Wie du Krisen erfolgreich bewältigst – Teil 2: Wieso Klarheit?

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In meinem 1. Teil meiner Artikelserie „Wie du Krisen erfolgreich bewältigst“ habe ich bereits angesprochen, dass Klarheit für mich den entscheidenden Weg aus der Krise heraus darstellt. Wenn du aus einem kritischen Zustand in die Klarheit gehst, anstatt zu versuchen, sofort wieder wie bisher weiterzumachen, wird dir das nicht nur schneller gelingen, du wirst dich dabei auch stärker weiterentwickeln. Warum das so ist und welche Möglichkeiten es gibt, in die Klarheit zu kommen, erfährst du heute in meinem 2. Teil.

Der Weg raus – weniger ist mehr

Wenn wir uns in einer Krise befinden, versuchen wir oft, diesen Zustand so schnell wie möglich hinter uns zu lassen und verhindern dadurch oftmals, dass wir aus ihr lernen können. Wie ich bereits in meinem letzten Artikel erklärt habe, ist jedoch genau das der Sinn einer Krise: Etwas Altes funktioniert nicht mehr und etwas Neues muss her. Wenn wir alles dafür tun, dem für uns unangenehmen Zustand zu entfliehen, nehmen wir uns die Möglichkeit auf Entwicklung. Doch das Leben möchte, das wir uns entwickeln und sicher weißt du bereits aus Erfahrung, dass es uns genau deswegen so lange Krisen schickt, bis wir es endlich kapieren. Aber selbst wenn unser Körper krank wird und uns ein eigentlich eindeutiges Alarmsignal sendet, gehen wir zum Arzt, um mit einer Pille so schnell wie möglich wieder gesund zu werden. Um die eigentlichen Ursachen kümmern wir uns schon lange nicht mehr.

Damit meine ich nicht, dass du bei deiner nächsten Erkältung deine Vergangenheit psychoanalysieren musst, um anschließend deinen angeblichen Ödipus-Komplex zu „heilen“. Weniger ist auch hier mehr. Du musst dir dein Hirn überhaupt nicht darüber zermartern, was mit dir nicht stimmen könnte. Ich stelle in Krisenzeiten zwar auch immer wieder Hypothesen darüber auf, warum ich da bin, wo ich bin, aber meist erweisen sie sich als ziemlich schwachsinnig. Erst mit dem nötigen Abstand (und auch einem Abstand vom ständigen Grübeln) komme ich meist zu den für mich wichtigen Einsichten. Denn genau nach diesem Abstand kommt die Klarheit ganz von selbst.

Klarheit – oft vergessen und meist vernachlässigt

Wir sind in unserer Gesellschaft so sehr auf das Funktionieren ausgelegt, dass meist keine Zeit bleibt, um überhaupt Klarheit zu schaffen. Wie auch, wenn wir ständig von Termin zu Termin hetzen? Selbst, wenn wir mal krankgeschrieben sind, gönnen wir uns die nötige Ruhe meist nicht und halsen uns bereits beim ersten Anzeichen von Besserung neue Pflichten und Ziele auf.

Die meisten von uns kommen nicht einmal auf die Idee, dass ihr Ziel in der Krise die Klarheit anstatt das schnellstmögliche Wieder-Funktionieren sein sollte (auch wenn es sich dabei um eine Leidenschafts-Krise handelt). Und wenn wir den Gedanken mal haben, verwerfen wir ihn schnell wieder. „Ja, es wäre eigentlich wichtig, mich selbst als den wichtigsten Menschen zu betrachten und mir erstmal Klarheit zu verschaffen, aber das geht nunmal nicht. Den Luxus kann ich mir nicht leisten“.

Luxus? Ich finde, es ist eine Notwendigkeit. Denn wie solltest du auch bitte in der Lage sein, angemessen zu funktionieren, wenn du vollkommen verwirrt, durcheinander und frustriert bist?

Nimm deinen aktuellen Zustand an

Wenn wir darüber nachdenken, ist es ja eigentlich ganz logisch, dass wir Klarheit benötigen, um gestärkt aus einer Krise hervorzugehen. Sind wir weniger aufgewühlt, kommt die Lösung unseres Problems meist von ganz alleine – das hast du sicherlich selbst schon festgestellt. Und dennoch verrennen wir uns so oft in einem Netz aus Handlungen und Reaktionen, sind frustriert und wollen unbedingt weiterkommen. Natürlich ist diese Frustration ein Kennzeichen für Krisen, doch du musst nicht auch noch darüber frustriert sein, dass du frustriert bist.

Nimm deinen Zustand einfach nur an, ohne dich dafür zu verurteilen. Wenn wir uns eingestehen, dass wir uns in einer Krise befinden und dass es uns beschissen geht, sind wir viel eher in der Lage, uns den für die Klarheit nötigen Raum zu verschaffen und uns selbst zur Priorität zu machen. „Ich bin in einer Krise und mir geht es mies“ – das zu sagen ist manchmal ziemlich befreiend. Auch gegenüber anderen, denn dann hat dein Umfeld viel eher Verständnis dafür, wenn du ihnen gegenüber äußerst, dass du ein wenig Abstand brauchst. Oftmals sind auch Chefs und Kollegen kooperativ, wenn du ihnen offen und ehrlich sagst, was mit dir los ist. Schließlich will kein Vorgesetzter, dass sein Angestellter ein Burnout erleidet und monatelang krankgeschrieben wird.

Hast du deinen Krisenzustand angenommen, wird es Zeit für dich, in die Klarheit zu kommen, die sich vielleicht noch nicht von alleine einstellen will. Glücklicherweise gibt es hier bereits bewährte Wege.

Wege zur Klarheit

1. Alleinsein

Dass ich das Alleinsein als sehr erholsam und klärend empfinde, hast du vielleicht schon gelesen. Indem wir uns (eine Zeit lang) nicht mit anderen Menschen umgeben, fällt es uns viel leichter, den fremden Stimmen in unserem Kopf nicht zuzuhören. Die Stimme unseres Herzens ist meist leider ziemlich leise und lässt sich erst vernehmen, wenn wir alleine und in der Ruhe sind. Das bedeutet nicht, dass du nach 5  Minuten Alleinsein einen Geistesblitz bekommst, der dir den Weg aus der Krise nennt, aber wenn sich deine Gedanken beruhigen (und das werden sie nach einer Weile, vermutlich wird es länger als 5 Minuten dauern), wirst du selbst friedlich und ein wenig klarer.

Meditation

In der Meditation kannst du das Alleinsein geradezu perfektionieren. Hier bist du nur mit dir selbst und kannst genau spüren, was an Emotionen und Gedanken in dir aufsteigt. Zu meditieren ist kein Hexenwerk, aber gerade weil es so einfach ist, fällt es vielen schwer, einfach nichts zu tun, sondern einfach nur zu sein. Ich fühle mich nach der Meditation oft unglaublich klar, ruhig und fokussiert. Probier es einfach mal aus!

Natur

Falls Meditation (noch) nicht dein Ding ist, oder du einen Ausgleich für dein Kissen suchst, magst du vielleicht in die Natur gehen. Ihre einfachen Rhythmen, die uns aus dem Alltag holen, beruhigen unsere Gedanken ganz automatisch und lassen uns die Dinge klarer und entspannter sehen.

Home-Retreat

Sehr empfehlen kann ich dir ein Home-Retreat – ein Rückzug und „Kloster“ auf Zeit in deinem eigenen Zuhause. Dabei verzichtest du auf Fernsehen, Internet, Bücher und sonstige Interaktionen und bist völlig mit dir alleine. So ein Tag wirkt bei mir vor allem in der Krise wahre Wunder und du solltest ihn unbedingt ausprobieren!

2. Bewegung

Manchmal fühlen wir uns in Gedanken so festgefahren, dass uns Bewegung sehr gut tut. Bewegt sich der Körper, bewegt sich oft auch der Geist und das Denken wird flexibler. Dabei ist alles erlaubt, was dir gefällt und gut tut! Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit Yoga, Laufen und Tanzen gemacht, aber wenn du dich auf andere Art und Weise gerne bewegst – nur zu! Gerade Bewegung draußen sorgt oft dafür, dass unser Hirn mal so richtig durchgelüftet wird und wir uns danach viel klarer fühlen!

3. Achtsamkeit

Achtsamkeit bedeutet für mich, im Hier und Jetzt zu sein. Durch die Konzentration auf den jeweiligen Augenblick verschwindet nach und nach das Durcheinander im Kopf und das Leben wird einfacher. Wenn wir nicht mehr über Probleme in der Vergangenheit oder Zukunft nachdenken, sondern vollkommen präsent in der Gegenwart sind, stellen wir fest, dass wir diejenigen sind, die die Probleme erst erschaffen. Selbst wenn die Tätigkeit, die du ausführst, vielleicht auf den ersten Blick banal oder langweilig erscheint, gibt es sicher Dinge an ihr, die du bisher noch nicht wahrgenommen hast. Ich habe z.B. letztens entdeckt, welch wunderschöne Dampfmuster mein Tee auf dem Glas zeichnet. Nach Jahren, weil ich bisher immer etwas anderes beim Teetrinken gemacht habe! Achtsamkeit lässt uns die Schönheit des Lebens viel klarer wahrnehmen.

4. Kreativität

Für mich ist kreatives Arbeiten immer ein Ventil, um meine Anspannung loszulassen und neue, positive Energie in mein Leben zu bringen. Da aus einer erfolgreich bewältigten Krise immer etwas Neues entsteht, kannst du den Samen bereits hier säen. Vielleicht behauptest du von dir, du seist nicht kreativ, weil du weder malen, singen, noch basteln kannst. Versuche einmal, Kreativität nicht so eng gefasst zu sehen. Man kann in jedem Bereich des Lebens etwas erschaffen und selbermachen: Beim Kochen, beim Probieren einer neuen Wanderroute, beim Handwerkern. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Vielleicht findet sich beim Ausprobieren ja auch etwas ganz Neues und bringt dich auf eine geistreiche Idee, mit deren Hilfe dein Problem gelöst werden kann?

5. Spaß

Ganz wichtig finde ich es in einer Krise, auch mal Spaß zu haben. Vielleicht hast du keinerlei Lust auf Meditation, Alleinsein oder Kreativität und dir wächst einfach alles über den Kopf? Das kann ich gut verstehen! Das Beste ist es in diesem Fall, wenn du dich einfach ein wenig von deinem Alltag ablenkst und Spaß hast! Triff dich mit deinen Freunden, mache einen Ausflug, gehe ins Theater oder sei einfach nur ganz faul. Gib dir in der Krise ganz ausdrücklich die Erlaubnis, gut zu dir zu sein und das zu tun, was dir gefällt! So gewinnst du langsam Abstand von deinen kreisenden Gedanken und findest zur Klarheit.

Was du von Klarheit nicht erwarten solltest

Da wir es in einer Welt voller Wunderpillen gewohnt sind, alle unangenehmen Zustände auf Knopfdruck abzustellen, wirst du zunächst enttäuscht von der Klarheit sein. Vielleicht gelingt es dir, dein Gedankenkreisen zu beruhigen und deinen Puls zu verlangsamen, aber eine Lösung ist immer noch nicht in Sicht. Du bist enttäuscht: „Habe ich doch gleich gewusst, dass das, was Anna schreibt, nicht funktionieren kann. Es wäre ja auch zu einfach.“ Wenn du eine schnelle Lösung suchst, muss ich dich tatsächlich enttäuschen. Dann solltest du vielleicht doch lieber zu deinem Arzt gehen. Sei aber nicht frustriert, wenn sich die nächste Krise anbahnt.

Wenn du dich aber entwickeln willst, wenn du wachsen möchtest und wenn du die Veränderung willkommen heißt, bist du mit der Klarheit auf dem richtigen Weg. Das Wichtige auf diesem Weg ist jedoch, dass du es aufgeben musst, nach einer Lösung zu suchen, um sie zu finden. Klingt ein wenig verrückt, ist aber so. Die Lösung deines Problems kann plötzlich zu dir kommen, aber manchmal dauert es Jahre, bis du sie endlich vor dir siehst. Wenn du in die Klarheit gehst, ist es wichtig, alle Erwartungen loszulassen und einfach nur zu sein. Das reicht vollkommen. Nimm dir die Zeit, um nirgendwohin zu kommen. Nimm dir Zeit für Freude in deinem Leben. Du musst weder friedlich noch erleuchtet sein, noch 10 Schritte befolgen. Du kannst auch alles bisher Gelesene vollkommen ignorieren, wenn du dir nur folgenden Satz merkst:

Lasse alle Erwartungen los.

Wie du nun aus der Klarheit heraus zu deinem vollen Potenzial gelangst und es ausleben kannst, zeige ich dir in Teil 3 von „Wie du Krisen erfolgreich bewältigst“.

Hier findest du die restlichen Artikel meiner Reihe:
Teil 1: Wieso brauchen wir Krisen?
Teil 3. Wie geht es weiter?

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13 Kommentare

  1. Hallo Anna,

    ich finde es richtig toll, dass Du diese Krisen-Reihe gestartet hast. Meiner Meinung nach haben mehr Menschen eine Krise als sie vermuten. Zum Anderen haben wir einfach nie gelernt mit Krisen umzugehen außer laut „NEIIIIIN!“ zu schreien und versuchen unser Gesicht zu wahren. Ich meine wir lernen in der Schule Mathe, Deutsch, Physik, Chemie, etc. aber keine richtigen „Life-Skills“, die umso wichtiger wären! Meditation & Yoga statt Sportunterricht. Achtsamkeit und Mitgefühl statt Religion. Menschlichkeit statt funktionieren. Das wäre eine wunderbare Schule, die Schule des Lebens 😉

    Bis dahin sollten wir Menschen einfach lernen mit unseren Krisen offen und ehrlich umzugehen und du bietest hier wunderbare Instrumente, mit denen eine Krisenbewältigung möglich ist. Besondern gefallen mir die Punkte Kreativität und Spaß. Wann hast Du dich zuletzt einfach hingesetzt mit einem Karton voller Kreide, Farben, Pinsel, Glitzer, Tonpapier, etc. und hast dich einfach mal ausgelassen. Oder eine Leinwand vor dir gehabt ohne den Anspruch ein „Kunstwerk“ zu zaubern. Einfach drauf los und deine Seele wird ein Kunstwerk draus machen! Wir sollten lernen das Kind in uns zu entdecken, denn wie oft sind Kinder schon, eigenmotiviert, in einer Krise gelandet? Also ich kenne keins!

    Gemeinsam für ein geniales Leben!

    Danke Anna, Du bist eine solche Bereicherung für unsere Welt und ich würde mich rieeeeesig freuen in Zukunft vllt. mal ein gemeinsames Projekt zu starten.

    Herzlichst
    Alex

    P.S. Mein Blogname steht endlich 🙂 Er wird „Sternengreifer“ heißen. Das Logo ist gerade in der Entwicklung 😀

    • Lieber Alex,
      ohh ja, Life-Skills wären echt mal was für die Schule! Aber letztens habe ich irgendwo gelesen, dass Meditation in einer deutschen Schule gelehrt wird! das finde ich so wundervoll! Im Buthan gibt es das auch, da nennen die Kids das „Den Kopf waschen“ – so süß! 🙂 So toll, wie du es sagst „…deine Seele wird ein Kunstwerk daraus machen“. Genauso geht es mir immer wieder mit einer leeren Leinwand. Einfach ohne Anspruch drauflos malen/zeichnen/kritzeln – da haben Kinder uns echt so viel voraus!
      Wow, Alex, ich bin vollkommen begeistert von deinem Blognamen! Er zaubert mir sofort ein Strahlen auf’s Gesicht und ich bin mir sicher, dass es da nicht nur mir so gehen wird. Ich bin schon sooo gespannt und würde mich auch freuen, in irgendeiner Weise mit dir etwas zu starten! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  2. Liebe Anna,
    die Langsamkeit und das sich entwickeln lassen finde ich mit den wichtigsten Punkt. Was hab ich früher immer versucht, schon das Endergebnis zu sehen und konnte es nicht abwarten. Ich wollte unbedingt schnell raus und weg aus der Krise und habe so manche unüberlegte Spontanhandlung hingelegt. Die natürlich nicht gut ausging.
    Heute kann ich das viel eher akzeptieren. Es läuft was nicht? Okay, dann warten wir mal ab, was sich rauskristallisiert. Und wichtig ist wirklich erst mal nur der nächste Schritt. Aus dem entwickelt sich dann der nächste und wieder der nächste. Und das macht sogar irgendwie Spaß, was man dabei alles entdecken kann.
    LG
    Sybille

    • Liebe Sybille,
      ohh, ich kann mich in deinen Worten so wiederfinden! Dieses „schnell wieder raus aus der Krise“ kenne ich nur zu gut. Stimmt, es ist eigentlich nur der nächste Schritt wichtig, man muss gar nicht immer gleich alles infrage stellen. Danke dir für diese wundervollen Ergänzungen! Übrigens habe ich vorhin deinen neuesten Artikel gelesen, der ja auch sehr passend ist. Und ich habe beschlossen, demnächst mal eine Kreativpause einzulegen. Ich bin schon total gespannt, was dabei alles an die Oberfläche kommt – oder auch nicht. Einfach nur loslassen reicht auch… 😉
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  3. Liebe Anna,

    wundervoll Deine Krisen-Serie <3 Letzte Woche hat mir auch schon sehr gefallen. Du hast so Recht, Klarheit – Abstandnehmen, und statt rumwühlen mal auf das innere Kind hören, das wirkt Wunder. Und dabei vertrauen, dass die Krise zu irgendwas gut ist, und sich das noch zeigen wird. Wann auch immer. Für mich gibt es deshalb schon eine einzige Erwartung, die mir in der Krise hilft: Seit ich nämlich festgestellt habe, dass sich dieses auf-das-Beste-Vertrauen im Grunde wie eine positive Erwartung anfühlt, finde ich es viel leichter, die Krise willkommen zu heißen und mir Zeit zu gönnen. Im Erwarten sind wir ja eh große Klasse, aber vertrauen klingt immer so erleuchtet, dass ich bis vor kurzem gar nicht wusste, wie ich das im Krisenfall machen soll. Wenn ich es mal wieder vergesse, sag ich mir einfach, dass ich jetzt statt mir das Schlimmste auszumalen, auch erwarten könnte, dass sich alles wundervoll fügt. Das find ich dann immer ganz erstaunlich und kann so lange Seelenkur machen, bis ich mich wieder stark genug (stärker 😉 ) für den Alltag fühle^^

    Seit ich das auch bei dem kleinsten Minikrisen-Anzeichen mache, brauche ich vorerst keine Riesenkrisen mehr. Bei mir ist es auch so, wenn ich einen von den Klarheitswegen (meine Favoriten sind Kreativität, Tanz-Meditation, Spaß, – und schlafen), wähle, zeigen sich zumindest Teile der Lösung ziemlich schnell – derweil oder spätestens ein paar Tage danach. Und einem kleinen Klarheitsimpuls zu folgen reicht meistens, damit sich alles andere auch zusammenfügt. Ist das bei Dir auch so?

    Ich bin schon auf nächste Woche gespannt und schick Dir bis dahin viel Sonne aus dem Osten 🙂
    Deine Ruth

    • Liebe Ruth,
      danke dir für deinen lieben Kommentar! Ja, Vertrauen ist eine wichtige Sache in Krisen. Nur, wenn man vertraut, kann man auch loslassen und in die Klarheit kommen. Ich habe das vermutlich als so selbstverständlich angesehen, dass ich das nicht einmal explizit erwähnt habe. 😉 Danke dir für die Ergänzung!
      Das mit den Minikriesen und Riesenkriesen habe ich auch schobn beobachtet. Man wird einfach „krisenversierter“ und trainiert den sinnvollen Umgang mit ihnen ein, sodass man nicht mehr (so wie ich früher) in das große Loch fällt. Je nach Krisengröße reicht es bei mir auch schob oft, einem kleinen Klarheitsimpuls zu folgen. Manchmal hilft jedoch erstmal gar nichts. Das dann so zu akzeptieren ist für mich nach wie vor nicht immer einfach, aber es wird immer besser. 🙂
      Die Sonne ist angekommen, hehe. Hier haben wir auch ganz viel davon! Danke für’s Schicken! 😉
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  4. Hi Anna.

    Dein Artikel hat mich nachdenklich gestimmt. Ich weiss gar nicht was ich auf die vielen Eindrücke antworten soll. Ich fange einfach mal an.

    Ich empfinde Klarheit als etwas sehr wertvolles, doch diese muss ich mir laufend erarbeiten. Wenn ich z.B. an meinen Herzenswunsch denke, dann hatte ich anfangs eine Ahnung wohin die Reise gehen soll. Ein paar Jahre später und nach diversen Prozesse wurde das Bild klarer und ich weiss wohin ich will.
    Um Klarheit in mein Leben zu bringen brauche ich in Kontakt mit mir zu sein. Je mehr ich ins tun komme und mich von mir entferne, umso trüber wird das Bild. In Kontakt mit mir zu sein bedeutet mir Zeit für mich zu nehmen, zu meditieren (am besten hat sich die Achtsamkeitsmeditation erwiesen), Tagebuch zu führen, mich zu reflektieren, Sport zu treiben oder in die Natur zu gehen (zb. Wandern).
    Tiefe Gespräche mit Freunden oder Mentoren haben mich ebenfalls weitergebracht. Dies würde ich in deiner Liste noch ergänzen. Input von Aussen haben mir neue Denkanstösse gegeben, welche mich Lösungen finden liessen, an welche ich zuvor nicht gedacht habe.
    Grundsätzlich sehe ich es aber so: Die Lösung liegt in dir selbst.

    Lieben Gruss
    Markus

    • Hallo lieber Markus,
      ich finde es sehr schön, wie du die Klarheit beschreibst und auch was dir dabei hilft, sie zu finden. Stimmt, auch Gespräche können zu Klarheit führen, aber meiner Meinung nach ebenso oft davon wieder weg. Wenn man nicht gerade Freunde oder Mentoren hat, die die eigene Lebensweise akzeptieren, verlaufen die Gespräche oft eher frustrierend als bereichernd. Deswegen habe ich diese Methode nicht in die Liste mit aufgenommen. Außerdem glaube ich, dass sie sehr häufig, vielleicht zu häufig, angewendet wird. „Die Lösung liegt in dir selbst“ finde ich ganz wundervoll! Danke dir für deinen ergänzenden Kommentar! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

      • Salut Anna.

        Meiner Ansicht nach verlaufen viele Gespräche ins nichts, anstatt Klarheit zu verschaffen. Wie du bereits erwähnt hast, braucht es für klärende Gespräche Menschen, die die eigene Lebensweise akzeptieren. Manchmal ist es einfacher die Hilfe bei einem Berater zu suchen, da sie meistens einem die notwendige Haltung entgegen bringen. Und…Ein guter Berater unterstützt dich deine eigene Lösung zu finden. 😉

        Lieben Gruss
        Markus

        • Stimmt, bei einem guten Berater/Coach ist das natürlich etwas anderes. Ich persönlich habe damit noch keine Erfahrungen gesammelt – vielleicht füge ich das eines Tages in die Liste hinzu. 😉
          Ganz liebe Grüße
          Anna

  5. Liebe Anna, danke für deinen tollen Beitrag. Vieles kommt mir so bekannt vor aus meinem eigenen Leben, da staune ich und ich freu mich sehr darüber. Es tut so gut ab und zu erinnert zu werden an die Dinge, die wir in unserem Herzen tragen und die wir uns aber manchmal einfach nicht anschauen wollen.

    Herzliche Grüße, Lia

    • Liebe Lia,
      es freut nich so, dass dir mein Beitrag gefallen hat! Ja, die Erinnerung brauchen wir alle immer wieder – ich kenne das. 😉
      Ganz liebe Grüße dir!
      Anna

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