Wie viel brauchen wir wirklich?

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Loslassen ist ein Thema, das mir immer wieder begegnet. Vor allem in der letzten Woche ging es bei mir verstärkt darum, ein leichteres und freieres Leben zu führen. Und immer fragte ich mich dabei, wie viel ich wirklich brauche. Und ich stelle fest: Es geht nicht nur darum, sich von Dingen zu trennen oder weniger von ihnen anzuhäufen, auch wenn es das sicherlich leichter macht. Auch so mancher Gedanke wiegt schwerer als jeder Urlaubskoffer. Doch brauchen wir sie alle wirklich? Wie viel von dem, was wir „haben“ – ob materiell oder nichtmateriell – ist für uns wirklich notwendig und was belastet uns mehr als dass es uns Freude schenkt?

Minimalismus?

Minimalismus ist ja gerade in aller Munde. Ob ich Minimalistin bin oder nicht, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich mag mich da nicht auf Begrifflichkeiten festlegen, außerdem sind mir alle Wörter mit der Endung „-mus“ erst mal suspekt. Aber ja, meine Gedanken und auch dieser Artikel sollen durchaus in diese Richtung führen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich zwar immer wieder ein paar Artikel auf Blogs lese, die sich mit Minimalismus beschäftigen, aber ich habe mich nicht in dieses Thema „eingearbeitet“ oder beschlossen, ab heute Minimalistin zu sein. Ich befürchte, wenn man das zu ausgiebig tut, läuft man Gefahr, sich in starre Gedankenmuster und Zwänge zu verlaufen, von denen man sich ja gerade befreien möchte.

Auch habe ich nicht meinen Kleiderschrank komplett leer geräumt oder die Wohnung komplett von „unnützen“ Dekoartikeln befreit. Hin und wieder kaufe ich mir auch Dinge – und es ist nicht so, dass ich für jedes gekaufte Ding ein anderes weggebe. Bei mir gibt es keine Regeln und ich will auch, dass das so bleibt, bis ich vielleicht eines Tages Lust auf Regeln kriege. Bei mir wird auf die Intuition gehört, denn so kann der Flow fließen. Alles, was ich „praktiziere“, um mich freier und leichter zu fühlen, hat sich einfach so ergeben. Das eine führte zum anderen, weil es irgendwann einfach „logisch“ für mich war.

Und deswegen wirst du in diesem Artikel auch keine Tipps und Tricks bekommen, mit denen du gleich loslegen kannst. Ich denke, von denen gibt es genug, wenn du dich dafür interessierst – Google ist dein Freund. 😉 Nein, ich möchte lediglich meine Gedanken dazu  ausdrücken und Fragen stellen, die du gerne für dich beantworten darfst. Und vielleicht stoßen sie ja etwas in dir an? Vielleicht nicht heute oder morgen. Lass dir Zeit. Gehe nach deinem Bauchgefühl und tue das, was sich gut „anfühlt“. Genauso mache ich das auch und es hat mich noch nie in die Irre geleitet.

Loslassen ist etwas, was sich durch den kompletten Alltag ziehen kann, deswegen kann man wohl niemals alle Lebensbereiche vollständig aufzählen, aber einige, in denen ich es praktiziere oder denen ich Beachtung schenke, mag ich dir nun aufzeigen. Schau einfach, was es mit dir macht, wenn du meine Worte liest. 🙂

Wie viele Dinge brauchen wir wirklich?

Ist das zehnte Paar Turnschuhe wirklich notwendig? Muss der verstaubte Plastik-Eifelturm immer noch im Regal stehen, nur weil ich vor zwanzig Jahren mal in Paris war? Lagere ich die zehnte Body-Lotion in meinem Badschrank ein, weil ich sie viel öfter geschenkt bekomme als ich sie verbrauchen kann? Möchte ich „trendy“ sein, indem ich mir die teure Markenuhr kaufe? Und wenn ja: Warum möchte ich eigentlich trendy sein? Weil alle sie haben und ich sonst Außenseiter wäre? Ganz ehrlich, wenn meine Freunde mich nur wegen meiner Armbanduhr mögen, würde ich mir schleunigst neue suchen…

Wir leben in einer Konsumwelt, die vom Wahnsinn regiert wird. Jeder halbwegs vernünftige Mensch weiß das, und doch tun die allerwenigsten etwas dagegen. „Shoppen“ ist zum Hobby geworden – klar doch, wenn der Alltag nicht viel Neues hergibt und uns auslaugt, brauchen wir den Kick und die Belohnung beim Einkaufen. Kann ich gut verstehen. Und was sollen wir schließlich sonst mit unserem Geld machen? So viel Urlaub, dass wir es gänzlich für Reisen ausgeben könnten, haben wir schließlich nicht.

Über dieses Thema alleine könnte ich vermutlich einen Roman schreiben. Aber alles führt im Endeffekt darauf hinaus: Bewusstheit. Solange wir bewusst einkaufen, solange wir uns bewusst überlegen, was wir wirklich benötigen, vielleicht auch eine Nacht drüber schlafen, anstatt zuzugreifen, reduzieren wir automatisch. Und nein, dadurch fühlt man sich keineswegs eingeschränkt. Im Gegenteil: Es befreit unglaublich, nicht länger ein Sklave der Werbeindustrie zu sein, sondern selbstbestimmt zu entscheiden, was man wirklich braucht.

Wenn ich in ein riesiges Einkaufszentrum gehe, spüre ich regelrecht, wie ich mein Gehirn am Eingang abgegeben habe. Plötzlich habe ich nicht mehr die Kontrolle über mein Kaufverhalten, und es ist schwer, den „Billig“-Schildern zu widerstehen, auch wenn ich genau weiß, dass für unser „Billig“ immer Menschen am anderen Ende der Welt zahlen müssen. Deswegen bringe ich mich auch nicht in solche Situationen. Wenn ich einkaufe, überlege ich mir vorher, was ich wirklich brauche und halte mich auch meist daran. Dass hin und wieder auch das ein oder andere Schnäppchen dabei ist, finde ich dabei vollkommen vertretbar.

Hast du schon einmal über dein Kaufverhalten nachgedacht? Wieso ist es so, wie es ist?

Wie viel Reisegepäck brauchen wir wirklich?

Ich weiß schon gar nicht mehr, wie oft ich meinen Koffer am Flugschalter aufmachen musste, um das „Übergepäck“ ins Handgepäck zu stopfen. Vor ein paar Jahren noch waren die Mitarbeiter am Flughafen kulant, da ging mein Koffer mit 25 kg (wohlgemerkt für 9 Tage Teneriffa, 20 kg waren erlaubt) problemlos durch. Die Hälfte dessen, was ich mitgenommen hatte, habe ich nicht einmal getragen. Aber man weiß ja nie.

Auch heute noch bin ich weit davon entfernt, nur mit einer Handtasche in den Urlaub zu fliegen, aber es wird besser. Bei jedem Kleidungsstück stelle ich mir die Frage, ob ich es wirklich brauchen werde. Und anstatt 14 Unterhosen und T-Shirts/Tops nehme ich inzwischen lieber ein kleines Waschgel mit.

Schon immer habe ich Rucksacktouristen bewundert und mir gleichzeitig gedacht: „Das schaffe ich nie!“ Aber ich glaube, inzwischen könnte ich es schaffen. Denn das Gefühl, nur einen leichten Koffer bei sich zu haben oder nur mit Handgepäck zu reisen und sich dafür das Aufgeben und wieder Einsammeln des Gepäcks zu sparen, ist wirklich viel mehr wert als die zehn zusätzlichen Unterhosen.

Wie ist es bei dir? Wie schwer ist dein Gepäck, wenn du verreist? Und brauchst du davon wirklich alles oder könntest du in der Zeit, in der du verreist, darauf verzichten bzw. etwas, das du nur in einem unwahrscheinlichen Fall brauchst, noch vor Ort besorgen?

Wie viel Geld brauchen wir wirklich?

Puhh, das ist keine einfache Frage, was? Die wenigsten Menschen, die ich kenne, sind mit ihrem Gehalt jemals zufrieden. Wenn es mal erhöht wird, freut man sich kurz, gewöhnt sich aber schnell dran. Denn mit dem Gehalt steigt auch der Lebensstandard an. „Ich habe kein Geld“, höre ich so oft – und das von genau den Menschen, die wirklich keine Ahnung davon haben, wie es ist, wenig Geld zu haben. Das muss ich jetzt wirklich mal so direkt sagen.

Ich finde es echt erstaunlich, dass die allermeisten Jugendlichen heutzutage einen Nebenjob haben. Natürlich ist das echt super, um Verantwortung zu übernehmen und sich in das Erwachsenenleben einzugliedern. Aber mir hat damals mein Taschengeld völlig gereicht, wie auch später das BAföG beim Studium. Und danach bekam ich ja keinen Job und lebte quasi auf absoluter Sparflamme mit einem Minijob. Erstaunlicherweise habe ich genau dann festgestellt, dass ich alles habe, was ich brauche. Ich meine: Wie viele Millionen Menschen auf dieser Welt würden alles dafür geben, um mit mir tauschen zu dürfen?

Als ich dann mein erstes Gehalt von dem Job, den ich jetzt mache (ein Teilzeitjob), bekam, wusste ich zunächst gar nicht, was ich mit dem vielen Geld eigentlich machen sollte. Ich spendete erst einmal eine beträchtliche Summe an ein Tierheim in der Ostukraine und fühlte mich gut, das Geld sinnvoll „investiert“ zu haben. Auch heute noch habe ich am Ende vom Monat immer noch genügend Geld übrig. Davon gönne ich mir dann Reisen oder Seminare, aber auch das nicht im Übermaß. So sehr ich fremde Orte liebe, liebe ich auch mein Zuhause.

Ich glaube auch, dass es wichtig ist, dankbar für das Geld zu sein und sich darüber zu freuen, dass man es zur Verfügung hat, anstatt in einem ständigen Mangel zu leben. Dankbarkeit macht so viel glücklicher und ich glaube fest daran, dass wir das, was wir geben auch in irgendeiner Weise zurückbekommen!

Wie stehst du zum Thema Geld? Freust du dich über dein Geld oder ist es immer zu knapp?

Wie viel Essen brauchen wir wirklich?

Während ich das schreibe, habe ich nach einer Woche Fasten zum ersten Mal einen Apfel gegessen. Es war der köstlichste Apfel meines Lebens! Ich habe noch nie etwas so intensiv geschmeckt und empfunden, es war wirklich ein kleines Wunder. Genau aus diesem Grund, habe ich auf Nahrung verzichtet. Ich wollte erfahren, wozu der menschliche Körper in der Lage ist und mit meinen Gedanken ein wenig weg vom Essen kommen, um anschließend bewusster mit dem umzugehen, was ich meinem Körper zuführe.

Ich glaube daran, dass Übergewicht kein Thema mehr wäre, wenn wir wirklich bewusst bei jeder Mahlzeit wären, wenn wir ganz genau riechen und schmecken würden und nichts anderes nebenher machten. Ich mache das inzwischen jeden Mittag, da bin ich nämlich allein beim Essen. Und es ist wirklich erstaunlich, wie deutlich der Körper einem sagt, dass er satt ist. Er braucht viel weniger, als wir sonst so beim Fernsehen in uns hineinschaufeln!

Bei mir geht auch die Qualität der Lebensmittel vor, mir ist Bio, Frische und Regionalität sehr wichtig. Und dafür zahle ich auch gerne mehr. Wie schon bei den anderen Dingen, bezahlen sonst andere den Preis: unterbezahlte Bauern oder die Umwelt beispielsweise. In diesen Lebensmitteln stecken mehr Nährstoffe, sodass ich von ihnen weniger brauche. Und deswegen gebe ich unter’m Strich auch nicht mehr für einen Wocheneinkauf aus als jemand, der einen Haufen Fertigzeugs in seinen Einkaufswagen schmeißt.

Auch hier darf es bei mir jedoch auch gerne Ausnahmen geben: Ich esse auch mal ungesunde Sachen, weil sie „so lecker sind“ oder auch mal, während ich eine Serie anschaue. Solange das die Ausnahmen bleiben, ist alles im Lot. Auch hier ist das Schlüsselwort wieder einmal Bewusstheit. Wenn wir bewusst beim Essen sind, essen wir automatisch das für uns Richtige und die richtige Menge.

Hast du schon mal ausprobiert, wie viel Essen du wirklich brauchst?

Wie viele Freunde brauchen wir wirklich?

Es gibt diese Menschen, die immer eine Traube von Leuten um sich scharen. Ich habe so meine Probleme mit ihnen. Nicht allgemein, sie sind meist unglaublich nette und freundliche Zeitgenossen. Aber sobald ich dann eine engere Bindung zu ihnen aufbauen wollte, musste ich immer wieder feststellen, dass das nicht funktioniert. Diese Menschen wollen nämlich überall gleichzeitig sein und haben somit wenig Zeit. Für einen kurzen Moment geben sie dir das Gefühl, jemand Besonderes zu sein, aber schon wenig später kommt die nächste Person um die Ecke, die natürlich ebenso behandelt wird. Man fühlt sich als einer von vielen – und das fand ich immer blöd.

Aber brauchen wir wirklich so viele „Freunde“? Auch auf Facebook? Wie viele von ihnen kennen wir wirklich? Lose Bekanntschaften sind völlig in Ordnung, wir brauchen sie in unserem Leben. Aber es ist wichtig, dass wir auch Menschen in unserem Leben haben, bei denen wir echte Nähe und Wärme zulassen und uns fallen lassen können. Bei denen wir so sein können, wie wir sind. Und das kann man nicht mit 50 verschiedenen Personen machen, dabei könnte man niemandem gerecht werden und rein zeitlich wird’s dann auch schwierig.

Ich bin der Meinung, dass wenige, aber dafür uns sehr wichtige Menschen in unserem Leben eine bessere Wahl sind, als überall bekannt zu sein und dafür nur oberflächliche Beziehungen zu haben. Wie denkst du darüber?

Und dann gibt es da noch die berüchtigten „Energievampire“, die in unserem Freundeskreis sind und denen wir nicht entgehen können. Sie stehlen uns Energie anstatt sie uns zu geben. Wie man mit ihnen verfährt, wurde bereits in unzähligen Zeitschriftenartikeln und Blogs ausgeführt: raus mit ihnen aus dem Leben! Das mag hart klingen, aber in solchen Fällen müssen wir egoistisch sein. Und wenn es uns danach besser geht, wissen wir ohnehin schnell, dass das die richtige Entscheidung war.

Nicht zu vergessen ist aber, dass Menschen sich entwickeln und dass es normal ist, wenn Freundschaften ein wenig auseinandergehen, vielleicht ganz „zerbrechen“ oder auch nach langer Zeit wieder zusammenführen. Eine freundschaftliche Beziehung muss keine 60 Jahre halten, um bedeutungsvoll und nährend zu sein. Manchmal ist es gut, jemanden ziehen zu lassen.

Wie viele Sorgen brauchen wir wirklich?

„Keine“, wird vermutlich deine erste Antwort auf diese Frage sein. Und damit hast du recht. Sorgen sind wirklich etwas, das wir restlos aus unserem Leben streichen können. Sie haben noch niemals jemanden glücklich gemacht. Ständige Grübelein sorgen dafür, dass wir das Hier und Jetzt nicht richtig wahrnehmen können und uns in nicht realen Szenarien aus Vergangenheit oder Zukunft verlieren.

Nun wäre es ja schön einfach, wenn wir die Sorgen einfach abschalten könnten. Das geht in den seltensten Fällen. Aber auch hier hilft wie immer Bewusstheit. Wenn wir uns dabei erwischen, wie uns Sorgen wieder plagen, können wir sie uns zunächst einfach ansehen und sie zur Kenntnis nehmen. Nach einer Weile wird uns die Sinnlosigkeit der kreisenden Gedanken von ganz alleine bewusst und wir können in Richtung Lösung weiterziehen.

Leider gibt es viele Menschen, die das „sich Sorgen machen“ zu einer Art Hobby erkoren haben. Sie kennen kein anderes Gesprächsthema mehr als Sorgen, und sind gefangen in ihren eigenen Gedanken, die mit ihnen „durchgehen“. Oft zählen genau sie zu den oben erwähnten Energievampiren und es wäre besser, sich auf Dauer von ihnen fern zu halten. Wenn wir aber doch in die Situation kommen, wo wir von anderen mit Sorgen belastet werden, ist das einzig Sinnvolle wohl, mit Mitgefühl zu reagieren. Wenn sich jemand in Rage geredet hat, ist alles vernünftige Argumentieren ohnehin zwecklos.

Wie viel Kontrolle brauchen wir wirklich?

Kontrolle ist ein Thema, das uns sehr oft nicht bewusst wird. Noch viel weniger bewusst als die anderen, die ich bereits angesprochen habe. Außer, wenn du vielleicht zehnmal nachsehen musst, ob du wirklich den Herd ausgemacht und die Tür abgeschlossen hast. Aber viele unserer inneren Zwänge sind viel subtiler und wir bemerken sie erst, wenn uns jemand darauf hinweist oder wenn wir sehr bewusst uns selbst gegenüber geworden sind.

Wieso muss immer freitags geputzt werden und ausgerechnet um 15 Uhr? Warum müssen wir alle zwanzig Minuten auf unser Handy schauen? Brauchen wir die Tafel Schokolade nach jedem Abendessen wirklich? Müssen wir aus Angst vor Kratzern auf unseren Möbeln jedes Mal den Schutzbezug überziehen und ist dieses Messer nur für das Schneiden von Paprika zu gebrauchen, während das andere für Gurken zuständig ist? Können wir nicht schlafen, wenn der Reisverschluss des Bettbezugs oben ist (daran arbeite ich selbst noch)?

In unserem Alltag finden sich viele kleine Dinge, bei denen wir unbedingt Kontrolle ausüben müssen. Wenn wir dann damit konfrontiert werden, wie jemand anderes sie vielleicht grundverschieden macht, sind wir geradezu vor den Kopf gestoßen. Und unsere diesbezüglichen Ängste werden auch noch von den Versicherungsvertretern und Bankangestellten geschürt: Da muss man unbedingt dieses und jenes Konto besitzen und zwanzig Versicherungen abschließen. Für jemanden, der alle Eventualitäten kontrollieren will, natürlich eine Falle, in die er beinahe schon bereitwillig tappt.

Wie wär’s aber damit, wenn wir mal etwas anders machen? Wenn wir einen anderen Weg zur Arbeit einschlagen und mal ein anderes Messer zum Schneiden von Paprika benutzen? Wie wär’s, wenn wir all die Warnungen der Versicherungsvertreter ignorieren und uns stattdessen ins Leben stürzen, um zu erfahren, dass selbst wenn die Dinge eintreten, die wir immer befürchtet haben, sie in diesem Moment gar nicht sooo schlimm sind?

Vertrauen in das Leben

Wie wär’s, wenn wir uns die Frage „Wie viel brauche ich wirklich“ immer wieder stellen? Wenn wir immer wieder überlegen, ob das, was wir konsumieren, tun und haben, wirklich notwendig ist? Dann kommen wir nämlich zu dem Schluss, dass wir auf ziemlich viel verzichten könnten. Und das bringt eine unglaubliche Leichtigkeit und Freiheit mit sich. Und ich glaube, dass wir es eigentlich alle wissen: Eigentlich brauchen wir nicht sehr viel mehr als uns selbst und Vertrauen in das Leben.

Alles andere ist ein Bonus, an dem wir uns erfreuen können, von dem wir uns aber niemals abhängig machen sollten. Denn Abhängigkeit ist das, was uns herunterzieht und uns das Leben schwer macht. In jeder Hinsicht. Also können wir uns auch nach und nach von alldem lösen. Wenn wir sterben, können wir ohnehin nichts davon mitnehmen. Spätestens dann werden wir uns darauf besinnen, ob es wirklich wichtiger war, den Porsche zu kaufen, anstatt das Geld zu spenden. Ob es wirklich sein musste, dass wir jeden Tag pünktlich zur Arbeit gingen, nur um Ansehen zu erlangen. Ob wir wirklich die zweihundert „Freunde“ brauchten, anstatt uns einer Person völlig hinzugeben.

Ich glaube, du kennst die Antwort darauf schon.

Ich bin sehr gespannt zu erfahren, wie du mehr Leichtigkeit in deinem Leben praktizierst. Was glaubst DU wie viel wir wirklich brauchen? Ich freue mich über DEINE Meinung in den Kommentaren!

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11 Kommentare

  1. Was für ein toller Artikel!!!! Jede Zeile so wahr, vielen Dank. Ich erwische mich dabei, dass ich mich oft daran erinnern „muss“, umzudenken…vieles was du schreibst versuche ich umzusetzen bzw. möchte ich schon länger umsetzen. Doch dann verfalle ich wieder in alte Muster. Jetzt bin ich nochmal wachgerüttelt, werde deinen Text noch des öfteren lesen und Dinge umsetzen, weil der Balast, der Seelenmüll wegfällt.

    Mach weiter so, deine Worte sind klasse und inspirierend.

    Vielen Dank

    • Liebe Claudia,
      vielen Dank dir für deinen wundervollen Kommentar! Echt schön, dass ich dich ein wenig inspirieren konnte, ein paar Dinge in deinem Leben anzugehen. Dass man dabei immer wieder in alte Muster verfällt, ist ganz normal. Lächle einfach drüber und versuch es das nächste Mal von vorne. 😉 Aber bestimmt gibt es ja auch schon etwas, das du erfolgreich reduziert hast, oder?
      Ganz liebe Grüße
      Anna

  2. Hallo, gut zusammenfasst, was auch mich umtreibt und die Gedanken, die ich auch habe. Ich arbeite dran, aber bin noch lange nicht so weit…. Meine Belastung ist als Mutter entstanden, das hat mich verändert. Die Verantwortung, die auf mir lastete und die Angst, dass es mir schlecht geht und ich es nicht steuern kann – Präeklampsie… Jetzt mit über 40 versuche ich aus dieser Schlaufe rauszukommen und mehr Raum zu lassen, weniger zu kontrollieren und mich zu besinnen, was ich wirklich brauche. Als Sammler habe ich es schwer mit Minimalismus, aber auch daran arbeite ich. Menschen brauche ich nicht so viele um mich, reduziere oft auf die Familie – wie jetzt im Urlaub. Es ist nicht so, dass ich nicht offen bin, aber der Alltag frisst uns als Familie auf und da genieße ich es im Urlaub Zeit zu 4. zu verbringen. Da brauche ich nicht Urlaubsbekanntschaften etc. Das empfinde ich als anstrengende. Reduzieren ist da angesagt, Recht hast Du auch mit dem Essen – oft Ersatzbefriedigung – zumindest bei mir und ich wäre schlanker, wenn dem nicht so wäre. Wichtigstes erkannt und ich arbeite daran, aber nicht weil es richtig ist, sondern weil ich versuche herauszufinden, was mir richtig und „logisch“ vorkommt. Schöner Gedankengang – das mit dem Logischen! Lieben Gruß

    • Hallo liebe Ani,
      ich finde, du bist schon ganz schön weit! Du schreibst selbst, dass du erkannt hast, dass es bei dir im Leben ein „Zuviel“ gibt. Und das ist wirklich unglaublich wertvoll – von hier aus geht es weiter. Es gibt so viele Menschen da draußen, die genau das nicht sehen. Du gehst schon einen Weg, das kann ich deutlich herauslesen. Gehe ihn in deinem eigenen Tempo und lass dich von anderen nicht davon abbringen! 🙂
      Ich wünsche dir alles Liebe!
      Anna

  3. das beste, was ich bisher zu dieser thematik gelesen habe ! herzlichen dank für diese so prägnant zusammengefassten worte. vieles spricht mir aus dem herzen. spontan werde ich den ein oder anderen satz oder auch nur ein wort aufschreiben und an die wand pinnen, zum daran erinnern und darüber nachdenken.
    sonnige stunden wünsch ich dir
    lg anja

    • Liebe Anja,
      wow, vielen Dank für diesen Kommentar, der mich ein wenig sprachlos macht. Darüber, dass Worte von mir jetzt an deiner Wand hängen dürfen, bin ich wirklich dankbar und ich fühle mich sehr geehrt! 🙂
      Ganz liebe Grüße dir und einen fantastischen Tag!
      Anna

  4. Liebe Anna,
    diese wunderbaren Zeilen las ich bereits gestern.
    Da ich sehr beeindruckt war, dachte ich mir, die musst du erstmal wirken lassen!
    Eben genoss ich deine Worte noch einmal und ich muss sagen, mir geht es wie Anja…
    Auch mir sprechen diese Zeilen aus dem Herzen, auch ich bin fest davon überzeugt, dass das Glück und die Zufriedenheit nicht von der Höhe des Kontostandes abhängt, im Gegenteil, wie inhaltslos muss das Leben doch sein, wenn ich nur noch davon berichten kann wie teuer das neue Auto, die 15. Handtasche oder die 10. Designer-Sonnenbrille war.
    Ich möchte BEWUSST leben und freue mich über jeden kleinen Erfolg, der dazu beiträgt.
    Zu dem Thema könnte man soo viel sagen…
    Auf jeden Fall möchte ich DANKE sagen, liebe Anna.
    Deine Zeilen habe ich mir ausgedruckt und ich werde dir gerne folgen.
    Alles Gute wünscht dir
    Heike

    • Liebe Heike,
      wow, vielen Dank dir für deinen Kommentar, da ging mir wirklich das Herz auf! Den Gedanken, wie inhaltslos das Leben sein müsste, wenn man nur von Materiellem berichten kann, kenne ich nur zu gut. Aber ich glaube, auch diese Menschen spüren ganz genau, dass es nicht das Wahre sein kann, sich nur darauf zu konzentrieren. Und wer weiß, vielleicht begegenen sie ja eines Tages jemandem, der ihnen zeigen kann, dass es da draußen noch so viel mehr Wundervolles gibt?! 😉
      Ganz liebe Grüße und hab noch einen fantastischen Tag!
      Anna

  5. Pingback: Minimal, gleich, anders – athar

  6. Das ist wirklich ein wunderbarer Artikel voller Wahrheiten, einfühlsam formuliert!
    Wichtig erscheinen mir noch die Abschnitte „Wie viel Wohnraum brauchen wir“ (12 qm, mehr ist nicht nachhaltig beheizbar und instandzuhalten) und „Wie viel motorisierte Mobilität brauchen wir“ (keine). Bei der Passage mit dem Flug nach Teneriffa habe ich allerdings eine Gänsehaut bekommen – Fliegen ist radikal nicht nachhaltig und minimalistisch, sondern das schlimmste Alltagsverbrechen unserer Zeit. Leider wissen viele junge Menschen das nicht, sicherlich ist es bei Dir keine Bosheit. Aber es wäre es schön wenn Du dich ein wenig damit befassen und auch in dieser Hinsicht ein wunderbarer Mensch werden kannst, wie Du es ansonsten offenbar bist.

    • Hallo lieber Robert,
      vielen Dank für deine Ergänzungen. Ich habe das Gefühl, für mich eine gute Mitte gefunden zu haben bei dem, was ich so brauche und was nicht. Deine Einwände wegen dem Fliegen sind mit Sicherheit berechtigt, aber ich finde das Reisen so unglaublich bereichernd, dass ich auf diese Erfahrung nicht verzichten will. Ich weiß, dass ich nicht erst ein wunderbarer Mensch werden muss und dass ich das sicher nicht erst dadurch werde, wenn ich auf das Fliegen verzichte. 😉 Und ich denke mal, dass du das so nicht gemeint hast. Ich denke, ich trage mit meinem Verhalten schon extrem zur CO2-Einsparung bei – da ist dann einmal jährlich Fliegen einfach „drin“. Und außerdem: Niemand ist perfekt und dennoch ist jeder wunderbar. Auch wenn nicht jeder alles so umsetzen kann, wie du es jetzt schon tust.
      Alles Liebe dir!
      Anna

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