Raus mit dir in die Natur!

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Da draußen ist Leben. Leben, das niemals endet, das sich in einem stetigen Kreislauf befindet und das als solches niemals stirbt. Blätter sterben ab, fallen zu Boden und werden zu neuem Leben, irgendwann zu neuen Blättern. Falls du nun in deinem Kopf ganz deutlich Elton John mitsamt „The Circle of Life“ hörst, bist du nicht alleine. Aber hey, „König der Löwen“ hatte verdammt recht! Die Natur und der Kreislauf des Lebendigen ist so wundervoll und faszinierend, dass ich sofort in den Flow komme, wenn ich nur darüber nachdenke. Und erst recht, wenn ich mich mitten in der Natur befinde. Heute gibt’s ein Plädoyer für sie. Und einen gehören Motivationsschub, rauszugehen! Bist du bereit? 😉

Die nie versiegende Quelle des Flows

Zwischen den Zeilen schreibe ich hier immer wieder darüber, dass die Natur mich in Balance bringt, Klarheit in meinem Kopf schafft und mich ausgeglichen und zufrieden macht. Es wird daher höchste Zeit, dass ich dem Ganzen einen Blogartikel widme. Nicht nur, weil ich leidernschaftlich gerne spazieren gehen und wandere, sondern weil da draußen scheinbar wirklich etwas ist, das etwas Wundervolles mit uns macht. Und weil wir alle immer wieder eine Erinnerung brauchen, dass es so oft viel sinnvoller ist, in den Wald zu gehen, als sich die nächste Pille einzuwerfen oder daheim in den eigenen Gedanken zu versauern.

Wir alle wissen es, dass die Natur uns irgendwie „heilt“. Körperlich wie seelisch. Wenn ich ein paar Tage im Bett gelegen bin, weil mich eine Erkältung erwischt hat, kann ich es kaum erwarten, mich auf den Balkon zu setzen oder zumindest das Fenster weit zu öffnen. Noch intensiver wirkt die Natur auf uns, wenn wir niedergeschlagen sind. In ihr finden wir Trost, aber auch die notwendige, uns nicht überfordernde Ablenkung. Aber warum ist das eigentlich so?

Immun-Booster Wald

Wusstest du, dass Bäume sogenannte „Terpene“ freigeben? Das ist eine Gruppe von chemischen Verbindungen (der typische Waldgeruch sind in der Luft schwebende Terpene), die direkten Einfluss auf unser Immunsystem haben. Das wurde auch alles wissenschaftlich bestätigt – vor allem in Japan wurde dazu ziemlich viel geforscht. Dort wird der Aufenthalt im Wald als Therapie bei allen möglichen Erkrankungen anerkannt!

Doch nicht nur die Terpene bringen unser Immunsystem in Schwung. Die Natur hat auch über den „Umweg“ der Psyche einen riesigen Einfluss auf unsere körperliche Gesundheit.

Sinnliche Erfahrungen

Wenn wir uns in der Natur aufhalten, so tun wird das mit allen Sinnen. Im krassen Gegensatz zu dem geradezu sterilen Umfeld, in dem die meisten von uns einen Großteil unseres Tages verbringen, ist sie voller Leben und voller Wunder. All unsere Sinne werden angesprochen. Wir sehen die Farben, das satte Grün, hören die Vögel oder ein Rascheln, spüren unsere Schritte auf dem weichen Erdboden, riechen den betörenden Duft von Blüten und naschen hier und da vielleicht eine Brombeere vom Strauch.

Unser gesamter sensorischer Apparat ist beschäftigt, es findet ein Ausgleich der Sinne statt. Unsere Augen, die ansonsten vielleicht den ganzen Tag auf einen Bildschirm geheftet sind, können in die Ferne schweifen und sich erholen, unsere Ohren hören anstatt des störenden Verkehrslärms das harmonische Vogelzwitschern, unsere Füße bewegen sich auf einem weichen Untergrund, anstatt den harten Asphalt abfedern zu müssen, wir atmen gesundheitsfördernde Terpene anstelle von Abgasen ein und belohnen unseren Gaumen mit ein paar Beeren vom Strauch und nicht wie sonst üblich mit einem Hamburger.

Da sich die Natur immer wieder verändert, jede Woche eine neue Blume blüht und wir einen ständigen Kreislauf aus Werden und Vergehen beobachten können, ist jedes Naturerlebnis etwas Neues. Ständig entdecken wir etwas, das wir noch nie gesehen haben, auch wenn wir denselben Ort besuchen. Wenn wir aufmerksam sind, fällt uns auf, dass die Blätter heute schon viel größer aussehen als gestern, dass der Mais auf dem Feld jeden Tag um zwanzig Zentimeter zu wachsen scheint und dass der Kirschbaum in voller Blüte steht.

Wir erfahren Wunder: Wie kann es sein, dass aus einer Pflanze, die im Winter völlig tot wirkte, neues Leben gedeihen kann? Wie unendlich komplex ist ein Blütenkelch aufgebaut? Wie organisiert das Verhalten der Bienen? Wir sehen alles mit neuen und kindlichen Augen – auch uns selbst. Wir staunen und sind völlig kozentriert, ohne dass uns diese Konzentration mühsam erscheint.

Wir sind weg von den kreisenden Gedanken und den Problemen, die zu Hause oder im Büro auf uns warten. Wir sind im Hier und Jetzt – völlig gelassen und zufrieden. Und wenn wir das nächste Mal nach Hause oder ins Büro kommen, stellen wir vielleicht erstaunt fest, dass die Probleme nicht so riesig sind, wie wir es uns ausgemalt hatten.

Wir sind alle ein Teil des Ganzen

Wenn wir uns in der Natur aufhalten, fühlen wir uns als ein Teil des großen Ganzen. Die Natur wertet nicht, sie beurteilt nicht, sie sieht nicht auf uns herab, sie redet nicht schlecht über uns. Der Natur ist es egal, wie wir aussehen, wie viel Geld wir auf dem Konto haben und wie viel Erfolg im Leben. Wir sind ein Wesen unter vielen – völlig gleichrangig. Wir können sein, wie wir sind. Wir müssen uns nicht verstellen. Wir fühlen uns zugehörig, auch wenn das im Alltag vielleicht nicht immer der Fall ist.

Dadurch, dass wir im Zusammensein mit anderen beinahe immer eine Rolle spielen, kann unser wahres Selbst nicht zum Vorschein kommen. Manchmal sind die Muster und Rollen so eingefahren, dass es uns nur schwer und langsam gelingt, sie aufzulösen. In der Natur fallen all diese Rollen von uns ab und wir können dort erfahren und „einüben“, wie es ist, wenn wir unser wahres und authentisches Selbst leben. Dadurch erholen wir uns von den anstrengenden Forderungen des Alltags und können die authentische Person, als die wir uns in der Natur erfahren haben, „mitnehmen“. Das mag vielleicht nicht jedes Mal gelingen, aber es funktioniert immer ein wenig besser.

Unser genetisches Zuhause

Wenn wir einen Blick auf die Entwicklungsgeschichte des Menschen werfen, so verbringen wir noch gar nicht so lange Zeit in geschlossenen Räumen. Dass wir so wenig Natur um uns herum haben und so wenig Zeit in ihr verbringen, ist ein Neuzeitphänomen, das erst mit der Industriellen Revolution aufkam. Dabei ist sie doch unser genetisches Zuhause!

Unsere Körper und Seelen sind darauf „programmiert“, sich in der Natur sofort wohl, sicher und zu Hause zu fühlen. Wo sollten wir uns denn sonst gut fühlen, wenn nicht in der Natur? Wir sind ein Teil von ihr und vergessen das so häufig! Die künstliche Umgebung, die wir uns vor gar nicht allzu langer Zeit geschaffen haben, ist ein ziemlich armseliger Ersatz für all das, was uns die Natur zu bieten hat. Kein Wunder, dass da eine Sehnsucht nach etwas Echtem, Authentischem und Realem in uns ist, wenn wir uns ständig in geschlossenen Wänden aufhalten. Unser inneres Ich schreit nach Naturerfahrungen, die wir ihm oder ihr leider viel zu oft verwehren.

Natur als Erste-Hilfe-Maßnahme

Die Natur ist außerdem eine der besten Erste-Hilfe-Maßnahmen, die ich kenne. Ich bin wirklich dafür, dass du in die Notaufnahme fährst, wenn dir jemand einen Baseballschläger über den Kopf gezogen hat, aber was psychische Unausgeglichenheit angeht, gibt es nichts Besseres als die Natur! Wenn wir ständig mit der Natur verbunden wären, wenn jeder von uns mindestens zwei Stunden am Tag wirklich fernab der Zivilisation verbringen würde, bräuchten wir vielleicht keine Therapeuten und Kliniken. Dann würden all die Mechanismen, die ich eben beschrieben habe, greifen und wir würden wieder zurück in unseren Flow finden. Ja, ich glaube, es ist tatsächlich so einfach und wir vergessen es ständig.

Wenn es dir also das nächste Mal so richtig mies geht – egal warum -, dann:

Raus mit dir!

Geh raus in die Natur oder zumindest in einen Garten oder Park. Lege dich auf die Wiese, spüre den Wind, laufe barfuß über das Gras, lache, weine und sei einfach nur du selbst. Die Vögel werden dich nicht schräg anschauen, wenn du ihnen von deinen Problemen erzählst. Der Baum wird es nicht seltsam finden, wenn du ihn umarmst und seine Rinde mit deinen (Freuden-)Tränen benetzt. Sie alle werden dich wundervoll finden, wie du bist. Und vielleicht gelingt es dir dann, dich ebenso zu sehen: als ein Wunder der Natur.

Welche Erfahrungen hast du mit der Natur gemacht? Was hindert dich daran, ihr noch öfter einen Besuch abzustatten?

P.S.: Die großartigen Erkenntnisse über die Wirkung der Natur auf uns Menschen habe ich aus dem fantastischen Buch „Der Biophilia-Effekt“ von Clemens G. Arvay. Ich habe dieses Buch geradezu verschlungen und kann es dir von Herzen empfehlen. Du wirst die Natur danach mit völlig anderen Augen sehen!

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Wie viel brauchen wir wirklich?
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