Priorität Nr.1: Dein Wohlergehen

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Es gibt nichts Wichtigeres als dein eigenes Wohlergehen.

Klingt dieser Satz nicht geradezu schrecklich egoistisch? Und wenn schon? Fakt ist: Er hat eine geradezu magische Wirkung. Zumindest war das bei mir so, als ich mich entschlossen hatte, ihn zu meinem täglichen Mantra zu machen. Schaffst du das auch?

Ist Aufopferung tatsächlich erstrebenswert?

Viele von uns wurden dazu erzogen, sich aufzuopfern und für andere da zu sein, sich selbst vollkommen zu vernachlässigen und sich anzupassen. Vor allem die Generation, die den Krieg und den Wiederaufbau miterleben musste, hat gelernt, ihre eigenen Bedürfnisse vollkommen zurückzustecken und hart zu arbeiten. Es ist die Generation meiner Großeltern. Beide haben Armut und Gewalt erlebt. Meiner Oma stehen immer die Tränen in den Augen, wenn sie von dieser Zeit erzählt, so traumatisch waren ihre Erlebnisse. Mein Opa hat sich so sehr abgekapselt, dass er keinerlei Gefühlsregung in sich zulässt. Er ist zu einem harten Mann geworden, für den nur Arbeit zählt. Er ist das komplette Gegenteil von mir.

Auch meine Eltern haben diese Lebensweise anerzogen bekommen, und sie haben sie an mich weitergegeben. Alles, was zählt, ist kontinuierliche Leistung. Zwar versuchen sie beide, sich davon zu distanzieren und ihr eigenes Leben zu führen, doch es ist dennoch bei mir angekommen: Wenn ich nicht genügend leiste und nur das tue, was mir Spaß macht – ja, was dann? In meiner Jugend bin ich mit dem sicheren Glauben aufgewachsen, dass dann etwas Schreckliches passiert, ohne zu wissen, was es sein könnte. Deswegen habe ich trotz kontinuierlicher Arbeit an mir selbst so lange nicht kapiert, was gefehlt hat.

Wie willst du ohne dich selbst leben?

Ich habe gefehlt. Ich hatte mich all die Jahre lang so klein gemacht, dass ich mich selbst vollkommen verloren hatte. Ich war ein sehr verängstigter Mensch, dem jeder sagte, dass er gefälligst mehr Selbstbewusstsein haben sollte. Aber wie bekommt man denn mehr Selbstbewusstsein, wenn man sich seiner selbst überhaupt nicht bewusst ist? Wenn man nicht weiß, wer man ist und wozu man überhaupt da ist? Wenn man keine Ahnung hat, was das Ganze eigentlich soll und ohnehin der Überzeugung ist, dass alle anderen immer alles besser können als man selbst?

Wie soll man mit solchen Gedanken etwas in der Welt bewirken? Wie soll man in der Lage sein, überhaupt irgendwelche Erwartungen zu erfüllen (ganz zu schweigen davon, dass man das nicht sollte)? Mach mal kurz Folgendes: Stelle dir eine Person vor, die du bewunderst. Es ist dabei vollkommen egal, ob du sie persönlich kennst, ob sie noch lebt oder ob sie fiktiv ist. Wie verhält sich diese Person? Was tut sie, wenn sie einmal nicht weiter weiß? Gesteht sie sich ihre Schwächen ein? Wie reagiert sie auf Unvorhergesehenes?

Wenn ich mir eine solche bewundernswerte, selbstbewusste Person vorstelle, dann ist sie alles andere als egoistisch. Sie ist freundlich zu ihren Mitmenschen, kann jedoch auch etwas ablehnen. Sie gesteht Fehler und Schwächen ein und ist dennoch bereit, dazuzulernen. Sie hilft anderen und weiß, was sie kann. Wenn man ihr die Frage stellen würde, wer die wichtigste Person in ihrem Leben ist, würde sie mit Sicherheit „Ich“ antworten. Und dennoch ist sie nicht überheblich. Das eine schließt das andere nicht aus. Wieso können wir also nicht beschließen, dass wir selbst die wichtigste Person in unserem Leben sind und alles andere nachordnen?

Selbstliebe und Leidenschaften – ein untrennbares Paar

Das, was ich erlebt habe und immer noch erlebe, lässt sich in folgende Schritte einteilen:

1. Ich akzeptiere und liebe mich selbst (ich entfache meine Leidenschaften)
2. Ich habe Vertrauen in das Leben
3. Ich habe Vertrauen in andere Menschen
4. Ich empfinde Dankbarkeit
5. Ich möchte der Welt etwas von mir geben, weil ich so viel habe (z.B. durch meine Leidenschaften)

Wie sonst kann ich zu Schritt 5 kommen, ohne dabei unglücklich zu sein? Wenn ich Schritt 1 auslasse, was z.B. die Generation meiner Großeltern getan hat, werde ich mein Leben lang das Gefühl haben, dass etwas fehlt. Meiner Oma geht es so, ich habe mit ihr darüber gesprochen. Sie ist stolz auf mich, dass ich mein Leben anders führe, auch wenn sie es nach wie vor nicht richtig verstehen kann.

Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben.

Vergiss deine Ausreden, setze dich selbst zur Priorität! Setze das, was du liebst, an oberste Stelle! Nur so sorgst du dafür, dass es dir gut geht und dass du anderen etwas zurückgeben kannst. Nur so kannst du wirklich etwas in dieser Welt bewirken. Und das ist alles andere als egoistisch, oder?

Wer oder was ist für dich Priorität Nr. 1? Lebst du dein eigenes Leben oder erfüllst du noch Erwartungen anderer?

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Warum du dringend Egoist werden solltest
Wessen Ziele lebst du?
Was wirst du auf dem Sterbebett über dein Leben denken?
Wie lange soll das noch weitergehen?

 

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