Folgst du eigentlich deinem individuellen Schlafrhythmus?

Eigentlich ist es seltsam, dass ich bisher noch nie wirklich etwas über Schlaf hier geschrieben habe. Dabei ist er so ein essentieller Teil unseres Lebens und leistet einen ganz beträchtlichen Beitrag dazu, ob wir uns im Flow fühlen oder nicht. Je nachdem, ob wir unserem eigenen und intuitiven Schlafrhythmus folgen können oder nicht, steigt oder fällt unsere Zufriedenheit drastisch. Und genau darum soll es hier gehen: Folgst du diesem Rhythmus? Wenn es nicht geht, wie kannst du dich ihm zumindest nähern? Und: Kann es sein, dass er auch von dem vorgegebenen gesellschaftlichen Schema eines 8-Stunden-Schlafes abweichen darf?

Das schlechte Schlaf-Gewissen…

Ich schlafe viel. Wirklich viel. Jetzt in der Schwangerschaft noch mehr als vorher. Und ich habe jahrelang mit einem furchtbar schlechten Gewissen deswegen zu kämpfen gehabt – tue es heute noch. Ich habe mich immer irgendwie „faul“ gefühlt, weil ich einfach mehr schlafen musste als andere Menschen. Aber ich habe es mir niemals angewöhnt, Kaffee zu trinken. Irgendwie fand ich den Gedanken schon immer seltsam, seinen Körper zu pushen, anstatt sein Bedürfnis auf natürliche Weise zu erfüllen: indem man schläft. Als ich dann las, dass Kaffe und Co. die ganze Problematik nur verlagerten, man nie ein Mehr ein Energie hat, sondern der Körper später dann umso müder wird, wusste ich, dass Koffein für mich eine Notfalllösung bleiben würde, die ich gezielt einsetzen kann, wenn wenn ich sie brauche.

Als ich damit begann, mich mit dem Flow zu beschäftigen, erlaubte ich mir endlich den Schlaf, den ich brauchte. Seit meinem Studium hatte ich das Glück, fast ausschließlich Jobs zu haben, die am Nachmittag starteten – so auch mein aktueller. Ich stelle mir also in den seltensten Fällen einen Wecker, weil ich so gut wie nie früh raus muss. So konnte sich ein sehr intuitiver Schlafrhythmus einstellen, wie ich ihn zu Studien- und Schulzeiten nicht wirklich kannte. Ich stellte fest, dass ich voller Energie war, wenn ich ihm folgte und mir die Energie sofort fehlte, wenn ich es einmal nicht tat. Dadurch, dass ich ihm aber folgen konnte, war das Ganze für mich irgendwie nie wirklich Thema, und deswegen habe den Schlaf hier wohl auch nie erwähnt.

Gibt es einen individuellen Rhythmus?

Was ich festgestellt habe, war, dass sich mein Schlafrhythmus mit den Jahreszeiten und der Sonnenstrahldauer erheblich veränderte. An trüben Wintertagen kam ich kaum aus den Federn, an heißen Sommertagen war ich schon sehr früh hellwach und voller Tatendrang, (benötigte aber gegen später unter Umständen noch ein kleines Schläfchen). Das wirst du vielleicht auch festgestellt haben. Vielleicht hast du bei dir auch schon bemerkt, dass du eher zu den „Eulen“ oder zu den „Lerchen“ zählst, wie es so schön heißt. Obwohl diese Rhythmen (und ihre Schwankungen) so gut wie alle Menschen kennen, werden sie von der Arbeitswelt doch kaum wahrgenommen.

Doch womöglich sind deine individuellen Schlafrhythmen nochmal ganz anders? Vielleicht bist du ein ziemlich exotischer Schläfer, der mitten in der Nacht aufwacht, dann eine Weile wach liegt und in den frühen Morgenstunden wieder selig einschläft? Heutzutage würde man das als Schlafstörung betrachten, vielleicht bist du auf Schlaftabletten angewiesen, damit du morgens zu einer angemessenen Uhrzeit „funktionieren“ kannst (natürlich nur mit Kaffee). Und jetzt komme ich dir hier um die Ecke und will dir erzählen, dass du vielleicht gar nicht so eine Exotin oder ein Exot bist, wie du bisher angenommen hast.

War unser Schlaf schon immer so?

Erst vor kurzem habe ich über Ergebnisse historischer Forschungen gelesen, die darüber berichten, dass es früher überhaupt nicht üblich war, die Nacht „durchzuschlafen“, sondern dass die Menschen tatsächlich nachts aufwachten (um das Feuer zu schüren beispielsweise), einige Stunden wach blieben und schließlich wieder einschliefen. Kannst du dir das vorstellen? Das war auch absolut kein Problem – bis zur Industrialisierung. Plötzlich hatte man pünktlich irgendwo zu sein und zu einer bestimmten Uhrzeit zu arbeiten sowie zu schlafen. Unsere Körper mussten sich dem mechanischen Takt der Maschinen anpassen – und das ist auch bis heute nicht wirklich anders, flexible Arbeitszeitmodelle bleiben die Ausnahme.

Hinzu kommt der psychische Stress, auf den sich unsere evolutionstechnisch noch in der Steinzeit befindlichen Körper bisher nicht einstellen konnten. Da werden nachts Probleme gewälzt, weil unser Alltag so stark durchgetaktet ist, dass sonst keine Zeit dafür bleibt. Und wir bestrafen uns im Kopf selbst dafür, indem wir uns über unsere „Schlafprobleme“ aufregen, die vielleicht ja eine Lösung unseres Körpers darstellen, ein Zeichen dafür sind, es mal mit einem anderen Rhythmus zu versuchen, unser Leben im Allgemeinen auf den Prüfstand zu stellen – anstatt das Ganze als eine Krankheit zu betrachten, die sich nur durch Pillen und literweise Kaffee „lösen“ lässt. Denn nur weil es in unserer heutigen Gesellschaft als normal gilt, heißt das noch lange nicht, dass es gut für uns ist.

In einer idealen Welt…

Vielleicht ist der 8-Stunden-Rhythmus einfach nichts für dich? Vielleicht braucht du 10 Stunden Schlaf – oder nur 6. Oder aber du brauchst manchmal 10 Stunden Schlaf und an anderen Tagen nur 6? Dem Flow zu folgen, bedeutet für mich, mir mein aktuelles Energielevel ständig bewusst zu machen und darauf zu reagieren. In einer idealen Welt würden wir einfach schlafen, wenn wir uns müde fühlten, wir würden essen, wenn wir Hunger hätten und uns bewegen, wenn wir Lust darauf hätten. Wir würden uns mit Menschen treffen, wenn uns nach Gesellschaft wäre und uns zurückziehen, wenn wir Ruhe und Abstand brauchen. Kurz: Wir würden unsere eigenen körperlichen und seelischen Bedürfnisse klar erkennen und wären in der Lage, sie entsprechend zu kommunizieren. Wenn das jeder so machen würde, gäbe es auch keine beleidigten Gesichter, sondern lediglich Verständnis.

Leider befinden wir uns nicht in dieser idealen Welt – was zeitliche Rhythmen angeht, sind wir davon sogar ziemlich weit entfernt. Aber vielleicht gibt es eine Möglichkeit, uns in unserem jetzigen Alltag ein wenig Freiraum zu schaffen, um unserem ganz eigenen Flow zu folgen, unseren eigenen Schlafrhythmus zu entdecken und ihm mal nachzugehen.

Entdecke deinen eigenen Rhythmus

Kennst du deinen eigenen Schlafrhythmus schon oder musst du ihn erst noch entdecken? Bist du seit du denken kannst um 6 Uhr morgens aufgestanden und um 24 Uhr ins Bett gegangen, hast am Wochenende durchgefeiert und bis weit in den Nachmittag dein Schlafdefizit aufgeholt? Ich kenne nicht allzu wenige, für die genau das zu ihrem Alltag gehört. Oder aber du bist wochentags im Büro eingespannt, fällst todmüde ins Bett, um mitten in der Nacht hellwach zu sein? Und dein Wochenende ist mit Familienaktivitäten gefüllt? Wo auch immer du dich dazwischen befindest – es lohnt sich wirklich, mal dem eigenen Rhythmus nachzugehen. Was dafür benötigst, ist Zeit.

Vielleicht stöhnst du jetzt laut auf, schließlich hast du ja genau diese nicht. Aber wenn du wirklich daran interessiert bist, ein Leben im Flow zu führen, wirst du nicht umhin kommen, sie dir zu nehmen. Wenn es ganz drastisch sein muss, nimm dir Urlaub und miete dir alleine eine Hütte mitten im Wald. Stelle dir keine andere Aufgabe als die, deinem Rhythmus zu folgen. Und dann schau, was passiert. Wann ist dein Energielevel am höchsten, wenn wirst du müde? Was macht Kaffee mit deinem Körper? Brauchst du ihn überhaupt, wenn du dir so viel Schlaf gönnen kannst, wie du willst? Wie viele Stunden sind das? Wenn du nachts wach bist, steh auf, anstatt dich im Bett zu wälzen und tu etwas, wonach dir ist. Ich habe festgestellt, dass ich gerade, wenn ich mitten in der Nacht hellwach bin (das kommt nicht sehr oft vor), eine magische Zeit erlebe. Die Welt schläft noch, niemand erwartet etwas von mir, aber ich bin hellwach. Meist bin ich genau da unfassbar kreativ und schreibe Blogartikel in einem Bruchteil der Zeit, die ich sonst dafür benötigen würde.

Schau einfach, was es mit dir macht, wenn du dir die Freiheit nehmen kannst, deinem eigenen Körpergefühl und deinem ganz individuellen Schlafrhythmus zu folgen. Kann es sein, dass du plötzlich sehr viel mehr Energie hast?

Vielleicht kennst du deinen Schlafrhythmus auch bereits aus einer Phase längeren Urlaubs oder als du andere Arbeitszeiten hattest. Aber in deiner jetzigen Lebenssituation kannst du ihm einfach nicht folgen, weil dein Leben zu sehr von außen durchgetaktet ist?

Wie kannst du deinem Schlafrhythmus besser folgen?

Wie aber bekommst du es hin, dass dir das – zumindest ein wenig – gelingt? Denn wenn du einmal erlebt hast, wie viel mehr Energie du hast, sobald du die Freiheit hast, deinem Schlafrhythmus nachzugehen, wirst du schnell merken, dass es sich lohnt, deinen Alltag entsprechend umzugestalten.

Schau dir zunächst einmal all die Dinge an, die dich daran hindern, deinem Schlaf-Flow zu folgen. Sicher fallen dir jetzt ganz viele ein. Wenn du Lust hast, kannst du sie aufschreiben. Deine Liste wird vermutlich ziemlich frustrierend ausfallen, denn nun hast du lauter „Hindernisse“ vor dir und es ist vielleicht nun noch schwerer für dich als vorher, als du dir deiner Bedürfnisse nicht bewusst warst. Jetzt bist du es, aber du kannst sie dennoch nicht durchsetzen/umsetzen. Ich kenne dieses Gefühl nur allzu gut – und ich kann es nicht ausstehen. Immer wenn ich den Eindruck habe, vor dieser „Wand der Unmöglichkeiten“ zu stehen, zwinge ich mich, umzudenken. Ich nenne es „die Suche nach Möglichkeiten“.

Manchmal muss ich sie sehr aktiv und schriftlich angehen, da mein Geist dazu neigt, ins Negativdenken abzuschweifen. Überlege dir deswegen ganz bewusst, welche Möglichkeiten es gibt, Dinge zu verändern, wo du etwas anpassen könntest, mit wem du sprechen könntest und was es erfordert. Notiere dir am besten alle Ideen – und seien sie noch so absurd.

Hier ein paar Beispiele:

  • Mit dem Partner absprechen, dass er an bestimmten Abenden die Kinder ins Bett bringt, damit ich vor dem Schlafengehen ein Buch lesen kann
  • Den Chef fragen, ob ich eine halbe Stunde später ins Büro kommen kann
  • Sich am Wochenende Zeit für einen Mittagsschlaf gönnen
  • Nachts einfach mal aufstehen, anstatt liegen zu bleiben (dann ist man am Abend früher müde, das ist ja auch nicht das Schlimmste)
  • Mit einem Kollegen die Schicht tauschen
  • Mit dem (älteren?) Kind darüber sprechen, ob es morgens nicht selbstständig aufstehen und sich das Frühstück machen kann
  • Nach der Arbeit einen Powernap machen
  • Den Job wechseln
  • Die eigenen Bedürfnisse mit den Mitmenschen besser kommunizieren
  • In getrennten Schlafzimmer mit deinem Partner schlafen

Du siehst, es gibt endlos viele Möglichkeiten, dir etwas mehr Freiheit zu verschaffen. Sicher werden nicht alle meiner Vorschläge für dich umsetzbar sein, aber dafür findest du bestimmt noch eigene, für dich praktikable Ideen.

Die eigenen Bedürfnisse ernst nehmen

Das Wichtigste ist – wie immer, wenn wir unserem Flow folgen wollen – unsere eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich bewusst zu machen, dass wir nicht ständig auf Reserve laufen können. Doch genau das tun wir, wenn wir unseren individuellen Schlafrhythmus mit Füßen treten. Wir fühlen uns ständig am Limit – und das wirkt sich auch auf unser Umfeld aus. Wir können im Job nicht die Leistung bringen, auf die wir eigentlich Lust haben und sind schlecht gelaunt, wenn wir etwas mit der Familie unternehmen. Alles, was noch an Terminen hinzukommt, zehrt an unserer Geduld und unseren Nerven. Das Leben macht einfach keinen Spaß, wenn wir uns nicht ernst genug nehmen und uns selbst nicht als die Priorität Nr. 1 betrachten, die wir letztendlich sind.

Ein guter Schlaf füllt unsere Akkus dermaßen gut auf, dass wir danach meist mehr als genug Energie haben, um noch mehr positive Veränderungen in unserem Leben anzugehen. Es kann also durchaus das Erste sein, das du auf deinem Weg in Richtung mehr Flow optimierst. Und wer weiß, vielleicht gehen die Veränderungen eines Tages sogar so weit, dass du und dein Schlaf dir so wichtig sind, dass es dir gelingt, den Rest deines Alltags geschickt so zu organisieren, dass du deinen Grundbedürfnissen fast gänzlich entsprechen kannst? Vielleicht ist ein ein paar Jahren dein ungeliebter 8-Stunden-Job Vergangenheit, weil du durch einen guten Schlaf ausreichend Energie hattest, um dich mit dem zu beschäftigen, was dich erfüllt?

Habe den Mut, dazu zu stehen, dass du vielleicht völlig anders schläfst als gemeinhin üblich und sprich mit anderen über deine Bedürfnisse. Du bist nicht faul, nur weil du vielleicht mehr Schlaf benötigst als andere, und du bist auch nicht seltsam, wenn dir vor 3 Uhr nachts überhaupt nicht nach Schlafen zumute ist, du deine Tiefschlafphase dann aber um 8 Uhr morgens hast, wenn alle anderen ordentlichen Deutschen schon pflichtbewusst auf den Beinchen sind. Wir sind alle unterschiedlich. Und wir dürfen unterschiedlich sein.

Habe den Mut, deinem Rhythmus und deinem Leben zu folgen, anstatt in jeder Hinsicht das zu erfüllen, was von dir erwartet wird. Sonst macht das Leben nämlich überhaupt keinen Spaß. Und du bist es dir wert, denn du bist wundervoll ganz genau so, wie du bist!

Wie ist dein persönlicher Schlafrhythmus? Kennst du ihn überhaupt? Wie gelingt es dir, ihm zu folgen oder was fällt dir schwer? Ich bin neugierig! Schreibe mir in den Kommentaren! 

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Möchtest du regelmäßig Inspirationen? Dann trage dich kostenlos in meinen Newsletter ein (jederzeit wieder abbestellbar). Ich freue mich schon auf dich!

Deine Daten sind bei mir zu 100% sicher. Du kannst den Newsletter jederzeit abbestellen.

6 Kommentare

  1. Liebe Anna,

    zunächst freue ich mich mit Dir, dass Du wieder zu Deinen persönlichen Flow zurückgefunden hast. Ich hatte mir schon Gedanken um dich gemacht, habe aber nicht daran gezweifelt, dass du das Ruder wieder herumziehen kannst.

    Das was Du über den individuellen Schlafrhythmus schreibst, muss man eigentlich nicht kommentieren. Wortgewandt und in allen Aspekten beleuchtet, stellst Du die unbedingte Notwendigkeit des individuellen Schlafrhythmus bzw. des Schlafes zur Regeneration des Körpers und des Geistes dar.

    Bewusst hast Du auch einige Fragen gestellt, die zum Nachdenken anregen sollen. Und die wichtigste Frage ist letztlich, wie finden wir eigentlich unseren individuellen Schlafrhythmus? Die Antwort ist recht einfach, das hast du auch schon in Deinen anderen Beiträgen beschrieben. Unseren individuellen Schlafrhythmus können wir nur finden, indem wir auf unsere innere Stimme hören. Die sagt uns ganz genau was für uns gut und richtig ist! Dann müssen wir es „nur“ noch umsetzen.

    Aber wie Du auch feststellst, hat leider nicht jede/jeder die Möglichkeit den persönlichen Bedürfen zu folgen, um das zu tun was sinnvoll und notwendig wäre. Und hier gilt es einen möglichst guten persönlichen Kompromiss zu finden. Ein Spagat zwischen dem was gut für uns selbst wäre und dem, was möglich ist. Für den einen oder anderen wirklich ein kleines Kunststück.

    Liebe Grüße
    Peter

    • Lieber Peter!
      Du bringst es nochmal auf den Punkt: Wie immer im Leben geht es um den Spagat, was gut für uns wäre und dem, was möglich ist. Ich glaube, das ist es letztendlich, mit dem wir uns so schwer tun, wo dann vielleicht auch wieder alte Konditionierungen hochkommen, die uns weismachen wollen, wir hätten selbst in dieser Hinsicht versagt. Aber das haben wir nicht. Diese Balance muss jeden Tag aufs Neue gefunden und angepasst werden. Das ist vielleicht mühselig, aber wäre es nicht noch viel mühseliger, ständig gegen die eigenen Bedürfnisse zu handeln? Ich finde schon. 🙂
      Danke dir für deinen Kommentar, lieber Peter!
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  2. Oh ja, der liebe Schlaf-wach-Rhythmus …
    Ich bin im Moment dabei, meinen Schlaf-wach-Rhythmus wieder mal in einen gewisserweise sozialverträglichen Zustand zu bringen.
    Ich bin zurzeit noch arbeitslos und wohne regulär – aber nicht offiziell – seit einiger Zeit bei meinem Vater (in einer Stadt). Meine offizielle Wohnung in einer anderen Gegend (Dorf) habe ich aber immer noch. Ich habe Probleme damit, meinen Schlaf-wach-Rhythmus nicht immer mehr nach hinten zu verschieben. Ich bin noch dabei herauszufinden, was die Ursachen davon sind. Einerseits hängt es sicherlich damit zusammen, dass ich einfach schlafhygienemäßig zu undiszipliniert bin (z.B. mich abends vor dem Zu-Bett-Gehen dem tageslichtähnlichen Monitorlicht noch aussetze, wodurch der Hormonhaushalt – insbes. der des „Schlafhormons“ Melatonin – beeinflusst wird, aber auch die Inhalte dabei zu auf-/anregend sind, was wiederum den Modus des vegetativen Nervensystems beeinflusst) – man könnte auch sagen: hierbei folge ich meinem „Flow“. 😉 Im weitesten Sinne könnte man zur Undiszipliniertheit auch noch hinzuzählen, dass ich tagsüber evtl. zu wenig „Energie loswerde“ (in Form von körperlicher Betätigung/Anstrengung), die dann abends noch „überschüssig“ ist. Andererseits habe ich das Gefühl, dass ich im Gegensatz zu bspw. dort, wo meine Whg. ist, in der Stadt (oder dort, wo [mehrere?] andere wache Menschen in nächster Nähe sind) abends noch einem gewissen feinstofflich-energetischen „Lärm“ ausgesetzt bin, der dann erst nachts „abflaut“. Da ich hochsensibel bin, hat da so etwas einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf mich. Wenn es dann energetisch (aber natürlich inkl. akustisch) „ruhig“ geworden ist, kann ich erst richtig entspannen, und dann fühle ich mich erst richtig kreativ – wie in dem Blog-Artikel beschrieben – und genussfähig etc., wonach sich mein Organismus dann wohl den ganzen Tag ein wenig gesehnt hat (zumindest dann, wenn ich mich vorher nicht gut ausgepowert habe). Noch hinzu kommen hin und wieder mal Schlafstörungen – ja, ich nenne es jetzt einfach mal so -, die das ganze noch forcieren.
    Wenn ich dann meinen Schlaf-wach-Rhythmus so weit nach hinten geschoben habe, dass es entweder mit dem Zusammenleben mit meinem Vater nicht mehr vereinbar würde oder ich einen mir wichtigen Termin nicht wahrnehmen könnte, dann ziehe ich mich alle paar Wochen in meine „alte“ Whg. zurück und mache dort eine Mischung aus Retreat und Wachbleib-Staffelmarathon (jeden Tag ein paar Stunden länger aufzubleiben versuchen), um meinen Schlaf-wach-Rhythmus (über den „Umweg“, diesbzgl. vorübergehend der Norm vollkommen entgegengesetzte Uhrzeiten zu haben) wieder in normale Uhrzeiten hineinzutreiben.
    Däs kannst’e eig’ntlisch kei’m erzähle‘, was isch da immä wieddä veranschtalte‘ tu‘ …! 😀

    „Mein optimaler Schlaf-wach-Rhythmus“ hängt eigentlich stark von den Umständen ab – und DER optimale wäre dann derjenige optimale, der unter den für mich optimalen Lebensumständen der optimale für mich ist. (Ich hoffe, das ist irgendwie verständlich. ;-))

    Im Text steht: „Ein guter Schlaf füllt unsere Akkus dermaßen gut auf, dass wir danach meist mehr als genug Energie haben, um noch mehr positive Veränderungen in unserem Leben anzugehen.“ — Vielleicht habe ich ja Angst davor, so in meine volle Kraft zu kommen, weil ich dann endlich wrklich alles anpacken könnte, was ich ich mir wünsche, aber sich dann eben auch alles verändern würde (ahh, Hilfe! Orientierung?! ;-)) und ich auch „weit genug“ sein müsste, um das Level dann auch halten zu können, damit ich meine dabei eingesetzten Ressourcen (Zeit, Geld, Frustabfederungskapazität, …) nicht beim Projekte-gegen-die-Wand-Fahren würde nur „verschwendet“ haben … 😉 Wer weiß, wer weiß …? Oder noch „schlimmer“ wäre, wenn ich dann die volle Power hätte, aber mich meine Angst immer noch blockieren würde (wie schon ähnlich erlebt) … Krise pur! :-/ Ja, das wird’s wohl sein. Also wohl doch erst meine Ängste und Blockaden erkennen/(er)lösen … oder langsam aber stetig beides parallel angehen … ja.

    Danke!

    Guter Tag, gute Nacht!
    Gute Nacht, guten Tag!
    🙂

    • Hallo Josh,
      ich schreibe dir hier um 3.50 Uhr morgens. 😀 Mensch, was du da an Überlegungen anstellst – vieles davon sehr schlau, vor allem das, was du zum Schluss schreibst. Die Angst davor, in die volle Kraft zu kommen und wirklich, wirklich, wirklich dem Flow zu folgen. Ich habe den Eindruck, dass du deinen Schlaf fast schon ein wenig zerdehnst. All diese Gedanken sind nicht völlig sinnlos, aber sie verschieben und verlagern das Problem letztendlich und trennen dich davon ab, so richtig in dich hineinzufühlen. Aber in einer Hinsicht stimme ich dir zu: Der Schlafrhythmus ist aktuell wohl nicht das Dringendste, das es anzugehen gilt. Ich denke, das kommt von ganz alleine. Ich habe den Eindruck, dass du dir gerne eingestehen darfst, dass du genau richtig so bist wie du bist – mit deinem scheinbar so chaotischen Schlaf. Dass du dich hingeben darfst an das Leben und dass das Universum schon alles organisieren wird und du gar nicht so viel planen und denken musst. Wenn das einsinkt (was es bei mir bei Weitem nicht immer tut), ist das immer die größte Wohltat. Wir dürfen mal loslassen von alldem. Einfach sein, mit allen Ecken und Kanten und Schlafgewohnheiten. Mit all unserer Energie und unserer Apathie. Einfach so. Vielleicht erlebst du Momente, in denen dir das gelingt. Genieße sie, folge den Botschaften, die sie für dich bereithalten. Und: Denke nicht so viel (sagt die Denkkönigin :D)! 😉
      Ich wünsche dir alles Liebe und jetzt erstmal gute Nacht!
      Anna

      • Liebe Anna,
        WOW – deine Antwort traf sowas von ins Schwarze bzgl. letztem Wochenende:
        Ich war auf einem wichtigen Seminar und hatte es nicht geschafft, bis dahin meinen Schlaf-wach-Rhythmus in eine sozialverträglichere Form zu treiben, so dass er darin stabil gewesen wäre. Und dann kam etwas mir bis dahin völlig Unbekanntes dazu: In der ersten Nacht des Seminarzeitraums konnte ich fast gar nicht schlafen – nur ca. ne Std. – (das war noch nicht das Unbekannte), war aber tags darauf bis auf zwei kleine Durchhänger trotzdem fit! In der nächsten Nacht ähnlich: konnte nur ca. 3 Std. schlafen und war dann am Tage trotzdem noch gut dabei, nur gegen Ende ließ meine Konzentrationsfähigkeit nach. Und ich hatte gedacht am Morgen nach der ersten Nacht, ich würde irgendwann abbrechen müssen, um mich mal schlafen zu legen (wie ich’s nämlich früher schon mal kennengelernt hatte) … 😀
        Ja, das hat mich darin bestärkt, mehr ins Leben zu vertrauen. 😉
        Und dann schriebst du auch noch: „Ich habe den Eindruck, dass du dir gerne eingestehen darfst, dass du genau richtig so bist wie du bist“.
        Und genau das zeigte sich bei dem Seminar (LernKulturZeit-Modul: „Vertrauensräume gestalten“). Ich hab diesbezüglich wirklich 2 krasse (gute!) Erfahrungen gemacht (würde hier jetzt zu lang werden, genauer drauf einzugehen).
        Tja, ich wandle mich gerade vom Denkkönig zum Intuitionskönig. 🙂
        Und auf einmal werden all die Gedanken, die ich mir bis dahin zu diesem Thema (Schlaf/Ruhe), welches mich eben schon seit einigen Jahren „begleitet“, gemacht hatte, mehr oder weniger überflüssig.
        Ich danke dir für deine liebe Antwort (die ich erst jetzt gelesen habe). 🙂
        Alles Gute dir! :-*
        Joshua

        • Lieber Joshua!
          Mich freut es sehr, dass meine Antwort für dich die genau richtige war – und dass du jetzt so tolle Erfahrungen machen konntest, zeigt auch mir wieder, wie wichtig es ist, unserer Intuition den Raum zu geben, der ihr gebührt. Was für ein wundervolles Beispiel, das auch mich wiederum bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein. Denn auch wenn es manchmal so klingen mag, bin ich noch längst keine „Intuitionsexpertin“ und mich hält das Denken auch oft genug gefangen. Aber sich dessen bewusst zu werden ist ein guter Schritt, glaube ich. 😉
          Ich wünsche dir auf deinem Weg weiterhin alles Gute! Du bist auf einem tollen Weg!
          Ganz liebe Grüße
          Anna

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.