – natürlich hüten sie sich davor, zu hoch zu greifen, nennen also ein Alter weit unter dem, das sie wahrscheinlich wirklich vermuten, und tun dann total schockiert, wenn man letztendlich das wahre Alter nennt. Dann fühlt sich Frau gut, weil sie jünger geschätzt wurde und Mann, weil er der Frau geschmeichelt hat. Wahrheitsgemäße Antworten gibt es selten. Stattdessen wird dieser gesellschaftliche „Tanz auf dem rohen Ei“ aufgeführt.

Das Alter wird zum Tabuthema, sobald man mit dem Älterwerden konfrontiert wird, was meist Ende 20 geschieht. Deswegen auch mein Artikel zur Endzwanzigerkrise. Es scheint, als würde die Krise mit 30 aber nicht enden, sondern im Gegenteil ihren fulminanten Höhepunkt erreichen. Die 30 wird von einigen meiner Bekannten so sehr gefürchtet, dass sie – obwohl sie dieses Alter bereits überschritten haben – immer noch eine Zahl Ende 20 nennen, sobald sie nach dem Alter gefragt werden. Klar, das geschieht oft aus Jux, ich glaube aber dennoch, dass da ein gewisser Ernst mitschwingt.

Aber wieso wird das Älterwerden eigentlich so sehr gefürchtet?

Wovor haben wir Angst, wenn wir altern?

Vielleicht haben wir alternde Vorbilder, die uns das Fürchten lehren. Da ist die ständig mürrische Nachbarin, die sofort klingelt, sobald sie einen Grashalm im Treppenhaus gefunden hat, der krebskranke Opa oder die seit Jahren einsam vor sich hin vegetierende Frau aus dem Fernsehen (die, wenn sie Glück hat, Besuch von einem Therapiehund bekommt). Da ist die Lieblingsschauspielerin, die dank Botox, Fotoshop und Permanent Make-up nicht zu altern scheint oder die alte Tante mit dem schlimmen Alkoholproblem. Altern kann ganz schön gruselig sein. Und das macht uns Angst.

Und letztendlich ist da auch die Urangst, die hinter all unseren Ängsten steckt: die Angst vor dem Tod. Und unser Altern, unsere eigene Vergänglichkeit, konfrontiert uns damit ziemlich direkt. Je nach Glaube wissen wir nicht wirklich, was uns erwartet. Und alles, was wir nicht vorhersagen können, alles Unbekannte, ist mit Angst behaftet. Wir kennen nur das Leben und die meisten können sich ein Ende dessen überhaupt nicht vorstellen. Dass der Tod in unserer Gesellschaft aus dem Leben gesperrt wird, dass man über ihn nicht spricht, tut sein Übriges.

Was können wir gegen diese Ängste tun?

Schauen wir uns zunächst die Angst davor an, so zu enden, wie jemand, den wir kennen. Eben schienen wir noch jung und vital, aber bald schon wird genau das Realität sein. Oder? Wer sagt uns eigentlich, dass wir genauso altern müssen, wie all die Menschen, all die negativen Vorbilder, die wir – bewusst oder unbewusst – vor unserem inneren Auge haben, sobald wir an das Altern denken? Es gibt da draußen genug positiver Vorbilder, die wir uns nehmen können! Da ist die 90-jährige Yogalehrerin, die sich das Unterrichten nicht nehmen lassen will. Da ist mein 85-jähriger Opa, der trotz Krebsdiagnose jeden Tag Fahrrad fährt und seinen Garten umgräbt. Da ist die ältere Nachbarin, die zwar so viel Schreckliches erlebt hat, ihre Lebensfreude und Freundlichkeit aber niemals verloren hat. Da ist die Schauspielerin, die sich nicht hat liften lassen, weil sie weiß, dass ihr Mimik dadurch verloren geht und die uns deswegen so glaubwürdig erscheint. Wir müssen nur unsere Augen offenhalten!

Ich bin mir sicher: Wenn wir uns um ein Leben im Passionflow bemühen, wenn wir auf uns acht geben und lernen, auf unseren Körper zu hören (der Bewegung und gesundes Essen liebt), dann gibt es keinen Grund, nicht bis 90 topfit zu sein. Langes Leiden im Heim ist kein unausweichliches Schicksal – es gibt so viele Menschen, die bis ins hohe Alter fit bleiben und dann friedlich im eigenen Bett sterben. Natürlich ist ein ausgeglichenes und gesundes Leben niemals eine Garantie für dafür, auch dann kann es uns noch „treffen“. Aber es gibt viel, das wir dagegen tun können, wir haben sehr viel mehr in der Hand, als wir manchmal glauben. Und ist es nicht irrsinnig, sich ein Leben lang vor etwas zu fürchten, was vermutlich nicht einmal eintritt? Das ist doch echte Zeitverschwendung – die Zeit sollten wir lieber mal in unser Wohlergehen investieren!

Die Angst vor dem Tod ist da schon ein wenig anders. Sie ist oft grundsätzlicher und tiefer in uns verankert. Wenn ich sie wahrnehme, versuche ich immer, in die Meditation zu gehen – an jenen Ort in mir selbst, der mir unsterblich scheint. Ich weiß nicht, ob ich an ein Leben im Jenseits glaube oder an Wiedergeburt. Aber ich mag es, mir sowas vorzustellen, das tröstet mich und hilft mir, gelassener zu bleiben. Und natürlich hilft auch hier wieder, wenn wir uns bemühen, unser Leben in der Balance zu halten, wenn wir nach unserer Grundwerten leben und uns auf das ausrichten, was uns wichtig ist. Meiner Meinung nach muss man keine Liste von Dingen abgehakt haben, bevor man stirbt. Es geht doch vielmehr darum, sich im Leben gut zu fühlen und seinem Herzen gefolgt zu sein. Das sagt nicht immer „Fallschirmspringen“ oder „Die Welt bereisen“. Seine Wünsche sind oftmals sehr viel subtiler wie „An der Blume riechen“ oder „Meine Mutter umarmen“. Wenn wir dem folgen, was sich gut anfühlt, wird das Leben erfüllter und die Angst vor dem Tod verblasst immer mehr. Sie geht vielleicht niemals ganz, aber sie dominiert nicht und sie darf sein.

Was ist Schönheit?

In unserer Gesellschaft haben wir meiner Meinung nach verlernt, was Schönheit ist. Ja, wir haben es alle schon oft gehört, dass die Medien daran Schuld sind. Und ich will mich da selbst gar nicht rausnehmen. Auch ich nehme lieber die vorteilhaften Fotos von mir, um sie hier zu präsentieren. Ist doch klar. Ich hatte lange meine Probleme damit, und auch jetzt noch sind sie nicht verschwunden, aber ich lerne mehr und mehr, dass echte Schönheit von Falten niemals entstellt werden kann. Echte Schönheit überstrahlt den Körper, anders kann ich das nicht formulieren. Sie macht es völlig irrelevant, ob wir geschminkt sind, ob unsere Haare perfekt liegen oder wir die richtige Kleidung tragen. Sie ist einfach so präsent, dass die anderen unsere scheinbaren Unzulänglichkeiten gar nicht wahrnehmen. Ohhh ja, ich habe da noch einen weiten Weg vor mir, aber ich weiß trotzdem, dass das die Wahrheit ist, zu der ich letztendlich eines Tages vordringen werde.

Kennst du jemanden, der oder die schon älter ist, aber so eine Wahnsinnsausstrahlung hat, dass du die Falten im Gesicht nicht mal ansatzweise störend findest? Das sind sie nämlich auch gar nicht, das will uns nur die Werbeindustrie einreden! Ich finde Menschen mit Lachfalten um die Augen wunderschön – auch ich habe sie und sie dürfen sein! Sie kommen davon, weil ich so viel Freude habe!

Eine neue Vorstellung vom Altern

Kaum jemand spricht über die Vorteile des Alterns. Früher wurden alte Menschen hoch geachtet und für ihre Weisheit verehrt, heute sind sie oft senil und dement und niemand nimmt sie noch wirklich ernst. Aber wie schon oben erwähnt: Das muss nicht unser Schicksal sein! Wie wäre es mit einer neuen Vorstellung vom Altern? Ich will eine alte, weise Frau werden, die die Falten als Geschichten ihres Lebens mit Stolz auf ihrem Gesicht trägt und sie nicht verbirgt. Ich weiß, dass ich im Alter so viel gelernt haben werde, dass ich vermutlich völlig gelassen sein werde – und darauf freue ich mich schon. Also, ich würde nicht wieder 20 sein wollen. Auf gar keinen Fall! Allein schon die Klamotten, in denen ich vor nur 10 Jahren rumgelaufen bin – nein danke! 😀

Es wird Zeit, dass wir endlich aufhören, mit aller Macht gegen das Altern zu kämpfen und uns mit Würde auf diesen – ohnehin unausweichlichen – Prozess einlassen. Nehmen wir uns positive Vorbilder, werden wir uns darüber im Klaren, dass wir vieles in der Hand haben und freuen wir uns auf die Weisheit, die das Altern mit sich bringt! Und wer weiß, vielleicht schimpfst du beim nächsten Mal nicht, wenn du eine Falte im Spiegel entdeckst, sondern lächelst über sie und die Geschichte, die sie über dein Leben erzählt.

Wie empfindest du das Altern? Hast du Angst davor oder nimmst du es gelassen hin? Hat sich an deiner Einstellung im Laufe der Zeit vielleicht etwas verändert? 

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12 Kommentare

  1. Hi Anna.

    Nachträglich alles Gute zu deinem runden Geburtstag. 😉

    Als ich vor 9 Jahren meinen 30igsten feierte, war mir noch zum feiern zu Mute. Wir haben zu dritte eine Festhütte gemietet und haben unsere Freunde eingeladen. Wir waren in totaler Partylaune und hatten Spass.

    Kurz vor 40ig würde ich nicht mehr dieselbe Party schmeissen wollen. Es ist ok wie es damals war doch nun bin ich an einem anderen Ort. Ich freue mich gealtert zu haben. Ich habe viel in meinem Leben erlebt und werde hoffentlich noch vieles erleben.

    Ich denke das Altern bringt grosse Vorteile, da wir viel Erfahrung angesammelt haben. Wir kennen uns besser und wissen wie wir ticken. Wie sind Selbstbewusster, weil wir wissen wo wir im Leben stehen und was wir erreichen wollen. Damals war mir das alles unklar.

    Ein hoch auf das Altern. 😉
    LG
    Markus

    • Hi lieber Markus,
      danke dir für die nachträglichen Glückwünsche! Das klingt total schön, wie du von deinem bevorstehenden 40. Geburtstag und von den Vorteilen des Alterns erzählst. Ich habe auch den Eindruck, dass wir Klarheit erringen können, wenn wir älter werden. Darauf freue ich mich schon sehr! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  2. ich habe meine Probleme mit dem „körperlichen Zerfall“. Ich werde demnächst 49 und fühle mich noch immer wie Ende 20 / Anfang 30. Ich kann mich so gar nicht mit „Gleichaltrigen“ identifizieren. Ich versuche nicht krampfhaft jung zu sein, sondern ich bin einfach und schlicht nicht „meinem Alter entsprechend“. Noch sehe ich „für mein Alter“ sehr gut aus und werde meistens mindestens 10 Jahre jünger geschätzt, dennoch sehe ich die Veränderungen. Ganz besonders die 1000 Lachfalten um meine Augen. Ok, es könnte schlimmer sein. Der griesgrämige Gesichtsausdruck mit hängenden Mundwinkeln, der sich bei einigen Zeitgenossen irgendwann einprägt wäre deutlich störender als Lachfalten… dennoch ist Altern nichts für Feiglinge. Ich weiss, was mein Problem ist. Ich zog früher mein Selbstvertrauen nicht aus mir selbst, sondern durch die Bewunderung anderer. Mit zunehmendem Alter schwindet die äußere Attraktivität und ich habe immer noch dies Prägung, dass mein Äußeres mir Bestätigung gibt. Dabei ist es mein Inneres, das so viel wichtiger ist, als die äußere Hülle, aber das muss ich erst noch lernen und der Alterungsprozess ist dafür ein guter Lehrmeister. Ich denke trotzdem, dass es für Frauen in der heutigen Gesellschaft schwieriger ist zu altern, als für Männer. Graue Schläfen sind bei Männern als Schönheitsideal etabliert, bei Frauen ein NoGo. Die Menschheit hat ein 11tes Gebot erschaffen: Du darfst nicht alt aussehen. Das nagt an mir, das gebe ich zu. Ich bin keine 20 mehr und will es auch gar nicht mehr sein. Aber ich will auch keine 50 sein, oder zumindest nicht so aussehen. Botox oder Operationen kämen für mich niemals in Frage, aber die natürlichen „Zaubermittel“ werden von mir schon sehr ausgeschöpft um den Alterungsprozess zu verlangsamen und „Spuren des Alterns“ zu kaschieren. Alles vegan und garantiert nicht an Tieren getestet, darauf lege ich großen Wert. Ich bin körperlich genauso fit, wenn nicht fitter als vor 20 Jahren – ausser den Lachfalten und einer „Denkerfalte“ zwischen den Augen gibt es keine Spuren… ach doch… die genetisch bedingten grauen Haare, die ich schon seit über 20 Jahren überfärbe… alt aussehen weckt in mir die gleiche Urangst wie Ablehnung von Menschen, die mich nicht mögen: Ausgegrenzt werden und einsam und verlassen sterben. Natürlich ist das Humbug, aber es ist durchaus in meinem Kopf, dass ich weniger gemocht werde, wenn ich nicht gut ausschaue.

    • Lieber Flamingo,
      ich glaube auch, dass Menschen, die es gewohnt sind, sich selbst über ihr Aussehen zu definieren, mehr Probleme mit dem Altern haben. Diese – wie du es nennst – Prägung loszulassen, ist wirklich nicht einfach. Aber ich glaube, es ist total wichtig, diesen Schritt zu machen und uns mehr mit unserem Inneren zu identifizieren. Wir müssen uns immer wieder sagen, dass echte Schönheit nie und nimmer vergehen kann. Und dass die Menschen, die uns nur anhand unseres Äußeren beurteilen unsere Aufmerksamkeit ohnehin nicht wert sind. Das ist nicht leicht, aber ich glaube, es ist möglich.
      Ganz liebe Grüße
      Anna

    • Hallo Flamingo

      Geht mir auch so – ich bin 42 (was für eine Zahl!). Zum Glück habe ich noch keine grauen Haare, zum Glück. Würde sie aber auch färben 😉 Ich lege Wert auf regionale und unverarbeitete Nahrungsmittel.

      Der Abschnitt über das Selbstvertrauen finde ich sehr gut formuliert.

      GLG
      Eva

  3. Hey Anna,

    ja mit 30 hab ich auch noch gedacht, dass mein Höhepunkt nun wohl überschritten ist, und ich nun für vieles bald zu alt sein würde, oder dass es für viele Änderungen in meinem Leben ganz einfach zu spät ist.

    Nun werde ich bald 52, und ich sehe das alles ganz anders. Alles ist jetzt viel einfacher möglich. Die Erfahrung, die Fähigkeiten, die innere Reife … Und mit der Möglichkeit einer relativ gesunden Ernährung, einem immer wachsenden positiven Denken, der Tatsache, dass wir immer weiterlernen … ist eine Körperliche und Geistige Fitness bis ins Hohe Alter kein Problem mehr.

    Und sterben kann man auch jung. Mein Vater ist mit 30 gestorben, meine Schwester mit 21. Dies hat mich schon früh gelehrt, mein Leben nicht auf später aufzuschieben. Und wenn ich mal gehen muss, will ich sicher sein, dass ich all meine Liebe gegeben habe, all meine Gaben gelebt habe und dass ich alles getan habe, dass mein Leben dem Namen „Leben“ auch gerecht geworden ist.

    Nur eines macht mir manchmal schon Probleme. Manchmal ist die Gesellschaft noch nicht so weit, und sieht das „rechnerische“ Alter immer noch als Fakt an. Doch das ist alles Blödsinn. Ich kenne junge Leute, die außergewöhnlich reif sind, „Alte“ die dank ihrer Unbewusstheit sich überhaupt nicht entwickelt haben, „Junge“ die die Dynamik einer Schnecke haben ….

    Danke Anna für Deine Ehrlichkeit. Du hast hier eine schöne Plattform für ein Neues Sein geschaffen.

    Kompliment und alles Liebe

  4. Ich bin Mitte 30 und das Altern an sich stört mich nicht. Falten gehören dazu, graue Haare auch und wie du schon geschrieben hast, mit einer bewussten Ernährung kann man vielem vorbeugen. Was mich stört ist, dass man ab einem gewissen Alter schon merkt, dass der Körper länger braucht. Seien das Ernährungssünden, Erkältungen oder plötzlich auftretende Knieschmerzen, wenn man sich beim Sport mal übernommen hat 🙂 Aber egal, wie alt man ist und wieviele Wehwechen man hat oder nicht hat: man sollte sich seiner eigenen Endlichkeit bewusst sein und schon alleine deshalb über den Dingen stehen und jeden Tag genießen und sein Leben so gut es geht mit positiven Dingen füllen solange man nur irgendwie kann.

    • Liebe Claudia,
      da sagst du was Wichtiges: Man sollte sich seiner Endlichkeit bewusst sein. Ich glaube, das verdrängen viele von uns, wir leben in einer Illusion, in der wir glauben, für immer jung bleiben zu können. Und wenn einen dann die Altersanzeichen mit der eigenen Endlichkeit konfrontieren, fallen wir in eine Krise. Wenn wir diesen Aspekt der Vergänglichkeit in unseren Alltag integrieren, dann vergeht auch die Angst vor dem Altern. Schön, dass du mit dem Altern so gut umgehen kannst!
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  5. Liebe Anna,

    was für ein schöner Artikel. Ich bin da vollkommen bei dir. Manchmal verstehe ich diese ganzen Sprüche nicht. Ich freue mich auf jeden meiner Geburtstage – vor kurzem habe ich meinen 32. gefeiert und bin stolz darauf.
    Ich habe nicht das Gefühl, dass mir die Zeit davonrennt. Ich lebe jeden Tag ganz bewusst (meistens zumindest).
    Aber ich schätze, dass viele Menschen, die nicht erfüllt sind, in Angst vor dem Morgen leben. Sie sind unzufrieden und haben keine Perspektive, dass sich etwas zum Besseren ändert. Dann kann so einer vierzigster Geburtstag schon deprimieren, glaube ich. Was schade ist, weil jeder Tag lebenswert ist…

    Schöner Blog übrigens!

  6. Liebe Anna,

    „echte Schönheit überstrahlt den Körper“ – das hast du schön formuliert. Ich bin auch auf der Zielgeraden zu meinem 30. Geburtstag, aber ganz ehrlich: ich finde es gar nicht schlimm. Je älter ich werde, desto mehr wird mir bewusst, dass ich nicht mehr jünger sein will. Ich will nicht mehr das Leben haben, das ich mit 20 geführt habe, möchte nicht mehr die Reife missen, die ich durch Erfahrungen dazugewonnen habe, nicht mehr die Tiefe missen, mit der ich jetzt mein Leben führe.

    Natürlich hätte ich manchmal auch gerne noch die Haut, die ich mit 15 hatte oder würde eine lange Nacht leichter wegstecken 😉 aber wenn ich das Alter annehme, ja sogar dankbar dafür bin, dann gehören diese Zeichen und Schwächen des Alters ebenfalls dazu. Und wie du sagst, kann man auf verschiedene Art und Weisen alt werden. Und genau diese Art sieht man dem Menschen an.

    Auf dass wir alle auf eine schöne Art alt werden und das nach außen strahlen! 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    • Liebe Bettina,
      wie schön, dass auch du deinen kommenden 30. Geburtstag so dankbar annehmen kannst! Ich würde die Reife auch nicht missen wollen – und ganz ehrlich? Die Nächte wegstecken… Inzwischen finde ich die klassischen Partys ziemlich langweilig. Obwohl manche vielleicht mich langweilig finde, passiert auf meiner Yogamatte mehr als in jeder Disco. Dafür nehme ich es in Kauf, als uncool betrachtet zu werden. 😉
      Ganz liebe Grüße dir!
      Anna

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