Wie du Krisen erfolgreich bewältigst – Teil 1: Wieso brauchen wir Krisen?

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Meine Güte, ging es mir in den letzten Wochen seltsam. Immer wieder, wenn ich denke, dass es mir jetzt „endgültig“ gut geht, dass ich jetzt nicht mehr in Krisen falle, passiert genau das. Und immer wieder muss ich lernen, dass Krisen unvermeidbar sind, dass sie zum Leben dazugehören. Aber nicht nur das: Krisen sind sogar notwendig. Warum das so ist und was du tun kannst, wenn du so richtig feststeckst, erfährst du in diesem ersten Artikel meiner dreiteiligen Serie zu diesem Thema.

Was ist eine Krise?

Es gibt persönliche Krisen, wirtschaftliche Krisen, Krisen, die wir als Generation durchlaufen (z.B. Pubertät, Älterwerden,…) Und sie alle haben etwas gemeinsam. Doch fangen wir von vorne an: Der Wortherkunft nach bedeutet Krise so viel wie Trennung, Streit, Konflikt. „Trennung?“, wirst du jetzt vielleicht denken. Doch es ist  bei näherer Betrachtung sehr passend, denn in einer Krise fühlen wir uns tatsächlich abgetrennt von von anderen, isoliert und womöglich unverstanden. Wir sind abgetrennt von einem reibungslosen Leben und in einem Zustand der Auflösung alter Selbstverständlichkeiten.

Eine Krise entsteht, wenn etwas nicht mehr so funktioniert wie früher und wird als Bedrohung aufgefasst. Wir bekommen Angst und fühlen uns hilflos und überfordert, sowie nicht in der Lage, Probleme zu lösen. Wir stecken fest und haben den Eindruck, dass wir nicht gut genug sind.

Eine besondere Krise: Die Leidenschafts-Krise

Wenn wir damit beginnen, unsere Leidenschaften zu entdecken und viel Freude dabei haben, können wir uns vielleicht gar nicht vorstellen, dass wir auch in diesem Bereich in eine Krise segeln könnten. Doch genau das passiert früher oder später eigentlich jedem von uns. Die Tätigkeit, die uns noch vor einigen Tagen so viel Freude machte, ist plötzlich eine Quelle von Frustration.

Genau das wollen wir uns oft nicht eingestehen. Denn wenn uns etwas so sehr begeistert, wie kann es uns dann gleichzeitig zu Frustration führen? Unser Gehirn liebt Extreme: Während wir unseren  Job vielleicht verteufeln, verlieben wir uns in unsere Leidenschaften. Und wenn wir in diesem Bereich auf Hindernisse stoßen, stellen wir ganz schnell alles infrage und finden uns in einem kritischen Zustand wieder. Wir können nicht glauben, dass der Weg, auf dem wir ewig währendes Glück erwartet haben, uns plötzlich stattdessen in einen vollkommen unklaren Sumpf hineinführt, aus dem wir keinen Ausweg wissen.

Wieso brauchen wir Krisen?

Das alles klingt nach etwas, das man tunlichst vermeiden sollte. Die meisten von uns empfinden Krisen als etwas Negatives, etwas das Angst einflößt. Wenn wir spüren, dass wir uns in einer Krise befinden, wollen wir nichts sehnlicher, als wieder herauszukommen – und verbauen uns genau durch dieses Unbedingt-Wollen den Weg nach draußen. Weil alles, was man krampfhaft und mit Druck angeht, zum Scheitern verurteilt ist oder zumindest kein dauerhaft zufriedenstellendes Ergebnis liefert.

Doch so muss es nicht sein. Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke, fällt mir auf, dass es von Höhe- und Tiefpunkten durchzogen ist; dass Krisen zu mir gehören wie der rot-weiße Mantel zum Weihnachtsmann. Obwohl ich jedes Mal, wenn es mir mies ging, der Meinung war, dass es jetzt für immer so bleiben würde, wusste ein kleiner Teil in mir stets: Ich brauche Krisen.

Kennst du die schrecklichen Bilder von großflächigen Waldbränden? Das Wasser der winzig aussehenden Löschflugzeuge vermag kaum etwas zu bewirken. Es wird vom schrecklichen Schaden für die Natur berichtet – vor allem, wenn es sich um einen Nationalpark handelt – und dir wird ganz elend, wenn du daran denkst, wie Tiere und Menschen womöglich in den alles verschlingenden Flammen umgekommen sind.

Doch seltsamerweise regeneriert sich die Natur nach einem solchen Brand sehr viel schneller als erwartet! Als ich auf den Kanaren durch ein Gebiet wanderte, wo es drei Jahre zuvor schrecklich gebrannt hatte, konnte ich es fast nicht glauben! Nur die etwas dunkleren Stämme der Fichten zeugten noch von der „Katastrophe“. Nicht nur die Bäume hatten den Brand beinahe unbeschadet überlebt – rings um mich war der Wald voller Leben! Das Feuer hatte es möglich gemacht, dass Neues entstand – Pflanzen, die durch das vormals dichte Blätterdach vielleicht keine Chance gehabt hatten, reckten sich nun in den Himmel.

Genauso wirkt auch eine Krise. Ich weiß, dass es schwer fällt, daran zu glauben, wenn man selbst mittendrin steckt, aber eine Krise ist immer auch eine Chance. Sie ist eine Möglichkeit, alles hinter dir zu lassen und etwas Neues hervorzubringen. Sie ist ein Katalysator für Entwicklung. In kaum einem anderen Zustand lernen wir in so kurzer Zeit so viel über das Leben und über uns selbst. Die Krise zwingt uns zur Veränderung, weil der augenblickliche Zustand nicht mehr aushaltbar ist, und oft genug sind wir später dankbar für sie. So geht es mir zumindest. Die Momente, die ich verflucht habe, während ich in ihnen steckte, sehe ich nun als das Beste, was mir jemals hätte passieren können.

Warum Problemlösestrategien oft nicht funktionieren

Doch auch, wenn Krisen viele positive Aspekte haben und dir auch klar ist, dass sie im Leben sowohl unvermeidbar als auch notwendig sind, ist es immer noch kein Zustand, in dem du gerne verbleiben möchtest. Was du willst, ist eine Lösung – und das am liebsten auf dem Silbertablett serviert. Dass sie auf diese Weise aber nie zu uns kommt, ist dir zwar unterbewusst klar, aber wir hoffen es dennoch jedes Mal aufs Neue.

Doch auch ohne fremde Hilfe gibt es mehrere Strategien, um einen kritischen Zustand hinter sich zu lassen: Je nach Persönlichkeit verdrängen wir das Problem erstmal (um es zu einem anderen Zeitpunkt wieder auftauchen zu lassen), gehen gleich ins Tun und auf Lösungssuche oder bleiben in unserer passiven Opferrolle gefangen. Sicher springt dir das Tun gleich ins Auge und dir wird deutlich, dass das die beste Option ist, um eine Krise erfolgreich zu bewältigen. Dieser Ansicht war ich lange Zeit auch, doch das hat sich geändert.

Ich habe festgestellt (und du vielleicht auch), dass ein Mehr an Tun die Krise oftmals nicht auflöst, sondern nur noch verstärkt. Wir merken häufig, dass sämtliche Problemlösestrategien, die früher zum Erfolg geführt haben, nicht mehr anwendbar sind und probieren immer mehr Neues aus. Das Herauskommen aus dem kritischen Zustand wird zu unserer ersten Priorität, schließlich haben wir gelernt, dass nur die Fleißigen vorankommen. Wie kann es aber sein, dass genau dieses unablässige Tun uns nur noch verwirrter macht, anstatt uns endlich Klarheit zu schenken?

Klarheit als erstrebenswerter Zustand

Wie in meinem Artikel über das Leidenschafts-Paradox bereits beschrieben, bin ich der Meinung, dass es sich mit unserem Geist ähnlich verhält wie mit einem schlammigen Teich: Der Schlamm muss sich erst einmal setzen, damit das Wasser klar werden kann; doch das ist unmöglich, wenn wir ständig tun und machen und den Schlamm immer wieder aufwühlen.

Zwar ersehnen wir uns alle die Klarheit als das Endziel aus der Krise, doch wie wir dorthin gelangen sollen, ist uns häufig vollkommen unbekannt. Wir wollen schnell wieder funktionieren und so tun, als sei die Krise niemals dagewesen. Doch genau hierin liegt das Problem: Auf diese Art und Weise verschenken wir die Chance, die sich uns mit der Krise bietet und entwickeln uns nicht weiter. Die nächste Krise derselben Art ist dann nur noch eine Frage der Zeit. Was wir an dieser Stelle tun müssten, ist, uns die Zeit und den Raum zu gönnen, das aufzuarbeiten, was geschehen ist und unsere Lehren für die Zukunft daraus zu ziehen.

Klarheit ist ein unglaublich wichtiger, aber immer wieder völlig unterschätzter Punkt auf unserem Weg aus der Krise. Welche Möglichkeiten es gibt, in die Klarheit und somit gestärkt aus dem kritischen Zustand zu gelangen, erfährst du in meinem zweiten Teil von „Wie du Krisen erfolgreich bewältigst“.

Hier findest du die restlichen Teile meiner Reihe:
Teil 2: Wieso Klarheit?
Teil 3: Wie geht es weiter?

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12 Kommentare

  1. Hi Anna,

    das ist doch mal ne super Artikelserie!

    Sind viele wichtige Punkte dabei, die du ansprichst. Vor allem für uns, die wir auch schon so richtig tief in der Scheiße gesteckt sind, ist es wahnsinnig schwer, sich von Krisen nicht verrückt machen zu lassen und nicht gleich den Weltuntergang oder die nächste Depression zu befürchten.

    Ich finde es auch super spannend, was uns Krisen zu sagen haben und werde immer besser im Zuhören. Früher bin ich davongelaufen und konnte also gar nichts mehr aufnehmen, was mir das Leben sagen wollte.

    Ach, und noch eine intime Frage: Leidest du auch ein wenig unter dem Schreib-/Blogger-Burn-out, wie es Sarah so schön formuliert hat? 😉

    Liebe Grüße

    Mischa

    • Danke dir, lieber Mischa!
      Es freut mich, dass das Thema „ankommt“. Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich es verpacken soll, aber letztendlich müssen wir dem Ganzen manchmal ins Auge sehen und uns eingestehen, dass es verdammt nochmal nunmal eine Krise ist! Was du ansprichst, ist jedoch vollkommen richtig – so eine Krise mag zwar scheiße sein, aber das bedeutet noch lange nicht, dass man wieder bei Null startet und vollkommen abrutscht.
      Zu deiner intimen Frage: Ein Burnout ist es nicht, aber eine gewisse Überforderung hat sich bei mir in letzter Zeit auch eingestellt. Es war unschön, aber jetzt geht es langsam bergauf – weil ich herausgefunden habe, was mir die Krise sagen wollte. 😉
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  2. Hey Anna,

    ich glaube ich brauch nicht erneut schreiben, wie sehr ich deine Beiträge genieße!
    Ich selber bin ein „PoLEi“ (Mensch mit Positiver Lebenseinstellung), doch auch mich ereilen manchmal Krisen. Wichtig ist zu erkennen, dass jede Krise ein Zeichen ist. Ein Zeichen für Fortbewegung, Leidenschaft und Neubeginn.

    Krisen zeigen uns, dass die Dinge in Bewegung sind. Wenn es dann noch eine Leidenschafts-Krise ist, zeigt das nur umso mehr, dass einem das Thema wichtig ist. Und in jeder Krise steckt ein Neubeginn! Krisen bedeuten einen Zusammenbruch des Alten, und das kann manchmal schmerzhaft sein (z.B. ein geliebtes Projekt beenden) ABER es steckt so viel neue Kraft und Energie in Ihnen, dass ein Neubeginn danach ansteht.

    Also lasst uns die Krisen nicht verteufeln, sondern begrüßen wir sie als eine Chance zur Reflektion und persönlichem Wachstum!

    Alles Liebe
    Alex

    • Hallo lieber Alex!
      Schön, von dir zu lesen! 🙂 Hehe, ja, auch wir PoLEis sind nicht vor Krisen gewappnet und das ist auch gut so, denn ja: Sie sind ein Zeichen für Fortbewegung! Du führst einen sehr wichtigen Aspekt an: Wenn uns etwas nicht wichtig wäre, würden wir deswegen nicht in eine Krise stürzen. Das betont sehr schön nochmal den positiven Aspekt.
      Herzlichen Dank dir für deinen Kommentar und liebe Grüße
      Anna

  3. Liebe Anna,
    eine tolle Idee für eine Artikelserie! Wir sind ja nicht allein mit unseren Krisen, überall liest man von Niederlagen und Zweifeln und es-geht-doch-nicht. Bisher haben wir das nur immer negativ besetzt und es ist Zeit, daraus etwas Postives zu ziehen. Jede Krise weist uns doch nur darauf hin, dass es noch einen Punkt gibt, der noch nicht bearbeitet ist.
    Ich habe festgestellt, dass Rückzug und Akzeptanz schneller die Erkenntnis bringt, was ich daraus lernen kann, was es genau ist, das mir Probleme bereitet. Wir können uns nicht mehr vor uns selbst verstecken, das ist wohl die allgemeine Aufgabe momentan für uns alle.
    LG
    Sybille

    • Liebe Sybille,
      es freut mich sehr, dass dir mein Thema für die Artikelserie gut gefällt! Richtig, man liest wirklich überall von Krisen und kriegt schon richtig Panik vor der nächsten. Du nimmst mir ja schon mein zweites Thema voraus: Rückzug und Akzeptanz führt zu innerer Klarheit, mit der es uns gelingt, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. 🙂
      Alles Liebe
      Anna

  4. Hallo Anna,

    deine Artikelreihe kommt grad wie gerufen.

    Mich hatte es gestern auch mal wieder so richtig erwischt. Ich steckte mal wieder in ein und der selben Krise wie schon seit längerer Zeit.
    Dein Beispiel mit dem Schlamm und dem See fand ich sehr gut.
    Nur was ist, wenn genau das der Punkt ist und man es nicht schafft das Gewesene zu verarbeiten?
    Bisher habe ich es nicht geschafft und daher gibt es Momente in denen ich wieder gefühlsmäßig zu 100% in der Vergangenheit drin bin. Vom Kopf her weiss ich genau was zu tun wäre, aber das Herz spricht eine andere Sprache.
    Und in solchen Momenten habe ich immer das Gefühl, dass ich das Geschehene nie verarbeiten kann.

    Heut gehts mir wieder besser, aber ich weiß ganz genau, dass ein solcher Moment wieder eintreten wird.

    Ich bin gespannt auf die Fortsetzung liebe Anna 🙂

    LG Swedengirl

    • Hallo liebe Swedengirl,
      es freut mich, dass mein Artikel auch für dich zum richtigen Zeitpunkt kommt. Vielleicht liegt ja irgendwas in der Luft oder die Konstellation Saturn zu Uranus ist irgendwie seltsam. 😉
      Ich weiß, dass es nicht immer leicht ist, das umzusetzen, aber der einzige Weg, mit der Vergangenheit abzuschließen, liegt darin, sie zu akzeptieren. Akzeptiere aber nicht nur sie, sondern auch die Tatsache, dass es schwer ist, sie zu akzeptieren. Verurteile dich nicht dafür und versuche nicht, irgendwohin zu gelangen. Versuche einfach, deine Gefühle – wenn sie hochkommen – zu beobachten. Am besten losgelöst von der Geschichte, an der sie kleben. Schenke deinen Gefühlen die komplette Aufmerksamkeit, sage dir einfach: „Oh, da ist sie, die Traurigkeit/Wut/Angst, etc. – so fühlt sich das an.“ Du kannst probieren, das Gefühl dann in deinem Körper zu lokalisieren. Ja, die Momente kommen vielleicht immer wieder. Aber es sind nur Momente. Du sagst selbst, dass sie auch wieder gehen. Dieser Gedanke hilft mir in einer Krise immer sehr: Nichts ist von Dauer, alles hat ein Ende. Vielleicht werden deine Gedanken an die Vergangenheit nicht nachlassen, aber du wirst lernen, dich nicht mehr mit ihnen zu identifizieren und dich von ihnen mitreißen zu lassen. Du wirst lernen, mit ihnen umzugehen und trotz ihnen glücklich zu sein! 🙂
      Ganz liebe Grüße dir!
      Anna

  5. Hallo Anna

    Toller Artikel. – Wie du richtig schreibst, man liebt und braucht Krisen, würde sie aber gern aus dem Leben verbannen sobald sie auftauchen. Eine typische Hass-Liebe 🙂

    Ich sehe Krisen ein wenig wie „Fehlermachen“. Fällt man so richtig auf die Schnauze, gefällt es einem im ersten Moment so gar nicht.

    Stell dir einen Jungen vor der gerade Fahrradfahren lernt und hinfällt. Schrammen überalle, ev ein wenig Blut. Er hasst sein Fahrrad, möchte es am liebsten verkaufen.

    Doch dann kommt die Mutter und setzt in auf sein Fahrrad und unterstütz ihn die ersten Meter beim Fahren. Er gewinnt Mut und auf einmal funktioniert das Fahren ganz ohne Hilfe.

    Ich denke genauso ist es bei Krisen. Plötzlich tauchen Menschen auf und helfen bzw stehen uns zur Seite.

    Krisen sowie Fehler, machen einen nur stärker im Leben. Ein weiterer Beweis, dass „das Unangenehme“ uns wachsen lässt 🙂

    lg
    Patrick

    • Hallo lieber Patrick,
      danke für deinen tollen Kommentar und das anschauliche Beispiel mit dem Fahrradfahren. Krisen und Fehler haben viel gemeinsam. Es sind meist „Fehler“, die wir gemacht haben, die uns in Krisen hineinführen. Sei es auch nur der Fehler, uns nicht wichtig genug genommen zu haben. Das mit der Hilfe kann ich so leider nicht bei jeder Krise bestätigen. Meist hab ich mich an meinen eigenen Haaren herausgezogen, nachdem ich vergeblich auf Unterstützung gewartet hatte. Aber das sind vielleicht auch meine persönlichen Erlebnisse. Es ist toll, dass du da andere Erfahrungen gemacht hast! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  6. Liebe Anna,

    sehr schön und klar hast du deinen Artikel über Krisen geschrieben. Mir gefallen deine Beispiele, die sind so bildlich und helfen sich das ganze besser vorzustellen. In meinem Leben habe ich festgestellt, dass eine Krise immer dann auftaucht, wenn ich mich für etwas Neues entscheide. Wenn ich bewusst einen neuen Schritt machen möchte oder mein Leben mit etwas bereichern möchte. Ich erinnere mich an einen Winter in dem ich an einem Kurs zum Thema „Fülle annehmen“ teilgenommen habe. So hab ich gedacht, jetzt darf ganz viel Fülle in mein Leben kommen, wie toll. Doch das genau Gegenteil war der Fall. Ich bin in eine Krise gefallen, in der sich alle möglichen unangenehmen Gefühle wie Existenzängste, Mangelgedanken, und und und an der Oberfläche zeigten. Mein erster Impuls war davor wegzulaufen weil es mir Angst gemacht hat. Doch der Schritt aus der Krise heraus war das Gegenteil. Statt wegzulaufen habe ich mir meine Ängste angeschaut. Mich mit den aufkommenden Gefühlen auseinandergesetzt und dadurch irgendwie Platz geschaffen für die Fülle die ich ja annehmen wollte. Seit dem stelle ich mir das so vor, dass erst einmal „Altes“ gehen muss (in Form von Krisen) damit das „Neue“ auf fruchtbaren Boden trifft, wie die Pflanzen nach einem Waldbrand.

    Danke von Herzen für deinen Artikel.

    Lia

    • Liebe Lia,
      dein Beispiel finde ich sehr interessant, so habe ich das noch gar nicht betrachtet, dass Krisen dann auftauchen, wenn man sich innerlich für etwas Neues entschieden hat. Vermutlich war ein Teil dann noch nicht bereit dafür und das erzeugt eine Spannung und führt in eine Krise. Das ist echt spannend! Danke dir für diesen tollen Anstoß!
      Ganz liebe Grüße
      Anna

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