267743_243995532287051_7759084_n

Zufälle haben schon etwas Seltsames an sich. Manchmal sind sie so unwahrscheinlich, dass es uns schwer fällt, daran zu glauben, dass sie “bloß” Zufälle sind. Kennst auch du Geschichten von Ereignissen, die genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort eintrafen? Bekommst auch du manchmal eine Gänsehaut, wenn dir selbst so etwas widerfährt?

Warum ich nicht mehr an Zufälle glaube und was ein Mixer damit zu tun hat

Lass mich dir eine kleine Geschichte erzählen. Von einem Zufall, der mir letztes Jahr begegnete. Der Zufall, der dafür sorgte, dass fortan ständig Zufälle in mein Leben traten. Der Zufall, der dafür sorgte, dass das Wort “Schicksal” plötzlich Sinn machte.

Sie beginnt mit einem Mixer. Und zwar mit einem von diesen ganz teuren Monstern, der mit seinen 2 PS alles, aber auch alles, klein kriegt. Zu Weihnachten 2013 wünschte ich mir von allen Geld, damit ich mir so ein Ding leisten konnte. (Ja, ich benutze ihn jeden Tag und ja, es hat sich gelohnt! 😉 ) Zu meinem Glück fand ich einen gebrauchten Mixer auf Ebay. Top Zustand, um einiges günstiger als neu. Ich freute mich schon wie blöde. Doch das Paket kam einfach nicht.

Zunächst einmal wollte die Dame, die ihn verkauft hatte, ihn wohl doch nicht so recht loswerden, denn es dauerte geschlagene 14 Tage, bis sie ihn endlich zum Paketshop brachte, während ich daheim mürrisch meine mit dem Stabmixer gemachten Smoothies nachkaute. Als ich endlich erfuhr, dass das gute Gerät unterwegs sei, haute ich 3x täglich die Sendungsverfolgungsnummer in die Tastatur, nur um festzustellen, dass der Standort des Pakets unverändert bei “Lager” feststeckte. Tagelang. Auf  meinen Anruf hin wurde mir erklärt, dass der Mixer nicht auffindbar sei.

Ich war todunglücklich und mir sicher, dass ein verrückter Veganer das Ding im Lager einfach mit nach Hause genommen hatte, doch Tage später kam das ersehnte Ding doch an. Vollkommen verkohlt. Ich wollte es nicht wahrhaben, aber an der vom Ruß verfärbten Schachtel klebte ein Zettel mit dem Hinweis, es habe im Lager gebrannt. Der Mixer war intakt, doch der Gummideckel stank zum Himmel und auch die Handbücher waren pechschwarz. Natürlich machte ich Fotos und schickte das ausgefüllte Beschwerdeformular zurück. Dann “lüftete” ich Deckel & Co. mehrere Tage auf dem Balkon, bis der Gestank tatsächlich vollkommen verschwand.

Einen Monat später schmiedete ich mit meiner Freundin Urlaubspläne. Alles war perfekt – der Zeitpunkt, das Wetter, unsere Unterkunft und die Motivation. Bis auf die Tatsache, dass ich vollkommen blank war. Sie sagte mir hingegen stets, dass es funktionieren würde. Dass sie es genau wüsste. Doch einen Tag nach unserer Planschmiedeaktion rief ich sie verzweifelt an und eröffnete ihr, dass es ohne Geld nicht klappen wird. Sie wollte es aber immer noch nicht hören. Ich verstand nicht.

Bis das Geld kam. Die Paketfirma hatte mich mit ganz genau dem Betrag für den verkohlten Mixer entschädigt, den ich für unseren Urlaub brauchte. Es war ganz genau derselbe Betrag zum ganz genau richtigen Zeitpunkt.

Hilfe, ich habe positive Paranoia!

Dass ich eine Gänsehaut hatte, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Seither weiß ich, dass alles so kommen wird, wie es kommen soll. Ich brauche mir mein kleines, menschliches Hirn überhaupt nicht mehr zu zerbrechen, ich brauche keine Probleme mehr hin und her zu schieben, denn irgendwas da draußen will, dass es mir gut geht. Ich habe seither positive Paranoia: Ich bin überzeugt davon, dass mir auf Schritt und Tritt Gutes widerfährt!

Und weißt du was? Genau das passiert. Ständig. Täglich. Seit der Mixer-Geschichte sind mir Dinge dieser Art unzählige Male widerfahren. Ich habe sogar Dinge erlebt, die noch abstrakter, noch “zufälliger” waren. Das ganze letzte Jahr lief nicht nach meinem Plan, sondern viel besser, weil ich diese Zufälle erkannt habe und ihnen gefolgt bin. Als ich 2014 habe Revue passieren lassen, war ich so berührt von all den Wundern, die mir begegnet waren, dass ich nach wie vor kaum Worte für sie finde. Alleine schon die Tatsache, dass du genau jetzt diesen Artikel liest, ist für mich ein kleines Wunder. Viele Ereignisse haben sich verkettet, bis ich diesen Blog gestartet habe und bis du ihn finden konntest. Ist das nicht verrückt?

Der Zufall unterstützt deine Leidenschaften!

Ich war noch nie wirklich gläubig, doch ich glaube daran, dass alles Lebende auf dieser Welt in Interaktion miteinander steht. So wie ein Schwarm Fische genau weiß, wohin er zu schwimmen hat und jeder einzelne Fisch simultan mit den anderen reagiert, glaube ich auch, dass unser Planet eine Art Bewusstsein hat, über das wir bisher noch sehr wenig wissen. Wenn wir uns schon alleine die Welt der Atome ansehen, wird uns klar, dass kein Körper wirklich fest ist. Alles ist miteinander verwoben und wir tauschen ständig kleinste Teilchen miteinander aus. Alleine schon die Moleküle der Luft sind durch unzählige andere Lungen gegangen, bevor du sie eingeatmet hast!

Da kann es doch gut möglich sein, dass das Leben, Universum, die Natur, Gott – nenne es, wie du möchtest – dafür sorgen möchte, dass es als System bestehen bleibt. Nach dieser Logik würde “Es” alles belohnen, das etwas Wertvolles zu dieser Welt beiträgt. Und deine Leidenschaften sind so etwas. Was wäre, wenn du mit deinen Leidenschaften geboren wurdest, um sie in die Welt zu bringen, um dir und anderen damit eine Freude zu machen? Was wäre, wenn die Welt dich darin unterstützen würde, indem sie dir den Weg dorthin ebnet? Was wäre, wenn alles, was du tun musst, ist, den Fingerzeigen zu folgen, die du siehst?

Für mich sind “Zufälle” solche Fingerzeige. Sie sind Botschaften eines Systems, das ich nicht verstehe und vielleicht auch überhaupt nicht verstehen muss. Denn ich merke: Immer, wenn ich diese Ereignisse wahrnehme und mich auf sie einlasse, fühlt es sich so an, als sei ich in ein kleines Schwarzes Loch gefallen, das mich schlagartig auf eine neue Entwicklungsstufe katapultiert und mir atemberaubende Erkenntnisse liefert. Außerdem ende ich immer und immer wieder bei meinen Leidenschaften. Ich habe den Eindruck, dass es ohne auch gar nicht vorangeht.

Wenn du das erste Mal von der Macht der Zufälle liest, mag es sehr befremdlich auf dich wirken. So ging es mir zu Beginn auch. Aber ich kann jeden Tag von Neuem bestätigen, dass es sich lohnt, diesen Zufällen genauer auf den Grund zu gehen und sie als Zeichen zu sehen, dass du dem Leben vertrauen kannst. Und wenn ich mir das alles einbilde, ist das auch in Ordnung. Vielleicht kannst du es dir auch einbilden? Dass der Placebo-Effekt wirkt, ist ja inzwischen eine unumstößliche, wissenschaftliche Tatsache! 🙂

Wie Zufälle auch dein Leben verändern können

Du möchtest das Ganze auch mal ausprobieren? Ich habe festgestellt, dass ich nach einem bestimmten Schema vorgegangen bin, als ich Zufällen einen immer größeren Raum in meinem Leben eingestanden habe. Vielleicht fällt dir noch etwas anderes ein – das darfst du gerne in den Kommentaren anmerken! Und vielleicht magst du ja die folgenden Schritte ausprobieren:

1. Sei aufmerksam

Das Wichtigste ist natürlich deine Aufmerksamkeit. Gehe mit offenen Augen durch die Welt und entdecke sie jeden Tag neu. Schau dir genau an, was um dich herum passiert und stelle dir immer wieder die Frage: “Welchen Grund könnte das haben?” Oft sieht man den Grund überhaupt nicht und es wird erst Jahre später klar, was das alles sollte. In diesem Fall lohnt es sich, einfach nur zu vertrauen und sich die Ereignisse ins Gedächtnis zu rufen, bei denen es bereits gut gegangen ist.

2. Führe ein Zufallstagebuch

Erst durch das Führen eines Zufallstagebuchs ist mir klar geworden, wie viele Zufälle wirklich in mein Leben treten und wie wundersam sie sind. Vieles tun wir einfach ab, ohne es angemessen zu würdigen und ihm den Platz in unserem Leben zuzugestehen, den es verdient. Dabei sind viele dieser Ereignisse die Dinge, die unserem Leben eine besondere Wendung geben könnten, wenn wir sie nicht ignorieren.
Inzwischen führe ich kein seperates Zufallstagebuch, sondern integriere die besonderen Zufälle in meinem täglichen Dankbarkeitstagebuch. 10 Dinge jeden Tag. 5-10 Minuten, die dein Leben bereichern werden!

3. Gehe den “extremen Zufällen” auf den Grund

Wenn du nun durch deine Aufmerksamkeit und dein Tagebuch feststellst, dass etwas geschehen ist, das wirklich extrem unwahrscheinlich ist, solltest du dich ein wenig damit beschäftigen. Stelle dir nochmals die Frage: “Warum passiert das?” und lasse alle möglichen Antworten in dir hochkommen. Man kann das sehr gut in der Meditation machen oder – falls dir das Meditieren (noch) nicht liegt oder dir gerade nicht danach ist – einfach alles aufschreiben. Hier ein Beispiel:

Warum stecke ich in meinem ungeliebten Job fest (obwohl ich kompetent bin und mich bei zig anderen Arbeitgebern beworben habe) ?

  • Weil ich hier noch etwas lernen muss (z.B. eine emotionale Fähigkeit)
  • Weil ich lernen muss, einfach zu kündigen und dem Leben zu vertrauen
  • Weil ich mich mental noch nicht davon getrennt habe

Die Antwort, die in dir die meisten Emotionen auslöst, ist meist die zutreffende. Das können durchaus auch negative Emotionen sein, die deutlich auf deine inneren Widerstände hinweisen, an denen du vermutlich arbeiten musst.

4. Was wiederholt sich in deinem Leben?

Kennst du das? Manche Menschen wechseln ihren Partner wie ihre Unterhosen. Du kannst ihnen schon fast nicht mehr dabei zusehen, wie sie jedes Mal von Neuem immer denselben Schlag anschleppen, der ihnen überhaupt nicht gut tut. Das sind Dinge, die sich solange wiederholen werden, bis du dich selbst veränderst und nicht die Umstände. Es bringt in dem Fall nichts, den Partner zu wechseln, wenn du deine Probleme in die neue Beziehung mitnimmst. Die ersten paar Wochen schwebst du vielleicht auf Wolke 7, aber dann erlebst du zum wiederholten Male den herben Absturz.

Dinge, die sich immer wieder und wieder wiederholen, sind keine Zufälle mehr. Sie sind ein lauter Aufschrei des Schicksals, etwas zu verändern. Vielleicht magst du diesen Wiederholungen mehr Aufmerksamkeit schenken und dir überlegen, was es sein könnte, das sie dir zeigen wollen?

5. Entwickle eine positive Paranoia

Nach einer Weile wirst du lernen, dass das Leben immer nur das Beste für dich möchte. Es möchte, dass du frei bist und ein Leben voller Leidenschaften und Begeisterung lebst. Denn wenn du den Fingerzeigen folgst, wenn du den angeblichen Zufällen auf den Grund gehst, wirst du feststellen, dass sie dich alle hin zu mehr Glück und Zufriedenheit führen – vielleicht manchmal über einen Umweg. Wenn dir das so richtig bewusst wird (es kann ein Schlüsselerlebnis wie meine Mixer-Geschichte sein), kannst du dich in deine positive Paranoia so richtig reinsteigern. Dann kannst du dich auf die kleinen Zufälle und Fügungen freuen und sie mit offenen Armen empfangen, weil du weißt, dass das bedeutet, dass das Leben sich um dich kümmert!
Es ist alles andere als einfach, die rationalen Gedanken im Kopf abzuhängen, die einem ständig weismachen wollen, dass das Humbug ist und nicht funktioniert. Die meiste Zeit bin ich in meiner positiven Paranoia, aber es gibt auch Tage, in denen ich absolut schwarz sehe. Das sind dann meist die Tage, an denen alles schief läuft und je mehr ich mich darüber ärgere, desto schiefer läuft alles. Diese Tage gehören zum Menschsein dazu. Auch sie wollen dir vielleicht etwas zeigen. Manchmal ist es auch nur so etwas Banales wie dass du eine Auszeit brauchst und dich mehr um dich selbst kümmern sollst. Auch die zunächst negativen Ereignisse sind letztendlich zu etwas gut. Ohne meine Krise gäbe es z.B. diesen Blog nicht!

Natürlich ist das schwer zu glauben, wenn man gerade in der Krise steckt. Aber vielleicht kannst du heute damit beginnen, dir einige Zufälle aus deiner Vergangenheit zu notieren. Vielleicht können sie dir bereits zeigen, dass es sich lohnt, dem Leben zu vertrauen.

Wie siehst du das? Glaubst du, dass Zufälle uns etwas sagen wollen oder sind es eben einfach nur “Zufälle”? Ich bin gespannt auf deine Meinung!

 

Magst du noch ein bisschen hier bleiben weiterlesen? 🙂
Die Magie der Dankbarkeit
Meine Geschichte
Warum du aufhören solltest, zu kämpfen

 

Gefällt dir meine Seite?

Möchtest über Neuigkeiten und Blogbeiträge informiert werden? Dann trage dich kostenlos in meinen etwa monatlich erscheinenden Newsletter ein (jederzeit wieder abbestellbar). Ich freue mich schon auf dich!

This contact form is deactivated because you refused to accept Google reCaptcha service which is necessary to validate any messages sent by the form.
21 Kommentare
  1. Mischa
    Mischa sagte:

    Hi Anna,

    ein wunderbarer Artikel, der mit voll aus dem Herzen spricht.

    Nur nenne ich das nicht Zufall, weil ich überzeugt davon bin, dass es keine Zufälle gibt. Sondern wie du so schön beschrieben hast, sind es Dinge, die das Universum für uns parat hat, wenn wir dem Leben vertrauen. Es ist die Art von Energie, die wir aussenden und dementsprechend zurückbekommen.

    Auch mir sind in den vergangenen zwei Jahren nach meiner großen Krise so viele positive Sachen widerfahren, bei denen ich mir dachte: “Irre, das kann doch gar nicht sein.” Und warum? Weil ich losgelassen habe. Weil ich Unsicherheit zulasse. Weil ich nicht mehr krampfhaft alles kontrollieren will. Weil ich mir jeden Morgen sage: “Ich liebe das Leben und das Leben liebt mich.”

    Ein wunderbares Gefühl!

    Ganz liebe Grüße an die Seelenverwandte 🙂

    Mischa

    Antworten
    • Anna
      Anna sagte:

      Lieber Mischa,
      ich persönlich nenne es auch nicht Zufall. Aber alles andere wirkt immer wieder esoterisch und davor bin auch ich zu Beginn seeehr zurückgeschreckt. Deswegen so. 😉 Ja, mir scheint auch, dass du diese Erfahrung(en) bereits gemacht hast – einfach nur genial, oder? Mich haut es jedes Mal von Neuem aus den Socken, wenn ich darüber nachdenke! Dein Spruch “Ich liebe das Leben und das Leben liebt mich.” ist wirklich wundervoll und trieft nur so vor positiver Paranoia! Weiter so! 🙂
      Langsam hab ich auch das Gefühl, dass sich da eine Seelenverwandtschaft versteckt, hahaha! Genial!
      Einen tollen Tag dir noch!
      Anna

      Antworten
  2. Allie
    Allie sagte:

    Positive Paranoia -> cool! Den Begriff merke ich mir. Ich glaube das hat viel damit zu tun, welchen Elementen von Ereignissen wir Beachtung schenken. Sehe ich das Positive oder das Negative.
    Insgesamt kann ich mit dem – das Leben/Universum will, dass es mir gut geht – nicht ganz so viel anfangen. Ich könnte mir vorstellen, dass es mehr mit unserer Wahrnehmung und unserem aktuellen Fokus zu tun hat. Was wir daraus ziehen und wie wir damit umgehen wollen. Wofür bin ich offen?
    Trotzdem ist der Gedanke sehr interessant, nach den Ursachen für manche Ereignisse zu schauen. Und das Positive in diesen “Zufällen” zu sehen. Da finde ich den Punkt “sei aufmerksam” sehr gut.
    Die Wiederholungen könnten auch als “Schicksal” betrachtet werden. Das sehe ich auch eher “logischer”(?). Du wirst immer wieder mit den Problemen konfrontiert, die etwas mit dir zu tun haben. So wie du sagst, wenn ich z.B. mit Konflikten immer gleich umgehe (und auch die Einstellung dazu beibehalte) werde ich genau an den gleichen kritischen Punkten immer wieder zu knabbern haben – und mein Fokus ist (unbewusst) immer darauf gerichtet.
    Ich will auch nicht sagen, dass es kein “Schicksal” gibt. Da gehts dann in die Glaubensrichtung. (Wenn es einen Gott gibt o.ä.).
    Aber Menschen, denen immer wieder Schlimmes wiederfährt. Wo man auch denkt “das kann kein Zufall mehr sein” .. da finde ich es schwierig von Fügung oderso zu sprechen. Da würde es das Leben nicht gut mit diesem Menschen meinen.
    Deshalb ist mir der Nicht-Schicksalshafte Ansatz irgendwie lieber; oder ggf. der Ansatz, dass es Gott gibt (und es einen Grund hat).

    Antworten
    • Anna
      Anna sagte:

      Hallo Allie,
      es ist ein Thema, worüber ich bis in alle Ewigkeiten schreiben könnte. 😉 Ja, das mit der Beachtung stimmt natürlich! Vieles davon ist wissenschaftlich sehr gut erklärbar. Das hier ist irgendwie meine Version, die mir das Leben wunderbar macht. Die Sache mit den Schicksalsschlägen ist natürlich schwieriger. Aber ich versuche einfach, daran zu glauben, dass mir nur Gutes wiederfährt – falls doch etwas Schlimmes passiert, habe ich mir zumindest davor keine Sorgen darum gemacht und damit ist es dann oft schon halb so schlimm. Schicksal ist ein Begriff, gegen den ich mich irgendwie ein bisschen wehre. Es hat so etwas von “auferlegt sein” und “Bürde” für mich. Etwas Schweres. Und Gott nenne ich es auch ungern – das ist für mich ein weißbärtiger Mann im Himmel, damit kann ich nicht viel anfangen. Ich merke schon, dass ich mich wieder in meinen Gedanken verzettel. Aber sehr interessante Anstöße, danke dir! 🙂
      Liebe Grüße
      Anna

      Antworten
      • Allie
        Allie sagte:

        Ich hab auch den Hang dazu mich in meinen Gedanken zu verzetteln (volle Kanne untertrieben ausgedrückt :D).
        Du hast Recht – ich verbinde das Wort Schicksal auch irgendwie mit negativen Aspekten. Interessant.
        Ich möchte auch noch etwas nachtragen. Während ich deine Mail bzw. den Artikel gelesen habe, hatte ich zwischendurch durchaus kurz Gänsehaut. Eben weil es sich für mich sehr positiv angefühlt hat, deinen Blog zu finden genau in diesen Tagen. Ich habe mich in vielem wiedergefunden – und einige Aussagen haben mir etwas Entspannung gegeben – mir die Möglichkeit gegeben Dinge doch nochmal anders zu sehen.

        Da ich momentan selbst für mich viel schreibe und reflektiere, möchte ich das auch mit den “Zufällen” probieren. Ich merke aber, dass ich gedanklich da noch nicht so ne Richtung finde.Also ich weiß nicht wo ich ansetzen kann 🙂 Mir ist z.B. spontan erstmal nichts eingefallen, was vor 5 Jahren zu meiner jetztigen Situation geführt hat. Könnte sein, dass das für mich aber gerade auch zu groß/weit gedacht ist. Du sagst im letzten Jahr ist dir so Einiges aufgefallen. Hast du vllt. noch so ein, zwei kleine Beispiele dafür? Also wirklich nur so kleine Sachen – etwas Alltägliches, wo dir dann Zufälle aufgefallen sind, die du vorher nicht so wahrgenommen hättest.
        Äh ja – jetzt verzettel ich mich auch gerade wieder – ich glaub aber, du weißt was ich meine 🙂

        Antworten
  3. Daniel
    Daniel sagte:

    Hey Anna,

    so schnell schreibt man sich wieder. Ich habe keine Ahnung mehr wie ich deinen Blog entdeckt habe, aber irgendwie bildest du gerade ziemlich genau und aktuell meine Gedanken ab 🙂

    Das alles auf dem Organismus Erde zusammengehört und miteinander in Kontakt steht war eine der fundamentalsten Realisierungen die ich in meinem Leben hatte. Ich muss zugeben, dass ich auch ein wenig nachgeholfen habe um darauf zu kommen. Das hat mir ein sehr tiefes Vetrauen ins Leben gegeben, was mir in den Monaten vorher durch eine dunkle, depressive Phase ein wenig abhanden gekommen war.

    Zu Zufällen. Ich war jetzt knapp einen Monat mit Grippe krank. Es ging immer mal wieder für ein paar Tage, aber ich wurde sie nie ganz los. Erst jetzt bin ich gerade dabei sie loszuwerden. In dieser Zeit hatte ich eine sehr strapazierende Zeit mit zwei (ehemaligen) Freunden und ich vermied ein Gespräch mit einer der beiden, weil ich ehrlich gesagt keine Lust drauf hatte….ich wusste, dass es unangenehm werden würde und das Sachen gesagt werden würden die beide Seiten verletzen. Ich kniff also…einen Tag später kam eine böse SMS und die Erkältung. Ich habe das Gespräch immer noch nicht geführt, dafür ist es wahrscheinlich zu spät. Aber ich habe meine Sicht auf die Situation in einen Brief geschrieben, den ich vielleicht oder vielleicht auch nicht abschicken werde. Nachdem ich alles gesagt hatte, was ich zu sagen hatte konnte ich endlich wieder gut schlafen, mein Augenlid zuckte nicht mehr und ich ging nicht mehr in Gedanken ständig die potenzielle Konversation nach. Nach dem Brief fiel mir ein Stein vom Herzen. Ich fühlte mich absolut frei und erleichtert, sodass die Erkältung ging und ich einen Abend später im Supermarkt eine tolle Frau kennenlernte.

    Also nein. Ich glaube auch nicht mehr an Zufälle 🙂

    Antworten
    • Anna
      Anna sagte:

      Hi Daniel!
      ohhh, was für ein Zufall, dass du gerade meinen Blog entdeckt hast! 😀 Deine Geschichte ist wirklich genial! Genau solche Dinge meine ich – sowas passiert mir ständig. Zumindest nehme ich das jetzt im Vergleich zu früher wahr! Bei mir sind Krankheiten auch immer, immer, immer ein Zeichen. Auch “Unfälle” wie verstauchte Füße, etc. passieren mir nur, wenn ich mich ärgere oder schlecht drauf bin. Es ist also eigentlich easy: Wenn man dafür sorgt, dass es einem gut geht, geht es einem auch weiterhin gut! Yeah! Glaubst du, man kann dadurch, dass man auf die kleinsten Zeichen achtet und reagiert, “Pech” verhindern?
      Ganz liebe Grüße
      Anna

      Antworten
      • Daniel
        Daniel sagte:

        Ich glaube nicht dass man auf jedes kleine Zeichen achten sollte, das wäre dann wieder eher negative Paranoia 😉 Außerdem finde ich, dass ein “Zeichen” auch immer nur so “gut” oder “schlecht” ist wie du es möchtest. Egal was du über ein Zeichen denkst, du wirst damit Recht behalten weil sich deine Einstellung und dein Verhalten an diese Wertung anpassen werden.

        Generell vertraue ich daher eher der Stimme die sagt, dass alles absolut gut ist wie es ist auch wenn ich das im Moment oft nicht sehen kann. Es gibt meiner Meinung nach auch kein “gut” oder “schlecht” – das sind einfach andere Sichtweisen auf die gleiche Sache. Unsere Wertung macht aus einer neutralen Sache immer nur ein gut oder schlecht. Ich habe für mich gemerkt, dass es mir am meisten hilft zu akzeptieren was jetzt ist, die Vergangenheit loszulassen und Vertrauen in die Zukunft zu haben 🙂

        Antworten
        • Anna
          Anna sagte:

          Natürlich ist alles immer eine Sache der eigenen Bewertung. Das ist ja genau das Wunderbare – wir brauchen nur unsere Ansicht zu verändern und schon verändert sich die Welt! Aber du hast recht damit, dass man Gegebenes akzeptieren sollte. Wenn ich eine schlimme Krankheit bekomme, jubel ich auch nicht und sage mir: “Wow! Krebs ist eine tolle Möglichkeit, mein Leben zu überdenken!” Es ist dann klar, dass das erst einmal keine gute Sache ist. Aber sie könnte zu einer Möglichkeit werden, die ich vielleicht erst im Nachhinein erkennen kann. Und auch wenn man die Möglichkeiten in einer Situation (noch) nicht sieht – genau wie du finde ich es wichtig, darauf zu vertrauen, dass sie trotzdem da sind.

          Antworten
  4. Sybille Johann
    Sybille Johann sagte:

    Hallo Anna,
    durch Zu-fall bin ich auf deinen Artikel gestoßen und ich finde ihn wunderbar! Die Geschichte mit dem Mixer ist klasse. Vor allem berührt sie auch einen Punkt in mir, bei dem sich die Zu-fälle leidern noch nicht so gehäuft haben: dass das Geld kommt, wenn es benötigt wird. Ich frage mich auch, warum diese Wiederholungsschleife, was will es mir zeigen? Ich werde schon noch draufkommen, aber du hast mir jetzt den nötigen Kick gegeben, in dieser Sache einfach mehr zu vertrauen in das, was dahinter steckt und was kommen will.
    LG
    Sybille

    Antworten
    • Anna
      Anna sagte:

      Liebe Sybille,
      oh ja, das mit dem Geld ist für mich auch immer wieder ein Thema. Wobei mir gerade einfällt, dass mir letztes Jahr eine große Geldsumme auch einfach “zugeflogen” ist. Durch eine vollkommen abwegige Ereigniskette. Diese Kraft muss ich mal wieder aktivieren, die könnte ich echt brauchen. Also können wir jetzt gemeinsam überlegen, wie wir das anstellen! 🙂
      Liebe Grüße
      Anna

      Antworten
  5. Stefanie
    Stefanie sagte:

    schöne Story Anna. Positive Paranoia – genial! 😉 Wann das nicht alles gute anzieht!

    Ich sage ganz oft: Alles Gute kommt zu mir!!! Und was soll ich sagen…. Immer wenn ich es tue BEWEGT SICH MEINE WELT! 🙂
    Liebe Grüsse Stefanie

    Antworten
  6. Linda
    Linda sagte:

    Hallo Anna!

    Habe gestern deinen Blog entdeckt und war sofort total positiv überrascht. Mir gefällt das Design sehr, es ist total ansprechend 🙂 ich habe zwar noch nicht viel auf deinem Blog lesen können, aber das was ich gelesen habe fühlt sich richtig stimmig an und ich habe das Gefühl, dass wir seeehr ähnliche Ansichten haben 🙂 dieser Beitrag könnte von mir sein haha. Wirklich sehr schön geschrieben und ich seh das genau so wie du.

    Die Mixergeschichte finde ich total schön! Solche Ereignisse erlebe ich auch dauernd. Aber solche Dinge erkennt man nur, wie du schon schreibst, wenn man achtsam ist. Ich geh mit Neugierde an alle Geschehnisse ran. Wenn etwas passiert sag ich immer:” Das wird schon seinen Grund haben.” Und dann warte ich ab. In den meisten Fällen erkennt man den Sinn erst im Nachhinein. Das ist wie bei einer schrecklichen Beziehung die man hatte. Oft hört man Leute sagen:”Es war eine scheiß Zeit, aber ohne dieser Beziehung würde ich heute nicht da stehen, wo ich jetzt bin, und nicht diesen und jenen Menschen kennengelernt haben, der mein Leben bereichert hat usw.” Das sind Leute, die die Augen offen halten 🙂

    Dieser Beitrag passt auch gerade in meine jetzige Situation: Ich hatte vor 2 Wochen einen Unfall, mein Fuß ist sehr schwer verletzt und kann noch immer nicht arbeiten bzw. meiner größten Leidenschaft nachgehen. Ich wollte wieder richtig durchstarten und dann passiert sowas. An diesem Tag war ich natürlich total traurig, aber ich hab mich gleichzeitig gefragt:” Was kann das für einen Sinn haben?” Ich wusste es zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht, das stellt sich erst später heraus. Aber ich wusste es hat einen. Da ich die Situation sowieso nicht ändern konnte, hab ich mich darauf konzentriert Dinge zu tun, für die ich sonst leider nie Zeit hatte, aber schon immer machen wollte; und die ich machen konnte trotz meiner Verletzung. Ich hab mich richtig glücklich gefühlt endlich Mal Zeit dafür zu haben 🙂 und jetzt 2 Wochen nach diesem Unfall gab es soooo viele dieser “Zufälle” (ich sag eigentlich auch nicht mehr Zufälle). Ich bin so unglaublich dankbar für diese Verletzung, es hat mir in vielerlei Hinsicht den richtigen Weg gezeigt. Wenn ich den Unfall nicht gehabt hätte wäre ich nicht weiter gekommen.

    Und du schreibst ja, dass das Leben nur Gutes für uns will. Das seh ich genau so:” Ich vertraue darauf dass alles was passiert nur zu meinem Besten geschieht!”
    Ich finde, das Universum pusht dich immer wieder. Ich weiß noch immer nicht genau wie ich es beschreiben kann. Aber das Universum gibt dir immer wieder sogenannte “Pusher” oder einfach Anstöße, mit denen es dir den richtigen Weg zeigt. Du musst halt auch offen dafür sein, dass es eben so ist und diesen Weg auch erkennen, dankbar dafür sein und – der wichtigste Schritt – ihn dann auch gehen! Wenn du es nicht tust wird dir das Universum immer wieder solche Anstöße geben, bis du es ENDLICH checkst haha 😀 Einfach darauf vertrauen. Wenn man auf sein Gefühl hört spürt man dann, wie es sich anfühlt. Solche Zeichen vom Universum haben sich bei mir bis jetzt immer richtig angefühlt.

    Finde deine Beiträge echt super und werde in den nächsten Tagen mehr davon lesen. Also wir lesen uns bestimmt nochmal 😀

    Wünsche noch ein schönes Wochenende!

    Hugs,
    Linda

    Antworten
    • Anna
      Anna sagte:

      Liebe Linda!
      Wow, ich danke dir für deinen wundervollen Kommentar! Aus deinen Worten spricht sehr viel Zuversicht! Ich finde das so schön, dass es noch Menschen da draußen gibt, die dem Leben vertrauen. Neben all den Skeptikern und Rummoserern ist das einfach nur erfrischend! 🙂 Genau den Satz sage ich mir auch immer: “Das wird schon seinen Grund haben”. Deine Geschichte mit der Verletzung ist genial – also, dass es doch was Gutes hatte! Darf ich dich fragen, welcher Leidenschaft von dir du deswegen nicht nachgehen konntest? Jaa, die Pusher des Universums – ich liebe sie, auch wenn ich sie im ersten Moment vielleicht verfluche. 😀
      Freut mich riesig, dass du meinen Blog gefunden hast, Linda! Und ich freue mich schon darauf, noch mehr von dir zu lesen!
      Ganz liebe Grüße und gute Besserung!
      Anna

      Antworten
  7. Linda
    Linda sagte:

    Oh danke für deine tolle Antwort! Hab mich sehr darüber gefreut 🙂

    Du sprichst mir aus der Seele, ich finde es auch immer wieder total herzerwärmend weitere positiv gestimmte Menschen zu treffen (auch im Internet :D)

    Meine größte Leidenschaft ist das Tanzen 🙂 hab mich auch beim Tanzen verletzt – das musste ja mal kommen haha. Aber man tanzt ja nicht nur mit den Füßen, deswegen trainier ich jetzt das Tanzen auf einem Bein oder halt mit dem Oberkörper und den Armen 😀

    Ich freu mich auch sehr, deinen Blog gefunden zu haben. Und jetzt les ich mal ein paar Artikel von dir. Also man liest sich gleich wieder 😉

    Danke für die gute Besserungswünsche!

    Hugs,
    Linda

    Antworten
    • Anna
      Anna sagte:

      Ohh, das Tanzen liebe ich auch! 🙂 Ist ja total kreativ, dass du aus einem Bein tanzen kannst! Genial! Ich freue mich auch, dass du hierher gefunden hast und Spaß am Lesen hast! 🙂

      Antworten
      • Linda
        Linda sagte:

        Ja bei einer Verletzung wird man richtig kreativ haha. Man macht halt das Beste daraus 🙂 aber jetzt hab ich das Tanzen generell etwas zurückgeschraubt, weil ich denke es ist sowieso eher ein Zeichen, dass ich meinen Fokus jetzt auf andere Dinge setzen soll. Auf die hab ich gerade sowieso mehr Lust, weil es halt doch etwas ernüchternd ist, wenn man nicht 100% beim Tanzen geben kann. Außerdem hab ich für diese Dinge dann wieder viel weniger Zeit wenn ich wieder Tanzen und Arbeiten gehen kann.

        Tanzt du etwa auch bei einem Tanzstudio mit, oder machst du es einfach zuhause total gerne? 🙂

        Antworten
  8. Chris Robin
    Chris Robin sagte:

    Hallo Anna,

    meine Freunde und alle nahestehenden Personen die ich kenne sagen mir nach, dass ich ein gewisses Talent habe “Zufälle” anzuhäufen.

    Bei mir sind es immer wirklich kuriose Dinge und meist einschneidende Erlebnisse. Ich gehe mit Dir vollkommen d’accord und ich möchte Dir auf diesem Wege 2 Erlebnisse schildern, die meiner Meinung nach genau in diese Thematik passen:

    Ich bin nach einer sehr traumatischen Kindheit (schwerste Misshandlungen seitens der Eltern) planlos durchs Leben gegangen. Trotz der teilweisen schrecklichen wiederkehrenden Erinnerungen habe ich eine Resilienz aufbauen können, die bemerkenswert ist. In dem Falle muss ich mich selbst bewundern. In der Lebensphase habe ich Sachen in schlimmer Weise erlebt, die kennen andere nur aus dem Kino. Soweit so gut. Jetzt zu den “sogenannten Zufällen”

    Ich habe zu der Zeit einen Bufdi (Bundesfreiwilligendienst) bestritten und arbeite heute so wie damals mit stark dementen Menschen. Diese Arbeit liebe ich über alles. Ich hätte nie ahnen können, dass mir der soziale Berufszweig liegen könnte.

    Zu der Arbeit und dem Bufdi kam ich durch meiner Meinung nach glücklichen Umständen. Im Verwaltungsbereich habe ich trotz 50 Bewerbungsgesprächen keine Ausbildung bekommen. Ich habe keine schlechten Referenzen, nur viele Arbeitgeber kamen mit meinem Lebenslauf nicht klar, da dieser durch meine Vergangenheit stark deformiert ist.

    Ich dachte mir: Bevor ich nichts mache, suche ich Alternativen. Ein Freund sagte mir: Mach einen Freiwilligendienst, der hat mir persönlich damals auch sehr viel gebracht und du wirst merken, dass deine Lebensumstände nicht die schlimmsten sind. Mache diesen am besten in einem Altenheim.

    Gesagt getan ! Ich bereue diese Entscheidung bis heute in keinster Weise. Nach 6 Monaten, also genau der Hälfte der Zeit hatte ich Zweifel ob ich all das noch kann. Meine eigenen Probleme tauchten wieder vermehrt auf und ich war kurzzeitig komplett psychisch an einem Punkt, wo ich alles abbrechen wollte.

    Und dann kam ein Wochenende, dass ich niemals vergessen werde:

    Ich wurde von dem Vater einer guten, ehemaligen Schulkollegin zum Essen eingeladen. Dieser hat ein eigenes Restaurant und ich habe seiner Tochter zusammen mit einem anderen Freund in einer großen Krise geholfen und alles in meiner Macht stehende getan um sie vor wirklich schlimmen Sachen zu bewahren.

    Bei dem Treffen war ein guter Kollege, der wie erwähnt auch vieles auf sich genommen hat dabei. Zudem war die Schwester meiner guten Freundin und ihr jetziger aktueller Freund anwesend.

    An dem Abend kamen sehr viele Dinge heraus, die unschön für meine gute Freundin waren. Im Gespräch kam mehrfach heraus, dass sie ihren Freund mit ihrem Ex betrogen hat und das nicht nur einmal.

    Am selben Abend ist ihr aktueller Freund an einem Punkt so ausgerastet, dass er sie schlug. Kurz und knapp gesagt: Ein eigentlich schöner Abend wurde überschattet von Gewalt und Enttäuschung. Ich bin zu der Einladung gefahren um mich abzulenken und mit Freunden einfach entspannt beisammen zu sein.

    Meine Probleme auf der Arbeit und generell konnte ich nicht ansprechen, obwohl ich dies gerne bei meinen Freunden getan hätte.

    Frustriert bin ich am nächsten Tag mit der Bahn zurück nach Hause gefahren. Ich wollte keine Menschen um mich und erst recht in Ruhe gelassen werden.

    Und dann kam etwas, wo ich einfach aus Höflichkeit helfen musste. Eine ältere Frau, fragte verwirrt im Zug umher, wie sie denn nach Hause kommt. Ich nahm mich dieser Frau an und guckte in der DB App nach ihrer Verbindung.

    Dann merkte ich, dass diese Dame ein und dieselbe Linie fahren muss, wie ich selbst.

    Das kuriose war einfach, dass wir beide 2x umsteigen müssen, mit ziemlich langen Aufenthalten am Bahnhof.

    Nach 2-3 Minuten merkte ich, dass diese Frau stark dement ist und definitiv nicht alleine weiter fahren kann. Durch geschultes Fragen, habe ich herausgefunden wie der Sohn heißt und wo er arbeitet. Währenddessen mussten wir das erste Mal umsteigen.

    Die Frau wollte mich aufgrund der sowieso anstehenden Wartezeit zum Kaffee einladen.

    Wir suchten eine Bäckerei und setzten uns hinein, diese war direkt im Bahnhof. Dort viel die Frau auf, weil sie 3x fragte, wie viel das denn jetzt alles zusammen kostet und die Kassiererin sagte jeweils: Sie haben bereits bezahlt. Im späteren Verlauf stellte sich die Kassiererin als Chefin heraus.

    Die ältere Dame hatte merklich sehr viel Bargeld mit und das waren mehrere Hundert Euro. Kurz nachdem wir uns hingesetzt haben, ging ich zur Kassiererin und erzählte von meinem Verdacht, erzählte ihr auch, dass ich die Frau gar nicht kenne und eben ein paar Telefonate führen muss und jemand diese Frau unbedingt betreuen muss.

    Zum Glück zeigte die Chefin Verständnis und setzte sich sogar persönlich kurz zu ihr, da ich versuchte den Sohn der Dame zu erreichen.

    Tatsächlich konnte ich den Sohn kurz vor seinem Feierabend erreichen und teilte ihm mit, dass seine Mutter gerade in ******* ist und mir aufgefallen ist, da ich selbst mit Demenzerkrankten arbeite.

    Der Sohn erzählte, dass seine Mutter seit 2 Tagen unauffindbar ist und er sich große Sorgen macht. Zudem ist die Polizei verständigt im Sinne einer vermissten Meldung.

    Ich beratschlagte mich kurz mit dem Sohn, wie wir weiter vorgehen und ich versicherte ihm, dass ich seine Mutter bis zu unserem Austieg begleite. Am Bahnhof würde er sie dann direkt am Gleis empfangen.

    Soweit so gut. Auf dem weiteren Rückweg kamen wir mit einem Ehepaar in Kontakt, wo mich die Ehefrau aktiv ansprach, ob meine Begleitung dement sei, weil ihr das durchs zuhören und durch Beobachtung auffiel. Ich erklärte ihr die Situation. Dabei fiel mir selbst auf, dass ihr Ehemann den sie begleitete ebenfalls dement war.

    Sie sagte mir, dass so etwas nicht jeder einfach so engagiert auf sich nehmen würde. Hinterließ mir eine Telefonnummer, bei welcher ich mich melden sollte.

    Nachdem ich die ältere Frau bei ihrem Sohn abgab habe ich die Nummer angerufen und Die Frau des Ehepaares ging recht zügig dran.

    Sie fragte mich genauer wie lange ich in dem Berufsfeld arbeite und was meine Pläne sind beruflich.

    Ich sagte ihr, dass ich mir vorstellen könnte eine Ausbildung in der Altenpflege anzufangen, um dann speziell demenzerkrankte zu betreuen.

    Jetzt kommt der krasse 2te Zufall. Die Dame hat selbst mal ein Altenheim geleitet und das auch in meiner Nähe und ausgerechnet da, wo ich meinen Freiwilligendienst absolviert hatte. Sie hat mir im Anschluss quasi zu einer Ausbildungsstelle verholfen, indem sie dort die Umstände und alles schilderte. Mein Bufdi als Nachweis, dass ich wieder arbeitsfähig bin haben alle Zweifel beseitigt, welche mit meinem Lebenslauf da sein könnten. Meine Leistungen dort während meines Freiwilligendienstes waren anstandslos.

    Die ältere Frau, die ich begleitete war bis vor 2 Jahren in meinem Altenheim wohnhaft, da der Sohn einsah, dass er alleine keine Betreuung mehr leisten kann.

    Bis heute nach ihrem Tode habe ich Kontakt zu ihm und habe so einen treuen Freund gefunden.

    Seitdem gehe ich mit deiner Einstellung durchs Leben liebe Anna !

    Es sind so viele weitere Sachen seitdem passiert und ich werde von Freunden teilweise nicht ernst genommen, wenn ich diese Geschichte erzähle.

    Zum Glück habe ich durch den Sohn, der älteren Dame einen aussagekräftigen Zeugen der Umstände. Ich begreife bis heute nicht warum mir das passiert ist.

    Offen und hilfsbereit durch das Leben zu gehen, sich auch mal in gesunder Hinsicht selbst nicht so wichtig zu nehmen kann wahre Wunder bewirken.

    Seit dem Tage ziehe ich Menschen an, die Hilfe brauchen. Das stört mich nicht weiter. Im Gegenteil, solange ich anderen helfen kann und mir selbst nicht helfen muss, lebe ich gesund.

    Wird mir etwas zu viel, muss ich Grenzen setzen, was natürlich nicht leicht fällt. Der Tod der älteren Frau, hat mich zu tiefst getroffen, da ich am Todestag im Dienst war und sie sich in einem für sie klaren Moment verabschiedet hat.

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.