Gehst du deinen Weg?

IMG_2952

Den Weg im Leben finden. Puhh. Das kann ganz schön anstrengend sein! Es gibt schließlich so viele Wege, so viele Möglichkeiten, die man einschlagen könnte. Vor allem heutzutage stehen einem ja wirklich alle Türen offen. Theoretisch. Denn praktisch entscheiden wir uns oft genug für die vierspurige Straße anstatt für den Trampelpfad im Wald. Die Straße geht schließlich geradeaus, führt schnell ans Ziel und ist bewährt. Folgen wir hingegen dem Trampelpfad, könnten wir uns leicht verirren, ebenso aber auch auf wundervolle Überraschungen stoßen. Welchen Weg wählst du?

Dein bisheriger Weg

Wie sieht dein bisheriger Weg aus? Ist es die Autobahn, schnell und geradlinig; der verschlungene Waldpfad; die kurvige Bergstraße oder hast du das Gefühl, dass du ständig in Sackgassen landest? Ohne Wendeplatte, versteht sich. Also in fünf Zügen wenden und raus da. Wir fahren umher auf den unterschiedlichsten Straßen, probieren es mal hier und mal da, bleiben vielleicht eine ganze Weile auf einer Straße und folgen ihr. Manchmal vergessen wir die Pinkelpause am Rasthof und fahren solange weiter, bis wir vollkommen erschöpft sind. Manchmal verstehen wir die Schilder nicht, oft genug übersehen wir sie einfach und ab und an folgen wir einer falschen Abzweigung, weil das Navi scheinbar besser weiß, was gut für uns ist.

Ja, sehr oft im Leben haben wir den Eindruck, umherzuirren und unseren Weg, unsere Bestimmung – von der doch alle ständig reden – nicht zu finden! „Wo zum Teufel ist diese tolle Straße denn? Wo sind meine Leidenschaften? Wieso finde ich diesen Weg einfach nicht?“ Kennst du diese Gedanken? Ich schon. Zwar habe ich meine Leidenschaften niemals komplett aus den Augen verloren, doch die Meinungen der anderen – in dem Fall das Navi, das schon länger nicht mehr aktualisiert worden ist – hat es mir ganz schön schwer gemacht, ihnen wirklich zu folgen.

Um auf den Weg zu finden, der sich für dich richtig anfühlt, kannst du dir zunächst einmal Gedanken darüber machen, wie dein bisheriger Weg verlaufen ist. Wenn du magst, schließe jetzt für einen kurzen Moment die Augen und lasse Bilder in dir aufsteigen. Welchem Weg gleicht dein bisheriges Leben? Oft genug unterscheiden sich die Bilder in dir stark von denen, die dein Umfeld von deinem Leben hat. Manch einer wirkt durch seine steile Karriere, als sei er die ganze Zeit auf der Autobahn unterwegs gewesen, doch er selbst fühlt sich vielleicht eher, als sei er in mehrere Sackgassen hineingeraten. Wie sah dein Weg bisher aus? Und: Wohin führt(e) er?

Muss dein Weg (nur) ein Ziel haben?

Lange Zeit glaubte ich, dass es im Leben darum ginge, ein klares Ziel vor Augen zu haben und geradewegs darauf zuzusteuern. Irgendwie ist das ja auch das Ideal, oder? Doch wenn wir uns die Menschen, die wir vielleicht bewundern, genauer anschauen, entdecken wir, dass ihr Weg oft alles andere als geradlinig verlaufen ist. Oft genug haben auch sie sich in zahlreiche Gassen hineinmanövriert, haben die falschen Ausfahrten oder Umwege genommen. Vielleicht auch zunächst ohne zu wissen, wo ihr Ziel überhaupt lag.

Das Sprichwort „Der Weg ist das Ziel“ ist zwar schon ziemlich ausgelutscht, aber es hat deswegen nichts von seiner Wahrheit eingebüßt. Wenn man lernt, den Weg zu genießen, auch mal anhält, um sich die Landschaft anzusehen, anstatt auf der Autobahn mit Tempo 200 entlangzudonnern, stellt man oftmals überraschend fest, dass es so viel zu entdecken gibt! Und beim Entdecken verändert sich unser ursprüngliches Ziel vielleicht. Vielleicht finden wir es plötzlich nicht mehr so wichtig, kehren um und schlagen einen anderen Weg ein?

Ziele verändern sich. Das ist vollkommen in Ordnung. Das wirst du aus deiner Erfahrung heraus auch schon festgestellt haben. Und manchmal haben wir auch einfach kein Ziel, sondern lassen uns, von einem Augenblick auf den nächsten, den Weg von unserer Intuition weisen. Wir vertrauen darauf, dass wir nach einem wunderschönen Waldspaziergang wieder zurückfinden, genießen alles um uns herum und fühlen uns einfach nur wohl.

Es ist vollkommen okay, wenn du gerade kein Ziel hast. Versuche nicht, krampfhaft auf der Autobahn herumzufahren und nach einem zu suchen. Lehn dich zurück, entspanne dich und nutze diese Phase, um einfach mal zu genießen. Unser Leben besteht aus leistungsorientierten Phasen und Ruhephasen, das ist ganz natürlich und das kannst du auch überall in der Natur beobachten. Ruhe dich aus, lass es dir gut gehen, nimm dich selbst und deine Gefühle wichtig – egal, was dir von außen auch aufgetragen wird.

Vielleicht legst du neue Wege an?

Und wenn du das Gefühl hast, wieder Gas geben zu wollen und du auch eine Ahnung hast, wohin es gehen soll, dann leg los: Steig in deinen Porsche und tritt aufs Pedal! 🙂

Vielleicht stellst du aber auch fest, dass du gar nicht an dein persönliches Ziel gelangst, wenn du den Straßen folgst, die auf deiner Karte verzeichnet sind. Vielleicht möchtest du auf einen ganz bestimmten Berg, der jedoch so mit Brombeergestrüpp überwuchert ist, dass es schwierig ist, dorthin zu gelangen. Kaum ein Mensch war bisher dort gewesen und alle sagen dir, dass du es lieber bleiben lassen solltest, wenn du nicht mit verkratzten Armen und Beinen oben ankommen willst.

Aber du musst dich nicht durchs Gestrüpp kämpfen. Du kannst auch einfach am nächsten Tag mit dem nötigen Werkzeug ankommen und dich daran machen, diesen Weg freizulegen. Und dann kannst du ihn endlich gehen. Deinen eigenen Weg zu deinem eigenen Ziel. Das Tolle daran ist, dass dir auf diesem Weg dann auch andere folgen können. Sie müssen sich dann nicht mehr mit dem Gestrüpp herumschlagen, sondern können gemütlich hinaufwandern.

Wie auch immer dein Weg bisher aussah und wie er auch in Zukunft für dich aussehen wird: Es ist ganz persönlich dein Weg, den vor dir noch niemand auf diese Art und Weise gegangen ist. Selbst, wenn du siehst, dass er nicht so „perfekt“ war und ist, wie du ihn dir vielleicht mal vorgestellt hast, so hat er dich doch zu der Person gemacht, die du nun bist. Und nun kannst du entscheiden, wie es für dich weitergeht. Dir stehen alle Möglichkeiten offen!

Wie sah dein Weg bisher aus? Wie ist er jetzt? Ich bin schon gespannt auf deinen Kommentar!

Diese Beiträge  könnten dir auch gut gefallen:
Wieso du morgen jemand anders sein wirst
Das Leben ist schwer
Habe keine Angst davor, dein Leben zu verpassen!

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Möchtest du regelmäßig Inspirationen? Dann trage dich kostenlos in meinen Newsletter ein (jederzeit wieder abbestellbar). Ich freue mich schon auf dich!

Deine Daten sind bei mir zu 100% sicher. Du kannst den Newsletter jederzeit abbestellen.

17 Kommentare

  1. Liebe Anna,

    ich weiß gar nicht was ich genau schreiben soll. Dein Artikel kommt einfach gerade zu einem passenden Moment 🙂 er inspiriert und stärkt mich. Ich stimme dir voll zu! Und es ist erleichternd wieder mal zu lesen, dass es okay ist, mal kein bestimmtes Ziel vor Augen zu haben. Einfach dem Leben vertrauen und schauen was kommt. Danke dir! Enjoy the journey!

    Hugs,
    Linda

    • Liebe Linda,
      wie schön, dass ich dich mit meinem Artikel inspirieren und stärken könnte! Das freut mich unglaublich! Vertrauen in das Leben zu haben ist eigentlich alles, was man braucht! Ich wünsche dir ganz viel davon! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  2. Echt spannend.

    Das Ausmalen des Bildes von dem eigenen Weg.

    Ich hab gerade eher das Gefühl, dass ich in einer wunderschönen neuen Stadt angekommen bin. Dort wollte ich nach dem besten Weg fragen. Hab mich aber offenbar unklar ausgedrückt… Deshalb ist der Pulk an Menschen die ich gefragt habe alle einer anderen Meinung wo der weg für mich lang geht.

    Also nehm ich an infos mit so viel ich mir merken kann … Und Lauf noch ein paar Schritte weiter um die infos setzen…. 🙂

    Danke für den gerade super passenden Artikel

    LG.
    ~Tabea

    • Liebe Tabea,
      du führst diese Metapher auf deine Art und Weise ja ganz wundervoll weiter! Manchmal sieht man die Dinge klarer, wenn man sie in Bilder überträgt.
      Ich wünsche dir ganz viel Freude in der wunderschönen Stadt! Lass die ganzen Infos setzen und genieß auch einfach mal die Atmosphäre, die sich dir bietet! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  3. Hallo liebe Anna

    Wieder ein wundervoller Beitrag von Dir! Tja, das Leben hat mich schon sehr oft mit einer kaum ertragbaren Situation konfrontiert und mich an meine belastbarkeits Gerenze gebracht. Manchmal konnte ich es kaum mehr aushalten, doch ich habe nich aufgegeben und hatte stets das Vertrauen zu Gott in meinem Herzen und vertraute immer, dass es einen Sinn und einen guten Grund für die grossen Herausforderungen geben muss. Mit dem Verstand kann ich einiges einfach nicht verstehen und ich akzeptiere einiges ganz einfach im Vertrauen und Glauben an das Leben. In diesem Buch: http://www.sos-coach.ch/ftp/LESEPROBE.pdf erzähle ich von einem Erlebnis das mich fast in die Anderswelt brachte.
    Aber, es ist schon auch so wie Du es hier geschrieben hast:

    Wie auch immer dein Weg bisher aussah und wie er auch in Zukunft für dich aussehen wird: Es ist ganz persönlich dein Weg, den vor dir noch niemand auf diese Art und Weise gegangen ist. Selbst, wenn du siehst, dass er nicht so „perfekt“ war und ist, wie du ihn dir vielleicht mal vorgestellt hast, so hat er dich doch zu der Person gemacht, die du nun bist. Und nun kannst du entscheiden, wie es für dich weitergeht. Dir stehen alle Möglichkeiten offen!

    Liebe Anna, ich lasse Dir einen ganz lieben Gruss von mir da und würde mich natürlich sehr freuen, wenn Du mein aktuellen Beitrag auf dem Blog liest.

    https://soscoachblog.wordpress.com/2015/10/13/herzlichen-dank/

    Vertrauen wir dem Leben – Gott, bleiben unseren Herzen treu und segnen, lieben, heilen, ermutigen und helfen aktiv mit für eine friedliche, nachhaltige, liebevolle und schöne neue Welt. – Herzlich in Liebe – und mach weiters so! 🙂
    Roger

    • Hallo lieber Roger,
      es ist wirklich schön, zu lesen, dass du das Vertrauen in das Leben nie verloren hast, auch wenn es nicht einfach für dich war. Das ist ein tolles Beispiel von wahrer Stärke, die von innen kommt. Ja, Vertrauen auf dem Weg, das ist das Wichtigste. Vielen Dank für den Link zu deinem Buch, ich werde es mir die Tage auf jeden Fall ansehen. Und einen schönen und wichtigen Artikel hast du da auf deiner Seite!
      Ganz liebe Grüße dir – und mach auch du weiter so! 🙂
      Anna

  4. Ja, liebe Anna, Lebenswege …

    … sie haben mich schon immer fasziniert. Schon als ich jung war hatte ich, wenn ich über etwas rückblickend nachgedacht habe, ein Bild im Kopf: die Vorstellung eines sich verzweigenden Weges. Man entscheidet sich wissentlich oder auch unwissentlich für einen bestimmten Weg. Ich denke, das ist das Leben.

    Tja, und zu meinem eigenen Weg befragt … Ronan Keating hat mal gesungen „Live is a rollercoaster“. Manchmal habe ich das Gefühl, ich sitze in einer Achterbahn. Mal geht es hinauf, mal abwärts, mal einfach nur geradeaus – und ich habe nicht immer ein Steuer in der Hand. Geschweige denn, ein Navi ;-). Aber wer hat schon immer alles im Griff und fährt nicht mal ’ne Runde im Kreis? Das muss man auch erst mal können! 😉

    Ich bleibe jedenfalls neugierig und lerne. Ich mag das Leben und das viele Schöne auf dieser Welt. Ich fahre natürlich nicht nur Achterbahn, sondern gehe auch oft auf dem normalen Weg, auf dem nicht selbstbestimmten Weg, viel auf dem unbewussten Weg – aber hey! Ich finde mich zwischendurch immer wieder. Und das ist gut! Ich habe gelernt, ein klein wenig milder mit mir selbst zu sein – denn: wer fährt schon immer perfekt Auto?

    Interessanterweise hatte ich auch lange diesen von Dir erwähnten Satz „Der Weg ist das Ziel“ verinnerlicht. Vor einiger Zeit bin ich in eine (Lebens-)Sackgasse gefahren. Natürlich war das alte Navi schuld ;-). Ich war ganz schön sauer hinsichtlich dieser Situation. „Der Weg ist das Ziel?!“, dachte ich zornig. Nein, das passte mir einfach nicht mehr. Ich befand: das Ziel sollte das Ziel sein. Aber das ist natürlich wie alles – Ansichtssache.

    Ich danke Dir jedenfalls für Deinen schönen Artikel und freu mich auf Deine nächsten!

    Liebe Grüße.

    Michaela

    • Hallo liebe Michaela,
      vielen Dank dir für deinen wundervollen Kommentar! Oh ja, „Life is a rollercoaster“, ist so wahr. Aber hey – ich lieeebe Achterbahnfahrten! Der Nervenkitzel, wenn es langsam hochgeht und dann die unbändige Freude und Freiheit, wenn die Achterbahn hinabstürzt. Ich stelle mich auch immer – wenn das geht – für die erste Reihe an, um alles noch intensiver zu erleben! 🙂
      Ich glaube, „der Weg ist das Ziel“ soll uns dazu ermuntern, nicht nur vollkommen fixiert einem Ziel hinterherzurennen, sondern auch die Wunder des Weges zu genießen. Wir haben es alle immer so eilig, irgendwohin zu kommen, und sobald wir angekommen sind, können wir es kaum genießen, sondern hasten sofort zum nächsten Ziel. Dass das nicht glücklich macht, ist ja dann klar. 😉
      Auf deinem Weg wünsche ich dir ganz viele wundervolle Erfahrungen – und dass du die (auf den ersten Blick) nicht so wundervollen verwandeln kannst!
      Ganz liebe Grüße
      Anna

    • Hallo liebe Katharina,
      danke dir für deine lieben Worte. Ja, den persönlichen Pfad zu finden – das macht verdammt glücklich! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  5. Hallo Anna,

    so ähnlich wie du den Trampelpfad beschrieben hast, hat meine Grundschullehrerin meine zukünftige Laufbahn in der Schule beschrieben. Ich geh im Zickzack, aber immer bergauf. Ich mochte sie zwar nicht, aber wenn ich mir so meinen Lebenslauf anschaue, hatte sie Recht 😀 Nicht nur was die Schule angeht.

    Ich denke die Stopps links und rechts an der Straße sind Ziele, die wir im Laufe unseres Lebens passieren. Manchmal machen wir dort eine gewisse Zeit Rast. Danach geht es weiter auf der Straße des Lebens.

    Ich denke, es ist wichtig, dass man darauf vertraut, dass man seinen Weg finden wird. So war es bei mir jedenfalls immer und so wird es auch hoffentlich weiterhin sein. 🙂

    Grüße
    Dario

    • Hallo lieber Dario,
      im Zickzack geht es sich ziemlich gut bergauf, finde ich. 😉
      Du hast vollkommen recht: Vertrauen spielt eine sehr große Rolle, wenn man seinen Weg finden will. Und Dankbarkeit für die Umwege. Dadurch entsteht bei mir auch Vertrauen für die Zukunft, wenn man merkt, dass man auch für etwas, das man zu Beginn blöd fand, am Ende dankbar sein kann, weil es einen weitergebracht hat.
      Ich wünsche dir, dass das auch bei dir weiterhin so laufen wird.
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  6. Liebe Anna,

    äußerlich möchte ich wohl „meinen Weg“ nicht wirklich hier darstellen, zumal er dieses Jahr etwas anders wurde als ich mir das wohl vorgestellt oder gewünscht hatte, und ich wohl eher daran arbeiten sollte, wieder in eine wünschenswertere Richtung zu lenken, aber mir kamen folgende Zeilen, als ich Deinen Beitrag gelesen hatte:

    Mein Weg ist endlos. Ohne Anfang
    so zieh ich durch die Welt
    und warte, bis der letzte Schleier
    des Truges ganz einst von mir fällt.

    So will ich leben, will ich lieben
    und ganz im Herz des Einen sein;
    sein Herz in allem ewig finden,
    sein Herz in allem ewig sein.

    Herzliche Grüße,
    A.

    • Wow, dein Gedicht berührt mich sehr! Ich habe sie mir eben in ein Word-Dokument kopiert und will sie mir nachher ausdrucken. Wundervoll, da ist so viel Wahrheit drin – danke dir dafür, dass du diese Zeilen mit mir geteilt hast!!!
      Ganz, ganz liebe Grüße
      Anna

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.