Wie du Krisen erfolgreich bewältigst – Teil 3: Wie geht es weiter?

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Im dritten und letzten Teil meiner Reihe „Wie du Krisen erfolgreich bewältigst“ möchte ich dir zeigen, wie es nach einer Krise für dich weitergehen kann: Was dich auf deinem Weg erwarten wird und wie du den neuen Schwung nutzen kannst, um ins Handeln zu kommen.

Verlasse langsam dein Schneckenhäuschen

Sobald du dich klar fühlst und den Eindruck hast, dass sich dein anfängliches Leid und deine Verwirrung etwas gelegt haben, wirst du wieder positive Energie in dir spüren. Du wirst das Gefühl haben, langsam wieder im Leben anzukommen. Vielleicht wird das nicht von jetzt auf nachher, sondern allmählich passieren. Es ist vollkommen normal und okay, wenn du dich am Morgen eines Tages großartig fühlst und am Abend wieder nur heulen könntest.

Ich merke, dass ich selbst über meine persönliche Krise noch nicht ganz hinweggekommen bin. Etwas schwelt noch in mir, macht sich durch immer wieder auftretende unangenehme Gefühle bemerkbar. Aber ich spüre, wie die Klarheit langsam kommt. An manchen Tagen stärker, an anderen bin ich immer noch verwirrt. Aber ich lasse das alles so sein, das gehört zum Prozess. Ich habe Vertrauen, dass sich alles regeln wird und ich meinen Weg wieder finde. So war es bisher immer. Ganz langsam kann ich den Kopf aus meinem Schneckenhäuschen, in dem ich mich in den letzten Wochen so gerne versteckt habe, recken und fühlen, was die Welt zu bieten hat. Ich spüre, es wird Zeit.

Die Klarheit eröffnet dir dein Potenzial

Wenn du die Klarheit langsam spürst, wirst du merken, dass dir dein eigenes Potenzial bewusst wird. Dir wird deutlich, dass es auch andere Wege gibt, die du einschlagen kannst, dass du deine Probleme auf eine neue Art und Weise lösen könntest. Und genau das ist der Lernprozess, für den deine Krise gut ist. Du hast gelernt, dass es einen Weg gibt, wo zuvor eine hohe Mauer aufragte. Du hast langsam wieder das Gefühl, dass du das Leben in die Hand nehmen kannst, dass du weißt, wie es für dich weitergehen könnte.

Ich finde dieses Gefühl immer ganz wundervoll. Die eigene Kraft, die man in der Krise oftmals völlig verloren glaubt, kehrt langsam wieder zurück und man hat den Eindruck, wieder zu sich selbst zu finden. Sich selbst zu sagen: „Ja, so könnte es weitergehen“ und zu wissen, dass man dem Problem gewachsen ist, anstatt vollkommen überfordert davor zu stehen, ist einfach nur genial! Genieße diesen Punkt, wenn du an ihm angekommen bist, eine Weile und feiere die Tatsache, dass es dir gelungen ist, den kritischen Zustand zu überwinden! 🙂

Auf zu den Leidenschaften – komme ins Handeln!

Normalerweise ruht man sich nun ein wenig aus. Die Krise hat so viel Energie geschluckt und jetzt, da die Kraft langsam wieder zu uns zurückkehrt, müssen wir erst einmal sicherstellen, dass wir uns genügend stabilisieren können, damit uns nicht der nächste blöde Spruch wieder ins Straucheln bringt. Schließlich wollen wir ja unsere neue Sichtweise und unseren neuen Weg selbstbewusst vor uns und vor anderen vertreten können. Das Neue braucht ein wenig Zeit, um sich zu setzen und um zu einer Selbstverständlichkeit zu werden.

Nimm dir diese Zeit ruhig und koste sie aus, aber vergiss dabei nicht, dass auf sie das Handeln folgen muss. Der Weg aus der Krise (und hin zu deinen Leidenschaften/einer bestimmten Leidenschaft?!) hat bisher nur in deinem Kopf Gestalt angenommen, doch du musst ihn auch gehen, um die Krise wirklich hinter dir zu lassen. Ich kenne es von mir selbst, dass ich mich an diesem Punkt zu lange ausruhe, ohne die nötigen Handlungsschritte einzuleiten und die Energie der neuen Gedanken zu nutzen. Dann verraucht sie einfach und alles wird wie vorher. Und beim nächsten Mal wundere ich mich, warum ich mich wieder in einer Krise wiederfinde. Aber sie wird so lange in unserem Leben auftauchen, bis wir sie wirklich angemessen bewältigt haben und ins Tun gekommen sind.

Ein Beispiel: Du bist in eine Krise geraten, von der du zunächst nicht wusstest, woher sie kommt. Es ging dir einfach nicht gut. Durch Klarheit hast du erkannt, dass es das Unterdrücken deiner Leidenschaften ist, das dich unglücklich macht. Deine Erkenntnis daraus ist nun, dass du hier etwas verändern musst und du weißt auch schon genau, was. Du möchtest das Schwimmen wieder anfangen und dich im Verein anmelden. Die Veränderung mag schwierig sein (vielleicht fühlst du dich zu alt für das Schwimmen oder hast den Eindruck, vollkommen aus der Übung zu sein), aber du siehst den Weg deutlich vor dir und fühlst dich deswegen unheimlich erleichtert. Doch wenn du den Weg nicht gehst und dich nicht im Verein anmeldest, wird sich die Krise schon bald wieder anbahnen.

Es ist oft hilfreich, an diesem Punkt einen konkreten Handlungsplan zu haben und ihn auch am besten allen zu erzählen, damit du ihn auch einhältst. Denk dran: Wenn du jetzt kneifst, verschiebst du das Ganze nur noch. Nutze deine Energie und komme ins Tun!

Wenn das Handeln nicht funktioniert

Du bist tatsächlich ins Handeln gekommen? Herzlichen Glückwunsch, das ist wirklich wundervoll – nicht viele Menschen schaffen es tatsächlich bis hierhin! Genieße die Kraft, die du nun spürst und das Gefühl, das Richtige zu machen, auch wenn es für dich vielleicht nicht einfach ist. Auch wenn die anderen im Schwimmverein dich komisch anschauen, so hast du es dich doch getraut und darauf kannst du verdammt stolz sein!

Doch es mag sein, dass deine Handlung nicht die Lösung deines Problems war. Das Leben ist so oft auf Versuch und Irrtum aufgebaut, dass das Scheitern einfach dazugehört. Vielleicht merkst du, dass das Schwimmen dir doch nicht die erhoffte Freude bereitet? Vielleicht hattest du davon ein idealisiertes Bild aus der Vergangenheit, das jetzt einfach nicht mehr passt? Oder du spürst einfach, dass das doch nicht der Weg war.

Du bist enttäuscht und frustriert. Schließlich hast du diesen Weg so klar und deutlich vor dir gesehen und nun ist er doch der falsche. Leider gehört Scheitern zu deinem Lernprozess sehr oft dazu. Unsere Entwicklung verläuft alles andere als geradlinig und oft genug sehen wir anderen neidisch dabei zu, wie sie scheinbar ohne Hindernisse an uns vorbeiziehen, während wir von einer Krise in die nächste stürzen. Warum haben wir nicht denselben Erfolg wie sie?

Vorsicht vor fremden Zielen und Erfolgsdefinitionen

Die Antwort darauf liegt häufig darin, dass die Lösung und somit unser Ziel, um aus der Krise herauszukommen, gar nicht unsere eigenen waren. Es waren welche, die wir abgeschaut haben, die vielleicht in der Vergangenheit bereits funktioniert haben, jetzt aber nicht mehr anwendbar sind. Es ist auch gut möglich, dass wir uns einen Erfolg wünschen, wie ihn andere von uns erwarten, und dass wir Erwartungen erfüllen wollen, die weder die unseren noch realistisch sind.

Wenn dein Handeln aus der Krise heraus nicht funktioniert hat, stelle dir die Frage, ob es wirklich das ist, was du willst und höre dabei ganz genau auf deine innere Stimme. In anderen Beiträgen von mir beschreibe ich genau, wie du deine Seelenziele von den Gesellschaftszielen unterscheiden kannst und zu deiner eigenen Definition von Erfolg kommst. Das heißt nicht, dass du immer in der Lage sein wirst, das vollkommen zu reflektieren, aber je häufiger du es tust und je öfter dir bewusst wird, was du selbst eigentlich willst, desto schneller wird es dir gelingen. Habe Geduld mit dir selbst – dieser Prozess kann lange dauern.

Die nächste Krise wird kommen

Auch wenn du die Krise erfolgreich bewältigt und einen neuen Weg für dich gefunden hast, der dir wirklich weiterhilft, bedeutet das nicht, dass du von nun an niemals Krisen haben wirst. Selbst mit dem, was du liebend gerne tust, kannst du immer wieder in Krisen geraten. Das vergessen wir nur allzu oft und wollen es deswegen nicht wahrhaben, wenn sich negative Gefühle in uns anbahnen.

Ich weiß, dass die nächste Krise kommen wird. Und ich finde das nicht schlimm. Inzwischen will ich Krisen nicht mehr vollkommen aus meinem Leben verbannen. Ich jage ihnen nicht hinterher, aber wenn eine da ist, ist sie nunmal da. Ich weiß, dass sie vorüber gehen werden und nicht für immer und ewig bleiben. Ich weiß, dass sie mich verändern werden, meine grundlegende Persönlichkeit, meinen inneren Kern, jedoch nicht berühren. Es gibt nichts, was dich zerstören könnte, nur Dinge, durch die du lernen kannst. Und ich finde, mit dieser Definition ist die Krise gar nicht mehr so schlimm und kann von mir aus kommen. Sie hat ihre bedrohliche Macht über mich verloren.

Ich hoffe, dass ich auch dir ein wenig dabei helfen konnte, Krisen als etwas Positives zu betrachten. Auch du wirst gestärkt aus deiner nächsten Krise hervorgehen und dich verwandeln. Ist das nicht wundervoll? 🙂

Wenn dir meine kleine Artikelreihe gefallen hat, darfst du sie gerne mit anderen teilen und weiterempfehlen. Ich fände es schön, wenn noch mehr Menschen lernen können, Krisen als einen natürlichen Teil ihres Lebens zu betrachten und angemessen mit ihnen umzugehen!

Hier kommst du zu den anderen Teilen der Reihe „Wie du Krisen erfolgreich bewältigst“:
Teil 1: Wieso brauchen wir Krisen?
Teil 2: Wieso Klarheit?

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4 Kommentare

  1. Hey liebe Anna,

    ich kenne deine Krisengedanken nur zu gut. Ich habe 1.000.000 guter Ideen und bin Feuer und Flamme. Dann warte ich ab, bis alles sicher ist und ich starten könnte, doch nun ist das Feuer schon ein kleines Flämmchen geworden, welches leicht von den Selbstzweifeln und den Worten anderer erstickt werden kann. Pustekuchen!

    Oftmals leben wir auch einfach das Leben bzw. die Träume der anderen und stürzen damit in eine Krise. Ich habe das bis vor kurzem (und selbst jetzt manchmal noch) auch noch gemacht. Meine Oma will das ich einkaufe und das Haus manage, meine Freundin möchte dies, mein Kumpel das und wieder jemand anderes, das ich alles für ihn mache. So mache ich dann alle Aufgaben, die für andere erledigt werden müssen und meine eigenen Ziele müssen hinten anstehen. Misti! Das geht doch nicht. Also muss ich nun mal ein wenig abschalten, die anderen abblocken und zum „gesunden Egoisten“ werden. Das ist nicht negativ, denn nur so kommst Du weiter, bist glücklicher und kannst das wiederum an andere weitergeben.

    Liebe Anna, auch ich werde mich in die „Sommerpause“ verabschieden und 3 Wochen lang ein wenig durch Kambodscha backpacken. Ich wünsche dir in deiner Urlaubspause ganz viel Spaß, tolle Erlebnisse und vieeeeele Inspirationen für weitere grandiose Artikel. Danke für alles, was Du in dem letzten (fast) Jahr gemacht und bewegt hast!

    LG
    Alex

    • Hi lieber Alex,
      wie schön, dass es nicht nur mir so geht! 🙂 Genau, gesunder Egoismus ist echt ne tolle Sache, die ich auch erst lernen musste und immer noch lerne.
      Ich wünsche auch dir eine tolle Sommerpause – Kambodscha klingt wirklich traumhaft, du musst dann mal berichten!
      Danke dir für deine unermüdliche Unterstützung, lieber Alex, das tut so gut – vor allem in Krisenzeiten. 😉
      Ganz liebe Grüße und bis bald!
      Anna

  2. Ja, es ist ungemein wichtig seine eigene Definition von Erfolg herauszufinden und von der Erfolgsdefinition der Gesellschaft abgrenzen zu können. Ansonsten müht man sich für Dinge ab, die einem letztlich nichts bedeuten.

    • Hallo liebe Rebecca,
      recht hast du. Oftmals entdeckt man erst viel zu spät, dass man sich für Dinge abgemüht hat, die einem nichts bedeuten. Und dieser Moment ist dann meist ziemlich unschön, führt aber (hoffentlich) dadurch zum Umdenken.
      Ganz liebe Grüße
      Anna

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