Ich mache Fehler und das ist gut so

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Seit meinem Totalausfall habe ich mir Gedanken gemacht. Den Reaktionen auf diesen Beitrag zufolge möchte ich gerne einige Dinge klarstellen, bzw. meine Rolle als Autorin dieses Blogs gerne näher definieren.

Denn nur weil ich diesen Blog betreibe, heißt das nicht, dass ich fehlerfrei bin, dass ich es zur Meisterschaft im Leben gebracht habe, dass ich weiser oder klüger bin als du. Ich habe den Stein der Weisen weder gefunden, noch bin ich ein Guru, der sein komplettes Dasein durchschaut hat. Ich war noch niemals im Nirwana und habe auch noch nicht die Erlösung gefunden. Ich bin einfach nur auf der Suche; auf einer Suche, die ich mit dir teilen möchte.

Wenn ich hier Tipps und Tricks von mir gebe, bedeutet das nicht, dass ich etwas besser kann als du, dass ich etwas besser weiß. Es bedeutet nur, dass ich etwas gelernt habe, was mich in meiner Entwicklung vorangebracht hat und ich denke, dass es auch anderen helfen könnte. Denn auch ich habe von anderen gelernt, habe fremde Gedanken benutzt, um meine eigenen anzustoßen. Daraus meine Schlussfolgerung: Vielleicht können meine Gedanken dir helfen, deine eigenen zu formen.

Ich will in keinster Weise, dass du alles hier 100%-ig übernimmst, denn das, was für mein Leben funktioniert, muss bei dir noch lange nicht klappen. Aber vielleicht findest du für dich eine Möglichkeit, etwas zu verändern, zu verbessern, oder du bist gar nicht meiner Meinung – auch das ist gut, denn so lernen wir Menschen: Indem wir miteinander in Interaktion treten. Auch ich will von dir lernen, weswegen ich dich so oft darum bitte, Kommentare zu hinterlassen oder mich anderweitig zu kontaktieren. Denn ich bin noch alles andere als am Ziel (wenn es denn ein Ziel gibt).

Ich bin fehlbar. Wenn ich anfangen würde, meine Fehler zu zählen, würde ich bis morgen weitermachen. Es gibt Momente, in denen ich mich frage, warum ich all das, worüber ich schreibe und was ich anderen Leuten erzähle, selbst nicht umsetzen kann; warum der Wurm drin ist; warum ich in alte Verhaltensweisen zurückfalle, aus denen es mir schwer fällt, mich zu befreien. Es fällt mir jedoch immer einfacher, diese Momente als gegeben hinzunehmen, mein Bestmöglichstes zu tun, sie zu reflektieren und aus ihnen zu lernen. Rückgängig machen kann man sie ohnehin nicht. Ja, ich bin oft glücklich und genieße mein Leben viel mehr als noch vor einem Jahr. Aber das bedeutet nicht, dass mir tagtäglich ständig die Sonne aus dem Hintern scheint. Auch ich habe meine Probleme, auch mir fällt manches schwer, worüber andere nur den Kopf schütteln. Auch ich bin immer noch manchmal traurig, wütend, frustriert oder ratlos. All mein Wissen scheint manchmal rein gar nichts zu nützen.

Es kann gut sein, dass ich in einem Artikel das Eine schreibe, und mich einige Wochen oder Monate später widerspreche. Ist das nicht großartig? Das bedeutet, dass ich mich verändert und dazugelernt habe! Das bedeutet, dass ich nicht stehenbleibe. Und genau das wünsche ich dir auch. Denke kritisch über das, was ich schreibe, nach. Denke kritisch über alles nach, was du liest, was du siehst, was du hörst. Manches auf diesem Blog wird wie die Faust aufs Auge passen und ein andermal wirst du wild den Kopf schütteln. Das ist vollkommen okay für mich! 🙂

Ich betreibe diesen Blog nicht, um mich zu profilieren oder mich als jemand Besseren darzustellen, selbst wenn ich Ratschläge gebe. Ich würde dich einfach nur gerne inspirieren, etwas Neues zu lernen oder auszuprobieren und dir anschließend deine eigene Meinung drüber zu bilden.

Wir sind alle Menschen. Wir sind alle fehlbar und gleichzeitig alle perfekt und heil und  ganz. Ist das nicht wunderbar?

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2 Kommentare

  1. Ich verstehe vollkommen, was du meinst. Ich glaube sogar, dass jeder Blogger früher oder später mal diese Art von Artikel veröffentlicht. 😀

    Was ich cool finde ist der Gedanke, dass die Tipps und Tricks von dir dazu dienen sollen, dass wir als Leser uns eine eigene Meinung bilden und diese dann mit dir teilen, damit du wiederum auf neue Gedanken kommen kannst.

    Statt es also als Belehren zu interpretieren, kann ich es als Leser auch als Anstoß zum Austausch sehen. YAY 🙂

    • Belehren finde ich schlimm. Habe im Pädagogik-Studium außerdem gelernt, dass es ohnehin nicht klappt. Also lieber gleich so! 🙂

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