Ich starte in den Tag und in den Flow – Machst du mit?

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Immer wieder stelle ich fest, dass sich viele für meinen Tagesablauf, insbesondere für meinen Start in den Tag interessieren. Deswegen will ich dir heute verraten, wie mein tägliches Morgenritual aussieht und wie dieses mir dabei hilft, meinen Tag mit einem entspannten Lächeln, friedlicher Klarheit und jeder Menge Leidenschaft für das Leben zu beginnen. Klar, ist auch mal ein Tag dabei, an dem ich einfach mal im Bett bleibe und mir das auch erlaube. Aber meist liebe ich „meinen“ Morgen. Und vielleicht hast du Lust, das ein oder andere auszuprobieren? 🙂

„Morgen“ ist relativ…

*Hust* Ich muss zugeben, ich bin nicht gerade eine Frühaufsteherin. Und unfassbar dankbar für meinen erst am Nachmittag beginnenden Job. Auf diese Weise kann ich liegenbleiben, wenn es mir mal nicht ganz so gut geht, oder den Vormittag damit verbringen, mich zu entspannen, einen klaren Geist zu bekommen und Leidenschaft und Dankbarkeit für mein Leben zu entwickeln.

Ich weiß, es wird immer empfohlen, früh aufzustehen – angeblich eignet sich die Zeit zwischen 5 (*hust) und 6 Uhr (*husthust*) am besten zum Meditieren. Ich habe das alles probiert und hatte auch wunderschöne Erlebnisse. Aber auch weniger wunderschöne, in denen ich direkt nach meiner Morgenroutine wieder ins Bett geschlüpft bin, weil ich einfach nicht „bei mir“ war. Vielleicht werde ich eines Tages tatsächlich als früher Vogel den Wurm fangen, aber momentan ist mein Tagesablauf so, wie er ist, optimal für mich und meine Lebensumstände. Ich stehe frühstens um 8:30 Uhr auf. So, jetzt ist es amtlich. Und ich komme mir schrecklich unspirituell vor. 🙂

Warum mache ich das überhaupt?

Meine Morgenroutine dauert je nach Aufstehzeit manchmal bis in den Mittag hinein. Sie nimmt also ziemlich viel Zeit in Anspruch. Und wenn du jetzt glaubst, ich hätte  einen eisernen Willen und „quäle“ mich jedes Mal, sie anzugehen, so muss ich dich leider enttäuschen. Ich bin zwar nicht völlig undiszipliniert (das bekomme ich zumindest immer wieder gesagt), aber ich glaube, das täuscht und liegt nur daran, dass ich eine starke Motivation habe, die Dinge so zu machen, wie ich sie mache.

Disziplin hat für mich immer ein wenig was von „Ich will eigentlich nicht, aber ich überwinde mich und mache es trotzdem, weil es gesund/gut für mich/gut für irgendwen sonst sein soll“. Das ist bei mir niemals der Fall. Ich muss mich keinen einzigen Morgen dazu überwinden, aufzustehen und meine Routine anzugehen. Ich bin motiviert. Und wenn ich das nicht bin (was vielleicht 2-3 Mal im Monat vorkommt), dann lasse ich es auch bleiben.

Der simple Grund, warum ich all das mache, von dem ich dir gleich berichten werde, ist: weil ich es liebe. Ich liebe es, mich selbst und die Welt zu spüren, ich liebe die Stille um mich, ich liebe es, das Leben zu fühlen und mich auf den Tag vorzubereiten. Ich liebe die unglaubliche Klarheit in diesen Stunden sowie das völlige Bewusstsein. Ich liebe es, glücklich zu sein und ich liebe es zu wissen, dass ich damit zu einer friedlichen und liebevolleren Welt beitrage, weil ich selbst Frieden und Liebe empfinde. Es ist so einfach und so schön, vollkommenes Glück zu erfahren.

Und was gibt es Besseres? Womit kann ich meine Zeit besser verbringen? Ich habe meine Morgenroutine in den letzten beiden Jahren beständig ausgedehnt – das kam von ganz alleine, weil ich es so wollte und weil es sich für mich gut anfühlte. Und je länger diese Einheit wurde, desto mehr entwickelte ich mich.

Diese Zeit für mich hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich nun bin. In diesen Stunden durfte ich bisher unglaublich viel lernen – Dinge, die mir kein Buch beibringen konnte. Dinge, die ich einfach selbst erfahren musste. Wie und warum, möchte ich dir erzählen, indem ich dir die Tätigkeiten der Reihe nach vorstelle, wie ich sie morgens ausführe. Was, ob und wie du davon etwas übernehmen magst, entscheidest ganz alleine du. Aber Vorsicht, meine Begeisterung könnte dich anstecken! 😉

Rise and Shine

Nach dem Aufwachen habe ich eine schlechte Gewohnheit, an der ich gerade arbeite. Ich schaue als Erstes auf mein Handy, deaktiviere den Flugmodus, den ich nachts eingeschaltet habe, und checke meine Mails. Jap, das ist manchmal echt blöd, wenn ich eine nervige oder blöde Nachricht erhalte. Aber meist freue ich mich über Nachrichten. Noch vor einigen Monaten habe (bin?) ich die Timeline von Facebook hinabgescrollt, doch nachdem ich mich dabei beobachtet habe, wie ich damit irgendwie nicht mehr aufhören kann, sobald ich damit begonnen habe, war klar: Das ist etwas, das ich eigentlich nicht machen möchte. Also klicke ich inzwischen nur noch auf die Benachrichtigungen – ein Riesenfortschritt für mich!

Ich brauche morgens ein paar Minuten im Bett, in denen ich langsam aufwache. Anstatt auf Facebook, verbringe ich diese Zeit inwischen mit ein paar Seiten aus einem mich erheiternden Buch oder einem kurzen Podcast, z.B. zum Thema Yoga. Damit komme ich gerade gut klar. Danach habe ich dann auch richtig Lust, aufzustehen und in den Tag zu starten!

Von der naserümpfenden zur begeisterten Teetrinkerin

Nach dem Aufstehen geht’s erst einmal an den Wasserkocher. Tee war lange Zeit gar nicht mein Ding. In meiner Familie wird fast nur Schwarztee getrunken – und das so süß, dass der Löffel in der Tasse beinahe stehenbleibt. In der 5. Klasse hatte ich ein traumatisches Erlebnis mit ungesüßtem Pfefferminztee. Er war das einzige Getränk im Schullandheim und ich fand ihn scheußlich. Danach wollte ich auch vom Schwarztee nichts mehr wissen.

Bis vor einer Weile habe ich Müsli zum Frühstück gegessen, manchmal gab’s auch einen Smoothie (ich war noch nie Kaffeetrinkerin). Aber je länger ich morgens Yoga und Meditation praktizierte, desto später schob sich mein Müsli hinaus und ich bekam Bauchgrummeln und Hunger. Aber direkt vor dem Yoga etwas zu essen, ist nicht wirklich empfehlenswert. Abgesehen von Verdauungsgeräuschen richtet sich die Aufmerksamkeit des Körpers (und Geistes) automatisch auf das, was im Bauch ist, anstatt auf die Wirkung der einzelnen Haltungen und der Meditation.

Also musste ein „Ersatz“ zum Essen her. Ich entdeckte Grüntee für mich, bei dem ich den Zuckergehalt (bzw. Agavendicksaft) langsam auf null reduziert habe. Im Vergleich zu anderen Tees ist Grüntee durch die kurze Ziehzeit ja recht mild, und außerdem sehr gesund und auch noch anregend. Vor ein paar Monaten stolperte ich über weißen Tee. Wow, ich LIEBE ihn! Dieses sanfte und feine Aroma – es ist genau mein Ding. Kennst du weißen Tee schon? Jedenfalls trinke ich ihn jeden zweiten Tag – im Wechsel mit Grün- oder Kamillentee. Ich fülle mir meine Thermoskanne und leere sie dann während meiner Routine und danach.

So habe ich keinerlei Hunger und starte dann erst mit dem Mittagessen. Es heißt ja immer, man soll frühstücken wie ein König, aber ich habe die gegenteilige Erfahrung gemacht. Mir tut es sehr gut, nicht zu frühstücken (gut, ich stehe auch nicht um 5 Uhr auf). Ich fühle mich morgens leicht und gesund, wenn mein Magen nicht voll ist. Da ich abends meist eher spät esse, tut diese „Fastenperiode“ meinem Körper sehr gut. Dass er dann in den Fettstoffwechsel überspringt, macht sich übrigens auch auf der Waage bemerkbar – was für mich allerdings nur ein Nebeneffekt ist. Durch bewusstes Essen pendelt sich das Gewicht meiner Meinung nach ohnehin so ein, wie es für den Körper optimal ist.

Grüß‘ dich, Sonne! Kein Tag ohne Yoga!

Jetzt habe ich ja schon verraten, dass ich täglich Yoga praktiziere. Bisher habe ich über meine Yogapraxis noch nicht allzu viel geschrieben, dabei stellt sie für mich einen unglaublich wichtigen Faktor zu mehr Lebensfreude dar. Yoga hilft mir dabei, in meine innere Mitte zu kommen oder darin zu bleiben. Ohne Yoga würde mir das vermutlich sehr viel schwerer fallen.

Ich habe vor etwa zweieinhalb Jahren mit dem Yoga angefangen. In dem Fitnesstudio, in dem ich damals angemeldet war, gab es einen Kurs, in den ich mich lange nicht traute. Doch dann überwand ich mich und bereute es keine Sekunde. Obwohl ich schon von vielen gehört habe, dass Yoga im Fitnesstudio einen nicht in die entsprechende Atmosphäre kommen lässt, muss ich hier widersprechen. Meine Yogalehrerin hat das so wundervoll gemacht, dass es einfach nur perfekt war. Sie hat dabei auch den spirituellen Aspekt nicht ausgelassen – was bei manchen „Fitness-Yogalehrern“ ja der Fall ist. Aber ohne „Omm“ und „Namasté“ ist Yoga für mich nicht Yoga.

Ich war begeistert, ohne damals so recht benennen zu können, warum. Es war einfach meins. Danach fühlte ich mich immer unglaublich gut und entspannt. Ich integrierte schon bald den Sonnengruß in meinen Morgen. Wenn man nach 12 Runden nicht wach ist, dann weiß ich auch nicht. Auf mich wirkt er besser als jeder Kaffee. 😉

Schon bald war ich nur mit dem Sonnengruß nicht mehr zufrieden. Mein Körper wollte mehr. Ich hängte also weitere Asanas (Yogahaltungen) an und probierte vieles aus. Von Yoga-Videos bis Übungsreihen in Büchern oder Zeitschriften machte ich Yoga zu „meinem“ Ding. Manchmal gefiel es mir besser, die Asanas lange zu halten, ein andermal sprach mich Power-Yoga an. Ich variierte, und das gefiel mir.

Seit ich im November für ein paar Tage im Ashram war, kam ich jedoch wieder „Back to the roots“ zur sogenannten „Rishikesh-Reihe“, wie sie meine Yogalehrerin auch immer lehrte. Ich hatte sie eine Zeit lang vernachlässigt, weil ich andere Asanas gefunden hatte und mir manche aus der Reihe nicht ganz so gut gelangen bzw. schwierig für mich waren. Aber genau in diesem Schwierigen sehe ich jetzt die größte Freude. Ich taste mich langsam und nur so, wie es mein Körper noch gut findet, an sie heran. Ich gebe mir die Zeit. Ich genieße die Anstrengung. Und daran merke ich für mich, dass ich im Yoga Fortschritte mache. Nicht daran, dass ich beweglicher werde. Das ist nur ein Nebeneffekt.

Letzten Sommer hatte ich auch meine Premiere, was Yoga in der Natur angeht. Ich habe mich lange nicht getraut, mit meiner Yogamatte rauszugehen, obwohl ich es mir fantastisch vorstellte. Aber wie du auf dem Beitragsbild sehen kannst, war ich einfach eines Tages so weit – und es war einfach nur fantastisch! Ich freue mich schon drauf, wenn die Tage wärmer werden – dann werde ich sicher nicht nur den kleinen See besuchen, sondern auch andere „Yoga-Orte“ entdecken. 🙂

Yoga bringt mich in den Moment und in meinen Körper hinein. Jede Haltung hat auf mich eine psychologische Wirkung. Ich praktiziere Stärke, Hingabe, Mitgefühl. Ich lerne, dass ich mit Geduld viel mehr erreiche als mit Kampf. Ich verbinde mich mit dem Atem. Und ganz nebenbei sind meine Rückenschmerzen und ständigen Verspannungen verschwunden, fühle ich mich ausgeglichener und freier. Sicher hast auch du schon bemerkt, dass Verspannungen oft aus einer geistigen Unbeweglichkeit resultieren. Indem du diese im Yoga aufhebst, wird auch dein Geist flexibler. Ach, ich könnte ewig weiterschreiben. Nach dem Yoga bin ich einfach total im Flow und bei mir. Na, wenn das mal nicht Lust auf mehr macht?! 😉

Und dann gibt’s Gehirnwäsche…

Nach meinen Yogaübungen fühlt sich mein Körper leicht und frei an, meine Gedanken sind viel geordneter und ich kann mit der Meditation beginnen. Über das Meditieren habe ich bereits vor einer Weile einen Artikel geschrieben. Inzwischen hat sich bei mir einiges getan. Die Meditation ist für mich der absolute Königsweg zu einem Leben im Passionflow und eigentlich das, was ich als Erstes empfehlen würde. Sie hat mein Leben so sehr bereichert, dass ich mich frage, wieso Ärzte noch Psychopharmaka oder Therapien verschreiben. Wenn wir schon als Kinder die Meditation erlernen würden, wäre all das unnötig. Dann hätten wir die Verbindung zu uns selbst nämlich niemals verloren.

So aber müssen wir das Meditieren – meiner Meinung nach unseren natürlichen Seinszustand – erst wieder erlernen. Wobei es eigentlich nicht viel zu lernen gibt. Jeder kann meditieren. Wie genau dir das gelingen kann, schreibe ich aktuell in meinem Buch, wenn es dich aber interessiert, kann ich dir die Blogbeiträge von Norman wärmstens empfehlen. Er schafft es, das in Worte zu fassen, was mir nicht immer leicht fällt.

Die Meditation lehrt mich jeden Tag, wer ich wirklich bin. Das ist eine Erkenntnis, die ich bereits bei meiner allerersten Meditation hatte – und die war so wundervoll, dass ich fortan drangeblieben bin. Allerdings war das wohl die absolute Ausnahme. Den meisten Menschen fällt die erste Meditation (und viele weitere danach) eher schwer. Wir sind es nämlich einfach nicht gewohnt „nichts zu tun“. Unser Geist und unsere Gedanken rasen und machen das Erlebnis für uns nicht gerade positiv. Hier heißt es: dranbleiben und beobachten.

Auch ich habe immer noch Tage, in denen sich meine Gedanken selbst nach dem Yoga einfach nicht beruhigen wollen. Ich meditiere dann trotzdem und beobachte diese Gedanken, ohne mich von ihnen mitreißen zu lassen. Ich schaue sie an, als seien sie kleine, trotzige Kinder. Und in dem Moment erfahre ich, dass ich nicht meine Gedanken, sondern etwas außerhalb von ihnen bin. Obwohl sie da sind, muss ich mich nicht von ihnen beherrschen lassen. Und dann kommt diese unglaubliche Welle von Freiheit, Glück und Verbundenheit mit allem. Denn dann spüre ich, dass wir alle hinter diesen Gedanken und Formen dasselbe sind.

Hätte ich das alles nur theoretisch und nicht am eigenen Leib erfahren, hätte ich es vermutlich nicht geglaubt. Falls du das Meditieren bisher also noch nicht ausprobiert hast, kann ich es dir aus tiefstem Herzen und mit vollster Überzeugung nur empfehlen. Informiere dich vorher und mach dir bewusst, dass der Anfang manchmal etwas holprig ist. Aber du wirst belohnt werden. Reicher, als du dir vorstellen kannst.

Mit der Meditation „wasche“ ich mein Gehirn von allen unnützen Gedanken, die mich hemmen, anstatt mich zu nähren und zu fördern. Ich kultiviere Liebe, Mitgefühl, Freude und Dankbarkeit und lasse Druck, Stress und das Streben nach Erfolg los. Dabei macht sich eine solche Klarheit in mir breit, dass ich kurz danach meist einen Kreativitätsschub bekomme. Ohne Meditation würde es diesen Blog nicht geben. Ohne Meditation wäre ich nicht die, die ich heute bin.

„Es gibt doch Besseres mit seiner Zeit anzufangen!“

Ich mache etwa 1 bis 1,5 Stunden lang Yoga täglich und meditiere weitere 30 Minuten. Das ist ganz schön viel Zeit, die da „drauf geht“. Wir haben doch so viel zu tun, zu erledigen, zu machen. „Du könntest doch viel effektiver sein, wenn du in dieser Zeit Blogbeiträge verfassen oder an deinem Buch schreiben würdest“, wurde mir einmal gesagt. Nein, könnte ich nicht. Denn ohne diese Zeit hätte ich nichts, worüber ich schreiben könnte. Selbst mein Roman hätte sich nicht auf die interessante Art und Weise entwickelt und wäre nun einer von vielen, die über das Kämpfen, Durchhalten und die Liebe erzählen.

„Wenn du Zeit hast, meditiere zehn Minuten. Wenn du keine Zeit hast, meditiere eine Stunde“, heißt es so schön. Genau das ist es. Dieses Nichtstun und sich treiben lassen, den Körper zu spüren und etwas zu machen, was einem gut tut, ist etwas, was uns völlig abhanden gekommen ist. Deswegen boomt Yoga und Meditation gerade auch so. Weil wir völlig gestresst sind und diese uralten Techniken uns dabei helfen „runterzukommen“. Doch häufig verstehen wir auch das als etwas, das noch zu erledigen ist. Dabei sollte diese Zeit mit dir eine Selbstverständlichkeit sein!

Oft habe ich nach meiner Morgenroutine einen ordentlichen Kreativitätsschub. Ich schreibe dann in einer halben Stunde einen Blogartikel, für den ich wann anders zwei Stunden brauchen würde. Es fließt einfach, ich bin im Passionflow. Und das macht total viel Spaß!

Mein Ziel in diesem Jahr (und ich glaube auch, in meinem Leben) ist es, mehr Bewusstsein und Klarheit in mein Leben zu bringen. Ich möchte alles, was ich tue, danach ausrichten und das, was nicht dazu beiträgt, reduzieren. Meine Morgenroutine trägt den wichtigsten Teil dazu bei. Auch das Schreiben, allerdings nicht im Übermaß. Denn da rutsche ich manchmal ins alte Muster hinein, wo „Ziele setzen“ und „erfolgreich sein“ plötzlich wichtig werden. Wenn ich also merke, dass der Flow nachlässt, höre ich mit dem Schreiben auf und zwinge mich nicht weiterhin dazu.

Was ist für dich möglich?

Ich weiß, dass du dir vermutlich nicht die Zeit nehmen kannst, morgens zwei Stunden nach dir selbst zu schauen. Wenn ich um 7 Uhr oder sogar noch früher aufstehen müsste, um in die Arbeit zu gehen – und da ohnehin schon sehr müde bin -, würde ich auch nicht um 5 Uhr aufstehen und Yoga und Meditation praktizieren. Das mag für manche gut funktionieren, da sie in dieser Zeit ihre Ruhe haben, die Familie noch schläft und sie die Morgenstunden genießen, aber ich kann mir vorstellen, dass es ebenso vielen schwer fällt.

Deswegen: Sieh meine Morgenroutine nicht als etwas an, das du genauso praktizieren solltest. Es ist nicht der alleinige Weg. Es ist eben mein Weg. Eine Freundin von mir meditiert abends, eine andere kommt nur am Wochenende zum Yoga, bei jemand anderem ist vielleicht die Mittagspause ideal. Und es müssen ja nicht gleich zwei Stunden täglich sein, in denen du dich um dich selbst kümmerst. Beginne mit kleinen Schritten, mit etwas, das für dich in deinem Alltag möglich ist. Ich bin mir sicher, dass sich da etwas findet. Schaue nicht nach Rechtfertigungen, warum es nicht geht, sondern suche nach Lösungen, wie es gehen könnte. Du bist nicht Opfer deiner Umstände, sondern der Schöpfer deines Lebens!

Du wirst diese bewussten und klaren Momente deines Tages lieben, sobald du erst einmal damit begonnen hast. Strebe zunächst nicht an, sie bis zu einem bestimmten Datum verlängert zu haben. Das ist eine Sache, die ganz von alleine geschieht, je mehr Freude du daran hast. Dann wirst du merken, dass es Dinge in deinem Tagesablauf gibt, die vielleicht unnötig sind und die dir nicht gut tun. Diese Dinge kannst du dann ersetzen. Jedes Leben ist anders, das weiß ich. Und es gibt sicher auch noch Dinge, die ich in meinem eigenen Tag anders machen kann. Es macht mir Spaß, das herauszufinden – spielerisch und sanft.

Probiere einfach aus, was für dich klappt, was dir Freude macht! 🙂

Wie sieht dein tägliches Ritual, mit dem du bei dir selbst ankommst, aus? Es würde mich sehr interessieren, darüber zu lesen!

Hier erfährst du noch mehr über ein Leben im Flow:
Wie du mit Meditation zu dir selbst (und zu deinen Leidenschaften) findest
Warum du keine Berufung brauchst
Die Rhythmen deines Lebens – wie du lernst, sie anzunehmen und zu lieben

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6 Kommentare

  1. Hey Anna,

    ich finde es klasse, dass du hier so persönliche Einblicke in dein Leben gibst! Das ist soviel besser, als bloß graue Theorie, weil man direkt an deinem Beispiel lernen und verstehen kann und oben drauf gibts auch noch ne persönliche und charmante Note von dir =) Mach so unbedingt weiter!

    Meine Morgenroutine ist ganz anders, weil ich um 7 auf der Arbeit sein muss ^^ Aber Zeit für Meditation nehme ich mir auch. Mindestens 10 Minuten täglich, Tendenz steigend. Für mich funktioniert es mittlerweile super das direkt nach dem Aufstehen zu machen (ok, nicht genau danach, denn zuerst kommt der morgentliche Gang zur Toilette). Das ist auch für mich erstaunlich, da ich eigentlich eher ein Murgenmuffel bin, der nicht rauskommt. Aber seit ich keinen normalen Wecker mehr habe, sondern ein WakeUp Light, das den Sonnenaufgang simuliert und dazu noch herrliches Vogelgezwitscher abspielt, werde ich morgens wie von selbst wach und habe das Bedürfnis „den Tag zu Pflücken“. Vielleicht ist das ja auch was für den ein oder anderen Leser hier.

    Dem Kaffee werde ich aber nicht so schnell abschwören =D

    Liebe Grüße

    Norman

    P.S.: Vielen Dank für die Verlinkung! Freut mich, dass du meine Meditationsbeiträge für so empfehlenswert hältst =)

    • Hallo lieber Norman,
      ich war wirklich unschlüssig, ob das jemanden interessiert, wenn ich so etwas schreibe oder ob das nicht überheblich rüberkommt. Nach dem Motto: „Ich hab das schon drauf – und du?“ Also falls es das tut, liebe Leser: Sagt mir bitte Bescheid! 😀 Aber du scheinst das wohl nicht so zu sehen. 😉
      Echt toll, dass du es vor der Arbeit noch schaffst, zu meditieren. Das bewundere ich wirklich aufrichtig. Das mit dem Wecker klingt echt super, ich habe darüber bisher noch keine Erfahrungsberichte gelesen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass das viel bringt, denn an einem sonnigen Tag werde ich auch viel früher wach als an einem trüben – und habe mehr Energie. Wenn ich so früh aufstehen müsste wie du, wäre ich vermutlich schon längst ein Kaffeejunkie, also gut verständlich, dass du ihm nicht abschwören wirst. 🙂
      Und: sehr gerne mit der Verlinkung – ich mache das nur bei Sachen, die ich wirklich für absolut empfehlenswert halte!
      Ganz liebe Grüße dir!
      Anna

  2. Ich finds spannend das zu lesen! Besser als abgehobene „man sollte das und das tun, weil ist toll gesund“ sind mir authentische „ich mach x und es geht mir damit so“ wesentlich lieber.
    Meditieren hab ich bei mir noch nicht in den Tag eingebaut bekommen. Hab das zwar ein paarmal versucht, aber nie die Ruhe dafür gehabt.
    Im Gegenteil zu Dir bin ich eine Lärche, keine Nachtigall. Sprich, ich wach üblicherweise von alleine so gegen 6:00 Uhr früh auf, mal etwas später, mal etwas früher. Ebenfalls mach ich dann den Flugzeugmodus vom Handy aus, allerdings ignorier ich meine Mails dann eher, oder guck nur einmal die Liste der Absender an.
    Ich setz mich dann meist im Bett hin, schreib ein wenig oder, wenn ich grad ein spannendes Buch hab, les ein paar Zeilen, bis mein Kreislauf anwesend genug ist um Aufzustehen.
    Dann mach ich Sport, Mo-Fr 45 Minuten Yayog EFX, was Kraftübungen ohne Geräte sind, die vermutlich aus dem Yoga entlehnt wurden. Anschließend Duschen, was essen, vielleicht noch ein wenig schreiben, ernsthaft Mails lesen, räumen oder direkt ins Büro. Ich kann zum Glück anfangen zu arbeiten wann immer ich möchte.
    Sa/So liege ich ein paar Minuten länger im Bett, lese mehr und mache statt den 45 Minuten nur 12x den Sonnengruß zum dehnen, ansonsten sieht das ähnlich aus.
    Ich hab mal wegen Stress den morgendlichen Sport weggelassen, da gings mir dann schnell besch..eiden. Seitdem ist das mein wichtigstes Tagesritual.
    Meditation versuch ich ab und an, aber ich merke für mich keinen Unterschied ob ich das mache oder nicht (anders als beim Sport).
    Liebe Grüße
    Sam

    • Hallo lieber Sam,
      ich bewundere dich wirklich für dein Lärchenverhalten! 🙂 Unsere Morgenroutine sieht ja recht ähnlich aus, von Yayog EFX hab ich ja noch nie was gehört, muss ich mal schauen. Klingt aber interessant! Schön, dass auch die die Wirkung der Bewegung am Morgen so deutlich spürst!
      Die Unterschiede, ob man morgens meditiert oder nicht sind gerade am Anfang sehr subtil, je nachdem, wie es einem gelingt, dabei in sich hineinzuhorchen. Gerade zu Beginn habe ich mir das auch immer gesagt: „Das bringt ja jetzt nicht sooo viel…“ Aber irgendwie war ich dann doch so neugierig, dass ich einfach weitergemacht habe. Und ich sehe es erst jetzt deutlich, also auf lange Sicht. Bei einer regelmäßigen Meditationspraxis verändern sich Sichtweisen sehr graduell, aber wenn ich zurückblicke und mir anschaue, was ich alles gelernt habe, so ist das einfach atemberaubend! Ich kann es wirklich nur empfehlen, es mal länger auszuprobieren! 🙂
      Ganz liebe Grüße dir!
      Anna

  3. Hallo Anna,
    Ich bin da ganz bei dir: wie du die ersten Stunden verbringst, entscheidet grundlegend über den weiteren Verlauf des Tages.

    Ungestört, Unbeeindruckt. Wunderbar ist das …
    Nur dann kann ich die Anforderungen des Tages mit der angebrachten Gelassenheit und einem gesunden Abstand annehmen.

    Und – ich habe es inzwischen endlich geschafft, das Abrufen der Mails auf die Zeit nach Meditation und Yoga zu verlegen 🙂

    Liebe Grüße, Sabine

    • Liebe Sabine,
      ja, mit dem Abrufen der Mails muss ich noch üben. Wie hast du das geschafft? 😀
      Schön, dass auch du erlebt hast, wie wundervoll es ist, die ersten Stunden des Tages ganz bei dir zu verbringen. Ich war gerade für ein paar Tage in London – eine wunderschöne Stadt, aber eben dennoch hektisch und stressig. Natürlich hatte ich meine Reiseyogamatte dabei und konnte morgens und abends etwas Yoga machen, aber als ich wieder zurückkam, merkte ich sofort, wie gut mir mein ausgedehntes Ritual tat und wie ich wieder in die Bewusstheit zurückkehrte, die mir in der Großstadt immer ein wenig verloren geht. 🙂
      Ganz liebe Grüße dir!
      Anna

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