Ich habe so viele Interessen und Leidenschaften, dass daraus dieser Blog entstanden ist. Dabei ist das so typisch für mich, wie ein Bienchen von Blume zu Blume zu fliegen, Dinge anzufangen und sie wieder fallenzulassen. Das bedeutet nicht, dass ich niemals etwas durchziehe, aber es bedeutet eben oft, dass ich zu schnell aufgebe mit etwas, das doch eigentlich noch so viel Potenzial gehabt hätte. Dieses Jahr spüre ich zum ersten Mal einen glasklaren Fokus. Ich habe das Jahr mit einer ganz deutlichen Vision begonnen und diese ist genau so eingetreten. Ich bin mit dem Passionflow geflossen und hatte gleichzeitig die Zügel in der Hand  – die perfekte Balance. Was ich anders gemacht habe und wie auch du Dinge zu Ende bringen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Die Zeit der Ernte und der Einkehr

Es ist Herbst-Tag-und-Nachtgleiche. Ich habe eine Kerze entzündet, die Hand liegt auf meinem Herzen, Tränen quellen aus meinen Augen. Tränen der Dankbarkeit für die Ernte, die ich dieses Jahr einfahren darf. Es sind nicht nur die sichtbaren Erfolge wie meinen Traumberuf als Coach gefunden zu haben oder in das für mich perfekte Haus gezogen zu sein. Nein, ich habe mich auch verändert. Sehr sogar. Ich spüre meine Wahrheit so deutlich wie nie zuvor. Und ich bin nicht länger bereit, gegen sie zu handeln. Ich weiß, was ich möchte und ich traue mir endlich, endlich zu, dass ich das auch kann. Bis hierhin war es ein langer Prozess, aber dieses Jahr, 2019, war für mich ein absoluter Durchbruch. Ich fühle mich mit meinem inneren Passionflow so verbunden wie niemals zuvor.

Jetzt ist die Zeit gekommen, um all das zu würdigen, was geschehen ist. Nein, ich will nicht zum nächsten Ziel hetzen, mir gleich das Nächste vornehmen. Ich will hier bleiben und das genießen, was ich für mich kreiert habe. Ich will tief atmen und das Ganze sinken lassen. Will es nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit meinem Herzen begreifen. Dass ich genau dort bin, wo ich schon immer sein wollte. Manchmal fühlt es sich immer noch total unwirklich an. Es ist die Zeit, um anzukommen auf dieser neuen Stufe in meinem Leben. Die Zeit, sie auszukosten. Zeit, um sich auszuruhen, die letzten offenen Dinge langsam anzugehen und sie zu einem Abschluss zu bringen. Und dann einfach nur zu sein.

Ich weiß, dass wenn ich mir diese Zeit nehme, dann werden sich die nächsten Ideen von ganz alleine abzeichnen. Sie werden mit leisen Stimmen aus meinem Inneren sprechen und ich werde sie nur hören können, wenn ich ganz still und leise bin. Wenn ich meinen Fokus vom Außen wieder nach innen nehme und ihnen aufmerksam lausche. Wenn ich sie aufschreibe, sie ernst nehme. Wenn ich einen stabilen Samen pflanze, der im nächsten Frühjahr zu einem wunderschönen Baum werden kann.

Die Arbeit mit dem Jahresrhythmus hat alles verändert

Du siehst, das war es, was ich radikal anders gemacht habe: Ich habe mit dem Jahresrhythmus gearbeitet. Die Jahre zuvor habe ich mich ihm mehr und mehr angenähert, habe meinen Flow dem Flow der Natur angepasst, habe mit ihr gehandelt und war mit ihr still. Bin ihrem Pulsieren gefolgt. Aber dieses Jahr habe ich mich geweigert, es anders zu machen, es hätte für mich einfach überhaupt keinen Sinn gemacht.

So oft hetzen wir von einem Ziel zum nächsten, ohne uns die Zeit zu nehmen, Dinge auch mal so zu lassen, wie sie sind. Ohne innezuhalten und Dankbarkeit zu spüren. Ohne jemals anzukommen. Und genau das ist es, was uns die Natur lehrt: Es gibt eine Zeit für Wachstum und für Arbeit und es gibt eine Zeit des Rückzugs und Alleinseins. Und genau diese Zeit der Einkehr vergessen wir nur allzu oft. Ich konnte ein Lied davon singen, wie sehr es mich frustriert hat, schon wieder etwas angefangen zu haben, um es dann wieder fallenzulassen, weil es irgendwie doch nicht das Richtige war.

Ich glaube, dass ich nun verstanden habe, wieso. Ich habe mir viel zu selten die Zeit genommen, so richtig nach innen zu lauschen und zu schauen, ob das, was ich tun wollte, wirklich meinem Herzenswunsch entsprang. Genau diese Zeit habe ich mir aber letzten Winter gegönnt. Ich hatte mehrfach versucht, vor dem Frühjahr “in die Gänge zu kommen”, aber etwas stand mir immer im Weg. Ich hörte also gut zu und vertraute darauf, dass die richtige Zeit kommen würde. Und sie kam!

Lausche der leisen Stimme deines Herzens

Wir Menschen sind mit der Natur verbunden, auch wenn wir uns von ihren Rhythmen entfremdet haben. Sobald wir ihnen aber eine Chance geben, uns zu leiten, übernehmen sie diese Aufgabe voller Freude. Jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden, kommt die Zeit, um auf die leise Stimme deines Herzens zu lauschen. Fange nach Möglichkeit nichts Neues mehr an. Komme an in der Dunkelheit. Bringe das zu Ende, was zu Ende gebracht werden muss. Und dann nimm dir Zeit für dich selbst.

Mache lange Spaziergänge und schau, wie die Welt da draußen sich verändert. Tue es ihr gleich, lass diese Veränderung geschehen. Kuschel dich ins Bett und trinke einen warmen Tee. Gönne dir ein heißes Bad und koche einen wohltuenden Eintopf. Lies ein Buch, und zwar nicht eins, das dich optimieren möchte, sondern eins, in dessen Welt du versinkst. Mache ausgiebig Yoga. Nimm dir Zeit, um zu schreiben, denn die Stimme deines Herzens liebt es, wenn du ihr schriftlich Gehör verleihst. Werde kreativ. Strick einen Pullover, male ein Bild, kreiere ein neues Rezept. Nimm die alte verstaubte Gitarre und lass sie erklingen. Baue mit deiner Familie ein Zelt aus Decken und versteckt euch darin. Sag Termine ab, wenn sie nicht super wichtig sind. Nimm dich ein wenig raus aus dem ganzen Trubel. 

Und dann wirst du merken, wie die leise Stimme zu dir spricht. Du wirst sie endlich hören. Aber erzwinge nichts. Hier geht es nicht darum, zu schnellen “Ergebnissen” zu gelangen. Es geht um die Freude deines Seins und um die Rückverbindung zu deinem eigenen Rhythmus. Bei mir ist es meist um den Jahreswechsel (du siehst – drei Monate nach Beginn des Rückzugs!), wo ich die ersten “Downloads” erhalte und mir Ideen für das nächste Jahr kommen. Und sie werden kommen, das verspreche ich dir. Und wenn du das Kribbeln spürst, wenn da etwas ist, das durch dich im nächsten Jahr gelebt werden will, dann tue etwas Radikales und handle noch nicht

Die richtige Zeit für das Handeln

Nimm dir bunte Stifte und verleihe deinen Gedanken und deinen Ideen Raum. Male sie auf, schreibe darüber. Achte darauf, dass du nur mit ausgewählten Personen darüber sprichst, denn noch sind deine Ideen wie kleine Babys – total verletzlich. Ein blöder Kommentar und du schreckst womöglich zurück und die Selbstzweifel nehmen überhand. Und dann sei einfach mit deinen Ideen. Du kannst um den Jahreswechsel herum die Perfect-Day-Übung machen, die ich in meinem letzten Blogartikel beschreibe. Achte darauf, dass deine Ideen nicht nur das beinhalten, was du im nächsten Jahr tun willst, sondern auch unbedingt, wie du dich fühlen und wer du sein willst. Denn darum geht es letztendlich: um Wachstum, um das Sich-als-Mensch-Erfahren.

Lasse sich deine Ideen setzen. Sie dürfen in deinen Körper eindringen, und das braucht Zeit. Weg vom Kopf hinein in unser ganzes Wesen. Und genau das ist der springende Punkt: Wir handeln oft viel zu voreilig, aus dem schnellen Brennen heraus, und brennen dabei oft schnell aus. Gute Ideen brauchen ihre Zeit, um zu keimen. Sie wollen wirklich gefühlt werden. Und erst dann, erst wenn du spürst, dass da so viel Kraft und Motivation ist, dass da so viel Überzeugung ist, so viel Vertrauen, dass es gut werden wird, erst dann ist es an der Zeit, zu handeln. Und das ist meist frühestens im Februar der Fall, wenn die Kraft der Sonne langsam stärker wird, wenn sie uns von alleine trägt, wenn wir das Gefühl haben, dass nur noch sehr wenig Energie nötig ist, um unsere Ideen umzusetzen.

Wenn du das spürst, dann leg los. Lasse dich von der wachsenden Energie des Frühlings leiten, komme ins Tun, handle, gehe ganz konkrete Schritte. Du wirst die Kraft dafür haben, weil du dich den ganzen Winter über genau darauf vorbereitet hast, weil du dich vom letzten Jahr ausgeruht hast, weil du nicht “voll durchgepowert” hast. Die Vision, die du in der dunklen Jahreshälfte aufgebaut hast, wird so stark sein, dass sie dich von ganz alleine führen wird. Es ist wirklich wie Magie. Es hat mich berührt, das dieses Jahr so intensiv zu erleben.

Lasse los, was du nicht brauchst

Auf deinem Weg durch das Jahr wirst du vielleicht feststellen, dass du nicht alles genau so stemmen kannst, wie du es dir vorgenommen hast. Sei nun mutig und lasse das los, was dir nicht mehr dient, um den Fokus auf das für dich Wichtige zu lenken. Du kannst dich nicht auf vieles gleichzeitig konzentrieren, so brennst du nur aus. Halte immer wieder inne und mache dir deutlich, was für dich wirklich wichtig ist. Und gib dem noch mehr Kraft, während du dich von anderem (fürs Erste) verabschiedest. Vielleicht kommt die Zeit dafür ein andermal, vielleicht stellst du fest, dass es doch nicht dein Herzenswunsch war, sondern aus einer anderen Motivation heraus entstanden ist. Habe Mut und lasse los, was du nicht brauchst.

Dann wirst du merken, dass du im Zenit angekommen bist, dass dir plötzlich alles zufliegt, wenn sich die Sonne auf ihrem höchsten Stand Ende Juni befindet, wenn die Tage am längsten sind und die Nächte am kürzesten. Ruhe dich hier gerne kurz aus, gönne dir eine Pause, einen Urlaub. Ein bisschen weniger tun und etwas mehr sein. Genieße die Sommertage. Und dann mache weiter. Fokussiere dich noch mehr auf das, was wichtig ist. Lasse noch mehr Ballast los.

Der Kreislauf des Lebens

Gebe noch einmal Gas, während du dein Ziel vor Augen hast. Und dann: Ernte in Dankbarkeit das, was du erschaffen hast. Feiere dich selbst und das Leben mit den letzten Sommertagen. Spüre, was sich alles verändert hat, spüre, wie du dich verändert hast. Genieße diese unglaubliche Magie des Abschlusses. Komme auf deinem nächsten Level an. 

Und wenn es Zeit ist, freue dich darauf, dich auszuruhen, erneut nach innen zu gehen – und ein neuer Kreislauf beginnt. Das Leben ist dieses ewige Pulsieren von innen nach außen. Wir sammeln Kraft, wir kreieren. Wir geben, wir nehmen. Wir werden geboren, wir sterben. Alles verändert sich, alles ist im Fluss, nur unsere wahre Essenz bleibt. Und das ist es, was wir in dem Kreislauf unseres Lebens letztendlich erfahren. Das ist es, wozu wir tun und handeln: um uns selbst zu spüren und zu fühlen. Um unsere Liebe wahrzunehmen und sie in die Welt zu bringen. Denn in unserer Begrenztheit erfahren wir letztendlich die Unendlichkeit allen Seins.

Lasse dich ein auf diesen Strom, nutze die dunkler werdenden Tage dafür, in dich hineinzuspüren. Höre auf die Stimme, die dir zuflüsterst, was für dich als Nächstes ansteht. Nimm sie endlich ernst, sie hat so lange darauf gewartet, gehört zu werden. Es ist Zeit.

 

Wenn du die Zeit jetzt nutzen möchtest, um deiner inneren Stimme noch mehr Raum zu geben, aber nicht so recht weißt, wie du das machen sollst, dann schau, ob es sich für dich richtig anfühlt, sich von mir 13 Wochen lang begleiten zu lassen. Gemeinsam kreieren wir ganz viel Raum für deine wahren Wünsche, mit denen du dann im nächsten Jahr so richtig durchstarten kannst. Ich halte dich liebevoll auf dem Weg in Richtung Veränderung. Ich bin für dich da.

 

 

 

 

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8 Kommentare
      • Christian
        Christian sagte:

        Hey Anna,

        es macht mich irgendwie glücklich, zu lesen, dass Du nun Deine Balance gefunden hast, nachdem ich nun schon einige Zeit Deinen Blog verfolge und auch weiß, welche Schwierigkeiten und Sorgen auch Du hattest.
        Ich selbst bin auch noch auf dem Weg, aber es wird schon noch. 🙂
        Die Metapher ist gut, ich denke es ist ein kleiner Vertipper. ? statt ?
        ?

        Antworten
        • Anna
          Anna sagte:

          Haha, oh Mann, den Fehler hab ich als Korrekturleserin selbst in deinem Kommentar überlesen! 😀 Das war wohl zu absurd für mein Gehirn, hahaha.
          Danke dir für deine lieben Worte. Ja, Schwierigkeiten und Sorgen wird man immer wieder haben, denke ich. Davor ist man nie sicher. Aber man kann lernen, besser damit umzugehen und die Zeiten dazwischen voll und ganz zu genießen. Darin werde ich immer besser. 🙂
          Ganz liebe Grüße
          Anna

          Antworten
  1. Peter Kraus
    Peter Kraus sagte:

    Liebe Anna,
    ein sehr wertvoller Beitrag, in einer schönen und poetischen Form geschrieben.
    Wie sollte es auch anders gehen? Wir sind untrennbar verbunden mit allem was ist. Also auch Teil der Natur. In Einklang mit den Kräften und Gesetzen der Natur zu leben heißt also nichts anderes als das zu sein, was wir in unserem inneren Kern schon sind.
    Schön, dass du das für dich erkennen und erfahren durftest und es jetzt an deine Mitmenschen weitergeben kannst.
    Vielen Dank dafür!
    Liebe Grüße
    Peter

    Antworten
    • Anna
      Anna sagte:

      Danke dir von Herzen für deine Worte, lieber Peter! Auch du beschreibst es sehr schön, worum es geht. Dass wir ein Stück mehr wir selbst werden. Und somit geht dann alles andere einfach sehr viel leichter.
      Die liebsten Grüße dir!
      Anna

      Antworten
  2. Udo Lüttke
    Udo Lüttke sagte:

    Ich glaube, dass das Beenden von Dingen nicht in unserer Natur liegt, Das hat mit Mann und Frau meiner Meinung nach nichts zu tun.
    Es liegt in uns verankert, Dinge zu beginnen und dann nicht zu Ende zu führen. Die wenigsten reflektieren ihr Handeln und ändern dies.

    Antworten
    • Anna
      Anna sagte:

      Hallo Udo,
      ich finde es schwierig mit “unserer Natur” zu argumentieren. Woran machst du das fest? Mir ist das nicht ganz schlüssig.
      Lieben Gruß
      Anna

      Antworten

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