Wie finde ich denn meine Leidenschaft überhaupt?

IMG_5988
Alles schön und gut, Leidenschaften sind wichtig und machen glücklich – bla bla bla. Aber wie zum Henker finde ich meiner verlorenen oder verdrängten Leidenschaften wieder? Wie erschaffe ich neue?

Herzlichen Glückwunsch!

Du liest diesen Blog. Das bedeutet, dass du daran Interesse hast, deine Leidenschaften zu finden. Und Interesse ist der erste Schritt. Herzlichen Glückwunsch, du bist den ersten Schritt bereits gegangen! Stoßen wir mit einem digitalen Getränk deiner Wahl an! 🙂 Du bist interessiert daran, etwas in dir zu erwecken, das noch nicht da ist, du hast eine Motivation, die dich irgendwo antreibt; einen Motor, der dich führt und dir das Gefühl gibt, etwas zu wollen. Genau das ist ein wichtiger Punkt auf dem vielleicht zunächst endlos scheinenden Weg, mehr Begeisterung in dein Leben zu bringen.

Die „Keine-5-Schritte-Anleitung“

Wie so oft ist es auch an diesem Punkt sinnvoll, in sich hineinzuhören und auf seine Intuition zu vertrauen. Keine Sorge, hier kommt keine 5-Schritte-Anleitung, wie du es zu etwas schaffst, was vorher nicht da war. Das geht nämlich nicht, habe ich festgestellt. Diese 5 Schritt wären nämlich für jeden anders und wenn ich hier eine Anleitung veröffentliche, mache ich damit deutlich, dass nur ich alleine die Wahrheit gefressen habe und dass alles, was außerhalb der Norm dieser Schritte ist, irgendwie falsch ist. Und genau das finde ich persönlich falsch. Leidenschaften entstehen nämlich oftmals außerhalb der Norm und jede Anleitung. Jede Regel von mir würde dich an diesem Punkt nur unnötig einschränken und unter Druck setzen. Und Druck hat in dieser Phase noch rein gar nichts verloren.

Begeisterung durch Spielen

Da du keine Anleitung bekommst, hilft dir vielleicht ein Wort weiter auf die Sprünge:

Spielen.

Das erste Mal, als ich mit diesem kleinen Wort in Berührung gekommen bin, war in einer geführten Meditation. Ich fand es sehr seltsam, dass es plötzlich um Spielen ging und konnte damit nicht wirklich etwas anfangen. Doch wie so oft sind es gerade die seltsamen Dinge, die einem im Gedächtnis bleiben, über die man dann immer und immer wieder nachdenkt. Inzwischen bin ich der Auffassung, dass Spielen etwas unglaublich Entscheidendes in unserer Entwicklung ist.

Kleine Kinder lernen so viel in so wenigen Jahren, wie Erwachsene es niemals schaffen. Machen sie das alles, indem sie sich eisern an 5-Schritte-Anleitungen halten, Ziele fixieren und diese verbissen verfolgen? Ich habe noch kein Kind gesehen, das sich einen Tagesplan macht, in welchem es seine Entwicklungsfortschritte festhält. Wenn man Kinder beobachtet, sieht man sofort, dass sie sich dann am schnellsten entwickeln, wenn sie Spaß an etwas haben, wenn sie begeistert sind. Und diese Begeisterung kommt durch Spielen, durch Ausprobieren, durch „so tun als ob“, durch ungenierte Fragen und die Gedanken, dass ihnen die Welt offen steht und alles möglich ist.

Ich denke, dass genau diese Gewissheit uns irgendwann auf dem Weg zum Erwachsenen verloren gegangen ist. Uns wurde ordentlich das Hirn gewaschen mit Sätzen wie „Das geht doch nicht“ oder „Du musst dich für eine Sache entscheiden“ oder „Das ist kein richtiger Beruf“ oder „Du kannst das nicht, lass mich das machen“ oder, oder, oder. Du könntest die Liste sicher ins Endlose fortsetzen. Doch was geschehen ist, ist geschehen. Leider lässt sich die Vergangenheit nicht umschreiben, und das wäre auch gar nicht gut, schließlich wärst du dann nicht dieselbe Person, die du jetzt bist. Und du bist ganz genau perfekt so wie du bist! Also fangen wir einfach vorn vorne an. Einfach? Wirst du vielleicht denken. Ja, es ist tatsächlich viel einfacher als du denkst.

Was genau bedeutet es, zu spielen?

Wichtig beim Spielen und Ausprobieren ist es, alle Gedanken an Kampf, Druck, Zwang, Bewertungen oder Beschränkungen vollkommen loszulassen. Du bist vollkommen frei, in deiner Fantasie ist nichts unmöglich (nicht nur dort, aber wir wollen ja klein beginnen). Du kannst in deiner Freizeit entscheiden, welcher Tätigkeit du deine Aufmerksamkeit zukommen lassen möchtest. Es gibt niemanden, der dir sagt, was du zu tun hast, wenn du alleine bist; niemanden, der dir vorschreibt, welche Bücher sinnvoll sind und welche nicht.

Vielleicht ist es für den Anfang hilfreich, diese Zeit einzuschränken. Es kann nämlich sein, dass du dich überfordert fühlst, wenn dir zu viel Freizeit zur Verfügung steht, die du frei gestalten sollst. Das widerspricht sich zum Teil mit dem, was ich einige Sätze zuvor geschrieben habe (Beschränkungen loslassen), kann aber (muss nicht!) sinnvoll sein.

Lass deinem Geist freien Lauf. Was würdest du gerne machen? Gibt es ein Thema, für das du dich besonders interessierst, dem du gerne mehr Zeit widmen würdest? Gibt es eine Tätigkeit, die du früher als Kind gerne gemacht hast? Interessierst du dich für die Geschichte der skandinavischen Länder, die Ritualgesänge afrikanischer Stämme, die Quantenphysik? Tanzt du gerne? Hast du früher ein Instrument gespielt? Gerne gemalt?

Wenn sich Stimmen in deinen Kopf schleichen, die dir weismachen wollen, dass irgendwas albern ist – nur zu! Genau das willst du! Du willst dir so richtig albern vorkommen und das Gefühl auch noch genießen! Es ist vollkommen egal, wo dein Interesse liegt. Vollkommen. Du kannst dir auch mehrere Sachen aussuchen, denen du gerne folgen würdest.

Wenn du dich entschieden hast, welcher Tätigkeit du gerne deine Aufmerksamkeit schenken möchtest, dann erlaube dir ausdrücklich (gerne auch laut), ihr jetzt mit der größten Begeisterung, die du aufbringen kannst, zu folgen. Stell dir vor, dass dir alle Türen offen stehen, dass du ein Kind bist, das vollkommen frei ist, Dinge auszuprobieren. Und dann…

Tu es einfach.

Solange du willst.

Wie fühlt es sich an? Gut? Wenn du die Begeisterung, das Feuer in dir spürst – Herzlichen Glückwunsch! Wir sollten noch einmal anstoßen! 🙂

Und wenn es nicht funktioniert?

Auch wenn es sich nicht gut anfühlt und du die ganze Zeit beschränkende Gedanken hast, wenn du dich nicht in die Tätigkeit fallen lassen kannst, ist mit dir alles okay. Deine Glaubenssätze, die dir von der Umwelt auferlegt worden, sind noch etwas hartnäckig. Aber auch du wirst es schaffen, da bin ich mir ganz sicher. Bleib dran, mach weiter. Suche aktiv nach den Dingen, die dich interessieren. Die beschränkenden Gedanken werden (vielleicht sehr langsam, aber sie werden es) immer weniger werden, bis sie schließlich ganz verschwinden. Kein Mensch ist „zu kaputt“ für Begeisterung. Sie ist nur verschüttet worden. Und was verschüttet wurde, kann wieder ausgegraben werden. Es mag sein, dass es allerdings eine archäologische Herausforderung wird. Das macht nichts. Archäologie ist schließlich auch spannend, oder? 😉

Wie sieht es mit deinen Leidenschaften aus? Sind sie noch verschüttet oder schaut bereits ein kleines Eckchen heraus?

Kennst du diese Artikel schon?
Du bist nicht zu „kaputt“ für das Glück
Folge dem Kribbeln!

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Möchtest du regelmäßig Inspirationen? Dann trage dich kostenlos in meinen Newsletter ein (jederzeit wieder abbestellbar). Ich freue mich schon auf dich!

Deine Daten sind bei mir zu 100% sicher. Du kannst den Newsletter jederzeit abbestellen.

5 Kommentare

  1. Hallo Anna!

    ich bin seit vielen Jahren in einem Befinden, das sich mit einer leeren Luftblase vergleichen lässt. Gepaart mit der Suche nach dem Sinn des Lebens. Ich kann meine Situation schwer in Worte fassen, ich weiß nur, dass ich häufig kaum Lebensfreude empfinde, bzw. ich selbst Alltägliches als Anstrengung wahrnehme. Meine derzeitige unsichere Jobsituation und die kürzliche Trennung meines Partners von mir tragen auch nicht gerade zur Förderung meines Glücklichseins bei. Keine Freude zu empfinden ist für mich sehr anstrengend und nicht positiv für das Bestehen sozialer Kontakte. Ich weiß, dass ich in meinem Leben etwas ändern muss, um wieder Freude am Leben zu haben. Denn jeder Tag ohne Lachen oder Glücksmomente ist ein vergeudeter Tag.
    Auch wenn dies Schilderungen von Sequenzen meiner dunkelsten Momente sind, bin ich nicht jeden Tag tief traurig, ich wollte nur meine Grundstimmung, die irgendwo in mir schlummert, schildern. Soziale Kontalte habe ich mir nach wie vor immer bewahrt.
    Um wieder zum eigentlichen Thema zurückzukommen: Ich bin begeistert von deinem Blog und lese jeden Beitrag mit viel Freude. Aufgrund dieses Beitrages habe ich mir vorgenommen, meine Leidenschaften/Hobbys zu Papier zu bringen. Zunächst dachte ich, es würde die Zahl 5 mit Sicherheit nicht überschreiten, dennoch habe ich über 30 Leidenschaften, die mir Freude bereiten, zusammen getragen!

    Hier meine interessanteste: Seit meiner Kindheit bin ich von dem Land Schweden begeistert. Einen nicht geringen Beitrag dazu leistete wohl auch Astrid Lindgren (die am gleichen Tag wie ich Geburtstag hat) mit den Geschichten von Pippi Langstrumpf. Aber am faszinierendsten finde ich die dortige Landschaft und die Architektur der schmucken roten, aus Holz gebauten Schwedenhäuser. Aus dieser Begeisterung heraus möchte ich eine Schwedenreise, so eine Art „auf den Spuren von Astrid Lindgren“ machen und zwar mit dem Ziel für 2016.
    Dem vorausgehend möchte ich mich bis dahin genauer über das Land und dessen Kultur informieren und auch einen Schwedisch Sprachkurs bei der Volkshochschule belegen.
    Für manche mag diese Reise nichts Besonderes sein, denn ein Urlaub ist schnell gebucht und der Koffer schnell gepackt. Aber bei dem Gedanken an Schweden, verbunden mit den Kindheitserinnerungen, ausgelöst durch Astrid Lindgren, spüre ich dieses Kribbeln der Vorfreude im Bauch.
    Um diesem Ziel näher zu kommen, hab ich mir erst diese Woche 3 Bücher über Schweden gekauft. Ich möchte nicht gleich bei nächster Gelegenheit das Land bereisen, sondern dieses Ziel in kleinen, intensiven Schritten erreichen und mir diese Vorfreude noch eine gewisse Zeit bewahren. Mein Abenteuer Schweden hat begonnen und ich freue mich darauf!

  2. Liebe Swedengirl!

    Vielen Dank dafür, dass du deine wundervolle Geschichte mit mir teilst! Das klingt geradezu fantastisch, da bekomme ich auch ein Kribbeln und fange das Träumen von fremden Ländern an!
    Es freut mich unglaublich, dass du zu deinen Interessen und Leidenschaften zurückfindest und es freut mich ganz besonders, dass ich dazu beitragen durfte.
    Ich wünsche dir von ganzem Herzen den nötigen Mut, Spaß und Freude bei der Umsetzung deiner Reise und all der anderen Vorhaben, die du noch haben magst. Ich denke, du bist auf einem sehr guten und richtigen Weg! Ich würde mich freuen, wieder einmal von dir zu lesen!

    Viele liebe Grüße
    Anna

  3. Wir Erwachsenen können sich Kinder wirklich als Vorbild für vieles nehmen! Einfach albern sein, sich nicht für mögliche Fehler schämen, sondern einfach TUN! 🙂

    *mit einem digitalen Baileys mit dir anstoß* PROST! 😀

      • Haha da hast du recht, aber mein inneres Kind darf da eh nicht mittrinken. Bisschen streng muss man ja auch sein haha.

        Cheers 😀

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.