Was, wenn morgen dein letzter Tag wäre?

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Wie jeden Abend schlage ich eine neue Seite meines kleinen Blocks auf, auf dem ich mir aufschreibe, was ich am nächsten Tag tun möchte. Doch heute ist es anders. Ich weiß, dass morgen mein letzter Tag sein wird. Danach ist alles vorbei und es gibt rein gar nichts, was ich daran ändern kann. Ich werfe den Block mit einem Lächeln in die Ecke. Ich werde nichts planen, sondern einfach nur leben.

Warum dieser Beitrag ziemlich kurz ausfallen wird…

Als Nicole von www.bewusstgluecklich.ch mich gefragt hat, ob ich im Rahmen ihrer Blogparade einen Artikel zu dem Thema „Was, wenn morgen dein letzter Tag wäre?“ schreiben möchte, habe ich sofort gemerkt, wie sich etwas in mir tut. Ja, ich wollte dieses Thema aufgreifen, etwas bewegte sich in mir – Gedanken, die geschrieben werden wollten.

Als ich mich eben hinsetzte, hatte ich erwartet, dass ich den Tagesablauf meines „letzten Tages“ niederschreiben würde. Ich stehe auf, mache Yoga, meditiere, laufe mit dem Hund,  besuche Freunde und Familie, trinke einen guten Wein,.. So etwas in der Art. Doch dann habe ich wirklich gründlich darüber nachgedacht, was ich persönlich tun würde. Und die Antwort ist so furchtbar simpel, dass du vielleicht darüber lachen wirst. Achtung, hier kommt sie:

Ich weiß es nicht.

Deswegen wirst du hier keinen Tagesablauf von mir vorfinden, wie ich mir meinen letzten Tag vorstelle. Entschuldige, falls du das erwartet hast. Dieser Beitrag wird ziemlich kurz.

Es ist okay, nicht alles zu wissen

In den letzten Jahren habe ich gelernt, was es bedeutet, dem Leben zu vertrauen. Manchmal finde ich es selbst befremdlich und verrückt, wie gut mir das gelingt. Ich lehne mich zurück, tue das, was ich liebe und sehe zu, wie sich die Welt vor mir auftut. Mit all ihren Möglichkeiten und Wundern. Alles, was ich tue, ist es, meinem Herzen zu folgen. Und ich glaube tatsächlich, dass ich nichts anderes machen würde, wenn morgen mein letzter Tag wäre.

Früher war ich ein pedantischer Planungs- und Kontrolljunkie. Heute kann ich loslassen. Ich muss überhaupt nicht wissen, was morgen passiert – selbst, wenn es mein letzter Tag wäre. Ich kann einfach nur loslassen und am Leben sein. Das reicht mir schon vollkommen. Denn ich weiß: Egal, was geschieht, es wird ganz wunderbar. Sobald ich loslasse, wird mein Tag automatisch wunderbar. Da gibt es inzwischen gar nichts mehr zu befürchten!

Und das ist die einzige Bedingung, die ich an meinen letzten Tag stelle: Dass er wunderbar wird. Das habe ich in der Hand. Ich kann ihn dazu machen, indem ich mich fallen lasse. Und was genau dann geschieht, wie ich ihn konkret gestalte, überlasse ich vollkommen meinem Herzen und dem Leben selbst. Ich höre einfach nur auf meine innere Stimme und tue das, was sich gut anfühlt. Und zwar ausschließlich das. Das darf ich mir an meinem letzten Tag schließlich herausnehmen.

Warum diese Vorstellung befreiend ist

Es tut gerade unglaublich gut, diese Worte aufzuschreiben. Ich fühle eine unglaubliche Ruhe, Klarheit und Freiheit in mir aufsteigen. Ich fühle, dass es nichts gibt, vor dem ich Angst haben müsste. Ich kann vollkommen loslassen, mich hingeben und unbeschwert sein. Und ich weiß gerade eins: Das ist es, was ich mein Leben lang erleben wollte. Dieses unglaubliche Gefühl, dass es jetzt okay wäre, zu gehen. Denn was gibt es noch zu erreichen, wenn man innerlich wirklich frei ist?

Hast du eine Vorstellung von deinem letzten Tag? Was macht diese Frage mit dir?

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14 Kommentare

  1. Hey Anna,

    das ist eine tolle Antwort, die du auf die Frage gibst: Den letzten Tag nicht anders leben als die Tage davor. Einfach am Leben sein und dem Leben vertrauen.

    Wenn man die Frage nach der Gestaltung des letzten Tages beantwortet, dann sagt man ja eigentlich vor allem etwas darüber aus, wie weit das Leben, das man aktuell führt noch entfernt ist von dem, was man sich wünscht und was einem wichtig ist.
    Schön, dass Du da so eine Klarheit hast 🙂

    Mir fiel noch das recht bekannte Zitat von Martin Luther ein: „Wenn morgen die Welt untergehen würde, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“
    Das hat mich immer sehr beeindruckt: Einfach weiterleben und vertrauen.

    Liebe Grüße,
    Oliver

    • Hallo lieber Oliver,
      vielen Dank für deinen tollen Kommentar, ich habe mich sehr darüber gefreut! Das Zitat ist wirklich klasse. Ja, ein Apfelbäumchen würde ich vielleicht tatsächlich gerne pflanzen, das habe ich noch nie gemacht. 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  2. Hey Anna,

    ein wundervoller Beitrag, der wirklich kraftvoll daherkommt. Es ist eine absolut erstaunliche Einsicht es nicht zu wissen. Ich hatte auch direkt im Kopf alles was Spaß macht, Familie treffen, Wissen vermitteln, etc. Und dann hatte ich auch einen Geistesblitz:

    Wenn ich an meinem letzten Tag alles machen würde, was Spaß macht, warum mache ich es nicht einfach JEDEN Tag!? Jeder Tag könnte schließlich auch der letzte sein…

    Daher sollte einfach wirklich jeder Tag so sein, dass wenn man abends ins Bett geht und morgens nicht mehr aufwachen sollte, man zufrieden sein kann mit dem Ergebnis. Und das ist eine wirklich kraftvolle Einsicht!

    Danke dafür und liebe Grüße
    Alex

    • Hallo Alex,
      dein Geistesblitz ist wohl tatsächlich etwas, das mich dazu ermutigt hat, diesen Beitrag auf genau diese Art und Weise zu schreiben wie ich es getan habe. Ich möchte jeden einzelnen Tag so schön wie möglich haben. Genauso habe ich mir in den letzten beiden Jahren mein Leben aufgebaut. Für viele Leute ist es unvorstellbar so zu leben wie ich es tue, aber für mich ist es das Größte. Ich freue mich auf jeden einzelnen Morgen. Und wenn er eben irgendwann nicht mehr kommt, dann ist das eben so. Lebst du dein Leben gerade so, dass du deinem eigenen Geistesblitz gerecht werden kannst? 😉
      Ganz liebe Grüße
      Anna

      • Hey Anna,

        nein derzeit nicht. Angestellt und nur in Gedanken die Leute inspirieren, tolle Momente schenken und mit dem mein Leben gestalten was ich liebe – Kunst, Menschlichkeit, Inspiration, ist derzeit noch nicht meine Erfüllung. Ich muss raus in die Welt.

        Denn Erfolg schreibt man: T. U. N. 😉

        • Dann aber raus mit dir in die Welt, Alex! Gedanken sind schon eine Art von Tun, denn was du dir vorstellen kannst, das kannst du auch erschaffen – davon bin ich überzeugt! 🙂

  3. Hallo Anna,
    Wir haben uns erst vor ein paar Tagen „kennengelernt“ 🙂 Und ich weiss schon jetzt: Ich liebe deinen Blog 🙂 Wenn ich deine Texte lese, habe ich das Gefühl du schreibst über mich. Ich fühle mich wohl, kann mich gemütlich zurück lehnen und weiss, dass der Text mir gefallen wird. Weiter so, liebe Anna <3 Und schön, hast du an meiner Blog-Parade teilgenommen hast!
    Liebe Grüsse,
    Nicole

    • Danke dir für deine lieben Worte, Nicole! Ich habe mich total über deinen Kommentar gefreut!
      Genauso wie du es beschreibst, geht es mir bei deinen Texten auch! Ich finde es immer wieder toll, wie schnell man auch online merkt, wenn man einfach auf einer Wellenlänge schwimmt. Das scheint nämlich bei uns absolut der Fall zu sein! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

    • Liebe Eva Katharina,
      ich danke dir von Herzen für deinen Kommentar! Darüber habe ich mich wirklich gefreut! Habe gerade auf deinen Blog geschaut und bin ganz beeindruckt von den wundervollen Fotos. Ganz großes Lob dafür – mach weiter so! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  4. Hey Anna,
    So auf die Schnelle würde ich sagen, ich lade nochmal soviel wie möglich Freunde ein und mach eine fette Strandparty zum Abgang. Ansonsten stimme ich mit dir überein und folge meinem Herzen. Ich verwende diesen Satz auch häufiger, aber in dieser Form: „Folge dem Pfad deines Herzens.“
    Lg, Mike

    • Hi Mike,
      schön, von dir zu lesen! Ja, eine Strandparty wär schon was Feines – aber wenn ich schon daran denke, wie lange ich von meinem Wohnort zum Strand brauche, fällt das wohl flach. 😀 „Folge dem Pfad deines Herzens“ ist wirklich ein wunderschöner Satz! Danke dir dafür!
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  5. Pingback: Mit zwei Fragen zu deiner Lebensaufgabe |

  6. Pingback: Zusammenfassung meiner Blog-Parade "Was, wenn Morgen dein letzter Tag wäre?" - bewusst glücklich

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