Was mich eine Sommerwanderung über das Leben lehrte

 

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Heute möchte ich von einem geradezu wundervollen Tag erzählen, den ich letztens verbracht habe. Ich habe gelernt: Wenn man die einfachsten Dinge voller Begeisterung macht, werden sie geradezu magisch!

Eines meiner Ziele in den letzten Wochen war das sinnvolle Verbringen von Zeit geworden. Daher habe ich beschlossen, mit dem Hund meiner Eltern eine Wanderung zu unternehmen. Sherry, die ukrainische Straßenmix-Dame, wohnt zwar nicht bei mir, aber ich laufe beinahe täglich mit ihr und wir sind ein super Team.

Ich gehe sehr gerne und ziemlich oft mit meinem Freund wandern. Dann packen wir den Wanderführer zu unserer Gegend aus und laufen los. Auch im Urlaub  sind wir bereits gewandert und haben festgestellt, dass es dabei so viel mehr zu entdecken gibt als mit dem Auto! Aber irgendwie habe ich beim Wandern manchmal ein zwiespältiges Gefühl gehabt: Da wir uns bereits einige Male böse verlaufen haben und auch schon in richtig mieses Wetter und anbrechende Dunkelheit geraten sind, hatte ich immer auch ein mulmiges Gefühl, wenn wir losgelaufen sind. Das war die alte Anna, die ängstliche Anna.

Nun sage ich mir, dass nichts ohne Grund geschieht. Dass es regnet, wenn es regnen soll und dass wir uns verlaufen, um Neues, Unbekanntes zu entdecken. Unsere letzte Wanderung vor ein paar Tagen habe ich genau unter diesem Motto verbracht, außerdem war ich viel achtsamer was die Schönheit der Natur betraf. Ich war geradezu hingerissen von den Blumen, den Insekten, den Feldern. Und mir machte die Bewegung sehr viel Spaß – ich habe meinen Körper regelrecht genossen. Die letzte Wanderung war also purer Genuss, es war keinerlei Angst mit dabei, auch wenn wir eine unbekannte Strecke gewählt haben.

Daher beschloss ich, alleine loszuziehen und die Welt auf mich wirken zu lassen, auch wenn es ziemlich bewölkt war. Aber es war nicht kalt und hat nur kurz und ganz wenig genieselt. Vormittags packte es mich und ich habe mir ganz viel über essbare Wildpflanzen angelesen. Mit diesem Wissen bin ich einfach losgelaufen – ohne Plan und ohne Karte.

Es ist immer wieder schön, Sherrys Lebensfreude zu beobachten. Das Erstaunliche ist, dass sie diese trotz ihrer Herkunft aus der Tötungsstation vor rund 2 Jahren nie verloren hatte. Zu Beginn hatte sie vor allem Angst, fühlte sich in Alltagssituationen unsicher. Dennoch behielt sie auch immer eine unbändige Lebensfreude. Jetzt zu sehen, wie glücklich sie ist, wie viel Spaß ihr das Laufen und Spielen bereitet, ist einfach wundervoll! Schon bald fand ich auf meiner Wanderung die ersten Beeren und freute mich wie ein kleines Kind über sie! Sie schmeckten wunderbar – nach Natur und der Süße des Lebens! Ich begann sogar, das bewölkte Wetter zu genießen. Ich musste nicht wegen der Sonne schwitzen und kalt war es auch nicht – eigentlich war es perfekt!

Ich hatte angenommen, dass es mir alleine vielleicht langweilig wird, so lange zu laufen, aber genau das Gegenteil war der Fall: Ich sah die vielen Pflanzen am Wegrand, beobachtete die Vögel, Sherry, meinen eigenen Körper, der in Bewegung war. Ich war im Hier und Jetzt und richtig bei mir selbst. Es war, als wäre ich ganz tief verbunden mit meiner Seele. Auch die Leute, die mir begegneten, waren unglaublich freundlich und grüßten mich beinahe überschwänglich. Ob ich solche Leute anziehe, wenn ich glücklich bin? Das Erlebnis heute war geradezu berauschend.

Ich fühlte mich in der Natur zu Hause, meine Ängste fielen von mir ab und tiefe Entspannung trat ein. Es war ein ganz anderes Erlebnis, als mit meinem Freund, wo man die Zeit dann doch oft mit Plaudern verbringt und sich nicht so aufmerksam auf die Natur einlassen kann.

Falls du also einmal nichts mit dir anzufangen weißt und niemand Zeit oder Lust hat: Geh alleine in die Natur, für 3 oder 4 Stunden oder länger. Nimm dir was Leckeres zu Essen mit (dann kannst du ein Mini-Picknick machen) und verbringe diese Zeit einfach mit dir selbst.

Bei mir wird das sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, und ich bin überglücklich, diese Erfahrung gemacht zu haben!

Hast du auch schon die Erfahrung gemacht, dass es manchmal die kleinen Dinge sind, die einen am glücklichsten machen?

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2 Kommentare

  1. Liebe Anna,

    toller Artikel! Ich persönlich kann mich nicht oft genug daran erinnern, wie wundervoll das Jetzt um uns herum bereits ist. Es kann so geil sein, wenn wir unsere Wahrnehmung dafür bloß schärfen würden! Ich beiße mir immer wieder in den eigenen Arsch, wenn ich bemerke, dass ich längere Zeit vergessen habe, überhaupt daran zu denken, dass die Gegenwart wundervoll sei und ich mich ihr öffnen könnte.

    Weißt du was dann hinzukommt? Die Begeisterung für das Leben! Die Begeisterung für den gegenwärtigen Moment, der in seiner Fülle bereits so reich an Erfahrungen und intensiven Wahrnehmungen ist. Plötzlich fällt die Last der Zukunft weg, die Vergangenheit wirft keine Schatten mehr und der gegenwärtige Moment wird ewig lang und voller geiler Momente. Heilige Kacke ist das gut!

    „Nun sage ich mir, dass nichts ohne Grund geschieht; dass es regnet, wenn es regnen soll, und dass wir uns verlaufen, um Neues, Unbekanntes zu entdecken.“

    Das Zitat finde ich super gut. Ich benutze diese Perspektive auch immer und immer wieder, um Frieden mit dem gegenwärtigen Moment zu schließen und Ängste bereits im voraus zu beruhigen. Deshalb feiere ich dich dafür, dass du dasselbe tust und glaube nachvollziehen zu können warum! Richtig gut 😀

    • Lieber Micha,

      „heilige Kacke, ist das gut!“ – hehehe, das kenne ich! Erst heute war ich wieder einmal spazieren und habe mich auf eine Wurzel an einem Bach gesetzt. Die Sonne schien durch das Blätterdach und unter mir plätscherte sanft das Wasser. Das sind die Momente, in denen man – genau wie du sagst – in der Gegenwart ankommt und ganz bei sich ist. Alle Ängste verschwinden und man IST einfach nur. Ich liebe das! Danke für deine ergänzenden Worte!

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