Warum unsere Wut nur das Beste für uns will

Gerade lerne ich, alle Aspekte in mir anzunehmen und zu integrieren. Ich lasse meine Sanftheit zu, doch da ist auch noch etwas anderes in mir, eine scheinbar gegensätzliche Energie: Wut. Lange Zeit habe ich sie völlig missverstanden. Ja, wäre sie eine Person, wäre sie vermutlich ganz schön frustriert, dass die meisten Menschen sich meist nicht einmal die Mühe geben, sie zu verstehen. Entweder sie agieren sie als Aggression an anderen oder sich selbst aus oder aber sie verdrängen sie. Dabei gibt es noch einen dritten Weg gibt, der so viel sinnvoller ist. Die Wut will uns nämlich etwas Wichtiges zeigen. Und wenn wir genau hinsehen, können wir sehr viel von ihr lernen.

Die Wut und ich

Die Wut war schon seit jeher eine treue Begleiterin von mir. Wenn ich so zurückblicke, wann ich meine ersten Begegnungen mit ihr hatte, so war das schon sehr früh. Klar, Kinder werden wütend, das ist wichtig für ihre Entwicklung – wenn man sie auch mal wütend sein lässt. Ich war ein Kind, das besonders viel Energie hatte, und genau das passte weder in die Gesellschaft noch in die Familie, in der ich aufgewachsen bin. Dort war es von höchster Priorität, unauffällig zu sein. Und gleichzeitig war Aggression in einem Elternhaus an der Tagesordnung. Aber man schämte sich dafür, es durfte keiner etwas davon mitbekommen. Meine Eltern durften sich anschreien, klar, aber ich sie nicht. Blöderweise lernte ich auf diese Weise niemals eine gesunde Art und Weise, zu kommunizieren. Und so blieb die Wut. Und wuchs.

Dabei entstand die feste Überzeugung, dass Wut ein „schlechtes Gefühl“ sei. Sobald ich mich wütend äußerte, wurde ich ausgebremst. Ich weiß nicht mal wirklich, woher dieser Drang ursprünglich kommt, aber ich wollte so gerne ein guter Mensch sein – immerhin hatte ich so viel Liebe in mir, für Tiere, die Umwelt, andere Menschen -, aber gleichzeitig war da diese Wut in mir, die genau dazu überhaupt nicht passen wollte. Ich beschloss, sie zu verdrängen und mich stattdessen klein zu halten. Das machte mich zu einem besseren Menschen, dachte ich. Aber so leicht ließ sich die Wut nicht abwimmeln. Sie blieb hartnäckig. Und ich hatte keine Ahnung, wie ich mit ihr umgehen sollte.

Sobald ich mich falsch behandelt fühlte, und das war oft der Fall (von meinen Eltern, den Lehrern, meinem ersten Freund), spürte ich nicht nur einen kleinen Funken Wut. Der wäre gesund gewesen, um mich aus einer Situation zu befreien, die nicht gut für mich war. Nein, dadurch, dass ich die Wut so lange wie möglich unterdrückte, brach sie immer wieder aus wie ein Vulkan. Sie wurde zu einer so starken Aggression, dass ich sie nicht mehr unter Kontrolle hatte. Und je mehr ich sie spürte, desto sicherer wurde ich mir, dass ich für dieses furchtbare, nicht liebevolle Gefühl bestraft gehörte. Und die Energie musste irgendwohin. Also ließ ich sie raus. An mir selbst. An wem auch sonst?

Sobald die Wut in mir aufstieg, schlug ich vielleicht mal verbal um mich (allerdings nur in meinem sehr engen privaten Umfeld), aber schon nach den ersten Worten schämte ich mich so sehr dafür, dass ich sie ausgleichen musste, indem ich mich selbst verletzte. Vermutlich hoffte ich unbewusst, dass die andere Person meine Reue sah und mich wieder gut behandeln würde. Aber das war meist nicht der Fall. Das brachte mich noch mehr in Rage und zur Verzweiflung, bis ich völlig am Ende meiner Kräfte war und mein Körper in einen Taubheitsmodus schaltete. Ich schämte mich für mein Verhalten, für meine Ausbrüche, auch dafür, mich selbst nicht unter Kontrolle zu haben, wenn ich mich selbst verletzte. Und gleichzeitig hoffte ich, dass es irgendwem auffallen würde, dass irgendwer mir helfen könnte. Denn ich selbst konnte es damals nicht.

Wow, was für ein Teufelskreis. Ich lernte: Wut ist ein schlechtes Gefühl. Und schämte mich sofort dafür. Ich spürte sie niemals richtig, hörte nie darauf, was sie mir zu sagen hatte. Was könnte sie schon sagen außer dass ich ein schlechter Mensch war? Dabei wollte ich doch so sehr ein guter Mensch sein! Diese Wutausbrüche, die mich so lange in meinem Leben begleiteten, schob ich in meinen „guten Zeiten“, in denen ich mich halbwegs normal fühlte, in die hinterste Ecke meines Bewusstseins. Ich tat, als seien sie nicht da, denn weder ich noch irgendwer sonst in meinem Umfeld konnte damit umgehen. Ich „vergaß“ regelrecht, dass sie ein Teil meines Lebens waren – bis sie sich wieder voller Heftigkeit meldeten. Dann war ich schrecklich enttäuscht von mir, weil ich nach jedem Mal dachte, dass es nun endgültig vorbei sei, dass ich nun endlich ein guter, unwütender Mensch geworden war.

Es brachte einfach gar nichts, zu beschließen, diese „Anfälle“ nicht mehr zu haben. Ich hatte sie immer und immer wieder. Ich weinte und schrie, verletzte mit Worten meine Partner oder meine Eltern – und schämte mich schon sehr kurz so sehr dafür, dass ich in den absoluten Selbsthass flüchtete und meine Aggressionen an mir selbst auslebte.

Es wird besser

Als sich mein Leben vor ein paar Jahren drastisch veränderte, wurde die Wut weniger, ohne dabei ganz zu gehen. Ich selbst wurde mir wichtiger und alles wurde ganz von selbst irgendwie ausgeglichener. Ganz behutsam gingen meine „Anfälle“ zurück, weil ich mir selbst mehr Platz in meinem Leben einräumte und die Situationen, in denen ich mich unfair behandelt fühlte und die mich früher wütend gemacht hätten, abnahmen. Das Problem schien sich tatsächlich von alleine zu erledigen, das Thema Wut spielte eine immer kleinere Rolle in meinem Leben. Ich lernte Methoden wie Yoga und Meditation, die mir dabei halfen, schon bei den ersten Anzeichen der Wut zu intervenieren und sie zum Schweigen zu bringen.

Jetzt erkenne ich, dass darin vielleicht auch ein Problem lag. Sicher, ich sehe auch, dass mir das sehr dabei geholfen hat, aus meinem destruktiven Verhalten in die Liebe – vor allem in die Selbstliebe – zu gelangen, doch gleichzeitig merke ich jetzt erst, dass ich all die Zeit niemals einen wirklich gesunden Zugang zur Wut hatte, dass ich sie nie wahrnahm, niemals ernst nahm. Nein, all die Zeit schämte ich mich immer noch für sie. Ich hatte nur gelernt, wieder schnell aus der Scham herauszukommen und mich auf die Liebe in mir zu besinnen – eine unglaublich nützliche Eigenschaft, aber letztendlich auch eine Art von Verdrängung. Und was wir verdrängen, das löst sich niemals gänzlich auf. So wiederholte sich meine Geschichte mit der Wut in den letzten Jahren selten in den Ausbrüchen, die davor so viele Jahre Teil meines Lebens waren, aber sie ließ mich auch nicht los. Ich geriet immer wieder in Situationen, die meine Wut triggerten, die alte, tief vergrabene Verletzungen in mir aufwühlten.

All die Zeit sah ich es nicht…

Und erst vor einigen Tagen wurde mir wirklich klar, dass die Wut kein „schlechtes“ Gefühl ist, sondern dass sie mir all die Zeit über etwas wirklich Wichtiges sagen wollte und es immer noch will. Sie ist gar nicht die Böse, als die ich sie immer dargestellt habe, sondern ganz im Gegenteil: Sie will nur mein Bestes! Und glaube mir: Auch die Wut, die du in dir spürst, will dir immer nur etwas zeigen. Und das ist:

Deine Grenzen (oder die von jemand anderem) wurden übergangen.

Du hast dich selbst klein gemacht (oder beobachtet, dass jemand anders klein gemacht wird).

Handle und sorge dafür, dass sich das ändert.

Das ist im Wesentlichen auch schon alles. Aber es sind unglaublich wichtige Botschaften, die die meisten von uns gewohnt sind zu ignorieren. Vor allem Frauen wurde – wie mir – beigebracht, dass man sanft und lieb und zart ist. Aber bloß nicht wütend. Ja, vor kurzem schrieb ich noch über meine eigene, sehr liebevolle Seite. Und nun entdecke ich die wütende Seite in mir. Die Seite, die deutlich spürt, dass etwas nicht stimmt und die Dinge in die Hand nimmt, um sie zu ändern. Es ist die Seite, die zu ihrer Schwäche als ihre Stärke steht. Es ist eine verdammt selbstbewusste Seite.

Und wenn du keine Wut spürst?

Es kann sein, dass deine Wut-Geschichte eine etwas andere ist als meine und du deine Wut so gut wie niemals spürst. Vielleicht gehst du nicht in die Scham, wie ich es so lange Zeit getan habe, sondern deine Strategie lautet, in dem Moment, wo gesunde Wut „angebracht“ wäre, alle Gefühle auszuschalten und dich abzulenken oder sonst wie zu betäuben. Dann ist es sehr gut möglich, dass du oft das Gefühl hast, irgendwie nicht weiterzukommen. Du fühlst dich oft klein und weißt gar nicht warum oder du bist frustriert, weil du merkst, dass es um deine Selbstliebe nicht so gut bestellt ist. Kurzum: Dann fällt es dir wahrscheinlich ziemlich schwer, überhaupt zu handeln und aktiv am Leben teilzunehmen, Entscheidungen zu fällen und dich „aufzuraffen“.

Die wichtige Funktion der Wut

Denn Wut hat eine essentielle Funktion, weswegen es wirklich nicht gut wäre, sie aus unserem Leben zu verbannen. Sie animiert uns immer zum Handeln. Sie treibt uns voran. Sie macht uns aktiv. Wir setzen uns für uns selbst und andere ein, wenn wir wütend sind. Wir verändern Dinge. Fällt dir etwas auf? Soll das schon alles sein? Ja, das ist schon alles. Das ist die ganze Botschaft der Wut, und wenn wir ihr zuhören und diese Botschaft ernst nehmen, verliert sie all ihre Bedrohlichkeit und wird für uns zu einem wertvollen Instrument, das wir dafür einsetzen können, uns selbst und unsere Bedürfnisse (oder auch die anderer) erst zu nehmen und uns für sie einzusetzen.

Und genau dann, wenn wir die Wut rechtzeitig erkennen und sie ernst nehmen, muss sie sich gar nicht in Aggression verwandeln. Das hat sie dann gar nicht nötig. Wie bei allen anderen Emotionen ist alles, was die Wut will, nur gehört zu werden. Sie will das Versprechen von dir, dass die Dinge sich ändern. Wenn sie das bekommt geht sie wieder, denn dann hat sie ihre Funktion erfüllt und ihre Botschaft wurde überbracht.

Die Stärke und Klarheit nach der Wut

Und dann spüren wir Stärke. Wie gesagt, diesen Prozess, der Wut wirklich ganz bewusst zuzuhören und ihr Raum zu geben, habe ich erst vor einigen Tagen durchlaufen. Und mir wurde auch erst dann bewusst, wie viel Stärke das freisetzen kann. Wow, ich war wirklich platt. Ich fühlte mich so selbstbewusst wie nie zuvor. Ich ruhte völlig in mir selbst und hatte das Gefühl, dass mich nichts umhauen kann. Ich war voller Klarheit, nachdem sich die Wolken verzogen hatte. Ich wusste exakt, was zu tun war und freute mich darauf, ins Handeln zu kommen, zu dem mich die Wut animiert hatte. Und genau das ist der Weg. Das ist der Umgang mit Wut, den wir endlich alle lernen müssen!

Wenn wir die Wut komplett aus unserem Leben verbannen und wegschieben, werden wir lethargisch und antriebslos. Unser Leben wird fad und langweilig und wir haben das Gefühl, nicht voranzukommen. Leben wir sie aus, enden wir in Aggressionen gegenüber anderen und uns selbst. Wir werden gewalttätig – ob mit Worten oder gar mit Taten. Und auch hier kommen wir im Leben nicht wirklich voran. Bei beiden Wegen enden wir letztendlich ein einer Sackgasse, die sich immer und immer wieder wiederholt, bis wir der Wut endlich zuhören.

Ein Brief an die Wut

Mir kam spontan in den Sinn, einen Brief an die Wut zu schreiben, als ich sie zum letzten Mal spürte. Ich glaube, das hat mir sehr dabei geholfen, sie völlig bewusst und klar zu erleben. Zuerst „wütete“ ich und ließ mich über den Menschen aus, auf den ich wütend war. Klar, ist das unschön, aber ich hatte einfach den Eindruck, dass das erstmal raus musste. Es war ein guter Weg, diese Worte auf Papier zu bringen, anstatt sie der Person in meiner Wut mitzuteilen. Denn dann hätte ich nicht aus Liebe gehandelt und es wäre weder für mich noch für die andere Person etwas Schönes dabei herausgekommen. Es gibt also durchaus einen Weg, unsere Wut wahrzunehmen, ohne gleich zu reagieren. Schreiben ist ein toller Weg, aber wir können auch mit anderen darüber sprechen – vielleicht auch mit uns selbst oder mit unserem Haustier oder dem Lieblingsbaum im Wald. Die „Wut-Geschichte“ muss in unser Bewusstsein, wir müssen sie uns ansehen.

Und sie anschließend loslassen. Sich lange in der Geschichte aufzuhalten und grausame Rachepläne zu schmieden, ist keine gute Idee. Stattdessen können wir nun umschalten und die Geschichte loslassen und das Gefühl der Wut in unserem Körper spüren. Wo fühlt es sich nicht gut an? Welche Stellen sind verkrampft, wie ist meine Körperhaltung? Und schließlich können wir die Wut fragen, was ihre Botschaft ist und ihr dafür danken, dass sie da ist. Ja, danken. In meinem Brief an die Wut habe ich ihr über mehrere Zeilen dafür gedankt, dass sie da ist. Wahrscheinlich ist mein Dank so ausführlich ausgefallen, weil ich das zum ersten Mal in meinem Leben getan habe. Ab diesem Augenblick spürte ich, wie die Aggression verschwand und sich Klarheit in mir ausbreitete. Liebe. Auch für die Person, auf die ich wütend war. Und ich wusste, was ich tun musste.

Ich wusste, dass ich beim nächsten Mal meine Bedürfnisse deutlicher kommunizieren musste, weil ich es nicht mehr einsah (hier kam noch ein wenig Wut hoch), mich noch einmal so schlecht behandeln zu lassen. Aber all die Zeit über hatte ich es zugelassen, also woher sollte die Person wissen, dass ich das eigentlich nicht wollte? Das war auch schon alles, was die Wut von mir wollte. Sie zog von dannen und ließ mich stark und klar zurück. Mir gelang es noch am selben Abend mit der Person zu sprechen und ihr auf eine liebevolle Weise mitzuteilen, was ich mir in Zukunft wünschte. Und siehe da: Sie war tatsächlich erstaunt darüber und entschuldigte sich dafür, dass sie mir wehgetan hatte. Ich glaube nicht, dass sich diese Situation noch einmal auf diese Art wiederholen wird. Durch meine glasklare Kommunikation konnte ich der anderen Person sehr deutlich machen, was mir in unserer Beziehung wichtig war, ohne dabei beleidigend oder schnippisch zu reagieren.

Wow, und das war wirklich ein Geschenk! Ich schrieb noch am selben Abend meinen Brief an die Wut weiter, bedankte mich nochmals bei ihr und gab ihr ein Versprechen: dass ich sie in Zukunft ernst nehmen würde, dass sie ab jetzt in meinem Leben sein darf und dass ich sie nun nicht länger als schlecht oder störend, sondern als meine Verbündete wahrnehmen würde, die wirklich nur das Beste für mich will. Sie will mich stark machen und mich zum Handeln animieren. Sie will, dass ich Dinge anpacke und verändere und dass ich zu der Person stehe, die ich bin, anstatt mich zu verstellen und klein zu machen. Und das sind lauter fantastische Dinge!

Wie ist dein Umgang mit Wut?

Jetzt kennst du meine Geschichte über die Wut. Ich wage mal vorsichtig zu behaupten, dass das nach einem ziemlich schönen Happy End klingt, oder? Weil mich diese bewusste Auseinandersetzung mit der Wut so einen großen Schritt weitergebracht und stärker gemacht hat, möchte ich nun auch dich dazu einladen, dir mal anzusehen, wie deine eigene Beziehung zur Wut aussieht. Vielleicht ist dir schon beim Lesen aufgefallen, dass du eine ähnliche Geschichte hast wie ich. Oder aber du bist eher die Person, die die Wut gar nicht wirklich spürt. Vielleicht machst du auch schon sehr vieles richtig und gibst der Wut viel Platz in vielen deiner Lebensbereiche – aber nicht in allen? Was auch immer deine eigene Geschichte ist: Mache sie dir ganz deutlich bewusst. Gib der Wut eine Chance, deine Lehrerin zu werden, nutze sie für dich anstatt gegen dich. Und vor allem: Erkenne, dass sie immer nur dein Bestes will.

Jetzt bin ich aber gespannt auf deine Erfahrungen zu diesem Thema! Wie stehst du zum Thema Wut? Wo beginnt deine eigene Geschichte, wo stehst du gerade und wohin willst du? Hat dieser Artikel etwas in dir bewegt? Berichte mir über deine Erfahrungen gerne in den Kommentaren!

 

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15 Kommentare

  1. Hallo Anna,

    da sind wieder so viele Parallelen mit dem Wutartikel, unglaublich.
    Mich macht es eigentlich wütend, das ich überhaupt so wütend geworden bin und dann im Affekt Dinge sage, die ich schnell wieder bereue.
    Da kann ich echt noch dran arbeiten, trotz Wut meine Emotionen im Zaum zu halten und erst nach abklingen der Wut, bewusst und mit Liebe zu reagieren.

    Aber wie heisst es so schön, der Weg ist das Ziel.

    Wie immer ein toller Artikel.

    Liebe Grüße
    Thorsten

    • Hallo lieber Thorsten,
      ja, das kenne ich auch, dass man wütend über seine Wut ist. Es ist wichtig, sich da die „Grundwut“ anzusehen, also ein wenig tiefer zu graben. Aber das tust du ja schon, indem du erkannt hast, dass du über deine Wut wütend bist. 😉
      Sich vorzunehmen, nicht mehr wütend zu sein, klappt übrigens in den seltensten Fällen. Habe Verständnis und Liebe für dich selbst. Es ist okay, wütend zu sein.
      Ganz liebe Grüße dir!
      Anna

  2. Hallo Anna,

    unterdrückte Wut kann zu Ängsten bzw. Angststörungen führen. Kommt ein Gefühl, frag was es will – von jedem Gefühl kann man lernen, wenn das Selbstgespräch konstruktiv ist. Und das kann jeder lernen. 🙂 Wut kann auch zum sinnvollen Abwarten führen. Z.B. wenn man Menschen Zeit gibt, sich zu entwickeln und man selbst diese Schritte schon gegangen ist, sie es aber hoffentlich noch nicht einsehen, dass diese Schritte gut für sie wären…

    Danke für deine Offenheit!

    Liebe Grüße

    Simon

    • Hi lieber Simon,
      das ist schön, wie du das sagst, dass ein konstruktives Selbstgespräch jeder lernen kann. Ich würde gerne noch ergänzen: liebevoll. Ein liebevolles Selbstgespräch darf es ruhig sein. Je mehr Liebe wir uns selbst gegenüber aufbringen, desto schneller kommen wir vorwärts und entwickeln uns weiter. Eigentlich ganz einfach! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  3. Liebe Anna,

    wieder mal las ich Deinen Artikel und dachte: jajaja, genau so ist es. Auch in meiner Familie wurde die Wut unterdrückt, auch ich kenne Selbstverletzungen. Ich habe schon oft an dem Thema gearbeitet und bin darauf gekommen, dass es ein transgenerationales Thema ist. Mein Opa hat im Krieg so viel Aggression erlebt, dass er seine Wut danach immer unterdrückt hat. Bis auf seine Wutausbrüche, wenn er es nicht mehr anders steuern konnte. Dein Ansatz, die Wut wie alle anderen Gefühle wahrzunehmen und ihre Botschaft zu erforschen, ist so simpel, aber auch so kraftvoll. Bei vielen anderen Gefühlen tue ich dies bereits. Bei der Wut habe ich es bisher nicht getan. Keine Ahnung, warum. Von Herzen danke für Deinen wegweisenden Artikel. Du schreibst immer genau zur richtigen Zeit, für mich jedenfalls.

    Herzliche Grüße & alles Liebe für Dich
    Heike

    • Liebe Heike,
      da scheint es dir ja genauso wie mir zu gehen. Vielen Dank dir für deine Offenheit! Ja, bei den anderen Gefühlen ist es mir bisher auch viel leichter gefallen, als bei der Wut. Aber jetzt, wo du das weißt, ist es für dich nur noch eine Kleinigkeit, dasselbe Muster auch bei der Wut anzuwenden. Du hast es schließlich schon gut eingeübt! Schön, dass ich dir mit meinem Artikel einen Impuls geben konnte!
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  4. „Aber all die Zeit über hatte ich es zugelassen, also woher sollte die Person wissen, dass ich das eigentlich nicht wollte?“
    Vielen Dank dafür liebe Anna!
    Ich erkenne mich in vielem was du schreibst wider. Ich konnte allerdings bis vor ca. 2-3 Jahren meine Wut gar nicht wahrnehmen. Hatte sie immer als Trauer wahrgenommen, was mir eher Kraft genommen hat. Ich war depressiv, kraftlos und von Angststoerungen geplagt… Jetzt spüre ich meine Wut, habe aber noch nicht gelernt wie ich damit umgehen soll. Ich glaube dein Artikel wird mir auf meinem Weg weiterhelfen! Nochmals vielen Dank!

    • Hallo liebe Sandra,
      ich freue mich sehr, dass der Artikel für dich das Richtige war. Du bist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg, wenn du deine Wut inzwischen spüren kannst!
      Ganz liebe Grüße an dich!
      Anna

  5. Hallo Anna, auch ich richte die Wut meistens gegen mich selbst, in dem ich dann meine Fingernägel so lange ab kaue, bis es weh tut. Meinen „Seelenzustand“ kann man immer an meinen Fingern ablesen. Du hast recht, oft wissen die Menschen nicht, dass sie einen verletzen. Die Wut kann auch reinigend sein – so wie in der Natur ein Gewitter wieder alles „frisch“ macht (wie herrlich es immer riecht, wenn ein Gewitter vorbei ist), so ist es auch bei mir manchmal. Es passiert zwar selten, aber wenn, dann sage ich deutlich „bis hierher und nicht weiter“.
    Liebe Grüße
    Flamingo

    • Liebe Flamingo,
      es ist gut, dass wir diese Warnsignale der Wut haben, die uns genau zeigen, wo unsere Grenzen sich befinden. Manchmal denke ich, ich hätte sie früher sehen und befolgen sollen. Vielleicht bevor die Fingernägel ganz runtergekaut sind. 😉 Das zu lernen ist nicht immer leicht, aber ich finde, mit der Zeit gelingt das immer besser.
      Ganz liebe Grüße dir!
      Anna

  6. Danke Dir liebe Anna,

    es ist faszinierend wie passend Deine Beiträge immer in mein Leben treten.

    Die Liebe und die Wut. Oder die Wut in Liebe annehmen. Die Angst erkennen die dahinter liegt.

    Ich gehe, wie ich Dir schon mal gesagt habe durch einen sogenannten „Dualseelenprozess“. Da mir das Wort Dualseele nicht gefällt, und sie mir schon so viel über mich erkennen ließ, und mich sozusagen erweckt, nennen ich sie meine geliebte Erweckungsseele.

    Nach dem sie mir vor 4 Wochen gestanden hat, dass sie mit einem Moslem in einer festen Beziehung lebt, aber unser Treffen gleichzeitig mit einem verklärten Lächeln im Gesicht als das schönste Erlebnis der letzten Zeit bezeichnete, geht es in mir drunter und drüber.

    Meine Liebe zu ihr, und meine Angst um sie brennen wie Feuer in meiner Brust. Ich kenne sie zu gut, und weiß dass sie der Dominanz dieser Menschen nichts entgegen zu setzen hat. Sie fühlt sich verpflichtet allem gegenüber offen zu sein.

    Und nun kommt die Wut ins Spiel. Ein Teil in mir würde am liebsten losgehen und den Konkurrenten in die Flucht schlagen. Ein anderer Teil in mir glaubt zu wissen, das dieser Schuss in die falsche Richtung losgehen würde.

    Ohnmächtige Wut ist wohl der treffende Ausdruck.

    Dann schaffe ich es wieder in die Energie der Liebe und des Vertrauens zu kommen. Doch ich pendle hin und her.

    Ich weiß, dass mich die Wut in meine Kraft bringen will. Doch ich habe keine Ahnung wohin ich mit dieser Kraft soll. Ich weiß, ich will etwas bewegen. Ich weiß ich will sie schützen. Doch ich habe nicht die geringste Ahnung, wie.

    Ich bete, ich fluche, ich schimpfe, ich vertraue, ich liebe, ich fürchte.

    Einen mutigen positiven Schritt wagen. Doch wie der aussehen soll weiß ich, der normalerweise für alles einen Rat weiß, nicht.

    Bitte liebe Wut, sag mir doch was ich tun kann. Ich bin bereit.

    Bin ich mir selbst irgendwo untreu, lass ich mich selbst von irgendwem – irgendwas dominieren, kann ich selbst keine Grenzen ziehen? Diese Frage stelle ich mir wieder und wieder.

    Und die Antwort ist, dass ich den Kämpfer unterdrücke. Den Freiheitskämpfer. Und ich lasse mich zu sehr von einem Diktat der „Alles ist gut“ Esoterik dominieren.

    Es ist eben nicht gut, wenn ein liebevoller Mensch, in einer Spirale der Unterdrückung fest hängt.

    Doch auf die Frage, wie ich handeln kann, finde ich keine Antwort. Ich würde ihn gerne zur Rede stellen, doch ich komme nicht an ihn ran. Und ich weiß, dass ich aus der Energie der Liebe heraus handeln muss.

    Doch ich weiß, dass wenn eine Frage öffentlich formuliert wird, kommt die Antwort. Von innen, von Außen. Egal. Darauf vertraue ich.

    Liebe Anna ich bedanke mich ganz lieb, für Deine Offenheit. Sie macht es mir leicht auch mich zu öffnen. Und, diese Zeilen hier von mir, sollen Dich nicht beunruhigen und ins Grübeln bringen. Sie sollen Dir nur zeigen, wie Du Deine Leser dazu ermutigst, sich ihren Fragen und Themen zu stellen.

    Ich danke Dir nochmals von ganzem Herzen, und wünsch Dir alle Liebe und allen Mut dieser Welt.

    Martin

  7. Hey, und die Antwort kam noch letzte Nacht aus einem Spruch vom „peacefull warrier“:

    Kämpfe nicht gegen das Alte, kämpfe für das Neue!

    Schon bin ich wieder in meiner Mitte, und motiviert.

    Ich wünsch Dir immer etwas, von dem das Du gerade brauchst, und wenn es nur eine Antwort ist, so wie bei mir gestern.

    Danke, Martin

    • Lieber Martin,
      wow, es ist so spannend, wie du berichtest, was alles in dir vorgeht. Das mit der Wut ist manchmal ein Prozess, der sich so schnell nicht auflösen lässt. Aber wenn wir ihr immer wieder Aufmerksamkeit schenken, werden wir hören, was sie uns wirklich zu sagen hat. Scheinbar hat das bei dir funktioniert! Wie wundervoll! Was ich total interessant finde, ist das, was du die „Alles ist gut“-Esoterik nennst. Das mag ja auf einer bestimmten Ebene sein, aber wir sind nun mal Menschen mit Emotionen – und die wollen durchfühlt und gesehen werden. Sie abstellen zu wollen funktioniert einfach nicht und wir verleugnen uns dadurch selbst. Mag sein, dass Gefühle vom Ego verursacht werden, aber ein Leben ohne Ego ist als Mensch meiner Meinung nach nicht möglich, weswegen wir mit ihm leben müssen. Es nicht wahrhaben zu wollen, macht alles nur noch schlimmer und wir verraten uns selbst. Deswegen bin ich dafür, uns als Menschen durch und durch zu akzeptieren – auch mit den unschönen und schattenhaften Aspekten. Das Interessante ist, dass wir sie akzeptieren können UND gleichzeitig wissen können, dass alles gut ist. Das schließt sich nicht einmal aus! Im Gegenteil: Das gibt uns den Mut, sich den Gefühlen zu stellen. Weil wir wissen: Es ist alles gut, auch wenn wir diesmal nicht davonlaufen.
      Alles Liebe dir, Martin! Jetzt hast du mich auch zum Nachdenken gebracht! 🙂
      Anna

  8. Hallo liebe Anna, durch Zufall bin ich erst gestern auf deiner Seite gelandet und habe mir mehrere deiner Blog-Artikel durchgelesen. Wir haben einige Parallelen und auch mit diesem Artikel von dir, über Wut, sprichst du mir aus der Seele. Früher habe ich Wut gänzlich unterdrückt und kannte sie nicht. Nun in der jüngeren Vergangenheit (4, 5 Jahre) habe ich nur Scham empfunden wann immer ich (berechtigt) wütend war. Eine ohnmächtige Wut, die es konstruktiv zu lösen gilt. Danke für deinen Artikel, den, und dessen Lösungsvorschläge, ich so gut nachfühlen wie annehmen kann. Herzliche Grüße, PetissaPan

    • Hallo PetissaPan,
      vielen lieben Dank dir für deinen Kommentar! Schön, dass du hier gelandet bist und dass vor allem dieser Artikel bei dir etwas anschlägt. Ich finde ihn selbst nach wie vor total wichtig und komme auf das Thema Wut immer wieder zurück. Seit ich gelernt habe, mit ihr umzugehen, hat sich in meinem Leben total viel verändert – was zeigt, wie viel Potenzial tatsächlich dahintersteckt! Ich wünsche dir, dass du dieses Potenzial ebenso entdecken und erleben darfst, denn es ist wirklich transformierend!
      Alles Liebe wünsche ich dir auf deinem Weg!
      Anna

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