Könnte das der Sinn des Lebens sein?

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Heute gibt’s einen kleinen Kracher, das merkst du ja schon an der Überschrift. Wer will nicht den Sinn des Lebens finden? Und gleichzeitig ist dieser Begriff so schwammig und wir haben uns ja auch irgendwie damit abgefunden, dass es nur ganz wenigen, glücklichen Menschen gelingt, diesen Sinn zu finden. So war das zumindest bei mir. In der 10. Klasse habe ich in einer Reli-Arbeit geschrieben, dass es den Sinn des Lebens nicht gibt, weil das Leben selbst der Sinn ist und man eigentlich nach dem Sinn des eigenen Lebens fragen sollte. Dafür bekam ich eine Eins. Doch seither habe ich  mich nicht weiter mit der Frage beschäftigt. Aber seit einigen Tagen treibt sie mich wieder um. Denn ich meine tatsächlich, da etwas entdeckt zu haben. Nichts Geringeres als den Sinn meines Lebens. Vielleicht kann er auch deiner sein?

Ankommen und Verwirrung

Seit einigen Tagen spüre ich dieses tiefe Sinngefühl in mir. Jedes Mal, wenn ich daran denke, fühlt sich das befreiend und erleichternd an. So, als würde ich von einer langen Wanderung nach Hause kommen und mich auf das Sofa sinken lassen. Dieses „Aahhh“, das man dabei ausstößt, das einem ein Lächeln auf das Gesicht zaubert und einen seufzen lässt. Dann schließt man für einen kurzen Augenblick die Augen und genießt einfach nur. Man ist da, wo man sein sollte. Alles ist für einen kurzen Moment perfekt, die Gedanken halten inne und alle Probleme lösen sich auf.

Wir alle kennen dieses Gefühl, und doch ist es meist so flüchtig, kommen die Gedanken schneller als uns lieb ist wieder angeschlichen und treiben ihr Unwesen in unserem Kopf. Ich kenne diesen Zustand, dass man in der Vergangenheit oder Zukunft festhängt, obwohl man ganz genau weiß, dass es keinen Sinn macht, über etwas nachzugrübeln, das nicht mehr rückgängig zu machen ist oder das noch nicht eingetreten ist. Und dennoch ist es genau das, was wir tagtäglich Stunde um Stunde tun.

Wonach sehnen wir uns?

Wir wälzen Probleme hin und her, die bei näherer Betrachtung und vor allem mit ein wenig Abstand gar keine sind. Wir sehnen uns nach Dingen, von denen wir wissen, dass sie uns nicht dauerhaft glücklich machen werden. Und dennoch wollen wir sie soooo unbedingt! Ich erwische mich ja selbst ständig dabei.

Ist es das neue Auto?

Als mein altes Auto eine Weile in der Werkstatt war, durfte ich eine Woche lang ein nagelneues fahren. Huch, da waren plötzlich zwei Seelen in meiner Brust! Die eine, die ganz vernünftig sagte: „Du brauchst so gut wie nie ein Auto. Dein altes wird repariert und es fährt noch super. Du hast auch mit deinem alten Auto Spaß am Fahren.“ Doch die andere Stimme ließ sich davon nicht beeindrucken. Sie brüllte: „Aber das hier ist noch besser! Es macht noch mehr Spaß, es zu fahren! Es sieht schick und modern aus! Alle werden dich für dieses tolle Auto bewundern! Du solltest alles dafür tun, um dir so ein Auto kaufen zu können!“ Zum Glück war ich schlau genug, die letzte Stimme einfach zu beobachten und mich darüber zu wundern, dass so ein Verlangen in mir ist. Ein Verlangen, das ich nie gehabt hätte, wenn ich das neue Auto nicht gefahren wäre.

Und so ist das mit dem Menschsein. Wir alle wollen irgendetwas, von dem wir eigentlich wissen, dass es uns nicht dauerhaft glücklich machen wird. Nach einigen Monaten hätte ich mich an das neue Auto gewöhnt, hätte aber den Riesenkredit noch jahrelang an der Backe. Wäre es das wirklich wert gewesen?

Wollen wir Ansehen?

Selbst diejenigen unter uns, die glauben, sie hätten dem Konsum entsagt, verirren sich immer noch auf diesem Weg. Sie setzen sich Ziele, aber im Grunde genommen nur, um Anerkennung, Ansehen und Wichtigkeit zu erlangen. Da das natürlich niemand von sich selbst behaupten will, wird diese Tatsache schön verdrängt. Denn alles andere müsste bedeuten, sein Handeln unter Umständen zu verändern. Und das ist ja sooo anstrengend, dass wir lieber alles beim Alten lassen.

Ich war z.B. eine zeitlang überzeugt davon, mit dem Bloggen Geld verdienen zu wollen. Denn dann könnte ich frei und unabhängig sein und ich könnte es all jenen „zeigen“, die nicht an mich geglaubt hatten. Dann hätte ich es „geschafft“. Aber was wäre geschehen, sobald ich dieses Ziel erreicht hätte? Dann wäre ich vielleicht eine Weile zufrieden gewesen, aber schon sehr bald hätte ich mir ein neues Ziel gesetzt. Und dieses ständige Zielesetzen hat einen üblen Preis: Man ist mit dem jetzigen Moment nicht zufrieden. Das Leben ist noch nicht perfekt. Es gibt etwas, das es noch besser macht. Ich muss dranbleiben. Ich muss durchhalten. Irgendwann stellt sich der Erfolg, der Ruhm und die Ehre schon ein. Ich wette mit dir, auch du kennst das von dir. Und das ist gar nicht verwerflich. Im Gegenteil: Es wäre seltsam, in einer Gesellschaft, die genau das mit aller Macht fördert, von vornherein anders zu denken.

Ist das Ansammeln von Erlebnissen das Ziel?

Auch wenn man sich unser Freizeitverhalten ansieht, wird sehr schnell klar, dass es uns nicht dauerhaft zufrieden und glücklich machen kann. Es kann nicht der Sinn des Lebens sein, jedes Wochenende auf Partys zu verbringen oder um die Welt zu jetten und vor jeder Sehenswürdigkeit ein Selfie zu machen, nur um dann behaupten zu können, dass man dort gewesen ist. Wir sammeln oft genug Erlebnisse an, ohne dass sie uns wirklich berühren. Wir tun es nur, um denselben Anteil in uns zu befriedigen, der unbedingt das neue Auto will. Doch immer, wenn wir den Anteil füttern – viele nennen ihn das Ego – hat das seinen Preis.

Apropos Partys. Ich liebe seit jeher Konzerte. Es gab eine Zeit in meinem Leben, da war ich jedes Wochenende auf einem anderen. Zunächst faszinierte mich die Musik, doch je öfter ich dieselben Lieder hörte, desto weniger konnte ich dorthin, ohne Alkohol zu trinken. War ich nüchtern, war mir die Musik zu laut, zu viele Leute drängten sich um mich und das Ganze erschien mir relativ sinnlos. Trank ich jedoch ein Glas Jacky Cola, sah die Welt schon anders aus. Dann wurde ich zur Masse, die Musik war plötzlich gut, ich war gut drauf, die Leute auch. Natürlich bis zum nächsten Morgen. Ich bin kein Mensch, der es mit dem Alkohol maßlos übertreibt, deswegen ist es weniger der körperliche, als der seelische Kater, der sich am nächsten Tag bei mir einstellt.

Dann beginne ich mich zu fragen, warum ich das eigentlich getan habe. Warum ich meine wundervolle Bewusstheit „weggetrunken“ habe, warum ich mich absichtlich Banane gemacht habe, warum ich die völlig banalen Gespräche so sehr genossen habe. Weil es alle anderen auch so machen. Und irgendwie macht es ja schon Spaß. Aber es „gibt“ mir nichts. Ich entwickle mich dadurch nicht weiter, ich wachse nicht und etwas Neues lerne ich dort auch nicht. Ein kurzer Spaß, für den man einen Preis zahlen muss. Meilenweit entfernt von echter Erfüllung und Zufriedenheit. Und Normalität für die allermeisten von uns.

Es gibt Konzerte, bei denen ist das anders. Die haben Bedeutung, weil ich mit den Liedern Momente verbinde, die mir eine Gänsehaut verursachen. Oder die Musik ist einfach so gut, die Leidenschaft der Musiker schwappt auf mich über und berührt mich. Deswegen gefällt mir Live-Musik auch viel besser als Partys, wo die Musik aus der Dose kommt. Auf solchen besonderen Konzerten will ich keinen Alkohol trinken. Da will ich alles genau mitbekommen und voll da sein. Doch auf den gängigen „Partys“ ist das nicht so.

Das Bedürfnis nach Ekstase

All das brachte mich in letzter Zeit immer mehr ins Grübeln. Wir alle wissen, dass Konsum, Ansehen und Macht uns nicht dauerhaft glücklich machen. Wir wissen es und wir tun es trotzdem. Weil wir der Ansicht sind, dass es eben nichts Besseres gibt. Dass alles eben immer seinen Preis hat. Dass auf jedes Hoch immer ein Tief kommen muss. Und das nehmen wir in Kauf, weil wir uns durch die Ekstase lebendig fühlen wollen. Zumindest ein bisschen. Sie holt uns aus dem Trott heraus, den wir täglich erleben müssen. Die Ekstase des Feierns, die Ekstase des Kaufens von etwas Neuem, die Ekstase des Bereisens Tausender von Orte, die Ekstase einer möglichen Beförderung.

Kann das wirklich alles sein?

Wir wissen nicht, dass es einen Zustand gibt, der sich fernab von jener Ekstase und fernab des Alltagstrotts befindet. Ein Zustand, der keinen Preis fordert, sondern sich im Gegenteil selbst verstärkt, wenn wir in ihn eintreten. Wir kennen winzige Augenblicke von ihm, doch wir wissen nicht, dass man ihn selbst herstellen kann. Zu jeder Zeit. Wenn wir nach einer anstrengenden Wanderung auf das Sofa sinken. Wenn wir vor Staunen den Mund öffnen, weil die Natur so wundervoll ist. Wenn wir ergriffen sind von echter Liebe. Dann bleiben die Gedanken für einen Moment stehen und wir sind eins mit der Welt. Doch das können wir jeden Tag haben. Ja, es erfordert Übung, aber dennoch kann es jeder lernen. Das ist es, was bei mir gerade geschieht. Und was nur eine Handvoll Leute in meiner Umgebung zu verstehen scheint.

Indem ich diesem Blog eine neue Richtung gebe, möchte ich diesen Zustand noch mehr betonen. Ich möchte noch deutlicher machen, dass ich mit „Leidenschaften leben“ nicht die egogetriebenen Wünsche und Sehnsüchte meine, sondern die, die aus unserer Seele kommen. Und diese können wir nur sehen, wenn wir in den Zustand der Klarheit kommen, wenn wir hellwach und völlig bewusst durch die Welt gehen.

Diese Sehnsüchte meiner Seele sind ganz anders als die vielen Ziele, die ich mir so oft in meinem Leben gesetzt habe. Und ich glaube, dass sie letztendlich bei uns allen gleich oder zumindest sehr ähnlich sind. Denn unsere Seelen sind gleich.

Was ist, wenn es der Sinn des Lebens ist, diesen Sehnsüchten zu folgen, anstatt denjenigen, die wir meinen zu haben?!

Was ist, wenn es genau das ist, das uns auf dem Sterbebett lächeln lässt? Was ist, wenn wir unser Leben nach diesen Maßstäben leben? „Ich habe mein Leben richtig gelebt“ – das ist es doch, was wir sagen wollen, wenn wir alt und grau sind. „Ich lebe mein Leben richtig“ – das wollen wir doch jetzt schon sagen!

Wonach sehnt sich die Seele?

Liebe, Klarheit, Freiheit, Mitgefühl, Geborgenheit, Vertrauen, Weiterentwicklung, Zufriedenheit, Erfüllung – diese Dinge sind es doch, nach denen wir uns alle sehnen. Das ist es doch, was dabei herauskommt, wenn man seine Wünsche immer wieder hinterfragt. Dann landet man irgendwann bei diesen Grundbedürfnissen, diesen Grundwerten, die uns zu eigen sind und uns alle verbinden. Selbst jemand, der einen anderen Menschen verletzt, tut dies letztendlich nur, weil er sich nach Liebe sehnt. Auch wenn das Verhalten das nicht ausdrückt. Etwas muss im Leben dieses Menschen geschehen sein, dass er Liebe direkt weder annehmen noch geben kann. In unserem tiefsten Kern sind wir alle gleich. Es gibt kein „der andere“ mehr. Letztendlich geht es immer nur um Liebe.

Das zu verstehen, gelingt vielen vielleicht. Aber es tatsächlich zu leben und zu praktizieren – auf allen Ebenen – das ist alles andere als einfach. Natürlich wissen wir alle, dass es sich schön anfühlt, wenn wir Liebe und Mitgefühl (nicht Mitleid, wo wir uns über den anderen stellen!) empfinden, und dennoch sind so voreilig Schlüsse getroffen, unbewusst werden Vorurteile gefällt, die uns auf Abstand zum anderen und damit auch zu uns selbst halten – ich bin da keine Ausnahme.

Lernen, nach den wahren Bedürfnissen zu handeln

Vielleicht liegt der Sinn des Lebens darin, diese Gedankenmuster in uns zu erkennen und sie als etwas zu enttarnen, das wir gar nicht wirklich sind. Zu Beginn reicht es einfach, sich ihrer bewusst zu werden. Dass wir dann nach ihnen handeln (wollen), kommt als nächster Schritt. Und das von ganz alleine.

Ich spüre, wie es mich mit jeder Faser meines Körpers in diese Richtung zieht. Und ich merke, wie sich schon so viel in mir verändert hat. Klar, bin ich manchmal wütend, aber die Wut schwelt nicht mehr tagelang in mir. Ich kann sie viel schneller wieder loslassen und mir sagen: „Okay, beim nächsten Mal startest du einen neuen Versuch, nicht mehr wütend zu reagieren.“ Denn letztendlich sind wir diejenigen, die unter unserer eigenen Wut und unter unserem eigenen Hass leiden. Auch uns selbst gegenüber. Wir beschimpfen uns und verurteilen uns manchmal viel schlimmer, als wir es jemals bei jemand anderem tun würden.

Dass wir uns in dieser Hinsicht verändern, dass wir Liebe und Frieden in der Meditation und im Alleinsein (in der Natur?) einüben, dass wir Dinge lesen und ansehen, die diese Fähigkeiten in uns fördern anstatt sie zu hemmen – das ist doch ein vernünftiger Sinn des Lebens, oder? Diese Dinge sollten oberste Priorität haben. Wenn man das von Grund auf verstanden hat (und ich vergesse es auch immer wieder, aber das macht nichts. Ich erinnere mich einfach wieder.), kommt einem alles andere in der Welt wie ein riesengroßes Spiel vor, an dem man entweder mitmachen kann (wohlwissend, dass es nichts als ein Spiel ist, aus dem man jederzeit aussteigen kann) oder eben nicht. Dann wird man mitunter etwas seltsam beäugt, aber das finde ich das geringere Übel.

Ich bin gespannt, wohin mich dieser Weg führen wird. Ich werde ihn mit dir teilen.

Bist du auch auf einem ähnlichen Weg? Schreibe mir darüber!

Hier kannst du noch mehr zum Thema lesen:
Und letztendlich geht es immer nur um Liebe
Wessen Ziele lebst du?
Ein Liebesbrief an diesen Tag

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8 Kommentare

  1. Liebe Anna,

    erst vor kurzem habe ich Deinen Blog entdeckt und schon ein bisschen darin herum gestöbert. Mir gefällt sehr gut wie Du schreibst und worüber. Mit diesem Artikel triffst Du genau den Punkt, an dem ich derzeit auch in meinem Leben angekommen bin.
    Über diese Dinge lesen, die einem eine Ahnung über den Sinn des Lebens vermitteln, sich mit den wenigen Menschen austauschen, die es verstehen. Bei anderen versuchen, so bewusst wie möglich zu sein. Wut und Groll und auch andere Gefühle zu spüren ohne mich von ihnen mitreißen zu lassen, das Aufspüren der Herzenswünsche (so nenne ich gerne meine, wie du sie nennst, Seelenwünsche), anstatt immer wieder erschöpft und getrieben einem vermeintlichen Wunsch nach dem anderen hinterher zu laufen… Alles andere als einfach, da stimme ich dir zu. Aber es ist ein so (ent)spannender Weg und vermutlich ist es in einer Welt wie der unseren, der einzige Weg, aus dem Teufleskreis aus Hunger, Armut und Umweltverschmutzungen auf der einen Seite und übermäßigem Wohlstand, Konsum auf der anderen, auszubrechen.

    Immer mehr merke ich, dass es vor allem die Gefühle sind, die einem den Weg weisen und die Intuition. Dabei denke ich auch an das „Kribbeln“ von dem Du in deinem Blog schreibst, das sich beim leidenschaftlichen Tun von etwas oftmals hinzugesellt.

    Zum Abschluss noch: ein sehr schöner und wertvoller Blog. Danke, dass Du deine Gedanken und Erfahrungen mit uns teilst!

    Liebe Grüße,
    Marion

    • Hallo liebe Marion!
      danke dir von Herzen für deinen Kommentar! Wie schön, dass du hier gelandet bist und dass dich meine Worte so ansprechen. Vielen Dank dir auch für deine Worte, die auch sehr schön darstellen,w as ich meine. Ich denke auch, dass genau diese Werte der einzige Weg aus der verwirrten Gesellschaft ist, die wir heute erleben und unter der wir alle leiden. Denn es wird so nicht lange gut gehen. Wir müssen anders denken. Wenn wir so denken wie bisher, wird das Leid sich nur vergrößern. Aber ich erlebe, wie immer mehr Menschen verstehen, worum es wirklich geht. Und deswegen habe ich Hoffnung. Wenn ich mit diesem Blog auch nur ein kleines bisschen dazu beitragen kann, so erfüllt mich das ungemein! 🙂
      Ja, die Gefühle und die Intuition können viel mehr als der begrenzte Verstand, der uns immer wieder in die Irre führt. Wie schön, dass du auch schon das Kribbeln kennenlernen konntest – das ist sowieso ein Garant dafür, dass du das Richtige tust! 🙂
      Ganz liebe Grüße dir, Marion!
      Anna

  2. Hi Anna

    Spannend was du da schreibst. Ich wünsche dir viel Freude auf deinem Weg 😉

    Ich sehe einen Sinn im Leben indem wir uns erfüllt fühlen. Wie sich dies ausdrückt ist sehr individuell. Bei allen gleich ist, dass sie von Herzen teilen und geben. Indem wir jemandem Liebe schenken oder etwas geben was er wirklich benötigt indem wir zB ihm ein tiefes Bedürfnis erfüllen, werden wir uns selbst erfüllt fühlen. So erlebe ich es zumindest.

    Liebe Grüße
    Markus

    • Hallo lieber Markus,
      ja, sich erfüllt fühlen, das stimmt. Aber manchmal leitet uns dieses Gefühl in die Irre, weil wir meinen, uns von Anerkennung wirklich erfüllt zu fühlen. Aber das Gefühl vergeht sehr schnell und dann kommt wieder die Leere. Das mit dem von Herzen teilen und geben ist bestimmt bei allen gleich, aber bei sehr vielen verschüttet. Und da sieht man dann nur die Gier. Das, was du beschreibst (mit dem Liebe schenken), kenne ich so auch. Aber auch das hat für mich die Kehrseite, dass – wenn wir nicht stabil und geerdet in uns selbst sind und uns selbst nicht lieben – wir von dem anderen erwarten, uns „zurück zu lieben“. Und wenn er das nicht in dem von unserwarteten Rahmen tut, reagieren wir verletzt. So entsteht auch Eifersucht. Ich denke, echte Liebe zu anderen kann nur (dauerhaft) entstehen, wenn wir mit uns selbst wirklich im Reinen sind. Und viele Menschen sind das nicht.
      Interessante Gedankengänge, Markus. Jetzt arbeitet es in mir. 😉
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  3. Liebe Anna,

    das ist wieder mal ein Artikel, der mir voll aus der Seele spricht und auch das aussagt, was ich bisher noch nicht geschafft habe in Worte zu fassen. Ich bin schon lange vom Trip runter, dass man „Erfolg“ anhäufen muss und dafür alles aufgeben muss, was einem WIRKLICH wichtig ist. Statt Erlebnisse anzuhäufen, gebe ich mich meinem Bauchgefühl hin. Mein Bauch meinte vor 2 Jahren, dass der Job den ich machte sich nicht gut anfühlt. Ich kündigte. Meine Sehnsucht sagte mir, dass ich gerne eine Zeit lang an der Ostsee wohnen möchte – ich zog um. Mein Herz wollte auch nun, dass ich meinen Job kündige und meinen Youtube-Channel und Blog aufbaue, weil dieses Thema schon soooo lange in mir schlummerte. Also kündigte ich und habe nun meinen Blog gestartet.

    Für viele mag es sich leichtsinnig und dumm anhören, aber es ist genau das, was ich vom Leben erwarte: Entscheidungsfreiheit. Und ja, vielleicht sind diese Entscheidungen nicht immer „vernünftig“ oder nachvollziehbar, aber auf meinem Sterbebett kann ich wenigstens sagen: „ich habe es ausprobiert und die Vielfalt des Lebens genossen“. Es gibt noch sooooo vieles mehr, das ich erleben, spüren, machen und lernen will und all das in meinen Erfahrungen und Berichten auch an andere weitergeben.

    Wichtig ist jedoch, dass auch ich festgestellt habe, dass es mehr gibt als Materielles. Der innere Frieden ist das wichtigste. Und dabei musst DU keinem anderen Menschen Rechenschaft ablegen warum Du die Dinge tust, wie, wann und wo Du sie tust. Wichtig ist, dass sich dein Leben für dich richtig anfühlt. Der Rest wird sich ergeben. Finde dich selbst und Du findest das Leben.

    In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine wundervolle Zeit, in der wir uns selbst näherkommen und den Sinn UNSERES Lebens erkennen. Was meiner ist?! Komm vorbei und schau dir an, was bei mir so abgeht 😉

    Liebste Grüße
    Alex <3

    • Hallo lieber Alex,
      ich finde es immer schön, dass auch du dich auf einem ähnlichen Weg wie ich befindest. Du hast deinen Job gekündigt? Ehrlich? Wow, was für ein großer Schritt! Aber so wie du schreibst, hat dein Bauchgefühl dich ja bisher immer gut geleitet und das wird es auch diesmal tun. Ich merke auch, wie verdammt spannend es ist, sich selbst kennenzulernen, zu erkennen, wie die eigenen Gedanken zu funktionieren und jederzeit bewusste Entscheidungen treffen zu können. Entscheiden zu können, was wir wirklich wollen und das loszulassen, was uns nicht weiterbringt oder uns im Unglücklichsein gefangen hält.
      Auf deinem Blog hat sich ja schon einiges getan! Echt genial! In letzter Zeit bin ich wenig online, aber ich werde sicher die Zeit finden, bei dir zu lesen und deine Videos anzusehen. 🙂
      Ganz liebe Grüße dir!
      Anna

  4. Hallo Anna,

    ich fand deinen Beitrag wieder Mal super geschrieben.

    Ganz besonders fand ich, dass du geschrieben hast, dass Konsum, Ansehen und Macht nicht glücklich machen. Das merke ich auch gerade jetzt ganz besonders zur Weihnachtszeit.
    Ein Beispiel möchte ich hier kurz nennen: Vor kurzem habe ich eine VIP Eintrittskarte für den örtlichen Media Markt erhalten, der nur an einem bestimmten Tag gegolten hätte und nur für 2 Stunden nach dem eigentlichen offiziellen Ladenschluss. Es gäbe auf alles 10%, auf bestimmte Artikel sogar 20%.
    Letztes Jahr habe ich ihn auch schon gehabt und da hat es sich auch echt gelohnt, da ich mir einiges für meinen Hausstand kaufen musste.
    Erst Mal wollte ich wirklich hin gehen um mir evtl. 1-2 DVD´s zu kaufen. Aber dann dachte ich mir. Mensch eigentlich brauche ich dies momentan gar nicht und ohne die Prozente wärst du auch nicht in Media Markt reingegangen und somit habe ich es gelassen und es geht mir nicht schlechter deswegen, nur weil ich keine neuen DVD´s habe.

    Noch etwas anderes, was mir immer wieder auffällt, was in diesem Zusammenhang mit Konsum steht. Der Kaufrausch an Weihnachten. Wenn ich so höre, was die Medien berichten, gut wer weiß wer befragt und wie das erhoben wurde, gibt wohl jeder im Durchschnitt 500 Euro für Weihnachtsgeschenke aus. Da flackern mir die Ohren, denn bei mir ist das ein Bruchstück davon und dennoch kommt es von Herzen wenn ich etwas schenke, auch wenn es „nur“ 10 Euro gekostet hat.
    Ich finde es auch wichtiger Zeit einem Menschen zu schenken, und da ich momentan mehr Zeit als sonst habe, werde ich soviel Zeit wie möglich (und nicht nur an Weihnachten) mit der Familie und Freunden verbringen wollen.
    Ich finde das viel mehr Wert ein gutes Gespräch mit einer Freundin bei einem Kaffe oder bei einem schönen Spaziergang zu führen als ein teures Geschenk zu erhalten. Zudem gerät man dann immer in eine Bringschuld auch so ein teures Geschenk zu überreichen und sowas mag ich gar nicht.

    Mein Kommentar hat jetzt nicht unbedingt zu deiner Überschrift gepasst aber dass waren meine Gedanken als ich deinen tollen Satz zum Konsum gelesen habe 🙂

    Liebe Anna, ich wünsch dir noch einen schönen 4. Advent!

    LG Eveline

    • Liebe Eveline!
      Vielen Dank dir für deinen Kommentar! Ja, das Konsumthema beschäftigt mich auch gerade. In deiner Geschichte kann ich mich sehr gut wiederfinden. Auch ich bin darauf konditioniert, bei „Prozenten“ gleich in den Laden zu rennen und mir was zu kaufen. Danach halten wir uns immer für besonders klug, weil wir ein Schnäppchen gemacht haben. Dabei sind wir besonders doof, denn ohne die Rabatte hätten wir die Dinge (die wir nicht brauchen) auch nicht gekauft! 😉 Aber je bewusster man wird, je mehr Gedanken man sich macht, desto eher durchschaut man diese Tricks der Firmen. Und fällt immer seltener auf sie herein. Und das ist der „innere Fortschritt“, den wir machen und der uns auf längere Sicht viel mehr Freude bringt als das kurzzeitige Glücksgefühl dabei, ein Schnäppchen gemacht zu haben.
      Auch bei den teuren Geschenken hast du recht. Ich habe mich dieses Jahr bemüht, meine Geschenke (auch für mich, hehe) bei lokalen Händelrn oder auf dem Kunsthandwerkmarkt zu kaufen. Selbermachen ist nicht so meins. 😉 „Zeit“ zu verschenken finde ich zwar wunderschön, aber dafür brauche ich kein Weihnachten. Aber Geschenke hin oder her. Ich finde es wichtig, dass man ein schönes Weihnachstfest miteinander verbringt. Ohne Erwartungen )“Alles muss so harmonisch sein!“) oder Vorurteile („Der wird eh wieder mürrisch sein!“). Sondern einfach, indem man den anderen annimmt, wie er oder sie ist. Das finde ich das Wichtigste.
      Dass das auch bei dir so ist, das wünsche ich dir, liebe Eveline!
      Ganz liebe Grüße
      Anna

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