Warum Erfolg vorprogrammiert ist, wenn du deine Leidenschaften lebst

IMG_9591

„Erfolg ist das, was folgt“ – Ja, worauf denn, fragst du dich vielleicht. Auf Fleiß und Ausdauer? Auf Tränen, Kampf und Schweiß? Kann sein. Doch es geht auch viel einfacher. Mein Erfolgsrezept: Lebe deine Leidenschaften! Denn dann stellt sich Erfolg völlig mühelos und beinahe von alleine ein. Wenn du es aus vollem Herzen tust, ist er tatsächlich vorprogrammiert.

Was ist Erfolg?

Wikipedia sagt, Erfolg sei „das Erreichen selbstgesetzter Ziele“. Soweit kann ich dem zustimmen, doch leider sieht die Tatsache anders aus. Oftmals sind wir von selbstgesetzten Zielen meilenweit entfernt, wenn wir sagen, dass jemand Erfolg hat. Und das Ganze beschränkt sich zudem viel zu oft auf den beruflichen Erfolg. Wir verbinden mit dem Wort  vor allem Attribute wie Ansehen, Macht, finanziellen Reichtum, Konsumgüter und Statussymbole.

Ich selbst war vor etwa einem Jahr der Meinung, mich von diesem „Erfolgsbild“ losgesagt zu haben, doch unterschwellig glich ich immer noch all meine Handlungen damit ab. Ich folgte zwar meinen Leidenschaften, aber in meinem Kopf saßen immer noch die Stimmen, die mir sagten, ich sollte endlich mal „erfolgreich sein!“ Mein innerer Dialog (oder in disem Fall Monolog) klang dann ungefähr so:

„Du musst endlich Geld mit deinen Leidenschaften verdienen!“
„Du musst aufhören, sinnloses Zeug zu machen und endlich etwas Handfestes vorweisen!“ „Wenn ich erstmal X und Y gemacht habe, dann werden die anderen schon sehen! Denen (die nicht an mich glauben/geglaubt haben) zeig ich’s!“
„Wenn ich erfolgreich bin, kann ich endlich X und Y haben und machen!“

Ich habe wirklich nicht kapiert, dass ich es immer noch allen recht machen wollte, anstatt meiner inneren Stimme zuzuhören und meinen eigenen Zielen zu folgen. So bin ich ein dreiviertel Jahr lang einem Ziel nachgejagt, von dem ich mir ständig eingeredet habe, dass es meiner Leidenschaft entspricht, obwohl es weder ein Kribbeln, noch sonderlich viel Begeisterung in mir ausgelöst hat. Es war lediglich etwas, das mir zufällig leicht fiel und worunter sich meine Umgebung etwas vorstellen konnte. Deswegen wurde ich von allen Seiten ermutigt, dranzubleiben. Doch ich fragte mich, warum es mich belastete, anstatt mir Energie zu geben.

Als ich es kapiert habe, konnte ich es nicht glauben, so blind gewesen zu sein. In dem Moment, als ich meine Energie von dieser angeblichen Leidenschaft abzog und sie auf die Dinge fokussierte, die ich wirklich liebe, brach ein Damm und ich wurde schlagartig produktiver und hatte mehr Freude.

Seither habe ich gelernt: Erfolg bedeutet immer, dir selbst treu zu bleiben, auf deine eigenen, ganz persönlichen Ziele zuzusteuern, weil sie dir Spaß machen, weil sie dich begeistern und Tränen der Freude in deine Augen treiben. Erfolg ist, wenn du das Gefühl hast, dass alles einen Sinn ergibt, dass sich die Mühen auszahlen und dass du etwas beitragen kannst. Erfolg bedeutet, dass du dir deiner Einzigartigkeit bewusst wirst und sie produktiv nutzt, um etwas Großartiges zu erschaffen.

Dein persönlicher Erfolg

Was ist für dich Erfolg? Sind deine Vorstellungen von diesem Begriff auch so geprägt, wie meine es waren? Erzeugt das Wort bei dir Druck? Hast du das Gefühl von Fremdbestimmung, wenn du daran denkst? Wenn ja, solltest du deine Definition vielleicht überdenken.

Schnappe dir gleich jetzt Stift und Papier (oder ein leeres Word-Dokument) und beantworte folgende Fragen:

1. Wie bin ich jetzt schon erfolgreich?

Schreibe ganz frei auf, was dir alles in den Sinn kommt. Du kannst in diesem Zusammenhang auch eine Liste all deiner bisherigen Erfolge anfertigen. (Natürlich musst du nichts aufschreiben, wenn du das auch gut im Kopf machen kannst) Aber denke auch einfach nur an den heutigen Tag. Was in deinem Alltag lässt darauf schließen, dass du genau jetzt, genau hier, bereits erfolgreich bist? Welche Bereiche deines jetzigen Lebens sind erfolgreich?

2. Welche(n) Erfolg(e) wünsche ich mir?

Stelle dir Situationen aus deiner Zukunft vor, die für dich Erfolg kennzeichnen. Bei mir ist das z.B.: „Ich stehe im Buchladen neben meinem frisch gedruckten Buch und beobachte jemanden dabei, wie er es in die Hand nimmt, durchblättert und schließlich kauft.“ Zu jedem unserer Ziele haben wir auch Wunschvorstellungen, an denen wir ablesen können, dass wir unser Ziel erreicht haben. Wie sehen deine Wunschvorstellungen aus?

3. Sind das wirklich deine Wunschvorstellungen?

Wenn du diesen Blog regelmäßig liest, wirst du sicher schon festgestellt haben, dass nicht alle unsere Ziele von uns selbst stammen. Nur sehr wenig von dem, was wir tagtäglich tun, ist wirklich selbstbestimmt. Sieh dir nun deine Wunsch-Szenarien an und überlege dir, ob du glaubst, dass sie dich wirklich glücklich machen werden oder ob es vielleicht eher ein Bild ist, das deine Eltern (dein Chef, etc.) gerne von dir hätten und das du irgendwann einfach übernommen hast. Vielleicht kannst du auf dieser Grundlage deine Wunschvorstellungen erneuern oder ein wenig verbessern? Wichtig ist, dass du dich bei den Vorstellungen vollkommen wohl fühlst, ja, sogar ins Strahlen kommst!

4. Deine eigene Definition

Nun solltest du in der Lage sein, genau zu benennen, was Erfolg für dich bedeutet. Wie fühlt er sich an? Was ist dafür nötig? Was nicht? Erstelle in nur wenigen Sätzen deine ganz persönliche Definition von Erfolg. Das ist sehr wichtig, denn der Begriff wird dir dein Leben lang begegnen. Damit du sicher sein kannst, nicht mehr etwas hinterherzulaufen, das gar nicht deinen persönlichen Erfolg zur Aussicht hat, musst du dir über deine Definition ganz deutlich im Klaren sein.

Unser gesellschaftlicher Denkfehler

Peter ist ein erfolgreicher Geschäftsmann. Er hat schon wieder 10 neue Vertragsabschlüsse vorzuweisen und katapultiert sich damit in die nächste Gehaltsklasse. Er packt mit einem siegessicheren Lächeln seinen Aktenkoffer, rückt seine Krawatte zurecht und verlässt das Firmengebäude stolzen Hauptes. Einer Kollegin charmant zulächelnd drückt er auf den Türöffner seines nagelneuen Audi und fährt mit rasanten Überholmanövern nach Hause. Dort erwarten ihn zwei quängelnde Kinder, der Hund, der noch Gassi muss, sowie seine gereizte Frau, die ihren Alkoholismus vor ihm verheimlichen will. Peter setzt sich an den Schreibtisch, um sich von allem abzulenken. Er muss noch besser werden. Noch mehr verdienen. Doch er spürt, wie er nur 10% seines Potenzials überhaupt aktivieren kann, denn die Sinnlosigkeit seiner Tätigkeit lähmt ihn.

Elena ist eine erfolglose Arbeitslose. Nach ihrem Studium findet sie keinerlei Festanstellung, bleibt weiterhin unverheiratet und bekommt auch nicht sofort Kinder, um ihren Status als gesellschaftliche Aussätzige zu verändern. Jeden Tag schreibt sie jedoch an ihrem Roman, ist sportlich aktiv, verbringt viel Zeit in der Natur und schreibt all ihre Ideen auf, wie sie die Welt verändern könnte. Sie ist gut gelaunt, voller Lebensfreude, die auf andere ansteckend wirkt, und investiert 90% ihrer Energie in Dinge, die sie liebt.

Wer wärst du lieber? Peter oder Elena? Wer von den beiden glücklicher ist, ist eine ziemlich eindeutige Sache, und dennoch lassen wir uns von dem, was Erfolg (oder seine Abwesenheit) in unserer Gesellschaft kennzeichnet, blenden.

Dabei ist die Rechnung eine ganz einfache: Wenn du 80-100% deiner Zeit und Energie in Dinge investierst, die du leidenschaftlich gerne ausübst, wirst du darin besser sein, als jemand, der nur 20% investiert. Du gibst schlicht und einfach nicht dein Bestes, wenn du nur die 20% schaffst; du nutzt nicht dein volles Potential. Du fährst quasi 40 km/h. Mit einem Porsche. Auf der Autobahn.

Das Problem ist nur, dass wir nicht von den 20%  auf die 100% kommen, nur weil wir uns „mehr anstrengen“, „mehr Zeit investieren“, „mehr kämpfen“,… Damit schaffen wir es vielleicht auf die 40%. Und ich habe die böse Vermutung, dass die meisten Tätigkeiten in unserer heutigen Arbeitswelt nur mit 40% Zeit und Energie ausgeführt werden. Weil es Dinge sind, die a) oft genug niemand wirklich braucht, wir sie b) nicht gerne machen oder c) der einzige Sinn, warum wir sie machen, derjenige ist, dass wir dafür bezahlt werden.

Warum Erfolg sich von alleine einstellt

Was wir brauchen, ist mehr Leidenschaft, mehr Begeisterung, mehr Motivation! Und im Gegensatz zur landläufigen Meinung lassen sich diese Dinge nicht künstlich oder durch bestimmte äußerliche Anreize wie Geld oder Status erreichen. Sie entstehen nur, wenn wir unseren ureigenen Interessen und Talenten und unserer natürlichen und angeborenen Neugier folgen. Sie entstehen, wenn wir nicht auf die vielen fremden Stimmen hören und uns trauen, das zu tun, was wir wirklich lieben. Und das ist für mich wahrer Erfolg. Erfolg, der von innen kommt.

Wenn wir in diesem Zustand der Liebe zu einer Tätigkeit sind, geben wir 90-100% ohne uns dessen überhaupt bewusst zu sein. Wir versinken im Tun, vergessen die Zeit und das Ziel, weil wir eins sind mit unserer Leidenschaft.

Wir machen das, was wir am besten können.

Auch wenn es andere vielleicht noch besser können, so geben wir dem, was wir tun, unsere individuelle Note, wir lernen ständig dazu, ohne uns zu etwas zu zwingen. Alles fließt von ganz alleine, fühlt sich natürlich an. Selbst Durststrecken und Tätigkeiten, die wir nicht allzu gerne machen, die jedoch dazugehören (wie z.B. Steuerkram), führen wir mit nahezu 100% der Zeit und Energie aus, weil wir genau wissen, warum wir es tun.

Wir segeln mit dem Wind, nicht gegen ihn. Erfolg folgt auf leidenschaftliches Tun. Früher oder später werden wir unsere persönliche Wunschvorstellung erreichen. Weil es logisch ist. Weil es Sinn macht. Weil es bisher allen so gegangen ist, die mit Herzblut bei der Sache waren und sich nicht von anderen  davon haben abbringen lassen. Weil es ein ungeschriebenes Gesetz ist.

Sieh dir nur all die Menschen in der Geschichte an, die Großes bewirkt haben: Einstein, Da Vinci, Martin Luther King, Gandhi. Sie alle haben etwas getan, das das Feuer in ihnen entfacht hat; etwas, das sie geliebt haben. Andere Figuren, die sich dem Kampf und dem Leid verschrieben haben, anstatt aus Liebe heraus zu handeln, sind kläglich gescheitert: Man denke nur an all die Gewaltherrscher. Wenn du dem folgst, was du liebst; wenn du lernst, mit dem Gegenwind umzugehen; wenn du selbst dann noch Vertrauen in dich hast, wenn sich alle von dir abwenden – hat das Leben keine andere Wahl, als dich mit Erfolg zu beschenken.

Bleib dran. Gib nicht auf. Entfache dein Feuer. Und du kannst die Welt verändern.

Und nun du: Was ist Erfolg für dich?

 

Du möchtest noch ein bisschen weiterlesen? Das könnte dich auch interessieren:
Wessen Ziele lebst du?
Warum du aufhören solltest, zu kämpfen
Folge dem Kribbeln!

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Möchtest du regelmäßig Inspirationen? Dann trage dich kostenlos in meinen Newsletter ein (jederzeit wieder abbestellbar). Ich freue mich schon auf dich!

Deine Daten sind bei mir zu 100% sicher. Du kannst den Newsletter jederzeit abbestellen.

12 Kommentare

  1. Hallo Anna!

    Wieder einmal ein wundervoller Beitrag 🙂

    Ich hab mal spontan meine Definition für Erfolg hingeschrieben, das kam dabei raus:

    Erfolg ist für mich das Gefühl, das zu tun was ich liebe, mit Begeisterung, brennender Leidenschaft und Geduld mit mir selbst. Dass ich an meinen Träumen und Zielen festhalte und diesen Weg gehe. Erfolg ist kein Punkt an dem ich mal stehe, sondern ein lebenslanger Weg des Herzens an dem ich mich ständig neu kennenlerne und mich weiterentwickle. Ich will nicht perfekt und nicht die Beste sein, aber meine Leidenschaft leben und daran glauben. Erfolg ist für mich, wenn ich bei dem was ich tue ganz ich selbst bin und gleichzeitig andere damit erreiche.

    Dieses Zitat hab ich heute entdeckt, das gefällt mir auch sehr gut! Passt iwie ja auch dazu 🙂 „Die Welt ändert sich nicht dadurch, dass man Negatives anprangert, sondern Positives tut!“

    Danke! Tut richtig gut mal wieder über solche Dinge sich Gedanken zu machen.

    Einen schönen sonnigen Tag wünsch ich dir noch!

    Hugs,
    Linda

    • Liebe Linda,
      wow, was für eine tolle Definition du da hast! Da krieg ich ne Gänsehaut! In dem Sinne bist du schon mitten im Erfolg, oder? 😉
      Vielen Dank dir auch für das sehr schöne Zitat – so versuche ich es auch im Leben zu halten.
      Den sonnigen und schönen Tag wünsche ich dir ebenso!
      Ganz liebe Grüße
      Anna

      • Oh vielen lieben Dank, Anna. Das freut mich sehr, dass dir meine Definition so gefällt 🙂

        Hehe ja kann man schon so sagen. Nur hab ich gerade das Gefühl, nicht direkt am Erfolgsweg zu spazieren, sondern gerade in einer Erfolgsseitengasse herumzuirren 😀 aber ich bin gerade am Weg da raus 🙂 ichglaube es ist wirklich schwer endlich mal zu sagen:“ JA ich bin am Erfolgsweg!“. Weil man immer denkt, da geht noch mehr und mehr. Das definieren ist die eine Sache, das verinnerlichen eine andere 🙂

        Hugs,
        Linda

  2. Hallo Anna,

    dieser Beitrag regt (wieder mal) wirklich zum Nachdenken an! Mir gefällt vor allem der Abschnitt „Unser gesellschaftlicher Denkfehler“ mit den beiden Beispielen – das hast du wirklich sehr treffend beschrieben, wie wahr! Schade, dass unsere Gesellschaft noch immer auf eine bestimmte und doch ziemlich eng gefasste Definition von „Erfolg“ festgelegt ist.

    Die Idee, das Thema „Erfolg“ für sich selbst zu definieren, ist wirklich hilfreich – damit habe ich mich ich vor einigen Wochen beschäftigt und mir ist inzwischen klar geworden, dass auch ich einem „Erfolg“ hinterherjage, der eigentlich gar nicht meiner eigenen Vorstellung entspricht: Geld verdienen, etwas „vorzeigen“ können, mich gegen die Konkurrenz behaupten, etc. Ja, natürlich wünscht man sich, mit dem, was man gerne tut, seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können – aber kann ich das Thema Erfolg für mich auch schon etwas bescheidener sehen: Ich betrachte es für mich persönlich als Erfolg, möglichst achtsam und präsent zu sein und dort, wo ich gerade bin, meinen (kleinen) Beitrag zu leisten.

    Danke auch für die Erinnerung, sich vom Gegenwind nicht einschüchtern zu lassen und das Vertrauen in sich selbst zu bewahren – das ist so wichtig, finde ich!

    Liebe Grüße
    Michaela

    • Hallo liebe Michaela,
      es freut mich sehr, dass dich mein Artikel angesprochen hat! Für mich war es auch sehr befreiend, es letztendlich Schwarz auf Weiß zu haben. Ich finde nicht, dass Achtsamkeit und Präsenz „bescheidener“ sind als die gängige Definition von Erfolg. Ganz im Gegenteil: Das zeugt von Weisheit! Ich wünsche dir auf deinem Weg zu deinem ganz persönlichen Erfolg viele wundervoller Erlebnisse!
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  3. Hey Anna 🙂
    du hast mich wieder ordentlich zum nachdenken gebracht. Hatte bereits gestern einiges dazu aufgeschrieben – habe aber das Gefühl mich ziemlich verzettelt oder auch am Thema vorbei geschrieben zu haben (man hat ja immer so seine eigenen Gedankenwege oder aktuellen Themen, die einen beschäftigen :D) Deshalb heute ein zweiter, hoffentlich kürzerer Versuch.

    Die generelle Definition von Erfolg sagt mir auch überhaupt nicht zu. Und ich finde auch, dass es sehr stark in unserem Denken unbewusst verankert ist. Und sich manchmal schwer davon zu lösen ist (auch wenn man denkt, man hätte es ;)). Deshalb find ichs auch so klasse dass und wie du das Thema behandelst!

    Ich glaube Elenas Erfolgsweg ist ein schöner. Aber ich denke auch, dass es „ein“ Weg ist – und rechts und links daneben gibt es weitere, die ebenfalls erfolgreich und glücklich machen können. Bei jedem Weg hat man möglicherweise Bereiche, die man verpasst.
    Ich kann so viel lernen, mich selbst kennen lernen, mit anderen umgehen lernen, Talente entdecken – ohne, dass ich 80 % der Zeit / Energie in das stecke, was ich wirklich absolut liebe. Wenn ich sage: das ist nichts für mich oder das ist mir zu langweilig oder das liegt mir nicht, dann verschließen sich oft Möglichkeiten. In einem Job durchläuft man (wenn man das zulässt) so viele Entwicklungsstufen, wo man vielleicht erst auf Stufe 12 sagen kann – hey das ist ja cool, das hätte ich am Anfang garnicht gedacht. Man hat immer bestimmte Vorstellungen so und so ist das bestimmt. Letztenendes weißt du garnichts, so lange du nicht die Erfahrung gemacht hast. Und da ist es irgendwie auch schade, wenn viele nach kurzer Zeit sagen: Ne, das ist mir zu „…“ – da kommts auch auf die Einstellung an – vielleicht auf so eine generelle Begeisterungsfähigkeit?
    Und noch was anderes: Ist es immer wichtig „was“ man tut? Oder, ob man etwas erschafft / kreiert? Wenn ein Kassierer (das ist irgendwie zu klischeehaft – das Beispiel ;)) oder ein Top-Verkäufer, Manager, was auch immer (also egal welche Stellung) – seine Tätigkeit nicht total liebt – aber so gute Laune versprüht; seine Arbeit begeistert macht; ganz andere „Möglichkeiten“ sieht als sein Kollege – dann nutzt der sehr viel Potenzial. Einfach, weil er sich darauf einlässt und sich begeistern lässt, ohne dass es seine totale Leidenschaft ist. Manchmal lernt man vielleicht auch viel mehr oder anders, wenn man auch Sachen macht, die einem nicht so viel Spaß machen; oder an Situationen wächst, die doof sind; an denen man sich „reibt“.

    Jetzt habe ich schon wieder das Gefühl, dass ich nicht beschreiben kann was ich „eigentlich“ meine. *argh* ;D

    Lieben Gruß

    • Hallo liebe Allie,
      du hast vollkommen recht – mit Peter und Elena habe ich natürlich zwei Extrembeispiele angebracht. Dazwischen gibt es noch sehr viel Spielraum und ich finde es schön, dass du das so siehst! Jetzt hast du mich zum Nachdenken angeregt. Ich bin oft diejenige die sagt: „Nee, das ist mir zu…“ 😉 Ich habe mich lange für dieses Denken verurteilt, aber inzwischen finde ich das okay. Manchmal spürt man, dass auch, wenn man etwas Unbequemes macht, dabei etwas Tolles entsteht. Wenn ich den Sinn hinter einer Tätigkeit überhaupt nicht erkenne und sie mir nicht gefällt… Joah… In der Zeit könnte ich Tolleres machen. Aber du bringst etwas Interessantes mit „genereller Begeisterungsfähigkeit“ an. Grundsätzlich kann einem ja (fast) jede Tätigkeit Freude bereiten, wenn man voll dabei ist. Das lerne ich gerade beim Putzen, hahaha! 😀 Da wären wir dann bei der Kassierin, die gute Laune versprüht. Ich habe gelernt, wenn ich meine Leidenschaften auslebe, springt die Begeisterung auch auf andere Lebensbereiche. Hmm, jetzt habe ich auch so viele Gedanken zu deinen Worten und das, was ich schreibe, ist vermutlich ungeordnet, aber vielleicht ordnet sich das ja in nächster Zeit. Ich danke dir für all deine Anregungen!
      Ganz lieben Gruß
      Anna

  4. Hallo Anna,
    Als ich diese Worte Las „… Denn die Sinnlosigkeit seiner Tätigkeit lähmt ihn“, musste ich kurz inne halten, denn oft genug hab ich die selben Gedanken und empfinde dann genauso.
    Erfolg ist für mich die Ereichung eines von mir selbst gesetzten Zieles.
    Ich stimme mit vielem deiner Worte überein. Nur stell ich es mir schwer vor diesen ganzen Zwängen zu entfliehen und nur seinen Leidenschaften zu folgen. Und da spielt das liebe Geld eine Rolle. Essen, Strom und sonstige monatlich anfallende Rechnungen müssen bezahlt werden. Und in dem ich nur meiner Leidenschaften folge, z.B. dem Malen eines Bildes, sind diese Rechnungen noch lang nicht bezahlt. Ich habe allerdings selbst gemerkt, dass man enorme Glücksgefühle verspürt, wenn man seinen Leidenschaften so oft es geht nach geht.
    Jemand der seine Leidenschaft gefunden hat und damit auch noch Geld verdient, der ist in meinen Augen ein Glückspilz.
    Für mich gesehen, bin ich schon sehr zufrieden, wenn ich durch das Leben meiner Leidenschaften einen Ausgleich, zu einem vielleicht manchmal etwas frustrierendem Berufsalltag, finde.
    Denn der Alltag wird einem durch das Nachgehen seiner Leidenschaften versüßt.

    • Liebe Swedengirl,
      ja, manchmal drücke ich meine Meinung etwas drastisch aus. Mir ist durchaus bewusst, dass ein Job zum Leben dazugehört, aber ich glaube, dass vielen Menschen nicht klar ist, dass man seinen Job auch wechseln kann, wenn er einem alles an Energie absaugt. Man muss auch nicht von heute auf morgen kündigen, aber vielleicht kann man sich irgendwann einmal ein zweites Standbein aufbauen? Mit etwas, das man verdammt gerne tut? Ich bin mir sicher: Wo die Leidenschaft ist, da ist immer auch ein Weg. Vielleicht wird das Malen eines Bildes die Stromrechnung von morgen nicht bezahlen, aber ist die Möglichkeit so abwegig, dass es das nächstes Jahr könnte? Wenn man dranbleibt und sich hineinstürzt, kann man dieses Bild vielleicht verkaufen. Natürlich bereichern Leidenschaften das Leben auch ohne dass man sie zum Beruf macht. Das bleibt jedem selbst überlassen. Aber ich kriege es einfach nicht hin, mich in einen Bürojob zu begeben und mir all meine kreative Energie davon auffressen zu lassen. Ich bring das nicht über’s Herz. Wenn das für jemanden vollkommen okay ist – ich verurteile keinen. Nur mein Weg ist es eben nicht.
      Ich freue mich sehr, wenn ich dir durch meine Beiträge helfen kann, mehr Leidenschaften und Freude in dein Leben zu bringen – und wer weiß, wohin das Ganze sich vielleicht einmal entwickeln wird? Wenn du alle Möglichkeiten offen lässt und dem folgst, was dir ein Kribbeln im Bauch bereitet, werden sich die wundervollsten Dinge vor dir auftun, da bin ich mir sicher! Und dass du auf einem sehr guten Weg dorthin bist, das lese ich sehr deutlich heraus! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  5. Ich fand diesen Beitrag auch wieder sehr bereichernd und durch deinen Blog werde ich regelmäßig immer wieder daran erinnert, meinen Leidenschaften zu folgen. Noch bin ich nicht so weit diesen ganzen gesellschaftlichen auferlegten Zwängen u Erwartungen zu entkommen und nur auf mich selbst zu hören. Aber ich bin auf einem guten weg und gehe mein Tempo so wie ich es für richtig empfinde.
    Ich gehe meinen leidenschaften nun auch viel öfters nach als früher, und das ist toll, dafür danke ich dir sehr!
    Liebe Grüße
    Swedengirl

  6. Ich musste wirklich weinen, als ich diesen Artikel gelesen hatte! Vielen Dank für deine Gedanken…

    • Ohhh, lieber Sascha, jetzt krieg ich eine dicke Gänsehaut!!! Es freut mich sehr, dass meine Gedanken dich so berührt haben.
      Einen wundervollen Tag dir!
      Anna

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.