Wir müssen Gemeinschaften bilden. Gerade jetzt.

Man braucht nur einmal kurz den Fernseher anzumachen, schon wird einem ziemlich schnell klar, dass die Welt aus den Fugen zu geraten scheint. Da ist ein irrer Präsident, der Zäune bauen will, da sind Menschen, die um ihr Leben fliehen und die Zäune nicht passieren können, wiederum andere, die genau das befürworten. Es herrscht Chaos und Angst pur. Angst davor, nicht in Sicherheit leben zu können. Angst vor Fremden. Angst vor den Menschen, die Angst vor Fremden haben. Angst vor sich selbst und seinen Gefühlen. Angst vor der Angst. Da mag man manchmal den Kopf hängenlassen, in der Überzeugung, ohnehin nichts ausrichten zu können. Ich finde: Gerade jetzt dürfen wir das nicht tun. Je mehr Angst in dieser Welt ist, desto mehr müssen wir lieben. Und liebevolle Gemeinschaften bilden. Denn die sind stärker als jede Angst.

Ich hatte Angst.

Wenn ich mir so mein Leben anschaue, dann war da immer die Angst. Blanke Panik vor dem Leben, Panik davor, nicht gut genug zu sein. Ich wollte immer irgendwo dazugehören, wir alle wollen das, denn wir Menschen sind nun einmal Gruppenwesen. Aber mir ist es niemals wirklich gelungen. Meine Familie ist klein und es wird ständig gestritten, konstruktive Diskussionen oder Lösungsansätze sind nicht vorhanden. In der Klasse war ich diejenige mit den psychischen Problemen unter all jenen, die scheinbar perfekten Familien entstammen. Ich hatte meine Freunde in der Realschule, aber dort war ich „die Gymnasiastin“. Im Sport gab es lauter Untergrüppchen, unser Team fiel recht bald auseinander. Ich glaubte, eine Freundin fürs Leben gefunden zu haben, aber auch das zerbrach. Im Studium dachte ich, endlich ein Teil von etwas zu sein, aber ich irrte mich und fiel in ein Loch. Ich zog mich zurück, wollte von Gruppen nichts mehr wissen. Lieber unternahm ich mit den Menschen, die mich verstanden, etwas alleine. Auf diese Weise konnte ich Tiefe herstellen, Vertrauen aufbauen.

In den letzten Jahren geriet meine Angst immer mehr in den Hintergrund, Liebe trat in mein Leben und wurde immer präsenter. Immer mehr Menschen gesellten sich zu mir. Menschen, die die Welt ganz ähnlich sahen, die auf ihre unterschiedlichen Arten wundervoll waren. Aber mir kam lange nicht in den Sinn, sie „zusammenzubringen“, zu groß war meine Angst davor, enttäuscht zu werden, zu tief saß das Unwohlgefühl, das ich mein Leben lang in Gruppen erfahren hatte. Ich hatte Angst, und aus Angst handelte ich nicht.

Doch die Liebe kann Dinge verändern.

Es war richtig, nicht aus der Angst heraus zu handeln. Man muss nicht wie verrückt gegen verschlossene Türen rennen, wenn alles, was man tun muss, lediglich ein Außenherum-Gehen ist, um die Tür von der anderen Seite zu öffnen. Ich musste meine Angst nicht überwinden, ich konzentrierte mich so viel ich konnte auf die Liebe, sah die Möglichkeiten anstatt der Hindernisse, kam in diesem Zustand in ein „Reich der Ideen“, aus dem die wundervollsten Dinge entstanden. Und auf diese Art, in dieser „angstfreien Zone“, kam mir die Idee, dass wir gemeinsam stärker sind als alleine. Dass wir uns gegenseitig unterstützen können, anstatt alles im Alleingang zu erledigen. Ja, das Alleinsein ist sehr wichtig und ich liebe Gespräche unter vier Augen nach wie vor, aber es gab da noch eine Erfahrung, die ich machen wollte. Die Erfahrung einer starken Gruppe.

Ich sah es ganz klar vor mir: Ich wollte meine Freundinnen, mit denen ich bisher immer einzeln etwas unternommen hatte, zusammenbringen. Sie alle sind wundervolle Menschen mit einzigartigen Persönlichkeiten, und ich hatte den Eindruck, dass ich nicht die Einzige mit dem Bedürfnis nach Gemeinschaft war. Doch ich hatte Angst. Angst davor, dass wir doch zu unterschiedlich wären, dass sie mich als „Anführerin“ betrachten würden, die ich auf keinen Fall sein wollte, Angst davor, dass sie es dämlich fänden, Angst davor, als arrogant betrachtet zu werden. Ich fühlte diese Angst und sah, dass sie aus einem anderen Leben kam. Ich atmete tief. Spürte den Knoten in meiner Kehle. Und lud sie alle ein.

Eine Gruppe mit Tiefgang kann existieren.

Das war vorgestern. Und es war ein wundervoller, lockerer und unbefangener Abend mit vielen Ideen, mit Leuchten in den Augen, mit dem Potenzial für etwas Großes. Ja, wir waren völlig unterschiedlich: Manche sprachen mehr, andere weniger, manche hatten viele Ideen, andere hielten sich zurück, manche waren skeptisch gegenüber etwas, andere begeisterten sich genau dafür. Aber über alldem schwebte die Liebe und Akzeptanz. Es war für uns alle okay, dass wir unterschiedlich sind. Genau hierin lag unsere Stärke. Wir sahen, dass das Leben in all seiner Vielfalt wundervoll ist und dass wir in unseren Herzen eins sind. Dass wir alle das Bedürfnis nach Nähe und Gemeinschaft haben – und zwar nicht nur oberflächlich, sondern mit Tiefgang. Ja, als Frauen redet man auch mal über Klamotten und Diäten, aber man stößt auch auf Spiritualität und Geschichten, die verletzlich machen. Wir haben alle gemerkt: Das könnte der Beginn von etwas ganz Besonderem sein.

All meine Ängste lösten sich auf, als ich merkte, dass von mir rein gar nichts erwartet wurde. Ich vertraute dem Prozess, dem Flow der Gruppendynamik. Ich vertraute darauf, dass etwas Neues entsteht, sobald man wundervolle Menschen an einen Ort bringt. Und genau so war es auch. Ich fand es magisch. Ganz ehrlich? Ich weiß nicht genau, was daraus wird, aber ich weiß, dass wir alle daraus sehr viel lernen werden. Wir werden lernen, die Unterschiede zu akzeptieren und zu lieben. Wir werden lernen, uns auf etwas Neues einzulassen. Wir werden lernen, unsere Meinung freundlich und bestimmt zu vertreten und wir werden lernen, die Grenzen der anderen zu respektieren. Wir werden Wundervolles erleben und Rückhalt erfahren und wir werden lernen, unsere Wahrheit zu sagen, wenn uns etwas auffällt. Wir werden unsere Probleme lösen, ohne beleidigt davonzurennen oder den Kontakt abzubrechen. Und dann werden wir in diese Welt hinausgehen und genau das alles anwenden. Das ist unsere Stärke: unser Tiefgang, unsere Ehrlichkeit und Verletzlichkeit.

Wir brauchen mehr Gruppen mit Tiefe!

Oberflächliche Gemeinschaften gibt es überall. Mal sind wir Teil davon, mal ärgern wir uns darüber, dass wir es nicht sind. Was uns und dieser Welt fehlt, sind Gemeinschaften mit wirklicher Tiefe, Gruppen, in denen offen und ehrlich miteinander umgegangen wird, in denen jedes Mitglied in seiner Einzigartigkeit geschätzt wird. Denn wenn wir in einer Gruppe so sein können, dann können wir das auch „da draußen“. Dann fällt es uns leichter, andere Menschen zu verstehen und ihnen freundlich zu begegnen. Dann kommen wir nicht auf die Idee, jemanden zu verletzen – und wenn wir es doch tun, haben wir die Stärke, uns aufrichtig zu entschuldigen. Was wäre das für eine Welt, in der Menschen solche Kompetenzen hätten? Ich glaube, sie würde sich von der jetzigen ziemlich unterscheiden.

Und wir können eine solche Welt erschaffen. Ich meine das ernst. Echter Wandel kann nur vom Einzelnen ausgehen und sich fortpflanzen. Echter Wandel durchzieht die Gesellschaft von innen, er löst die Machtstrukturen und die Angst langsam, aber beständig auf und verwandelt sie in Liebe. Die Liebe beginnt in uns. Sie beginnt in mir. Und in dir. Sie beginnt vielleicht ganz zaghaft auf deinem Meditationskissen oder in der Natur, wird immer stärker, setzt sich in Gemeinschaften fort, fließt über das Internet in die Welt hinaus – es gibt viele Wege, und sie wird sie finden, wenn wir es nur zulassen und unseren Impulsen vertrauen. Mein Impuls war es, diese Menschen zusammenzubringen, ebenso wie er es einst war, diesen Blog zu starten. Und ich bin zu Tränen gerührt und dankbar, wenn ich sehe, was sich dadurch verändern kann.

Wo ist deine Gruppe?

Mach dir keine Gedanken darum, wenn du dich jetzt noch alleine fühlst mit deinen Ansichten. Das wird nicht lange dauern. Es ist ist ein präzises Gesetz, das die Menschen in unser Leben zieht, die wir brauchen. Das heißt nicht, dass wir nicht auf sie zugehen können. Dazu brauchen wir manchmal Mut, dazu müssen wir unsere Angst kennen und spüren. Und loslassen. Und plötzlich kann es sein, dass wir uns in einer wundervollen Gemeinschaft wiederfinden. Wenn nicht – was hindert uns daran, selbst den Stein ins Rollen zu bringen? Nein, ich habe meine Gruppe nicht „gegründet“, ich habe lediglich einer Idee nachgegeben, die nicht von mir selbst stammte, sondern durch mich fließen konnte, weil ich mich für die Liebe geöffnet habe. Ich muss erstaunt den Kopf schütteln, wenn ich an den magischen Abend vorgestern denke.

Es gibt auch für dich eine Gemeinschaft, die weit über Banalitäten hinausreicht und in der du wirklich ein Teil eines großartigen Ganzen sein kannst. Schau dich um – wer ist jetzt schon in deinem Leben, wen würdest du gerne dort haben? Schau deine Angst an, werde aktiv, aber niemals verbissen. Alles darf fließen, wir müssen nichts kontrollieren, sondern können völlig entspannt zusehen, wie etwas Großartiges entsteht, das in der Lage ist, diese Welt in einen besseren Ort zu verwandeln. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in der Gruppe fähig sind, Dinge zu kreieren, die wir alleine nicht schaffen. Genauso wie die Neuronen in unserem Gehirn alle einzeln und zugleich Teil von etwas Größerem sind, ist das auch mit Gruppen. Das Ganze ist immer mehr als die Summe seiner Teile. Eine Gruppe entwickelt eine Dynamik, die weit jenseits dessen liegen kann, was wir uns jetzt vorstellen können – wenn alle bewusst, wach, liebevoll und respektvoll miteinander umgehen.

Ich habe meine Gruppe gefunden. Und du?

Hast du eine Gruppe? Wenn ja, erzähl mir davon! Wenn nein, könntest du dir vorstellen, wie sich die ersten Schritte in diese Richtung gestalten lassen könnten? Oder sagst du von dir, kein Gruppenmensch zu sein? Ich bin gespannt auf deine Meinung und Erfahrungen! 

 

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17 Kommentare

  1. Wow, ein sehr schöner Artikel! Danke.
    Irgendwie scheint es mir, als wären wir auf irgendeiner Lebenswegebene miteinander connected. Du schreibst zeitlich und inhaltlich so passend über die Themen, die bei mir aufkommen.
    In den letzten zwei Jahren habe ich mich mit dem Thema Lebensgemeinschaften auseinandergesetzt, war 2 x auf nem Gemeinschaftenfestival (www.gemeinschaften.de) und hatte auch einen Annäherungsprozess zu einer schon bestehenden Gemeinschaft im Taunus, die mich sehr anzog, begonnen, aber Ende letzten Jahres stellte sich dann heraus, dass „es doch nicht sein sollte“ (heute weiß ich auch warum, bin also auch froh, dass es doch knapp nicht geklappt hat). Mittlerweile ist das Thema Lebensgemeinschaft in den Hintergrund getreten (vielleicht später nochmal, wenn ich aus meinen „jungen Jahren“ heraus bin) und es bewegt sich mehr in die Richtung, die du beschrieben hast, da ich mir auch meine Flexibilität und Ungebundenheit erst mal noch mehr ausleben „muss“/will.
    Liebe Grüße
    Joshua

    PS: Im ersten Absatz unter der zweiten Zwischenüberschrift ist wohl ein Tippfehler: „Außenserum-Gehen“ – du meintest statt eines Serums wohl: „herum“ … 😉

    • Lieber Joshua,
      vielen Dank für den Hinweis mit dem Tippfehler, mein neuer Laptop tendiert zu ständiger Korrektur – manchmal macht die überhaupt keinen Sinn. 😀
      Wie schön, dass du jetzt auch den Weg für dich findest, was dieses Thema angeht!
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  2. Hallo liebe AnnA

    Vielen HERZENS DANK für diesen wundervollen Beitrag…!

    Du hast recht. Es ist sehr wertvoll Gemeischaften, welche liebevoll, respektvoll und grossherzig sind zu gründen oder den bereits bestehenden beizurtreten. Ja, so macht das Leben Freude und dann noch mehr lebenswert. 🙂

    Wirklich ein super Beitrag von Dir…und hey Du, hier habe ich gleich noch einen passenden Link:

    <3 http://www.transformales-netz.de/ <3

    Viel Freude, mach weiter so und weiterhin viel Spass…auch bei Deinem Buchprojekt…! 🙂

    Mit ganz lieben <3 Grüssen

    * ROGER *

    * http://www.soscoachblog.wordpress.com *

    • Lieber Roger,
      vielen lieben Dank dir für deine Worte. Es klingt, als seist du auch so richtig mittendrin mit den Gemeinschaften. Das ist wirklich genial!
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  3. Ich meide vor allem diejenigen, die nur darauf aus sind, Angst zu schüren, um auf sich selbst aufmerksam zu machen, da sie ohne die „gespannte“ Aufmerksamkeit der Menschen gar nicht existieren könnten.
    Was würdest du denn mit deinem Nachbarn machen, wenn der im 30-Minuten-Takt an deiner Tür klingelt, um dir brühwarm über alles Leid zu berichten, das auf dem Planeten Erde so passiert?

    Du würdest ihm nicht sagen:“Boa geil was du so alles weißt, erzähl mir mehr davon. Kannste nicht besser alle 5 Minuten vorbeikommen?“.
    Du würdest ihn wegschicken, ganz sicher. Da seine „bad vibrations“ krank machen (können).

    Nur bei den Mainstream-Medien machen wir das (scheinbar) freiwillig, unsere Gehirne ständig mit Negativismus zu füttern. Manche scheinen ja bereits regelrecht süchtig nach negativem Stress zu sein, und beschweren sich lautstark, wenn ihnen die Tagesschau mal eine Meldung vorenthält.

    Ich glaube dass es sehr (lebens-) wichtig ist, jeder für sich so eine Art Gewinn- und Verlustrechnung zu schreiben, was die persönlichen Wahrnehmungen angeht. Die Wahrnehmungen/Information, die mit positiven Emotionen assoziiert sind, sollten überwiegen. Dazu können Gemeinschaften sehr hilfreich sein.

    Habe selbst eine Gemeinschaft im Web gegründet, ein Forum zum Sprachenlernen, dessen Mitglieder mit unterschiedlicher Sprachkompetenz sich gegenseitig beim Lernen einer Fremdsprache unterstützen.

    • Hallo lieber Tobias,
      du hast recht damit, dass wir uns geradezu mit negativen Nachrichten zuschütten. Ich habe mich eine Weile jedoch völlig davon abgeschottet. Jetzt lasse ich ein wenig mehr durch, aber nur so viel, dass es mich nicht runterzieht, sondern mich handlungsfähig macht. So lange ich „Jetzt erst recht mehr Liebe!“ denke, ist das in Ordnung, denke ich. 😉
      Deine Online-Gemeinschaft klingt richtig toll, gerade beim Sprachenlernen ist es ja superwichtig, dass man nicht in seiner eigenen Blase bleibt, sondern sich in die Kommunikation hinauswagt. Ich wünsche dir damit ganz viel Erfolg und vor allem Freude!
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  4. Hey Anna,
    ein echt bewegender Artike, wie ich finde! Das gute an Gemeinschaft ist, dass man als Team immer stärker ist als die Summe seiner Mitglieder und genau den Punkt finde ich super wichtig und Faszinierend. Egal in welchem Bereich das ist, ob es ein Business ist oder irgendetwas anderes, an dem man zusammenarbeitet. Als TEAM ist man immer stärker. Und wenn es nur darum geht einen Freitag Abend gemeinsam zu verbringen dann hat man doch auch viel mehr Spaß als alleine! Ich unterstütze das absolut was du hier propagierst!

    LG Tim

    • Hi Tim,
      wie schön, dass du meine Gedanken hier teilst – du scheinst auch selbst schon die tolle Erfahrung einer Gruppe gemacht zu haben. Ich wünsche dir noch viel mehr solcher Erfahrungen!
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  5. Ja wo ist meine Gruppe?

    Liebe Anna, Du hast mich hier so an meinem Punkt getroffen, dass ich es erst mal ein paar Tage sacken lassen musste um Dir zu Antworten.

    Ich war ein Leben lang immer eingeladen und willkommen in allen möglichen Gruppen. Doch ich hatte nie das Gefühl, in irgendeiner Gemeinschaft wirklich ganz ich selbst sein zu können. So spielte ich in jeder einzelnen Gruppe die Rolle, die ich glaubte spielen zu müssen.

    Irgendwann fühlte ich mich immer leerer und wollte nicht mehr spielen, doch ich fand nie den Mut und die Erkenntnis, zu sein der ich bin. So war ich die letzten 2 Jahre sehr viel allein.

    Durch eine sehr tiefe und zugleich schwierige Freundschaft, komme ich nun endlich bei mir selbst an. Ja, ich bin nun 52 Jahre alt, und weiß zum ersten mal in meinem Leben wer ich wirklich bin, und wofür ich auf diese Welt gekommen bin. Und gleichzeitig wächst auch der Mut, dies zu zeigen.

    Ein paar Tage, bevor Du diesen Beitrag hier geschrieben hast, wurde mir klar, dass ich nun ja bereit bin, passende Freunde in mein Leben zu ziehen, da ich mich ja jetzt klar definieren kann.

    Und dann kamst DU, und hast direkt ins Schwarze getroffen. Du hast mich wirklich tief angesprochen, in mir vibrierte es und mir war klar, das ist ein Ruf. Ich hab mir auch schon eine Liste gemacht, von Menschen die ich kontaktieren will.

    Ich hoffe, ich kann Dir bald eine schöne Geschichte über meine Gruppe schreiben. Steht ganz oben auf meiner Prioritätenliste.

    Nochmals Danke, und alles Liebe

    Martin

    • Lieber Martin,
      wow, das scheint ja jetzt auch absolut dein Thema zu sein! Da ich nicht an Zufälle glaube, finde ich das echt der Wahnsinn! Du scheinst wirklich bereit zu sein für deine Gruppe und ich bin sowas von gespannt auf deine Geschichte!
      Alles Liebe dir!
      Anna

  6. Danke Anna, für diesen guten Artikel.

    Ich liebe es Artikel zu lesen, die mich selber zum nachdenken und zur selbstprüfung anregen und genau dafür hab ich mir nach dem lesen deines Artikels Zeit genommen.

    Zeit, die definitiv nicht vergeudet war.
    Seit meiner Jugend war ich immer Teil von verschiedenen Gruppen und Freundeskreisen. Leider blieb über die ganzen Jahre nie ein fester Kern, ein wirklicher Freundeskreis bestehen. Freunde kamen und gingen. Viele haben sich im Laufe der Zeit verändert, hatten neue Interessen neue Hobbys und Ziele gesetzt und diese erreicht. Wir sind andere Wege gegangen.

    Heute habe ich einen wirklichen, engen Freundeskreis gefunden. Menschen, die sich gegenseitig unterstützen und für einander da sind. Freunde, die im ganzen gesehen, gleiche Interessen und Ziele haben.

    Heute Bin ich mir bewusst, dass so etwas nur möglich ist, wenn einem selbst bewusst ist, was man möchte und was einem im Leben wichtig ist. Was ist der IST-Zustand und wo möchte man hin. Welche wünsche und Anforderungen stellt man an sein eigenes Leben.

    Erst als ich mir dessen klar war, konnte ich wirkliche Freunde finden, die jetzt in meinem Leben eine konstante sind. Freunde die echt sind. Gespräche, die aufbauen und nicht niederreisen. Eine Gruppe die das Leben und alles was dieses ausmacht, bereichert.

    Es war ein langer Weg bis hier hin. Aber er hat sich gelohnt. Und wie du schön in deinem Artikel beschrieben hast, muss man ab und an, selber den Stein ins Rollen bringen. Und vielleicht könnte der erste Stein das nachdenken über den eigenen SOLL-Zustand sein. Denn erst wenn man seinen Ziel-Hafen kennt, den man ansteuern möchte, kann man die Segel setzen.

    Lg David

    • Hallo lieber David,
      was du schreibst, ist wirklich interessant. Was ist denn dein Ziel-Hafen? Ich glaube, wir Frauen gehen das Ganze etwas intuitiver an, ich zumindest habe mir keine Gedanken über das Ziel gemacht, ich hab einfach auf mein Gefühl gehört, das mir ganz deutlich sagen, dass es „passen“ würde mit der Gruppe. Vielleicht haben wir irgendwo alle dasselbe Ziel, aber für uns ist es momentan nicht relevant, das so deutlich darzulegen. 😉
      Dass du deine Gruppe gefunden hast, finde ich wirklich fantastisch! Mir gefällt es vor allem, wie du hier das Wort „konstant“ verwendest. Ich glaube, danach suchen wir ja irgendwo alle…
      Ganz liebe Grüße dir!
      Anna

  7. Guten Abend Anna,

    ich hatte auch schon ein paar mal das Gefühl, dass ich deutlich Zuviel plane?Ich sollte dem Alltag viel mehr Möglichkeiten geben, mich zu überraschen. Doch zum Glück, lässt sich nicht alles im Leben planen oder abwägen.

    Um auf deine Frage zurück zukommen: Mein Zielhafen, wird durch alles definiert, was mir guttut, was mir Freude bereitet und mich positiv beeinflusst. Zum Beispiel ist eine Anlegestelle in meinem Zielhafen, dass Lebensfreude und Freundschaften nie durch Geld, oder ansehen in der Geschäftswelt ersetzt werden können.
    Ich würde ohne lange zu überlegen, dem Leben und meinen Freunden, sowie der Familie, immer Vorrang geben.

    Eine zweite Anlegestelle würde ich mit:,, tuh anderen so oft es geht etwas gutes“, betiteln. Freunde sind da um einander zu stützen und zu stärken. Aber ich finde es wichtig, dass eine Freundschaft nie auf Einseitiger Hilfestellung beruht. Ich bin froh, wenn mich Freunde mit lieben Worten oder guten Tipps unterstützen. Aber genauso sehr freue ich mich, wenn ich jemanden mit Rat und Tat beiseitestehen kann.

    ich habe noch viele weitere Anlegestellen und jede einzelne separat betrachtet ist für mich gut. Aber nur zusammen, als Ganzes bilden diese meinen Zielhafen.

    Lg David

  8. Hallo Anna,
    du schreibst: *****Ich sah es ganz klar vor mir: Ich wollte meine Freundinnen, mit denen ich bisher immer einzeln etwas unternommen hatte, zusammenbringen.*****

    Genauso ging es mir vor drei Jahren. Daraus entstanden 12 Treffen, ich hatte für jeden Monat einen Termin festgelegt. Die Treffen sollten regelmäßig stattfinden, aber nicht so etwas wie „1. Dienstag im Monat“. Also nahm ich die Vollmondtage, die sind regelmäßig, aber immer an einem anderen Tag.
    Daraus wurden die „Vollmondtreffen“ bei mir zuhause. Ich stellte die Getränke zur Verfügung und fast immer hat jemand eine Kleinigkeit zum Essen mitgebracht.
    Am Anfang machten wir eine Vorstellungsrunde, denn die meisten kannten sich ja nicht. Das Alter der Frauen war von 29 bis 72 Jahre. Außerdem gab es die Regel, dass immer nur einer spricht und die Dauer der Treffen war begrenzt. 19:30 bis 22 Uhr. Das war auch gut, denn wir hätten noch viel länger sitzen können. Nach einem Jahr war Schluss damit.
    ABER einige haben weitere Treffen organisiert und manche treffen sich heute noch.
    Die Themenvielfalt fand ich klasse. Nächste Woche gibt es mal wieder ein solches Treffen bei mir und ich freue mich riesig.

    Danke für deinen Blog, ich muss da noch weiter stöbern.
    Herzliche Grüße
    helen

    • Hallo liebe Helen,
      Mensch, deine Treffen klingen ja wundervoll! Und auch die Altersspanne – wow! Begrenzt haben wir die Dinge bisher nicht, ich habe den Eindruck, dass ich die Art und Weise, wie und wann das alles geschieht, dem Leben selbst überlassen möchte. Aber vielleicht habt ihr genau das gemacht und heraus kamen dabei eure eigenen „Regeln“. Interessant auch, wie die Treffen aufhörten und jetzt wieder weitergehen, eine richtige Eigendynamik!
      Ganz lieben Dank dir für das Schildern deiner Erfahrungen!
      Liebe Grüße
      Anna

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