Mythos entlarvt: Der Schweinehund existiert nicht!

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Wer kennt ihn nicht? Den üblen inneren Schweinehund, der dich auf dem Sofa sitzen lässt anstatt zum Sport zu gehen; der dich in der Komfortzone hält; dich daran hindert, deine Leidenschaften zu leben und allgemein in jeglicher Entwicklung hemmt. Und was haben wir gelernt, muss man mit ihm machen? Genau: Ihn überwinden. Ich sag dir etwas, das dich vielleicht schockieren wird: Es gibt ihn nicht. Es gibt keinen Schweinehund. Genauso wenig wie den Osterhasen. (Es tut mir leid, falls du bisher an beide geglaubt hast und dich nun fragst, woher die Eier eigentlich kommen)

Warum der Schweinehund nur ein Hund ist

Der Schweinehund ist nichts als ein gewöhnlicher Haushund. Canis Lupus Familiaris. Und die Eier kommen je nach Nummerierung aus Massentierhaltungsställen. Ich weiß, die Wahrheit ist nicht schön. Womöglich habe ich soeben dein komplettes Weltbild zerstört. Tröstet es dich, dass das zu einer natürlichen Entwicklung dazugehört?

Ich dachte auch sehr lange Zeit, dass in mir dieser Schweinehund lebt, der mich davon abhalten will, das zu tun, was ich eigentlich tun will. Und gegen ihn muss ich ankämpfen. Leider gelang mir das nicht allzu oft, denn das imaginäre Biest war verdammt stark. Geht es dir auch so? Nichts gegen Schweine, sie sind wundervolle Tiere, aber was ist, wenn dieser Schweinehund nichts anderes als ein gewöhnlicher Hund ist?

Ich weiß nicht, ob du ein „Hundemensch“ bist, aber Hunde haben mehrere wundervolle Eigenschaften, was sie gemeinsam mit den Katzen zu den beliebtesten Haustieren macht:

1. Hunde sind sehr kommunikativ

Hunde können oft jede kleine Geste deuten und reagieren auf diese – ein Ergebnis der gemeinsamen Evolution zwischen Hund und Mensch. Das ist eine tolle Sache, denn Verständnis ist der erste Schritt zu einer freundschaftlichen Beziehung.

2. Hunde schenken uns Liebe

Alleine eine freudvolle Begrüßung lässt an einem trüben Tag die Sonne scheinen. Die Liebe deines Hundes und die zu deinem Hund ist eine wichtige Zutat in eurer Beziehung.

3. Hunde kann man leicht erziehen

Wenn wir Hunde liebevoll behandeln und ihnen gleichzeitig ihre Grenzen aufzeigen, werden sie zu Begleitern, ohne die wir uns unser Leben nicht mehr vorstellen können.

4. Hunde machen Spaß

Draußen herumtollen, Kuscheleinheiten oder einfach das Wissen, dass jemand bedingungslos für einen da ist, sind Dinge, die Hunde grandios beherrschen. Mit ihnen hat man jede Menge Spaß und Freude!

Ja, ich weiß. Sie pinkeln manchmal in die Wohnung, zerstören die neuen Schuhe, jagen Nachbars Katze auf den Baum oder kläffen andere Hunde an. Aber wenn sie einem dann wieder in die Augen schauen, ist alles vorbei. 🙂

Und was hat das alles mit meiner Faulheit zu tun?

Verlassen wir für einen Augenblick die Welt der Metaphern. Der innere Schweinehund ist ein Symbol für unsere innere Faulheit, Antriebslosigkeit und Apathie. Und diese muss natürlich bekämpft oder überwunden werden. Vielleicht ist dir aber schon bei meinem Artikel über das Kämpfen aufgefallen, dass das meist überhaupt nicht sinnvoll ist.

Denn Kämpfen führt dazu, dass du einem negativem, schlechten Teil von dir Beachtung schenkst und somit immer wieder auf ihn aufmerksam wirst. Und das, was Aufmerksamkeit in uns bekommt, wächst. Du fütterst das Biest also. Das Leben ohne Schweinehund ist sehr viel angenehmer. Es ist ein Leben, in dem du dich auf dich selbst, deine inneren Botschaften und Bedürfnisse konzentrierst und nach ihnen handelst. Wenn du das gut drauf hast, ist es ein harmonisches Leben ohne schlechtes Gewissen, Selbstverurteilungen und Angst.

Ich habe keinen inneren Schweinehund. Und deiner ist auch nur eine Illusion. „Wie läuft dein Leben denn ohne ihn ab???“, wirst du dich nun vielleicht fragen. Ich zeige es dir:

  • Ich ernähre mich gesund. Nicht, weil ich mich überwinden müsste, sondern weil es mir besser geht, wenn ich das tue. Ich liebe die Energie, die gesunde Nahrungsmittel meinem Körper geben.
  • Ich bewege mich viel. Nicht, weil ich mich überwinden müsste, sondern weil mein Körper mir deutlich zu verstehen gibt, dass er Bewegung liebt und braucht.
  • Ich meditiere jeden Tag. Nicht, weil ich mich überwinden müsste, sondern weil es meinen Geist klärt und ich es liebe, einen klaren Geist zu haben.
  • Ich bin häufig in der Natur. Nicht, weil ich mich überwinden müsste, sondern weil die Natur mir ebenso wie die Meditation Klarheit gibt.
  • Ich „arbeite“ gerne. Nicht, weil ich mich überwinden müsste, sondern weil das, was ich tue, zu 98% meinem Naturell und meinen Talenten entspricht und es mir Kraft gibt, anstatt sie zu rauben.
  • Ich liebe es, zu lernen. Nicht, weil ich mich überwinden müsste, sondern weil die Entwicklung in der Evolution des Universums und in unserer eigenen Evolution steckt und es mich von ganz alleine zu Neuem hinzieht.

Jetzt wirst du vermutlich kurz davor sein, diesen Artikel verärgert zur Seite zu legen. Du wirst vielleicht denken: „Na klasse. Jetzt zeigt sie mir auch noch, was bei ihr gut läuft und bei mir mies. Das ist ja eine super Motivation.“ Doch warte einen Augenblick. Ich will dir erklären, wie ich zu alldem gelangt bin und wie es auch dir gelingen kann. Schonmal vorweg: Es ist einfach, aber es ist nicht leicht.

Wie du den Mythos vom Schweinehund zum Verschwinden bringst

So ein Aberglaube ist häufig ziemlich hartnäckig. Es ist schwer, von etwas abzulassen, von dem du dein Leben lang angenommen hast, dass es da war. Ein kleiner Schock. Nimm dir also ruhig ein wenig Zeit, um diesen Schock zu verdauen. Jetzt: Atme lang ein. Atme lang aus.

Wenn du dir meine Liste von Tätigkeiten anschaust, die ich ganz ohne inneren Schweinehund erledige (und auch noch Freude daran habe – unerhört!), fällt dir vielleicht eine Gemeinsamkeit ins Auge. Ich habe es schon häufig erwähnt, aber es ist von so unfassbarer Wichtigkeit, dass ich es nicht oft genug wiederholen kann.

Der Schlüssel ist die innere Stimme. Und das Hören auf sie.

Schauen wir uns das Ganze noch einmal an:

  • Ich ernähre mich gesund, weil mir das meine innere Stimme sagt.
  • Ich bewege mich viel, weil mir das meine innere Stimme sagt.
  • Ich meditiere jeden Tag, weil mir das meine innere Stimme sagt.
  • Ich bin häufig in der Natur, weil mir das meine innere Stimme sagt.
  • Ich „arbeite“ gerne, weil mir das meine innere Stimme sagt.
  • Ich liebe es, zu lernen, weil mir das meine innere Stimme sagt.

Das, was meine innere Stimme mir nicht sagt, tue ich so gut wie gar nicht mehr, bzw. habe es auf ein Mindestmaß zurückgeschraubt oder kann es mir mit einigen Tricks versüßen.

Das Problem und somit der Ursprung des Problems ist die Tatsache, dass wir verlernt haben, auf unsere innere Stimme zu hören. Wir nehmen sie überhaupt nicht wahr. Dabei will sie, dass wir glücklich und gesund sind! So einfach? Ich sagte doch, dass es einfach ist!

Aber nicht leicht. Denn es erfordert ziemlich viel Stärke, auf diese innere Stimme überhaupt erst zu hören. Es erfordert Mut, anders zu denken und die Stimmen der anderen zu hinterfragen. Es erfordert Neugierde auf einen Weg voller Wunder. Es erfordert Durchhaltevermögen, um nicht beim ersten Rückschlag wieder aufzugeben. Und es erfordert allem voran Liebe. Liebe zu dir selbst – oder, um in die Metapher zurückzukehren – zu deinem Hund.

Auf in die Hundeschule!

Genauso, wie es alles andere als einfach ist, einen jungen, ungestümen Welpen zu erziehen, ist es auch nicht leicht, von jetzt auf nachher auf seine innere Stimme zu hören. Ein Welpe wird zu deinem besten Freund heranwachsen, wenn du mit ihm kommunizierst, ihn erziehst und ihm ganz viel Liebe schenkst. Dann wird er dir treu bleiben und nicht mehr von deiner Seite weichen. Er wird zu einem großen Hund, der dich beschützt und auf dich aufpasst; der immer für dich da ist.

Mit deiner inneren Stimme ist es nicht anders. Wenn du sie als „bösen, inneren Schweinehund“ betrachtest, wirst du ihr nie richtig zuhören können. Du wirst ihre Worte als lautes Geplapper ignorieren oder versuchen, sie zu bekämpfen. Dabei sagt sie vielleicht Dinge wie: „Heute wäre es besser, wenn du Yoga machst anstatt draußen laufen zu gehen. Obwohl du es noch nicht merkst, ist dein Muskel vom letzten Mal noch überlastet.“

Häufig haben wir die Stimme so sehr mit schädlichen Gewohnheiten zugemüllt, dass sie überhaupt nicht mehr zu uns spricht. Sie würde eigentlich sagen: „Ich hätte jetzt gerne ein Glas Wasser. Ich werde müde“, stattdessen kommt in unserem Kopf aber: „Energydriiiink!!!“ an. Da fällt es natürlich alles andere als leicht, die unterschiedlichen Stimmen  auseinanderzuhalten.

In einem meiner nächsten Artikel möchte ich dir zeigen, wie du Schritt für Schritt lernst, auf deine innere Stimme zu hören. Bis dahin kannst du beginnen, dir darüber bewusst zu werden, welche Stimmen in deinem Kopf überhaupt herumschwirren. Es hilft oft sehr, sie sich auf ein Blatt Papier aufzuschreiben. Vielleicht wird dir dabei schon bewusst, von wem die Stimmen stammen könnten. Leg am besten gleich los  und vergiss nicht: Sei achtsam und liebevoll zu dir!

Lebst du noch das Konstrukt vom Schweinehund oder hast du schon damit begonnen, mit deinem Welpen in die Hundeschule zu gehen?

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Warum du aufhören solltest, zu kämpfen
Priorität Nr.1: Dein Wohlergehen

 

 

 

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7 Kommentare

  1. „Das, was meine innere Stimme mir nicht sagt, tue ich so gut wie gar nicht mehr …“ – Da möchte ich auch hinkommen, Anna! Bin gespannt auf den nächsten Beitrag über die innere Stimme und wie wir lernen können, besser auf sie zu hören.

    Den Vergleich mit dem Hund hast du gut gewählt, kann man sich richtig bildhaft vorstellen!

    • Danke für deinen Kommentar, liebe Michaela!
      Ich bin mir sicher, dass auch du das schaffst – wenn du jetzt schon sagst, dass du das willst: Das ist der erste und wichtigste Schritt! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  2. Habe deinen Artikel bereits zwei Mal gelesen. Ich finde deine Bilder sehr gelungen und ziemlich hilfreich 🙂 und das Foto ist super-süß !!

    Bin gespannt auf den zweiten Teil!

    • Hallo liebe Allie,
      vielen Dank dir für deinen lieben Kommentar! Mich freut es sehr, dass dir mein Beitrag gefällt – wenn du ihn gleich zwei Mal gelesen hast, scheint er für dich wichtig gewesen zu sein. Was genau hast du denn Neues erfahren?
      Ganz liebe Grüße
      Anna

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