Was ist, wenn alles, was geschieht, nur zu unserem Besten ist?

Bis vor drei Jahren habe ich mein Leben damit zugebracht, zu glauben, dass die Welt mir etwas Böses antun will. Die Menschen um mich herum meinten es nicht besonders gut mit mir und das Schicksal sowieso nicht. Ich fühlte mich den Umständen ausgeliefert und außerstande, mein Leben wirklich zu kontrollieren, schließlich könnte jederzeit etwas Furchtbares geschehen. Dass sich das eines Tages so radikal ändert, hätte ich damals nie für möglich gehalten. Denn inzwischen glaube ich fest daran, dass die Welt sich verschworen hat, alles so hinzubiegen, dass es zu meinem Besten ist. Dieses tiefgreifende Vertrauen geht tiefer als jede Art von positivem Denken. Und eigentlich ist es kein Glauben, sondern ein Wissen – das Wissen um ein völlig sinnenhaftes Leben, das meiner Meinung nach jedem einzelnen von uns zugänglich ist.

Wenn die Vergangenheit plötzlich Sinn ergibt

Jedes einzelne Ereignis in meinem Leben hat einen tiefen Sinn. Jede von mir geweinte Träne, jede einzelne Angst, die ich durchgestanden habe. Nichts davon ist Zufall, das spüre ich mit jeder Faser meines Körpers. Erkläre mich für verrückt, aber wenn das verrückt ist, bin ich es gerne. Um nichts in der Welt würde ich wieder in mein altes Leben zurückkehren wollen, in dem ich verzweifelt nach Sinn und Zweck gesucht habe und mich jedes Mal in einem Zustand wiedergefunden habe, in dem ich mich völlig wert- und nutzlos fühlte, in dem ich der festen Überzeugung war, keinen Beitrag leisten zu können und fehl am Platz zu sein. Ich will nicht wieder zurück, aber ich bereue auch keine einzige Sekunde meines Leidens, denn genau das war es, was mich nun hierher gebracht hat.

Es gibt selten ein Erwachen, ohne dass wir vorher tiefe Täler und schmerzhafte Phasen in unserem Leben durchschritten haben. Wenn wir nicht sehen, wie schlimm wir wirklich gefallen sind, gibt es für uns keinerlei Grund für eine Veränderung – und wir machen einfach weiter, vielleicht ein wenig betäubt, aber auch nicht furchtbar unglücklich. Ich glaube, ich kenne diesen betäubten Zustand aus meinem Leben überhaupt nicht. Ich habe immer sehr tief gefühlt, mich von meinen Gefühlen herunter-, aber auch hochreißen lassen. Mit diesen Gefühlen umzugehen war sehr, sehr schwierig für mich und es hat lange gedauert, bis ich sie als einen Teil von mir akzeptieren und mit ihnen Frieden schließen konnte.

Ich weiß, dass ich all das „gebraucht“ habe, dass das Leid nicht umsonst war, denn sonst könnte ich hier vermutlich solche Beiträge gar nicht schreiben, ich hätte niemals den Drang, anderen zu helfen, wenn ich nicht selbst miterlebt hätte, dass Veränderung – ja, wirkliche Transformation – möglich ist. Ich spüre, wie sich all die Dinge, die ich während dieser schmerzvollen Zeit gelernt habe und die ich immer noch lerne, mich auf etwas zuführen, das ich immer noch nicht richtig benennen kann. Aber mit jedem Tag meines Lebens nimmt das Puzzle mehr und mehr Form an. Ich weiß, dass ich meinen Transformationsprozess durchlaufen habe, um anderen zu zeigen, dass es möglich ist, um dir zu zeigen, dass dein Leid – wenn du es jetzt fühlen solltest – nicht umsonst ist. Und dass du, wenn du es zulässt, einen Sinn darin entdecken wirst, der dich in deinem Leben führen wird, der dir Leidenschaft verleiht und den inneren Antrieb, diese Welt ein Stückchen schöner zu gestalten.

Wenn das Leben Vertrauen zurückspiegelt

Wenn ich mir gerade mein Leben anschaue, dann sehe ich eine gigantische Glückssträhne von Ereignissen, die perfekt zusammenpassen und Sinn machen. Dinge, die ich als mein persönliches Versagen interpretiert hatte (so zum Beispiel, dass ich immer noch keinen Verlag für meinen Roman gefunden habe), treten in den Hintergrund. Eine leise Stimme in mir flüstert mir zu: „Warte ab, Anna, das hat einen Sinn, obwohl du ihn noch nicht erkennen kannst. Alles geschieht nur zu deinem Besten.“ Und so bleibe ich gelassen, folge meinem Passionflow und meiner inneren Stimme, die mich auf neue Wege und manchmal auch wieder zurückleitet, und schaue einfach, was passiert. Bei meinem Roman habe ich jetzt zum Beispiel das Gefühl, dass ich ihn mit meiner jetzigen Lebenserfahrung so viel reicher gestalten könnte als noch vor drei Jahren. Ich warte einfach auf Impulse und folge ihnen, wenn sie kommen. Wenn nicht, ruhe ich mich einfach aus und genieße die Aussicht.

Kleine Dinge haben sich in den letzten Tagen summiert und mir gezeigt, dass mein Vertrauen in das Leben absolut berechtigt ist: So bin ich an der Grippewelle vorbeigerutscht, obwohl wirklich alle um mich herum krank waren, mein Auto kam ohne Mängel durch den TÜV (was ich nie erwartet hätte, es ist 17 Jahre alt), und auch im Job ist mir etwas Wundervolles widerfahren. Ich könnte noch mehr Dinge aufzählen, die mich jeden Tag verwundert den Kopf schütteln lassen. Gerade geschieht wirklich nichts, was mich wirklich verärgert oder ängstigt. Ich bin im Vertrauen und das Leben scheint mir exakt das widerzuspiegeln.

Ich weiß, das wird nicht für immer so bleiben, aber ich weiß auch, dass ich mit Schmerz umgehen kann, sollte der auf mich zukommen. Ich weiß, dass ich den Sinn selbst dahinter entdecken werde – und genau so drehen wir unser Leben um 180 Grad. Genau auf diese Art verblasst der Nebel vor unseren Augen und gibt die Sicht auf etwas Wundervolles frei. Wenn wir unser Leid, unsere schlimme Vergangenheit, als sinnvoll wahrnehmen. Es kann sein, dass wir den Sinn jetzt noch nicht erkennen können, aber wir werden es tun. Ich bin mir sicher, dass dir jetzt spontan ein Ereignis aus deinem Leben einfällt, dass du im ersten Moment als absolut grauenvoll erlebt hast, das sich jedoch im Nachhinein als Segen entpuppte. So geht es mir mit jedem einzelnen negativen Ereignis in meinem Leben. Immer, wenn mir etwas Negatives widerfährt (was gerade wirklich gar nicht passiert), dann habe ich Vertrauen, dass es irgendeinen Sinn hat – und sei es „nur“ der, dass ich daran wachse und stärker werde.

Und insofern finde ich, kann man durchaus behaupten, dass alles, was geschieht, zu unserem Besten ist – durch unsere Wahrnehmung können wir genau das daraus machen. Wir verleihen den Dingen einen Sinn, lernen aus ihnen, verändern uns und sind dankbar für die positiven Veränderungen, die in unser Leben treten. Auf diese Weise wird alles, so schmerzvoll es auch sein mag, zu etwas, das schließlich zu etwas Gutem führt.

Ich glaube nicht nur daran, ich weiß, dass das Leben, das Universum, Gott – was auch immer – nur unser Bestes im Sinn hat und dass unser Verstand nicht in der Lage ist, das große Ganze zu erfassen. Ich weiß, dass diese Welt von einer Intelligenz beseelt ist, die viel größer ist als unsere – und dass wir daran andocken können. Das ist es, was ich mit dem Passionflow meine. Wir sind dann angedockt an das Pulsieren des Lebens, an eine Ordnung, die wir vielleicht nicht verstehen, aber fühlen können, und die uns – wenn wir es zulassen – jeden einzelnen Augenblick vermittelt, dass wir sicher sind, dass wir keine Angst zu haben brauchen und dass alles nur zu unserem Besten geschieht.

Wenn ich von Angst durchtränkt bin, dann weiß ich, dass ich wieder einmal versuche, Kontrolle über mein Leben auszuüben und mich von der Intelligenz und vom Flow um mich herum (und in mir) abschneide. Dann gehen Dinge „schief“. Wenn wir sie ignorieren, geht es gerade so weiter. Lernen wir jedoch aus ihnen, gelingt es uns, von der Angst in die Liebe zu finden und zu unserem Flow zurückzukommen, landen wir mitten in einer Glückssträhne, die jenseits von Zeit, Raum und (den jetzigen) physikalischen Gesetzen zu existieren scheint.

Wir müssen unser Urvertrauen nur wieder benutzen…

Wir alle haben die Anlage in dieses „Urvertrauen“, wir haben nur verlernt, es zu benutzen. Wir lassen uns von den Worten von Versicherungsvertretern, besorgten Eltern und so manchen Ärzten in eine Welt voller Panik und Unsicherheiten leiten, in der wir uns verloren fühlen und den Eindruck haben, keinerlei Kontrolle mehr ausüben zu können. Das Ding ist: Wir müssen keine Kontrolle ausüben, wir können uns vollkommen entspannen und unseren Impulsen lauschen und folgen. Erstaunlicherweise bleiben wir dann nicht stehen (und wenn, ist das immer nur eine Pause), sondern bewegen uns vorwärts im Einklang mit dem Flow des Lebens und dem Universum. Und das hat nie etwas „Blödes“ oder „Langweiliges“ mit uns vor, ganz im Gegenteil: Es spricht zu uns durch unsere Herzenswünsche, Leidenschaften und Talente. Wenn wir ihnen folgen, führt es uns ganz automatisch zu dem, was unserem Besten dient.

Es ist erstaunlich, diese „Gesetzmäßigkeiten“ gerade so präzise zu erleben, das Leben völlig bewusst wahrzunehmen, seine Wunder zu bestaunen und einfach nur dankbar zu sein. Die Welt so zu betrachten und nicht durch die Brille angeblicher Wünsche und Ziele (die sich immer wie Kampf anfühlten), hat für mich alles verändert. Alles fühlt sich leicht an und macht Spaß, nichts „muss“ länger, alles kann. Und wenn etwas nicht gleich so ist, wie ich es haben will, dann soll es auf diese Art eben nicht sein. Ich weiß: Alles geschieht, ganz genauso wie es geschieht, nur zu meinem Besten.

Spürst du auch dieses Vertrauen in dein Leben, siehst du einen Sinn in deiner Vergangenheit oder fällt dir das gerade noch schwer? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen, teile sie gerne in den Kommentaren! 

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1 Kommentar

  1. Danke liebe Anna 🙂

    Wie recht Du doch hast. Das ist auch genau mein Credo.

    Und trotzdem muss ich zugeben, dass ich in besonders harten Momenten immer noch schwach werde. Dann steigen Wut, Zorn und Trauer in mir hoch. Ohnmacht ist hier mein Thema. Doch irgendwann bringt mich dann genau diese Ohnmacht zu meiner Macht. Weil ich ja sozusagen gezwungen werde mir einem Gebiet zu widmen, in dem ich mich schöpferisch (also mächtig) ausdrücken kann. Dies gelingt mir mittlerweile schon sehr gut.

    Und das Thema Gemeinschaft wird gerade aufs Heftigste getriggert. Da ich die Gemeinschaft zu meiner großen Liebe nicht leben kann, und mein Bedürfnis nach Gemeinsamkeit ja befriedigt werden will, bin ich gezwungen auf neue Menschen zu zugehen. Doch da stecke ich voll fest. Also, bleibt mir nur übrig in Gemeinschaft mit mir, mein musikalisches Projekt zu vervollständigen und dann damit in die Öffentlichkeit zu gehen. Und immer auch um Hilfe zu bitten. Das ist auch ein großer Schlüssel zur Gemeinsamkeit.

    Ich danke Dir, dass Du Deine Erfahrungen so offen mit uns teilst. Ich kann nur bestätigen, dass je mehr ich die Situationen annehme, anschaue zu was sie mich auffordern, und mich eben mit ganzer Hingabe dann eben dieser Aufforderung widme, um so mehr befinde auch ich mich im Flow.

    Ja, und auch wenn ich meine Vergangenheit so betrachte, hat mich das Leben mit all seinen positiven Fügungen und harten Schicksalsschlägen immer an das gleiche Thema hingeführt. Musik in Verbindung mit Spiritualität und der Natur.

    Doch ich wollte unbedingt Achtung von meinen „Freunden“ haben. Einer von ihnen sein. Und ich wurde Weltmeister im Schauspiel. Ich spielte so perfekt, dass ich selbst sogar, meine Rolle als mein wahres Wesen sah. Wer ich wirklich bin, hatte ich gänzlich verdrängt und vergessen. Die Angst von meinem Umfeld dafür verspottet zu werden, war übermächtig. Ich senkte sogar mein schulisches Niveau beträchtlich, nur um einer vom ihnen zu sein. Dabei wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass da eine Angst vorhanden ist. Ich hätte dies mit aller Macht von mir gewiesen.

    Immer wieder hat mich das Leben gelockt, geschubst, gedrängt … Doch erst jetzt, obwohl ich mich schon mindestens 15 Jahre der Frage widme wer ich wirklich bin, erkenne ich mich. Ich benötigte einen besonders harten Knüppel. Und den über einen langen Zeitraum, da ich sehr hart im Nehmen sein kann. Und es schaut so aus, als ob mich das Leben genau kennt. Der Knüppel achtet sehr genau, dass ich nicht vom Weg abkomme.

    Oh, ist wieder mal sehr lang geworden.

    Alles Liebe,

    Martin

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