Auf der Überholspur zurück zu dir (Was ist ein Home-Retreat?)

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Als ich vor Kurzem meine Intuition und meine Leidenschaften ein wenig aus dem Blickfeld verlor, beschloss ich, die Überholspur zu nehmen, bevor ich mich noch mehr in der Negativspirale verliere. Und was soll ich sagen? Ich bin wieder voll drin im Passionflow! Du willst wissen, wie das geht? Alles klar: Setz schonmal den Blinker links, wirf einen Blick in den Rückspiegel – und dann zieh raus!

Der Rückschritt, den wir alle machen

Bäämm – das Leben hat mich letztens echt ganz schön aus der Bahn geworfen. Es ist nichts Wildes passiert, aber eben eine Sache, die mich auf der Stelle in meine alten Verhaltensmuster katapultiert hatte. Die Erinnerung an ein einschneidendes Ereignis vor einigen Jahren war plötzlich so frisch, dass ich vollkommen in die Gefühlswelt von früher eingelullt wurde. Als mir das bewusst wurde, griff ich zu Plan A: Ablenkung. Doch ohne den Gefühlen in mir Beachtung geschenkt zu haben, ging dieser leider nur sehr kurzfristig auf.

Am nächsten Tag schnitt ich mir in den Finger und schlug mir die Birne an. Die Gefühle in mir schrien lauthals: „Hallooo! Hier sind wir!“ Ich ärgerte mich noch mehr und merkte: Hah! Da ist sie! Die alte Bekannte! Die Negativspirale. Ich muss zugeben, vermisst habe ich sie nicht unbedingt, aber gut. Was da ist, ist nunmal da und will Beachtung. Denn ich habe in den letzten Monaten gelernt: Gefühle sind wie kleine Kinder. Sie schreien so lange rum, bis man sie in den Arm nimmt und ihnen gut zuredet.

Kennst du auch solche Tage? Vielleicht waren sie früher häufiger, aber nun hast du dich ja weiterentwickelt; nun haben sie in deinem Leben nichts mehr verloren? Denkste! Kaum schenkt man dem naiven Gedanken Glauben „für immer da raus zu sein“, schleichen sich die fiesen alten Muster und Marotten von hinten an und – zack – haben sie dich aus dem Verkehr gezogen!

Aber weißt du was? Ich habe Hoffnung für uns alte Rückschritt-Macher: Man muss einen Schritt zurück machen, um Anlauf zu nehmen und nach vorne zu springen. Na, wie hört sich das an? Dieser Satz hilft mir sehr dabei, die „blöden Tage“ auch mal anzunehmen und mir zu überlegen, wie ich meinen Sprung nach vorne wieder anstelle. Und dabei gibt es ein Mittel, mit dem man das unglaublich schnell hinkriegt. Auf der Überholspur sozusagen. Du kannst dich also entscheiden, die Landstraße zu nehmen und in jeder Kurve vom Gas zu gehen oder du bringst die Nadel in den roten Bereich und bist schneller wieder bei dir selbst, als du glauben kannst!

Mein neues Mittel der Wahl: Das Home-Retreat!

Meine Erfahrung mit dem Home-Retreat war so genial, dass ich mich frage, warum ich es nicht schon früher ausprobiert habe. Aber alles Neue braucht erst einmal seine Zeit und muss erst skeptisch von allen Seiten beleuchtet werden.

Aber eins nach dem anderen.

Was ist überhaupt ein Home-Retreat?

Zum ersten Mal davon gelesen habe ich in „Meditation für Dummies“. Und es hat mich seither nicht mehr losgelassen. Ich meine: Hast du nicht auch manchmal diese Fluchtfantasien, wenn dir dein Alltag über den Kopf wächst? Ich glaube, viele von diesen Fantasien handeln davon, einfach abzuhauen und ein einfaches Leben alleine in der Stille zu führen. Vielleicht in einem buddhistischen Kloster in Nepal. Ich stelle mir ab und zu mal vor, dass dort nichts eine Rolle spielt. Ich würde mir die Haare abrasieren – ist ja auch scheißegal an einem Ort, an dem es keine Schönheitsideale gibt -, mir eine orangefarbene Kutte überziehen und den ganzen Tag lang meditieren. Dass das nicht immer so schön ist und für mich vermutlich mit vielen Rückenschmerzen verbunden wäre, ist mir natürlich klar. Deswegen ist es ja auch nur eine Fantasie.

Jedenfalls geht es beim Home-Retreat, wie der Name ja schon sagt, um einen Rückzug zu Hause. Also quasi eine Klosterauszeit ohne Kloster. Nur mit dir. Einen halben Tag lang für Anfänger, einen Tag lang für Fortgeschrittene und mehrere Tage lang für die, die es ganz nötig haben. Man schreibt am Tag zuvor einen Tagesablauf, an den man sich – wie im Kloster – strikt hält. Das ist für unser struktursüchtiges Hirn wichtig, damit es nicht durchdreht. Dabei kann man unterschiedliche „Härtegrade“ einstellen. Je nachdem, wie sehr wir es gewohnt sind, alleine zu bleiben. Falls dir das Ängste verursacht, solltest du dich lieber an das Alleinsein mit Tätigkeiten herantasten, bevor du dich an ein Home-Retreat wagst. Ich habe beschlossen, mich am niedrigsten Härtegrad und an einem halben Tag Retreat zu versuchen. Schließlich hab ich das noch nie vorher gemacht. Ganz konkret bedeutete das:

Verboten war für mich:
  • Handy, PC, Internet
  • Lesen längerer Texte
  • Schreiben längerer Texte
  • Kontakt zu anderen Menschen
  • Sprechen
  • Zwei oder mehr Dinge gleichzeitig machen
Was ich gemacht habe:
  • Kochen und Essen
  • Duschen
  • Spazierengehen
  • Yoga
  • Meditation
  • Malen/Zeichnen

Das Ganze hatte ich in einer Art „Stundenplan“ untergebracht, an den ich mich auch ausnahmslos hielt. Meine Liste war ziemlich locker. Ich war bis 17 Uhr gut mit ihr beschäftigt. Ich würde dir also, wenn du Anfänger bist, zu einer ähnlichen Liste raten. Natürlich kannst du einzelne Komponenten austauschen, wenn du etwas aus meiner Liste nicht gerne machst. Es sollte aber eine ähnlich ruhige und stille Tätigkeit sein und der Spaziergang auch nicht unbedingt ein Großstadtbummel.

Was bringt dir ein Home-Retreat?

Durch den radikalen Ausstieg aus unserer lauten, schnellen Welt, in der wir häufig mehrere Dinge gleichzeitig erledigen, ist es wie ein Urlaub für das Gehirn, das alles für eine bestimmte Zeit einfach mal nicht zu tun. Hier sind die Vorteile, die ich erlebt habe:

1. Du kommst vollkommen zur Ruhe

Die Ruhe, die mich umgeben hat, war am Anfang etwas fremd. Jetzt merke ich z.B., wie die Lüftung meines Laptops rauscht, während ich schreibe. Doch ohne Laptop wird es plötzlich unglaublich ruhig. Mit der äußeren Ruhe kommt auch die innere Ruhe – die Gedanken werden langsamer. Plötzlich widmet man sich Dingen, die man vorher vollkommen übersehen hat: Ich habe eine halbe Stunde lang den Dampf meiner Teetasse beobachtet – wie er Muster in die Luft malt, die sich ständig verändern. Die Entspannung trat sofort ein, da ich mir diese „unnütze“ Tätigkeit bewusst erlaubt habe und sie auch noch genießen konnte!

2. Du erlebst Freude und Frieden

Nach einem anfänglichen Rebellieren meines Geistes, der unbedingt die Mails checken und mir weismachen wollte, dass das so wichtig sei, erlebte ich Frieden. Ich war im Einklang mit mir selbst, hatte keine Pflichten, musste keine Termine und To-do-Listen einhalten. Ich saß da und fühlte mich mit der Welt um mich herum verbunden. Besonders während meines Spaziergangs spürte ich die Nähe zur Natur. Diese Verbundenheit in meinem Alleinsein erfüllte mich mit tiefer Freude.

3. Du wirst dir über deine (negativen) Gedanken bewusst

Mir ist aufgefallen, dass mein Geist kurz nach dem Aufstehen sehr aufgewühlt ist. Noch bevor ich meine Augen geöffnet hatte, lief mein Kopf auf Hochtouren und überlegte, was an diesem Tag alles anstand. Ich sagte mir: „Das sind nur Gedanken. Sie kommen und gehen.“ Und sie gingen tatsächlich. Gegen Ende meines Retreats wollte mir mein Geist weismachen, dass das vollkommen sinnlos sei, was ich tue und ich gefälligst etwas „schaffen“ soll, bevor der Tag zu Ende geht und es zu spät dafür ist. Mein ganzer Körper wurde unruhig und ich wäre am liebsten sofort aufgesprungen und hätte den Laptop angeworfen, aber ich hielt durch – und die Gedanken lösten sich einfach wieder auf.

4. Dein Geist wird klar

Durch dieses Beobachten der eigenen Gedanken wird plötzlich alles klar. Ich wusste, dass, wenn ich mich das nächste Mal emotional verstricke, ich einfach nur in diesen ruhigen, angenehmen Zustand zurück muss, um vollkommen klar und objektiv zu sein. Stelle dir einen schlammigen Teich vor. Wenn du ihn ständig mit einem Stock aufwühlst, wird das Wasser niemals klar, aber wenn du einfach abwartest, setzt der Schlamm sich von ganz alleine am Boden ab. So ist das auch mit deinen Gedanken. Wenn du im Denken und Planen verstrickt bist und dich unruhig fühlst, musst du einfach nur abwarten und den Schlamm zu Boden sinken lassen.

5. Du praktizierst Selbstliebe

Dadurch, dass du dir ganz bewusst Zeit für dich selbst nimmst, praktizierst du radikale Selbstliebe und Akzeptanz. Du machst dich in dieser Zeit, während deines Home-Retreats, zum wichtigsten Menschen in deinem Leben. Und dass das die Voraussetzung für das Finden deiner Leidenschaften ist, habe ich schon mehrfach erwähnt. Es ist wirklich wichtig, dass du dir während des Retreats das Recht einräumst, ungestört und unerreichbar zu sein, dass du ein wenig egoistisch handelst, indem du Telefon, Handy und Türklingel abstellst. Aber genau das braucht es. Es ist dein Retreat! Du sollst es genießen und das darfst du auch!

6. Du hörst die Stimme deiner Intuition

Wenn die Gedanken zur Ruhe kommen und du Frieden in dir spürst, ist es sehr gut möglich, dass du die unverstellte Stimme deiner Intuition hörst. Dass du plötzlich Eingebungen und Einsichten hast, die dir vorher noch nie so klar und eindeutig vorgekommen sind. Wenn du möchtest, kannst du diese gerne auf ein Blatt Papier oder in dein Tagebuch schreiben. Versteife dich jedoch nicht zu sehr darauf, etwas „zu hören“. Es kann sehr gut sein, dass deine Intuition mithilfe von Gefühlen oder Bildern zu dir spricht. Diese müssen nicht immer schön und angenehm sein, sondern können durchaus auch verstörend wirken. Vielleicht magst du dir dann die Frage stellen, warum das so ist?

7. Deine Leidenschaften kommen zum Vorschein

Wenn deine innere Stimme zu dir spricht, kann es gut sein, dass sie dir von deinen Leidenschaften erzählt, dass dir plötzlich ein Gedanke kommt, was du gerne machst oder gerne ausprobieren möchtest. Deine Gedanken haben vielleicht die Schranke der fremden Stimmen überwunden und sind jetzt ganz frei. Lasse sie einfach fließen und beobachte, was in deinem Kopf vor sich geht. Aber zwinge dich zu nichts. Es kann sein, dass du noch nicht bereit bist, die Botschaften deines Unterbewusstseins zu empfangen. Habe Geduld mit dir. Jeder hat eine mächtige Intuition, es kann jedoch sein, dass sie von fremden Meinungen überschattet wird. Und es dauert seine Zeit, bis man sie ausgegraben hat.

8. Du spürst, was Freiheit bedeutet

Normalerweise sind wir ständig im Tun. Auch unsere Gedanken kreisen ständig darum, wie wir unseren Tun-Prozess optimieren können, was wir wann erledigen sollen und ob wir etwas zeitgleich machen können. All diese Mechanismen werden bei deinem Home-Retreat stillgelegt. Die Panik, schnell noch etwas erledigen zu müssen, lässt (nach einem anfänglichen Anfall vielleicht) nach und du spürst, dass es vollkommen genügt, einfach nur zu sein. Du musst weder etwas leisten, noch etwas tun, du musst nicht „gut genug“ sein. Das Sein an sich ist schon freudvoll – und genau da habe ich Freiheit gespürt. Im Grunde genommen gibt es nichts, das wir wirklich tun müssen. Es sind unsere eingefahrenen Glaubenssätze, die uns das weismachen wollen. Es reicht vollkommen, nur zu sein. Und damit können wir uns von allen Zwängen befreien.

9. Du wirst unglaublich produktiv

Kennst du diesen Spruch: „Meditiere täglich 30 Minuten. Außer du bist im Stress. Dann meditiere eine Stunde.“ Was er uns sagen will, ist dass dein Home-Retreat in keinster Weise eine Zeitverschwendung sein wird. Im Gegenteil. Höchste Produktivität folgt immer nur auf innere Ruhe und Klarheit. Alles, was aus Zwang entsteht, entspricht nicht deinem vollen Potential. Das sehen die meisten Firmenchefs zwar anders, aber es ist tatsächlich ein kleines Gesetz. Als ich mich nach dem Ende meines Retreats an den Laptop setzte, förderte mein Hirn in 1,5 Stunden Dinge zutage, für die ich ohne Retreat vermutlich den ganzen Tag gebraucht hätte. Seitdem hinterfrage ich den 8-Stunden-Arbeitstag noch viel mehr als zuvor…

Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig neugierig auf ein Home-Retreat machen?! Die Vorteile, die ich erlebt habe, waren so unglaublich, dass ich es wirklich jedem empfehlen kann – und es wird sicher nicht mein letztes Mal gewesen sein. Also leg los: Setze dir einen Termin mit dir selbst, sage allen Bescheid, die dich stören könnten und skizziere deinen Tagesplan. Und dann berichte mir von deinen Erfahrungen!

Jetzt du: Hast du schon einmal so etwas wie ein Home-Retreat gemacht? Kannst du dir vorstellen, so etwas durchzuziehen?

Du möchtest noch ein bisschen weiterlesen? Wie wär’s mit diesen Artikeln?
Das Alleinsein lernen – warum es sich lohnt und wie du es schaffst!
Wie du mit Meditation zu dir selbst (und zu deinen Leidenschaften) findest
Du bist nicht „zu kaputt“ für das Glück!

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24 Kommentare

  1. Hey Anna,

    danke für deine persönliche Schilderung! Hat mich sehr an eine Spontanaktion erinnert, die ich kürzlich mal gemacht habe. „Ein Tag ohne Uhr“, das war der Hammer. Hab mich direkt viel freier gefühlt. Vielleicht auch was für dich?

    Wie läuft’s sonst so bei dir?

    LG Norman

    • Hallo Norman,
      ein Tag ohne Uhr klingt tatsächlich wahnsinnig interessant. Ich bin manchmal ein kleiner Pünktlichkeitsfanatiker und schaue sehr oft auf die Uhr. Auf den Gedanken, das mal wegzulassen, bin ich tatsächlich noch nicht gekommen. Vielen Dank für die Idee – vielleicht mache ich das ja als Stufe 2 meines Home-Retreats?! 🙂
      Sonst ist alles gut bei mir! Hoffe, bei dir auch?
      Liebe Grüße
      Anna

  2. Hallo Anna,
    das Bild auf dieser Seite zu betrachten, ist schon eine schöne Entspannung für mich. Ich hatte damals in Agulo auf dem Bus gewartet und er kam einfach nicht.
    Vielleicht hatte der spanische Busfahrer sich auch mal eine Auszeit genommen.

    Dein Bild erinnert mich an den langen Fußmarsch auf der Straße nach Hermigua, wo man nur läuft und die Landschaft beobachtet.

    Sich an diesen Tag zu erinnern, hatte mich gerade alles andere vergessen lassen.
    Danke
    Viele Grüße
    Andreas

    • Hallo Andreas,
      ich werde meinem Freund ausrichten, welche Wirkung seine Bilder auf dich haben! 🙂 Das mit dem auf den Bus warten auf den Kanaren kenne ich. Die Auszeit des Busfahrers war sicherlich berechtigt – und du hattest eine schöne Wanderung! Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nicht mehr weiß, wo das Foto entstanden ist. Aber es ist so typisch für die Kanaren. Ich liebe diese Kurven und steilen Straßen!
      Ganz liebe Grüße und einen wundervollen Tag dir!
      Anna

  3. Liebe Anna,

    super Schilderung eines überaus gelungenen Tages 🙂
    wenn ich das richtig verstanden habe, ist ein Home Retreat eigentlich auch nichts anderes als Müßiggang. Ich habe darüber auch vor kurzem einen Artikel geschrieben, weil der Begriff heutzutage so negativ besetzt ist. Wir assozieren „nichts tun“ immer gleich mit Faulheit. Dabei ist, wie du auch schreibst, das Gegenteil der Fall.
    Die Vorteile im Einzelnen habe ich hier beschrieben: http://www.gluecksdetektiv.de/entschleunigung-ein-lob-auf-den-muessiggang/

    LG und danke für deine persönlichen Eindrücke,
    Katharina

    • Liebe Katharina,
      genau. Müßiggang oder „Faulheit“ – ein noch negativer besetzter Begiriff. Du hast das in deinem Artikel auch sehr schön beschrieben! Ein Home Retreat wäre dann quasi „geplanter Müßiggang“. Und sobald wir etwas planen, erwarten wir einen Sinn dahinter. Und somit hätten wir unser ständig planendes Gehirn ausgetrickst – hah! 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  4. Hi Anna,

    kann ich nach meinem ähnlichen Experiment vor Kurzem alles so bestätigen.

    Bei mir war es die verschärfte Version ohne Uhr, das bringt nochmal eine ganz eigene Dynamik hinein, z.B. nicht nach der Uhrzeit zu essen, dann aufzustehen und dann ins Bett zu gehen, wenn es der Körper sagt, einfach den Tag noch bewusster erleben.

    Ich fand es besonders spannend, die Ruhe bzw. die Geräusche in der Nachbarschaft/Umgebung wahrzunehmen. Das schärft die Sinne ungemein.

    Ganz liebe Grüße

    Mischa

    • Hallo Mischa!
      Die Geschichte ohne Uhr macht mich jetzt echt neugierig. Das werde ich wohl als Nächstes ausprobieren. Mal schauen, ob ich es tatsächlich schaffe, alle Uhren in meiner Umgebung zu eliminieren. Und, na gut, ich bin eben nicht den ganzen Tag alleine. Spätestens wenn mein Freund abends heim kommt, weiß ich, wie spät es ungefähr ist. Aber vielleicht klappt es ja bis dahin. 😉
      Dass die Sinne sich schärfen, habe ich auch erlebt. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie viel Neues wir eigentlich lernen können ohne Wunder was zu tun. Einfach nur aufmerksam sein kann das Leben auch vollkommen verändern!
      Wirst du dein Experiment nochmal wiederholen?
      Ganz liebe Grüße
      Anna

      • Oh ein Tag ohne Uhr wär wirklich mal interessant! Das wollte ich früher auch schon mal machen, hat aber nicht ganz geklappt. Ich werde es aber wieder versuchen 🙂

  5. Hallo Anna,

    Dein Blog zieht mich seit einiger Zeit irgendwie magisch an :-). Den Begriff Home-Retreat kannte ich bisher nicht, aber ähnliches habe ich schon praktiziert. Ich fühle mich dann am wohlsten in der Natur und bin ein Teil davon. So kann ich am besten auftanken.
    Hab vielen Dank für Deinen informativen Artikel. Er hat mir mal wieder den Spiegel vorgehalten – Ich sollte öfter Momente der Stille einbauen.
    Herzliche Grüße
    Sabine

    • Liebe Sabine!
      Ich danke dir für deinen lieben Kommentare! Es freut mich wahnsinnig, dass dir mein Blog gefällt! 🙂
      Momente der Stille sind wahnsinnig wichtig – aber wenn du schreibst, dass du gerne in der Natur bist, bist du ja auf einem sehr guten Weg. Die Natur entspannt mich auch schlagartig.
      Alles Liebe dir!
      Anna

  6. Hallo Anna!

    Wieder einmal ein wundervoller, herzlich geschriebener Artikel 🙂 da hast du wirklich eine wunderschöne Erfahrung gesammelt! Wie oft möchtest du denn so einen Home-Retreat in Zukunft machen?

    Ich weiß nicht, ob ich so ganz bewusst mal so einen Retreat gemacht habe. Mir wäre jetzt nur spontan ein ganz bestimmter Tag vor 2 Wochen eingefallen. Ich war ziemlich schlecht drauf, wusste aber nicht warum. Solche Tage hat man manchmal einfach. Und wenn dann das Meditieren und Gefühle zulassen nicht ganz hilft dann heißt es für mich auch zurückziehen. Somit hab ich an diesem Tag auf meine To-Do-Liste gepfiffen, hab Junk Food gekauft, mir 4 Anime Filme angekuckt und danach gezeichnet. So wurde es zu einem meiner allerschönsten Tage haha 😀 hätte ich verbissen an meiner To-Do-Liste gearbeitet wäre ich 1. weiterhin schlecht gelaunt gewesen und 2. hätte ich nur halb so gute Arbeit geleistet. So hab ich mich mit Energie und Freude wieder für den nächsten Tag vollgetankt 😀

    Da komm ich somit gleich auf das Thema Gedanken: wenn ich mal nichts (konformistisch gesehen) Sinnvolles mache, dann merk ich auch oft wie es in meinem Kopf rumort: „Jetzt hast du heute noch gar nichts Produktives gemacht, schäm dich! Nutz doch den Tag sinnvoll!“ Solche Gedanken können echt destruktiv sein, aber ich sag mir dann immer:“ Ich brauche jetzt diese Pause!“ Außerdem hat mir genau das auch ein Anime Film auch gelehrt, somit war es auf jeden Fall sinnvoll. Ich liebe Filme mit Messages 😀

    Möchte auf jeden Fall auch mal so einen Home-Retreat wie du machen 🙂 das nicht Sprechen wird schwierig, ich sprech gern mit mir selber haha.

    Hugs,
    Linda

    • Liebe Linda,
      danke für deinen Kommantar! Ich habe mich nicht vorgenommen, wie oft ich so ein Home-Retreat machen möchte. Es ist gar nicht so einfach, mal einen Tag zu blockieren, an dem nichts Dringendes ansteht und man allein sein kann. Deswegen habe ich das so lange vor mich hingeschoben. Aber dass es nicht das letzte Mal sein wird, weiß ich ganz sicher. Schön, dass du auch deine eigenen Tricks und Kniffe hast, um aufzutanken. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass etwas „Sinnloses“ keinen Sinn hat. Den hat es nämlich immer – sei es „nur“, uns Kraft zu geben. Und das finde ich einen verdammt wichtigen Sinn!
      Wenn du so ein Home-Retreat machst, würde ich mich sehr freuen, von deinen Erfahrungen zu lesen!
      Ganz liebe Grüße
      Anna

      • Da hast du Recht. Ist gar nicht so einfach eine Tag zu finden, an dem nichts Dringendes ansteht. Die Frage ist nur, was wirklich gerade dringend und welchen Dingen man selbst eine Dringlichkeit zuschreibt. Aber manchmal merkt man eh, wenn man eine Art „Pause“ braucht; eine Zeit zum Energie tanken. Dann ist so ein Home-Retreat genau das Richtige 🙂

        Ja, wenn ich einen mache werde ich bestimmt darüber berichten! 🙂

  7. Liebe Anna,
    solche Tage könnte ich glaub gut vertragen, nur ist leider mehr oder weniger immer jemand da … Aber ich glaube, wenn nichts dazwischen kommt, klappt es nächstes Wochenende und darauf freue ich mich schon wahnsinnig.
    Ich konnte früher mit Nichtstun furchtbar schlecht umgehen. Aber seit einiger Zeit gelingt es mir, auch mal unproduktive Tage vorüberziehen zu lassen mit der Gewissheit, dass sich da wohl grad was setzen will und ich dann heute eben mal nichts mache. Heute ist so ein Tag. Passiert nicht viel. Will auch nichts. Ist mal ganz entspannend so, denn dann kommt die Kreativität bald umso stärker wieder vor.
    Entspannte Grüße
    Sybille

    • Liebe Sybille,
      das freut mich sehr, dass du mal ein Home-Retreat probieren willst! Ich bin schon gespannt, was deine Erfahrungen sein werden!
      Mir ging es früher auch so, dass ich mich ständig beschäftigt halten musste, weil ich Angst davor hatte, sonst etwas Schlimmes aus meinem Inneren hervorzuholen. Aber ich musste erkennen, dass da nur Wundervolles ist! 🙂 Gestern ging es mir auch so, dass nicht viel passiert ist, ich hatte aber doch ein wenig mit meinem schlechten Gewissen zu kämpfen. Aber heute merke ich, wie die Energie geradezu durch mich schießt und das ist ganz wundervoll! Geht es dir heute auch so?
      Ganz liebe Grüße
      Anna

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  9. Hallo Anna,

    ich höre heute zum ersten Mal von einem Home-Retreat und bin total begeistert. Denn auch ich träume mich oft in ein buddhistisches Kloster, um zur totalen Ruhe zu kommen. Das Home-Retreat ist eigentlich die Idee! Ich werde es in Kürze mal mit der Anfängerversion versuchen.:)

    Danke für die Idee und den Anschub.:)

    Liebe Grüße
    Martin

    • Lieber Martin,

      das freut mich sehr, dass ich dich begeistern konnte! Ja, genau, diese Kloster-Fantasien kenne ich absolut! 🙂 Ich bin schon sehr gespannt, wie du es findest – vielleicht magst du mir dann (gerne per Mail) davon berichten? Das würde mich sehr interessieren!

      Ganz liebe Grüße
      Anna

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